Dusche, Badewanne, WC, Waschbecken, Bidet: Die Auswahl an Sanitärobjekten ist riesig. Doch hinter den vielen Designoptionen stecken konkrete Qualitätsunterschiede, Maßangaben und Einbauanforderungen, die über den langfristigen Komfort entscheiden. Dieser Ratgeber führt durch die wichtigsten Sanitärobjekte und erklärt, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Waschbecken: Aufsatz, Einbau oder Unterbau?
Waschbecken gibt es in drei grundlegenden Montagevarianten:
- Aufsatzwaschbecken: Wird auf eine Waschtischplatte oder einen Unterbauschrank gestellt. Optisch auffällig und beliebt in modernen Bädern. Platzbedarf beachten – Wasserspritzer fallen leichter daneben.
- Einbauwaschtisch (Unterbau-/Drop-in): Wird in eine Ausschnittöffnung der Unterschrankplatte eingelassen. Klassische Variante, gute Abdichtung, kompakt.
- Wandwaschbecken (hängend): Ohne Unterschrank direkt an der Wand befestigt. Erleichtert die Reinigung des Bodens darunter und wirkt raumöffnend. Benötigt tragende Wandverankerung.
Materialien: Keramik (Sanitärporzellan) ist die am häufigsten genutzte Variante – hygienisch, langlebig, pflegeleicht. Naturstein und Beton sind Designoptionen mit höherem Pflegeaufwand. Mineralguss (Corian, Durat) bietet matte Oberflächen und lässt sich reparieren.
Duschen: Bodengleich, Duschtasse oder Duschkabine?
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| Typ | Einbauaufwand | Barrierefreiheit | Kosten (komplett) |
|---|---|---|---|
| Bodengleiche Dusche | Hoch (Gefälleestrich) | Sehr gut (stufenlos) | 800–3.500 € |
| Duschwanne (Acryl) | Gering | Mittel (Einstieg) | 200–600 € |
| Duschwanne (Stahl-Email) | Gering | Mittel | 300–900 € |
| Komplett-Duschkabine | Sehr gering | Gering | 300–1.500 € |
Bodengleiche Duschen sind der aktuelle Standard im Neubau und bei der Sanierung. Sie sind barrierefrei, optisch offen und pflegeleicht – verlangen aber einen gefällten Untergrund (Schlüter-KERDI, Wedi-System oder Duschkabinen-Sockel). Duschwannen aus Stahl-Email sind robuster und kratzresistenter als Acrylwannen, aber schwerer.
Badewannen: Frei stehend, Einbau oder Eckbadewanne?
Badewannen unterscheiden sich nach Form und Aufstellung. Freistehende Wannen sind ein Designstatement – teurer, aber optisch dominierend. Einbauwannen werden an drei oder vier Seiten eingefasst (Wannenverkleidung). Eckbadewannen nutzen Raumwinkel effizient.
Standard-Badewannenlänge: 170 cm (gängigste Größe). Kompaktvarianten für kleine Bäder: 150 oder 120 cm. Für besonders komfortables Liegen gibt es 180-cm-Wannen. Materialien: Acryl (leicht, warm, günstig), Stahl-Email (kratzfest, langlebig, schwerer) und Mineralguss (hochwertig, wenig verbreitet).
WC: Wand-WC oder Stand-WC?
Das Wand-WC hängt an der Wand und hat den Spülkasten verdeckt im Vorwandinstallationssystem (z. B. Geberit Duofix). Der Boden darunter ist frei, was die Reinigung erleichtert. Wandhängende WCs sind heute in Neubauten Standard.
Stand-WCs mit aufgesetztem Spülkasten sind günstiger und einfacher zu installieren (keine Vorwand nötig), aber schwerer zu reinigen. Im Altbau und bei einfachen Renovierungen sind sie weiterhin verbreitet.
Wichtige Kennwerte beim WC-Kauf: Spülmenge (Standard 6 Liter, Sparspülung 3 Liter), Spülform (Tiefspüler ohne Spülrand sind hygienischer), Abgang (waagrecht oder senkrecht je nach Installationssystem).
Armaturen: Einhand oder Thermostat?
Armaturentypen fürs Bad:
- Einhebelmischer: Günstigste und gängigste Variante. Temperatur und Durchfluss werden mit einem Hebel gesteuert.
- Thermostatarmatur: Hält die Temperatur konstant – ideal für Dusche und Badewanne. Sicherer (kein plötzliches Kalt-/Heißwasser) und angenehmer in der Bedienung.
- Unterputz-Armatur: Eingebaut in die Wand, nur Knöpfe und Ausläufe sichtbar. Aufwändig in der Installation, aber optisch sehr sauber.
Qualitätsunterschiede bei Armaturen zeigen sich vor allem im Innenleben: Hochwertige Kartuschen (z. B. Kerox, Sedal) halten Jahrzehnte, Billigarmaturen können innerhalb weniger Jahre tropfen. Markenanbieter wie Hansgrohe, Grohe, Villeroy & Boch und Duravit stehen für geprüfte Qualität.
Sanitärobjekte für barrierefreie Bäder
Barrierefreie Badezimmer gewinnen mit steigendem Alter an Bedeutung. Die Norm DIN 18040-2 definiert die Anforderungen: bodengleiche Dusche mit mind. 120 x 120 cm, WC mit seitlichem Freiraum von 90 cm beidseitig, Haltegriffe, Waschtisch unterfahrbar (Höhe 80 cm, Unterseite frei). Diese Anforderungen lassen sich im Neubau und bei umfassender Sanierung gut umsetzen – und werden in einigen Bundesländern bei der KfW-Förderung berücksichtigt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Material ist am besten für eine Duschwanne?
Stahl-Email ist am robustesten und kratzresistentesten – ideal für viel genutztes Badezimmer. Acrylwannen sind günstiger, leichter und warm unter den Füßen, aber empfindlicher gegen scharfe Gegenstände. Für bodengleiche Duschen sind Kunststoff-Duschflächen (Hüppe, Schlüter Kerdi-Shower) oder geflieste Estrichlösungen die gängigsten Alternativen.
Was kostet ein komplettes neues Bad?
Ein vollständig neu ausgestattetes Badezimmer (WC, Waschtisch, Dusche, Armaturen, Fliesen, Elektro) kostet je nach Ausstattungslevel: Basisausstattung 8.000–14.000 €, mittlere Qualität 15.000–22.000 €, gehobene Ausstattung mit Designobjekten 25.000–50.000 €. Die Preise hängen stark von der Handwerkerregion und dem Fliesenumfang ab.
Was ist der Unterschied zwischen Wand-WC und Stand-WC?
Ein Wand-WC ist an der Wand montiert, der Spülkasten ist hinter der Vorwand verborgen. Das sieht sauberer aus, erleichtert die Reinigung des Bodens und ermöglicht eine individuelle Montagehöhe. Ein Stand-WC steht auf dem Boden und hat einen sichtbaren (oder aufgesetzten) Spülkasten. Es ist günstiger und einfacher zu installieren, aber schwerer zu reinigen.
Wann lohnt sich eine Thermostatarmatur?
Thermostatarmaturen lohnen sich vor allem in der Dusche: Sie halten die eingestellte Temperatur konstant, unabhängig von Druckschwankungen durch andere Wasserentnahmestellen. Das erhöht den Komfort und die Sicherheit, besonders in Haushalten mit Kindern oder älteren Menschen. Hochwertige Thermostate von Hansgrohe oder Grohe kosten 150 bis 400 Euro, halten aber Jahrzehnte.