Drainage einbauen: So vermeidest du nasse Keller & stauende Nässe

Nasser Keller oder stauendes Wasser im Garten? Eine Drainage leitet Sickerwasser gezielt ab und schützt dein Haus dauerhaft. Typen, Kosten, Einbau und Wartung erklärt.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Mai 6, 2023

Ein nasser Keller, stauende Nässe im Garten oder Pfützen auf dem Grundstück nach jedem Regen – all das sind Zeichen, dass die Entwässerung nicht funktioniert. Eine professionell geplante Drainage schafft dauerhaft Abhilfe und schützt Gebäude und Garten vor teuren Wasserschäden.

Was ist eine Drainage und wofür braucht man sie?

Eine Drainage ist ein System aus Rohren, Kies und Filtervlies, das Wasser aus dem Erdreich ableitet und an eine geeignete Stelle (Kanal, Versickerungsanlage, Vorfluter) weiterleitet. Im Hausbau unterscheidet man die Ringdrainage (rund um das Gebäude, schützt Keller und Fundament) von der Flächendrainage (für Gärten, Sportflächen, Stellplätze mit stauendem Wasser). Beide Systeme funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Sickerwasser dringt in das Drainagerohr ein und wird kontrolliert abgeleitet.

Wann ist eine Drainage wirklich nötig?

Nicht jedes feuchte Fundament braucht eine Drainage. Zunächst sollte eine Kellerabdichtung geprüft werden – ist die Abdichtung intakt, kann eine Drainage dennoch sinnvoll sein, um den Wasserdruck von der Abdichtung fernzuhalten. Typische Indizien für eine notwendige Drainage: stauende Nässe im Garten nach Regen, Feuchtigkeit an Kellerwänden trotz intakter Abdichtung, drückendes Grundwasser bei hohem Grundwasserspiegel sowie Rasenbereiche, die monatelang nicht abtrocknen.

Aufbau einer Ringdrainage

Die klassische Ringdrainage läuft als geschlossenes System rund um das Fundament des Hauses. Auf einer Kiesschicht (mind. 15–20 cm, Körnung 16/32 mm) liegt das Drainagerohr (DN 100 oder 150, perforiertes PVC oder PE), ummantelt von einem Filtervlies (verhindert, dass Feinstbestandteile das Rohr verstopfen). Darüber folgt eine weitere Kiesschicht und dann das normale Erdreich. Das gesammelte Wasser läuft zum tiefsten Punkt der Drainage und wird von dort in die Kanalisation oder eine Versickerungsanlage eingeleitet.

.bm-table{width:100%;border-collapse:collapse;font-size:14px;margin:1em 0}.bm-table th{background:#2e7d32;color:#fff;padding:10px 8px;text-align:left;font-weight:600}.bm-table td{padding:9px 8px;border-bottom:1px solid #e0e0e0;vertical-align:middle}.bm-table tr:nth-child(even){background:#f9f9f9}.bm-table tr:hover{background:#f1f8e9}

DrainagetypEinsatzbereichKosten ca. (EFH)Besonderheit
Ringdrainage (Hausdrainage)Rund um Fundament/Keller3.000–8.000 €Schützt Abdichtung vor Wasserdruck
Flächendrainage GartenRasenflächen, Beete1.500–5.000 €Fischgrät- oder Parallelmuster
Drainmatte/-platteUnter Terrasse, Pflaster500–2.000 €Einfach nachrüstbar
VersickerungsrigoleRegenwasserversickerung1.000–3.000 €Muss baugenehmigt sein

Drainage einbauen: Eigenleistung oder Fachbetrieb?

Eine einfache Gartendrainage auf flachem Gelände können erfahrene Heimwerker mit ausreichend Zeit selbst verlegen. Du benötigst Drainagerohr, Filtervlies, ausreichend Drainagekies und ein Gefälle von mindestens 0,5 % (5 mm pro Meter) in Richtung Ablauf. Für die Ringdrainage um ein Fundament empfiehlt sich immer ein Fachbetrieb: Falsch eingebaut kann eine Hausdrainage Wasser erst recht in die Kellerzone leiten oder die Abdichtung beschädigen.

Wartung: Was viele vergessen

Drainagen können über Jahre durch eingeschwemmte Feinteile, Wurzeln oder Kalkausfällungen verstopfen. Daher sollte eine Drainage alle 5–10 Jahre durch einen Fachbetrieb gespült und kontrolliert werden. Revisionsschächte (alle 20–25 m im Drainagenverlauf) erleichtern die Wartung erheblich – plane sie beim Einbau unbedingt mit ein. Eine verstopfte Drainage ist genauso nutzlos wie gar keine.

FAQ

Muss ich eine Drainage beim Bauamt genehmigen lassen?

Das kommt auf die Art der Ableitung an. Eine Drainage, die in die häusliche Kanalisation entwässert, ist in der Regel genehmigungsfrei – aber kläre das mit deiner Gemeinde. Versickerungsanlagen (Rigolen, Sickermulden) müssen oft genehmigt werden, da sie das Grundwasser beeinflussen. In Wasserschutzzonen gelten besondere Regeln. Im Zweifelsfall: vor dem Einbau beim zuständigen Tiefbauamt nachfragen.

Reicht eine Drainage aus, wenn der Keller bereits nass ist?

Eine Drainage allein reicht oft nicht – zunächst muss die Ursache der Feuchtigkeit geklärt werden. Wenn Wasser eindringt, weil die Abdichtung defekt ist, muss diese saniert werden. Wenn Wasser durch hohen Grundwasserspiegel drückt, braucht der Keller eine weiße oder schwarze Wanne. Die Drainage unterstützt die Abdichtung, ersetzt sie aber nicht. Lass das Problem von einem Bausachverständigen bewerten, bevor du teuer investierst.

Was kostet eine komplette Hausdrainage inkl. Einbau?

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (ca. 150 m² Grundfläche) rechne mit 4.000–10.000 € für die Ringdrainage inkl. Erdarbeiten, Drainagerohr, Kies, Vlies, Revisionsschächten und Anschluss an die Kanalisation. Hinzu kommen ggf. Kosten für die Kellerabdichtung, wenn diese gleichzeitig erneuert wird. Hol dir mindestens zwei Angebote und prüfe die Referenzen des Unternehmens.

Teilen

Beim Thema Hausbau immer auf dem laufenden bleiben

Kostenlose Infos zum Thema Hausbau, Garten, Heizen, Finanzierung erhalten

Hausbau News erhalten