Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom – und das direkt dort, wo beides gebraucht wird. Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) macht diese Technologie besonders effizient: Während ein konventionelles Kraftwerk einen Großteil der Energie als Abwärme verliert, wird beim BHKW die Wärme direkt für Heizung und Warmwasser genutzt. Doch lohnt sich ein BHKW für ein Einfamilienhaus?
Wie funktioniert ein BHKW?
Ein BHKW besteht im Kern aus einem Motor (Gas- oder Dieselmotor), der einen Generator antreibt und dabei Strom erzeugt. Die dabei entstehende Motorwärme wird nicht abgeleitet, sondern über einen Wärmetauscher für die Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung genutzt. Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei 85–92 % – deutlich höher als bei getrennter Strom- und Wärmeerzeugung. Als Brennstoff kommt überwiegend Erdgas, seltener Flüssiggas, Biogas oder Heizöl zum Einsatz.
Mini-BHKW für Einfamilienhäuser
Klassische BHKWs waren lange nur für Großgebäude (Krankenhäuser, Schulen, Mehrfamilienhäuser) wirtschaftlich. Mini-BHKWs mit elektrischen Leistungen ab 0,3 kW sind speziell für Ein- und Zweifamilienhäuser entwickelt worden. Bekannte Hersteller sind Viessmann (Vitotwin), Vaillant (ecoTEC), Senertec (Dachs) und Bosch (Loganova). Diese Geräte sind kompakt (etwa kühlschrankgroß) und lassen sich in Heizungskeller und Haustechnikraum integrieren.
Wann lohnt sich ein Mini-BHKW?
Ein BHKW lohnt sich vor allem bei:
- Hohem Wärme- und Stromverbrauch: Ein Mini-BHKW sollte möglichst viele Stunden im Jahr laufen. Im Einfamilienhaus sind das oft nur 3.000–5.000 Betriebsstunden – weniger als optimal.
- Hoher Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms: Je mehr Strom direkt verbraucht (statt eingespeist) wird, desto besser die Wirtschaftlichkeit. Elektroauto oder Wärmepumpe als Zusatz erhöhen den Eigenverbrauch.
- Keine Wärmepumpen-Alternative: Wer ohnehin auf Gas angewiesen ist, kann mit einem BHKW die Energieeffizienz deutlich steigern.
Kosten und Förderung
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| Posten | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Mini-BHKW Gerät (0,3–2 kW el.) | 8.000–20.000 € |
| Installation und Anschluss | 2.000–5.000 € |
| Pufferspeicher (empfohlen) | 1.000–3.000 € |
| Spitzenlastkessel (Ergänzung) | 2.000–5.000 € |
| Gesamtinvestition | 13.000–33.000 € |
| KfW-Förderung (KfW 433) | Bis 1.800 € Zuschuss |
| BAFA-Förderung KWK-Bonus | Variabel (Cent/kWh) |
Einnahmen: Einspeisevergütung und KWK-Zuschlag
Der ins Netz eingespeiste Strom wird nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) mit einem KWK-Zuschlag vergütet. Dieser beträgt je nach Anlagengröße 4–8 Cent/kWh zusätzlich zum Marktwert des Stroms. Der nicht selbst verbrauchte Strom kann also eingespeist und vergütet werden. Eigenstrom spart zusätzlich die Strompreise von 30–40 Cent/kWh. Diese Einnahmen sind steuerlich relevant – bei Einspeisemengen über bestimmten Grenzen entsteht Gewerbesteuerpflicht.
BHKW vs. Wärmepumpe: Was ist zukunftssicherer?
Diese Frage wird zunehmend zugunsten der Wärmepumpe entschieden. Wärmepumpen laufen mit Strom (zunehmend aus erneuerbaren Quellen), BHKWs mit Gas (fossil). Mit dem GEG und dem Heizungsgesetz wird Gas langfristig teurer und politisch weniger gefördert. Für Neubauten und umfangreiche Sanierungen ist die Wärmepumpe heute die strategisch bessere Wahl. BHKWs bleiben interessant für Bestandsgebäude mit hohem Wärmebedarf, die noch längere Zeit mit Gas heizen werden.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen BHKW und Wärmepumpe?
Ein BHKW verbrennt Gas (oder Biogas) und erzeugt dabei gleichzeitig Strom und Wärme. Eine Wärmepumpe entnimmt Umgebungswärme (Luft, Erdreich, Grundwasser) und wandelt sie mit elektrischer Energie in Heizwärme um. BHKWs sind an fossile Brennstoffe gebunden, Wärmepumpen können mit Ökostrom CO₂-neutral betrieben werden.
Wie lange hält ein Mini-BHKW?
Mini-BHKWs sind auf ca. 60.000–80.000 Betriebsstunden ausgelegt. Bei 4.000 Betriebsstunden pro Jahr entspricht das einer Lebensdauer von 15–20 Jahren. Nach ca. 30.000 Stunden ist oft eine Motorrevision nötig (Kosten: 2.000–4.000 €). Hersteller bieten Wartungsverträge an, die regelmäßige Inspektionen und Ölwechsel beinhalten.
Brauche ich für ein BHKW eine Genehmigung?
Für Mini-BHKWs unter 50 kW ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Jedoch muss die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet werden (Anmeldepflicht für Einspeiser), beim Finanzamt (steuerliche Behandlung der Stromerträge) und ggf. beim BAFA (für KWK-Zuschlag). Ein Fachinstallateur übernimmt in der Regel die Abwicklung.