Ein Mensch verbraucht in Deutschland rund 125 Liter Trinkwasser am Tag. Nur ein Bruchteil davon wird getrunken oder zum Kochen benutzt - der Rest fließt durch Dusche, Toilette und Waschmaschine. Wasser sparen lohnt sich deshalb nicht in erster Linie beim Zähneputzen, sondern dort, wo warmes Wasser verbraucht wird. Denn den größten Teil der Kosten verursacht nicht das Wasser, sondern die Energie, die es aufheizt.
Wo das Wasser im Haushalt bleibt
| Bereich | Anteil | Liter je Person und Tag | Warmwasser? |
|---|---|---|---|
| Baden, Duschen, Körperpflege | 36 % | ca. 45 l | ja, überwiegend |
| Toilettenspülung | 27 % | ca. 34 l | nein |
| Wäsche waschen | 12 % | ca. 15 l | teilweise |
| Geschirrspülen | 6 % | ca. 7 l | teilweise |
| Garten und Reinigung | 10 % | ca. 12 l | nein |
| Essen und Trinken | 4 % | ca. 5 l | nein |
| Kleingewerbe im Haushalt | 5 % | ca. 7 l | - |
Diese Aufteilung erklärt, warum viele Spartipps wenig bringen. Der zugedrehte Hahn beim Zähneputzen spart etwa zwei Liter am Tag - rund 0,004 Euro. Fünf Minuten kürzer duschen spart 60 Liter warmes Wasser und damit etwa 0,60 Euro, weil die Erwärmung von 60 Litern rund 2,5 Kilowattstunden benötigt. Der Unterschied zwischen beiden Maßnahmen ist der Faktor 150.
Die Maßnahmen mit dem größten Hebel
Sparduschkopf. Der wirksamste Einzelgriff im ganzen Haushalt. Ein herkömmlicher Duschkopf lässt 12 bis 16 Liter je Minute durch, ein guter Sparduschkopf 6 bis 8 Liter - bei kaum spürbar geringerem Strahl, weil Luft beigemischt wird. Bei zwei Personen mit je acht Minuten Dusche täglich sparst du rund 45.000 Liter im Jahr und, was mehr wiegt, etwa 1.800 Kilowattstunden Heizenergie.
Strahlregler an allen Armaturen. Ein Perlator kostet 5 bis 15 Euro und halbiert die Durchflussmenge am Waschbecken. Amortisation: wenige Wochen.
Spartaste und Spülkastenvolumen. Alte Spülkästen laufen mit 9 Litern, moderne mit 6 Litern und Spartaste mit 3. Der Austausch eines alten Kastens spart bei vier Personen rund 20.000 Liter im Jahr.
Geschirrspüler statt Handspülen. Ein moderner Geschirrspüler im Eco-Programm braucht 6 bis 10 Liter für eine volle Ladung. Von Hand sind es 40 bis 60 Liter. Das Vorspülen unter fließendem Wasser macht den Vorteil allerdings vollständig zunichte.
Waschmaschine voll beladen und kühler waschen. Eine halb gefüllte Trommel verbraucht fast so viel Wasser wie eine volle. 30 statt 60 Grad halbiert den Energiebedarf, ohne die Reinigungsleistung bei normal verschmutzter Wäsche zu beeinträchtigen.
| Maßnahme | Kosten | Ersparnis pro Jahr (4-Personen-Haushalt) | Amortisation |
|---|---|---|---|
| Sparduschkopf | 25 bis 80 € | 250 bis 450 € | 1 bis 4 Monate |
| Strahlregler, 3 Stück | 15 bis 45 € | 40 bis 80 € | 3 bis 9 Monate |
| Spülkasten mit Spartaste | 120 bis 300 € | 60 bis 110 € | 1 bis 4 Jahre |
| Thermostat-Duscharmatur | 150 bis 400 € | 50 bis 120 € | 2 bis 6 Jahre |
| Neue Waschmaschine (A statt alt) | 500 bis 900 € | 50 bis 100 € | 6 bis 15 Jahre |
| Zirkulationspumpe mit Zeitschaltung | 80 bis 250 € | 60 bis 180 € | 1 bis 3 Jahre |
Der unterschätzte Posten: die Zirkulationsleitung
In vielen Häusern läuft eine Zirkulationspumpe rund um die Uhr, damit an jeder Zapfstelle sofort warmes Wasser kommt. Der Komfort ist real, der Preis auch: Eine ungedämmte, dauerhaft zirkulierende Warmwasserleitung verliert im Jahr leicht 1.000 bis 2.000 Kilowattstunden - mehr, als eine vierköpfige Familie durch alle Duschmaßnahmen zusammen einspart.
Die Lösung kostet fast nichts: eine Zeitschaltuhr, die die Pumpe auf die Zeiten begrenzt, in denen tatsächlich geduscht wird, plus gedämmte Leitungen. Wer weiter gehen will, rüstet einen Anforderungstaster nach. Weitere Ansatzpunkte im Heizsystem beschreibt der Beitrag zum Heizkosten sparen.
Warmwasserbereitung: der eigentliche Kostenblock
Rund 12 bis 15 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts entfallen auf Warmwasser, in gut gedämmten Neubauten sogar 25 bis 30 Prozent. Zwei Stellschrauben lohnen sich.
Die Speichertemperatur. 60 Grad sind aus Gründen des Legionellenschutzes bei zentralen Speichern die untere Grenze, mehr bringt nichts außer Verlusten und Kalk. Bei dezentralen Durchlauferhitzern ohne Speicher genügen 45 bis 50 Grad.
Die Erzeugungsart. Ein elektrischer Durchlauferhitzer arbeitet zwar verlustfrei, verbraucht aber teuren Strom. Über Gas, Wärmepumpe oder Solarthermie erzeugtes Warmwasser kostet je Kilowattstunde deutlich weniger. Eine Solarthermieanlage deckt im Sommer den Warmwasserbedarf eines Haushalts oft vollständig.
Wasser sparen im Garten
Im Garten geht es weniger um weniger Wasser als um besser eingesetztes Wasser. Vier Punkte machen den Unterschied.
Gießzeitpunkt. Früh morgens verdunstet am wenigsten, und die Blätter trocknen tagsüber ab, was Pilzbefall vorbeugt. Abendliches Gießen bei Wärme begünstigt Mehltau und Schnecken.
Selten, aber durchdringend. Hier liegt der häufigste Fehler. Täglich ein bisschen zu gießen hält die Feuchte in den obersten Zentimetern und erzieht die Pflanze zu flachen Wurzeln, die bei der nächsten Hitzewelle als Erstes vertrocknen. Besser sind zwei kräftige Gaben pro Woche mit 15 bis 20 Litern je Quadratmeter, die bis in 20 Zentimeter Tiefe reichen.
Mulchen. Eine Schicht aus Rasenschnitt, Häcksel oder Stroh reduziert die Verdunstung um bis zu 70 Prozent und hält den Boden gleichmäßig feucht.
Tropfbewässerung statt Rasensprenger. Ein Sprenger verliert bei Wind und Hitze 30 bis 50 Prozent an die Luft. Tropfschläuche bringen das Wasser direkt an die Wurzel. Wie sich das automatisieren lässt, zeigt der Beitrag zur Bewässerungsanlage im Garten. Wer das Gießwasser zusätzlich vom Dach nimmt, findet die Systeme und Kosten unter Regenwassernutzung.
Beim Rasen gilt eine unbequeme Wahrheit: Ein brauner Rasen im Hochsommer ist nicht tot, sondern in Sommerruhe. Er ergrünt nach dem ersten ausgiebigen Regen von selbst. Ihn durch tägliches Sprengen künstlich grün zu halten, kostet in einem trockenen Sommer schnell 8.000 bis 15.000 Liter je 100 Quadratmeter - für einen rein optischen Effekt.
Lecks finden: der stille Verbraucher
Ein tropfender Hahn verliert je nach Tropfrate 500 bis 5.000 Liter im Jahr, eine durchlaufende Toilettenspülung 50 bis 200 Liter am Tag - das sind bis zu 73.000 Liter jährlich und mehrere hundert Euro.
Der Test dauert zwei Minuten: Drehe alle Zapfstellen zu, schalte Waschmaschine und Spülmaschine aus und notiere den Zählerstand. Bewegt sich das Sternrad des Wasserzählers nach 30 Minuten, hast du ein Leck. Wie du den Zähler richtig abliest, erklärt der Beitrag zum Zählerstände ablesen.
Was Wasser sparen tatsächlich bringt
Ein vierköpfiger Haushalt verbraucht rund 175 Kubikmeter im Jahr. Bei durchschnittlich 2,20 Euro je Kubikmeter Trinkwasser und 2,80 Euro Abwassergebühr sind das etwa 875 Euro. Hinzu kommen rund 400 bis 700 Euro Energiekosten für die Warmwasserbereitung.
Mit Sparduschkopf, Strahlreglern, gezügelter Zirkulationspumpe und bewusstem Duschverhalten lassen sich realistisch 20 bis 30 Prozent des Wasserverbrauchs und 25 bis 35 Prozent der Warmwasserenergie einsparen - zusammen etwa 350 bis 600 Euro im Jahr bei einer Investition unter 150 Euro.
Ein Hinweis zur Einordnung, der selten gemacht wird: Anders als beim Strom ist Wassersparen in Deutschland ökologisch kein Selbstläufer. In Regionen mit reichlich Grundwasser führt ein stark gesunkener Verbrauch dazu, dass Kanäle nicht mehr ausreichend gespült werden und die Versorger mit Trinkwasser nachspülen müssen. Der überzeugende Grund fürs Wassersparen im Haushalt ist deshalb die eingesparte Energie beim Warmwasser - nicht die Menge selbst. In trockenen Regionen und in Sommern mit Entnahmeverboten sieht die Sache anders aus.
Wasser sparen im Neubau mitplanen
Wer neu baut, kann Maßnahmen mitnehmen, die sich später kaum noch nachrüsten lassen: kurze Warmwasserleitungen durch Bündelung von Bad, Gäste-WC und Küche, ein Leerrohr für ein späteres Betriebswassernetz, eine Zisterne im selben Aushub wie die Bodenplatte. Der Beitrag zum Haus planen zeigt, an welcher Stelle der Planung diese Entscheidungen fallen müssen.
Wasser sparen mit Kindern und im Alltag
Technik wirkt zuverlässiger als Vorsätze, aber ein paar Gewohnheiten machen trotzdem einen messbaren Unterschied. Eine Eieruhr oder ein Bluetooth-Lautsprecher mit einer Playlist von acht Minuten begrenzt die Duschzeit wirkungsvoller als jede Ermahnung. Für Kinder funktioniert ein Duschtimer mit Sanduhr erfahrungsgemäß gut, weil er die Sache in ein Spiel verwandelt.
In der Küche liegen weitere kleine Posten. Gemüse in einer Schüssel statt unter fließendem Wasser waschen spart je Vorgang fünf bis zehn Liter; das Waschwasser eignet sich anschließend zum Gießen. Wer auf warmes Wasser wartet, kann die kalte Vorlaufmenge in einer Kanne auffangen - je nach Leitungslänge sind das ein bis drei Liter pro Zapfvorgang, hochgerechnet mehrere tausend Liter im Jahr.
Ein Punkt betrifft die Warmwasserleitung im Bestand: Wenn es lange dauert, bis warmes Wasser kommt, liegt das meist an einer zu großen Rohrdimension. In alten Installationen wurden Leitungen großzügig ausgelegt; heute genügen deutlich kleinere Querschnitte. Bei einer Sanierung ist der Wechsel auf kleinere Rohrdurchmesser eine der wirksamsten und am seltensten genutzten Maßnahmen - sie verkürzt Wartezeit und Vorlaufverlust gleichzeitig.
Und schließlich der Pool: Ein aufblasbares Becken mit 8.000 Litern entspricht dem Jahresverbrauch eines Menschen für Körperpflege über sechs Wochen. Eine Abdeckplane reduziert die Verdunstung um bis zu 90 Prozent und hält gleichzeitig die Temperatur - ohne sie musst du in einem heißen Sommer wöchentlich mehrere hundert Liter nachfüllen.
Häufige Fragen zum Wasser sparen
Was kostet ein Kubikmeter Wasser?
Im Bundesdurchschnitt rund 2,00 bis 2,40 Euro für Trinkwasser plus 2,50 bis 3,20 Euro Abwassergebühr, zusammen also etwa 4,50 bis 5,60 Euro je Kubikmeter. Die regionalen Unterschiede sind erheblich; maßgeblich ist die Satzung deiner Gemeinde.
Was ist die wirksamste Sparmaßnahme?
Der Sparduschkopf. Er kostet 25 bis 80 Euro, amortisiert sich in wenigen Monaten und wirkt gleichzeitig auf Wasser- und Energieverbrauch.
Spart eine Badewanne oder eine Dusche mehr?
Ein Vollbad braucht 120 bis 180 Liter. Eine Dusche mit Sparduschkopf und acht Minuten Dauer kommt auf 50 bis 65 Liter. Mit einem alten Duschkopf und langem Duschen kann eine Dusche eine Badewanne allerdings übertreffen.
Lohnt sich ein wassersparender Geschirrspüler?
Ein Neugerät im Eco-Programm braucht 6 bis 10 Liter je Spülgang. Ein Austausch nur wegen des Wassers rechnet sich selten, ein Austausch eines defekten Geräts dagegen immer zugunsten der sparsamen Variante.
Wie erkenne ich einen zu hohen Verbrauch?
Als Orientierung gelten 40 bis 50 Kubikmeter je Person und Jahr. Liegst du deutlich darüber, prüfe zuerst Toilettenspülung und Zirkulationspumpe, danach die Duschgewohnheiten.
Bringt es etwas, den Wasserhahn beim Einseifen zuzudrehen?
Bei kaltem Wasser kaum. Beim Duschen mit warmem Wasser dagegen deutlich, weil du dabei Heizenergie sparst. Eine Thermostatarmatur mit Absperrknopf macht das ohne Nachjustieren der Temperatur möglich.
Sind Durchflussbegrenzer für jede Armatur geeignet?
Fast immer, mit einer Ausnahme: Bei drucklosen Niederdruck-Boilern über der Spüle darfst du keinen Begrenzer einsetzen, weil das Gerät den freien Auslauf braucht.