Blutblume: Pflege, Ruhephase und Blüte richtig steuern

Scadoxus multiflorus und Haemanthus blühen nur, wenn die Ruhephase stimmt. So pflegst du die Blutblume über Jahre hinweg blühfreudig.

Last updated on Aug. 10, 2026

Veröffentlicht am Aug. 10, 2026

Die Blutblume gehört zu den Zimmerpflanzen, die im Laden spektakulär aussehen und ein Jahr später oft nur noch ein Topf voll Erde sind. Der Grund ist fast immer derselbe: Sie wird ganzjährig behandelt wie eine gewöhnliche Grünpflanze. Dabei ist sie eine Zwiebelpflanze mit einem streng getakteten Jahresrhythmus aus Austrieb, Blüte und mehreren Monaten echter Ruhe. Wer diesen Rhythmus mitgeht, hat jahrzehntelang Freude an ihr. Wer ihn ignoriert, sieht nie wieder eine Blüte.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche Pflanzen sich überhaupt hinter dem Namen Blutblume verbergen, warum die Ruhephase über Erfolg und Misserfolg entscheidet und wie du deine Scadoxus multiflorus oder Haemanthus über Jahre hinweg zuverlässig zum Blühen bringst.

Was ist die Blutblume eigentlich?

Der Name Blutblume ist kein botanischer Begriff, sondern ein Sammelname für mehrere Arten aus zwei nah verwandten Gattungen der Amaryllisgewächse: Scadoxus und Haemanthus. Beide stammen aus dem südlichen und tropischen Afrika, beide bilden Zwiebeln, und beide gelten als klassische Sammlerpflanzen für die Fensterbank. Botanisch sauber getrennt wurden sie erst in den 1970er Jahren, weshalb du im Handel bis heute veraltete Namen wie Haemanthus multiflorus oder Haemanthus katharinae findest, obwohl es sich um Scadoxus handelt.

Der deutsche Name geht übrigens nicht zwingend auf die Blütenfarbe zurück. Die griechische Wurzel des Gattungsnamens Haemanthus bedeutet Blutblume, und viele Arten zeigen an Zwiebelschuppen, Blattstielen oder Blattunterseiten auffällige rote Flecken und Sprenkel. Genau deshalb heißt auch die weiß blühende Art Blutblume, was regelmäßig für Verwirrung sorgt.

Scadoxus multiflorus: die Feuerballlilie

Was der Handel als Blutblume verkauft, ist meistens Scadoxus multiflorus, oft in der Unterart katherinae. Diese Art bildet einen kugeligen Blütenstand aus bis zu 200 schmalen Einzelblüten, der einen Durchmesser von 15 bis 25 Zentimetern erreicht und wie ein leuchtend orangeroter Feuerball über dem Laub schwebt. Der Blütenstiel schiebt sich je nach Unterart vor oder gemeinsam mit den Blättern aus der Zwiebel. Nach der Blüte entwickelt sie große, wellenrandige Blätter, die einen scheinbaren Stamm bilden, und zieht im Herbst vollständig ein.

Haemanthus albiflos: die weiße Blutblume

Haemanthus albiflos ist der Gegenentwurf: immergrün, robust, langlebig und mit einer weißen, pinselartigen Blüte, die aussieht wie ein Rasierpinsel mit gelben Staubbeuteln. Statt eines Blattschopfs bildet sie nur zwei bis vier dicke, zungenförmige Blätter, die flach nebeneinander liegen. Diese Art verzeiht praktisch jeden Pflegefehler und ist die richtige Wahl, wenn du mit Zwiebelpflanzen noch wenig Erfahrung hast.

Haemanthus coccineus und weitere Arten

Haemanthus coccineus blüht im Spätsommer leuchtend rot, und zwar bevor die Blätter erscheinen. Sie stammt aus der Winterregenregion Südafrikas und dreht den Rhythmus damit um: Ihre Ruhephase liegt im Sommer, nicht im Winter. Wer diese Art wie eine Scadoxus behandelt, bringt sie schnell aus dem Takt.

ArtBlüteLaubRuhephaseSchwierigkeit
Scadoxus multiflorus (Feuerballlilie)Orangerote Kugel, 15 bis 25 cm, Mai bis JuliZieht komplett einWinter, 3 bis 4 Monate trockenMittel
Scadoxus puniceusRot bis lachsfarben, pinselförmig, FrühjahrZieht komplett einWinter, trockenMittel bis schwer
Haemanthus albiflos (weiße Blutblume)Weiß, pinselartig, Herbst bis WinterImmergrün, 2 bis 4 BlätterKeine echte, nur weniger WasserLeicht
Haemanthus coccineusLeuchtend rot, August bis Oktober, vor dem LaubZieht im Frühsommer einSommer, trockenSchwer

Warum die Ruhephase über die Blüte entscheidet

Hier liegt der Kern der ganzen Sache, und hier scheitern die meisten Blutblumen. Es lohnt sich, ehrlich zu sein: Eine Scadoxus, die im Winter durchgehend gegossen und warm gehalten wird, blüht im Folgejahr in aller Regel nicht mehr. Sie geht daran nicht sofort ein, sie treibt sogar wieder Blätter, aber die Blütenanlage bildet sich nicht. Viele Besitzer glauben dann, die Pflanze sei schlicht eine Eintagsfliege gewesen. Tatsächlich hat sie nur nie das Signal bekommen, dass ein Jahr vorbei ist.

Zwiebelpflanzen aus saisonalen Klimazonen brauchen einen Reiz, der die Blütenbildung auslöst. Bei Scadoxus multiflorus ist das eine mehrmonatige, trockene und kühle Phase. In dieser Zeit passiert im Inneren der Zwiebel die eigentliche Arbeit: Die Pflanze legt die Blütenknospe für die kommende Saison an. Ohne diesen Reiz bleibt die Zwiebel im Dauerwachstum stecken und investiert alles in Blattmasse.

Das Einziehen der Blätter im Spätsommer ist deshalb kein Alarmsignal, sondern der planmäßige Beginn dieser Phase. Wenn deine Blutblume ab September vergilbt, ist sie nicht krank. Sie macht genau das, was sie soll.

So legst du die Blutblume richtig zur Ruhe

  1. Ab Ende August das Düngen einstellen. Stickstoff hält die Pflanze künstlich im Wachstum.
  2. Ab September das Gießen schrittweise reduzieren. Nicht abrupt stoppen, sondern die Abstände von Woche zu Woche vergrößern.
  3. Vergilbte Blätter erst abschneiden, wenn sie vollständig eingetrocknet sind. Bis dahin zieht die Pflanze Nährstoffe zurück in die Zwiebel.
  4. Den Topf mitsamt Zwiebel an einen kühlen Ort stellen. Ideal sind 10 bis 15 Grad, etwa ein frostfreier Keller, ein unbeheiztes Schlafzimmer oder ein kühler Treppenaufgang. Licht braucht die blattlose Zwiebel nicht.
  5. Vier Monate lang gar nicht gießen. Wirklich gar nicht. Die Zwiebel lebt von ihren Reserven.
  6. Ab Ende Februar bis März wieder hell und wärmer stellen und mit einem einzigen, sparsamen Angießen den Neuaustrieb einleiten.

Genau dieses Prinzip kennst du vielleicht schon von der Amaryllis, bei der die Ruhephase ebenfalls darüber entscheidet, ob es eine zweite Blüte gibt. Der große Unterschied: Die Amaryllis wird oft nach einer Saison entsorgt, die Blutblume kann bei richtiger Behandlung zwanzig Jahre und länger im selben Haushalt bleiben.

Der Jahreszyklus der Blutblume im Überblick

Die folgende Tabelle bezieht sich auf Scadoxus multiflorus, also die klassische rote Blutblume. Für Haemanthus albiflos gilt sie nur eingeschränkt, für Haemanthus coccineus ist sie um ein halbes Jahr verschoben.

ZeitraumPhaseGießenTemperaturDünger
März bis AprilAustriebEinmal sparsam angießen, danach erst wieder bei sichtbarem Trieb18 bis 22 °CNoch keiner
Mai bis JuliBlüte und BlattaufbauGleichmäßig feucht, nie stehend nass20 bis 25 °CAlle 2 Wochen, kaliumbetont
AugustAusreifenWeiter normal, Abstände leicht vergrößernSommerlich warmLetzte Gabe Anfang August
September bis OktoberEinziehenSchrittweise reduzieren bis auf nullFallendKeiner
November bis FebruarTrockenruheGar nicht10 bis 15 °CKeiner

Standort und Licht

Die Blutblume will es hell, aber nicht grell. In ihrer Heimat wächst Scadoxus multiflorus im lichten Schatten von Bäumen und Gebüsch, nicht auf offener Steppe. Ein Ost- oder Westfenster trifft das gut. Am Südfenster brauchst du zur Mittagszeit einen leichten Schutz, sonst bekommen die weichen Blätter Sonnenbrandflecken, die nicht mehr verschwinden.

Haemanthus albiflos kommt mit deutlich weniger Licht zurecht und gedeiht sogar an einem Nordfenster noch anständig. Blühfreudiger ist sie allerdings auch heller. Wer eine pflegeleichte Ergänzung für dunklere Ecken sucht, findet in unserer Übersicht zu Zimmerpflanzen für ein ruhiges Zuhause weitere passende Kandidaten.

Ein Sommeraufenthalt im Freien tut beiden gut. Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, kannst du den Topf an einen geschützten, halbschattigen Platz auf Balkon oder Terrasse stellen. Gewöhne die Pflanze über ein bis zwei Wochen langsam an das stärkere Licht. Wie du deinen Außenbereich sinnvoll bepflanzt, zeigt der Beitrag zu Balkonpflanzen.

Gießen: der häufigste und teuerste Fehler

Blutblumen sterben fast nie an Trockenheit und sehr oft an zu viel Wasser. Die Zwiebel ist ein Speicherorgan und reagiert auf dauerhaft nasses Substrat mit Fäulnis, die von der Basis her nach oben kriecht und meist erst bemerkt wird, wenn der ganze Blattschopf umkippt.

Praktische Regel für die Wachstumszeit: Gieße erst, wenn die oberen zwei bis drei Zentimeter Substrat spürbar abgetrocknet sind. Wässere dann durchdringend und gieße überschüssiges Wasser nach fünfzehn Minuten aus dem Untersetzer ab. Ein Übertopf ohne Kontrolle ist die häufigste Ursache für unbemerkte Staunässe.

Verwende möglichst zimmerwarmes, kalkarmes Wasser. Regenwasser ist ideal. Wenn du ohnehin über eine sinnvollere Wassernutzung im Garten nachdenkst, lohnt ein Blick auf das Thema Regenwasser wiederverwenden.

Substrat und Umtopfen: warum weniger mehr ist

Blutblumen blühen williger, wenn der Topf eher zu eng als zu groß ist. Ein durchwurzelter Ballen signalisiert der Pflanze Reife, ein zu großes Topfvolumen verleitet sie dazu, jahrelang nur Wurzeln und Blätter zu bilden. Topfe deshalb höchstens alle drei bis vier Jahre um, und dann nur eine Nummer größer.

Das Substrat muss vor allem durchlässig sein. Bewährt hat sich eine Mischung aus zwei Teilen hochwertiger, torfreduzierter Blumenerde, einem Teil Sand oder feinem Blähton und einer Handvoll Kompost. Eine Drainageschicht aus Blähton im Topfboden ist Pflicht. Wer selbst kompostiert, hat mit reifer Komposterde den besten Zuschlagstoff ohnehin im Garten stehen.

Ganz wichtig: Die Zwiebel wird nicht vollständig eingegraben. Etwa ein Drittel bis die Hälfte schaut aus dem Substrat heraus. Tief gesetzte Zwiebeln faulen leichter und blühen schlechter. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das zeitige Frühjahr, kurz bevor der neue Trieb erscheint.

Düngen mit Augenmaß

Während der Wachstums- und Blütezeit von Mai bis Anfang August bekommt die Blutblume alle zwei Wochen einen flüssigen Volldünger in halber Konzentration. Kaliumbetonte Blühpflanzendünger sind besser geeignet als stickstoffreiche Grünpflanzendünger, weil Stickstoff vor allem weiches, anfälliges Blattgewebe fördert.

Ab Mitte August wird gar nicht mehr gedüngt. Das ist kein Detail, sondern Teil der Blühsteuerung: Eine spät gedüngte Pflanze zieht schlechter ein und geht mit halb ausgereifter Zwiebel in die Ruhe.

Blutblume vermehren

Über Tochterzwiebeln

Der einfachste und zuverlässigste Weg. Ältere Zwiebeln bilden seitlich Brutzwiebeln, die du beim Umtopfen im Frühjahr vorsichtig abdrehst. Wichtig ist, dass die Tochterzwiebel bereits eigene Wurzeln hat. Setze sie in einen kleinen Topf mit demselben Substrat und behandle sie wie eine erwachsene Pflanze. Bis zur ersten Blüte vergehen zwei bis drei Jahre.

Über Blattstecklinge

Das funktioniert nur bei Haemanthus albiflos und macht diese Art bei Sammlern so beliebt. Ein abgetrenntes Blatt wird mit der Schnittfläche etwa zwei Zentimeter tief in feuchtes Anzuchtsubstrat gesteckt. Nach mehreren Wochen bis Monaten bilden sich an der Basis kleine Zwiebelchen.

Über Samen

Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich fleischige, orangerote Beeren. Die Samen darin sind nur kurz keimfähig und müssen frisch ausgesät werden. Sei dir bewusst, dass es bei Aussaat vier bis sechs Jahre bis zur ersten Blüte dauert. Das ist ein Projekt für Geduldige, kein schneller Weg zu einer zweiten Pflanze.

Warum blüht meine Blutblume nicht?

Diese Frage ist mit Abstand die häufigste, und in neun von zehn Fällen liegt es nicht an Krankheiten, sondern an der Kulturführung. Die folgende Tabelle ordnet die typischen Beobachtungen den tatsächlichen Ursachen zu.

BeobachtungWahrscheinliche UrsacheWas du tun kannst
Viel Laub, keine BlüteRuhephase fehlt oder war zu warm und zu kurzIm kommenden Winter konsequent 3 bis 4 Monate trocken bei 10 bis 15 °C halten
Blätter vergilben im HerbstVöllig normales EinziehenGießen einstellen, Blätter erst trocken abschneiden
Blätter vergilben mitten im SommerStaunässe oder WurzelfäuleAustopfen, faule Wurzeln entfernen, trocken und frisch topfen
Weiche, matschige ZwiebelbasisFäulnis, meist durch Gießen in der RuhezeitBefallenes Gewebe großzügig herausschneiden, abtrocknen lassen, neu topfen
Braune Flecken auf den BlätternSonnenbrand durch zu schnelles UmgewöhnenSchattieren und künftig langsam an mehr Licht gewöhnen
Klebrige Blätter, weiße WatteflockenWoll- oder Schmierläuse in den BlattachselnMechanisch absammeln, danach mit Öl-Seifen-Präparat behandeln
Blüte kommt, bleibt aber kleinZwiebel noch zu jung oder Topf zu großGeduld, engeren Topf wählen, im Sommer konsequent düngen

Ein Punkt, den viele Ratgeber verschweigen: Auch eine perfekt gepflegte Blutblume blüht nicht zwangsläufig jedes Jahr. Nach einer besonders üppigen Blüte legt eine Zwiebel gelegentlich ein Jahr Pause ein, um Reserven aufzubauen. Wenn Laub und Zwiebel gesund aussehen, ist das kein Grund, an der Pflege etwas zu ändern.

Ist die Blutblume giftig?

Ja, und das sollte man nicht kleinreden. Wie fast alle Amaryllisgewächse enthalten Scadoxus und Haemanthus Alkaloide, unter anderem Lycorin und verwandte Verbindungen. Die höchste Konzentration steckt in der Zwiebel, aber auch Blätter, Blütenstiele und die orangeroten Beeren sind betroffen. Verzehr kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kreislaufbeschwerden auslösen.

Für Haushalte mit kleinen Kindern oder Katzen bedeutet das: Stelle die Pflanze außer Reichweite, und lass die dekorativen Beeren nicht auf dem Boden liegen. Beim Umtopfen und beim Teilen von Zwiebeln sind Handschuhe sinnvoll, weil der Pflanzensaft bei empfindlicher Haut reizen kann. Eine noch deutlich giftigere Verwandte im Zimmerpflanzensortiment ist die Gloriosa, auch Ruhmeskrone genannt - dort ist der Umgang mit Handschuhen keine Empfehlung, sondern Pflicht.

Blutblume kaufen: Zwiebelgrößen und Preisorientierung

Blutblumen findest du selten im Supermarkt und häufiger bei Zwiebelversendern, Staudengärtnereien und auf Pflanzenbörsen. Der Preis richtet sich in erster Linie nach dem Zwiebelumfang, denn er entscheidet darüber, ob die Pflanze im ersten Jahr schon blüht. Zwiebeln unter 14 Zentimeter Umfang brauchen meist noch ein bis zwei Jahre Aufbauzeit.

AngebotGrößeBlüte im ersten JahrPreis ca.
Scadoxus multiflorus, ZwiebelUmfang 12 bis 14 cmMeist noch nicht6 bis 10 Euro
Scadoxus multiflorus, ZwiebelUmfang 18 bis 20 cmIn der Regel ja12 bis 20 Euro
Scadoxus multiflorus, Topfpflanze in BlüteTopf 13 bis 15 cmJa15 bis 30 Euro
Haemanthus albiflos, junge PflanzeTopf 9 bis 12 cmOft im Herbst darauf8 bis 15 Euro
Haemanthus coccineus, ZwiebelBlühstarkHäufig ja15 bis 35 Euro

Achte beim Kauf trockener Zwiebeln darauf, dass sie fest und schwer in der Hand liegen. Weiche Stellen an der Basis, muffiger Geruch oder Schimmel an den Schuppen sind Ausschlusskriterien. Bei Topfpflanzen lohnt ein Blick auf die Blattachseln, denn dort sitzen Schmierläuse gern versteckt.

Blutblume im Gartenjahr: ein realistischer Blick

Alle hier beschriebenen Arten sind in Mitteleuropa nicht winterhart und können nicht dauerhaft ins Beet. Was funktioniert, ist die Sommerfrische im Topf: Von Mitte Mai bis Mitte September steht die Blutblume gern draußen, im lichten Schatten einer Hauswand oder unter einem größeren Gehölz. Dort bildet sie kräftigeres Laub als im Zimmer und reift die Zwiebel besser aus.

Wichtig ist ein regengeschützter Platz. Ein Topf, der bei Dauerregen volläuft, ist genauso gefährlich wie zu häufiges Gießen. Wenn du ohnehin über eine gezielte Bewässerung nachdenkst, findest du im Beitrag zur Bewässerungsanlage im Garten die passenden Grundlagen.

Wer den Reiz exotischer Zwiebel- und Knollenpflanzen einmal entdeckt hat, findet in unserem Frühbeet-Ratgeber übrigens die passende Infrastruktur, um wärmebedürftige Knollen im Frühjahr geschützt vorzutreiben, bevor sie ins Freie dürfen.

Häufige Fragen zur Blutblume

Wann blüht die Blutblume?

Scadoxus multiflorus blüht typischerweise von Mai bis Juli, einzelne Pflanzen auch schon im April. Haemanthus albiflos blüht dagegen im Herbst und Winter, meist zwischen Oktober und Januar. Haemanthus coccineus setzt seine Blüte im Spätsommer, noch bevor die Blätter erscheinen.

Wie lange hält die Blüte?

Der Blütenstand von Scadoxus multiflorus hält bei kühlerem Stand zwei bis drei Wochen. Je wärmer und sonniger die Pflanze steht, desto kürzer die Blütezeit. Ein Standort mit rund 18 Grad verlängert sie spürbar.

Muss ich die Blutblume nach der Blüte zurückschneiden?

Den verblühten Stiel kannst du abschneiden, sobald er weich wird, damit die Pflanze keine Kraft in die Samenbildung steckt. Die Blätter bleiben unbedingt stehen, bis sie im Herbst von selbst vergilben. Sie sind der Motor für die nächste Blüte.

Warum hat meine weiße Blutblume keine Ruhephase?

Haemanthus albiflos ist immergrün und braucht keine Trockenruhe. Reduziere im Winter einfach das Gießen und stelle sie etwas kühler bei etwa 12 bis 15 Grad. Wer diese Art wie eine Scadoxus vier Monate völlig trocken stellt, verliert die Blätter unnötig.

Kann die Blutblume draußen überwintern?

Nein. Alle gängigen Arten vertragen keinen Frost und müssen frostfrei überwintern. Für Scadoxus ist ein kühler, trockener Raum mit 10 bis 15 Grad ideal, Haemanthus albiflos überwintert hell bei 12 bis 15 Grad.

Wie oft muss ich die Blutblume umtopfen?

Alle drei bis vier Jahre reicht völlig. Ein enger Topf fördert die Blühwilligkeit. Wenn die Zwiebel den Topfrand berührt oder Erde völlig durchwurzelt und ausgelaugt ist, wird es Zeit - dann im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb.

Ist die Blutblume für Katzen gefährlich?

Ja. Die enthaltenen Alkaloide sind für Katzen und Hunde giftig. Am gefährlichsten ist die Zwiebel, aber auch angeknabberte Blätter und Beeren können Erbrechen und Kreislaufprobleme auslösen. Stelle die Pflanze außerhalb der Sprungreichweite auf.

Meine Blutblume treibt nach der Ruhe nicht aus - ist sie tot?

Nicht unbedingt. Manche Zwiebeln brauchen bis Ende April, besonders wenn sie sehr kühl standen. Drücke die Zwiebel vorsichtig: Fühlt sie sich fest an, warte ab und halte das Substrat nur leicht klamm. Ist sie weich oder hohl, ist sie verloren.

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