Häuser in Schweden kaufen: Preise, Ablauf und was Deutsche wissen müssen

EU-Bürger können in Schweden problemlos Immobilien kaufen. Was Häuser kosten, wie der Kauf abläuft und worauf bei Ferienhaus-Kauf in Schweden zu achten ist.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Apr. 7, 2022

Schweden gilt als Traumziel für alle, die Natur, Ruhe und ein anderes Tempo suchen. Wer dort nicht nur Urlaub machen, sondern dauerhaft oder als Feriendomizil ein Haus kaufen möchte, findet ein breites Angebot – von der roten Holzhütte am See bis zum modernen Stadthaus in Stockholm. Doch der Immobilienkauf in Schweden hat seine eigenen Regeln.

Können Deutsche in Schweden ein Haus kaufen?

Ja, EU-Bürger können in Schweden problemlos Immobilien erwerben. Es gibt keine Beschränkungen für ausländische Käufer, keine Genehmigungspflichten und keine besonderen Hürden. Der Kauf läuft ähnlich wie in Deutschland ab, hat aber einige schwedische Besonderheiten.

Immobilienpreise in Schweden

Schweden ist kein billiges Pflaster mehr. Besonders in und um Stockholm, Göteborg und Malmö sind die Preise in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Ländliche Regionen – vor allem in Nordschweden – sind deutlich günstiger, teils auch in sehr abgelegenen Lagen fast spottbillig.

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RegionPreisniveauBesonderheiten
Stockholm und UmlandSehr hoch (5.000–15.000+ €/m²)Höchste Nachfrage, knappes Angebot
Göteborg / MalmöHoch (3.000–8.000 €/m²)Studentenstädte, wachsende Nachfrage
Küste Westschweden (Bohuslän)Hoch, besonders FerienhäuserBeliebte Schärenregion
Dalarna / MittelschwedenMittel (800–2.500 €/m²)Klassische Ferienhausregion
NordschwedenNiedrig bis sehr niedrigAbgelegen, strenge Winter, wenig Infrastruktur

So läuft der Hauskauf in Schweden ab

Schweden hat kein Notarsystem wie in Deutschland. Der Kauf läuft über einen Immobilienmakler (Mäklare), der beide Parteien begleitet und auch den Kaufvertrag erstellt. Der Makler ist in Schweden gesetzlich zur Neutralität verpflichtet. Der Kaufvertrag (Köpekontrakt) wird unterschrieben und eine Anzahlung (Handpenning) von üblicherweise 10 % geleistet. Die Eigentumsübertragung erfolgt dann beim vereinbarten Übergabetermin.

Das schwedische Steuersystem beim Immobilienkauf

Der Käufer zahlt beim Kauf eine Grunderwerbsteuer (Stämpelskatt) von 1,5 % des Kaufpreises für Privatpersonen (4,25 % für Unternehmen). Hinzu kommt eine Grundbuchgebühr von 825 SEK (ca. 75 €). Es gibt keine jährliche Grundsteuer auf Wohnimmobilien in der gewohnten deutschen Form, aber eine kommunale Abgabe (kommunal fastighetsavgift), die gedeckelt ist.

Schwedenhaus: Die typische Architektur

Das rote Holzhaus (Röda stugan) mit weißen Fensterrahmen ist Ikone und Symbol Schwedens. Die Farbe kommt vom Falun-Rot, einem Nebenprodukt des historischen Kupferbergbaus, das seit Jahrhunderten als Anstrich für Holzfassaden verwendet wird. Moderne schwedische Häuser folgen hingegen oft klaren, minimalistischen Linien – funktional, energieeffizient, naturverbunden.

Ferienhaus in Schweden kaufen: Worauf du achten solltest

Ferienhäuser in beliebten Regionen (Schären, Dalarna, Südschweden) sind sehr gefragt und werden oft nur lokal oder über schwedische Portale angeboten. Eine Ortsbegehung ist unbedingt empfehlenswert. Prüfe Zustand des Hauses sorgfältig – viele ältere Häuser haben Holzschäden, Feuchtigkeitsprobleme oder veraltete Haustechnik. Achte außerdem auf Wasser- und Abwasserversorgung: Viele Ferienhäuser haben eigene Brunnenwasser- und Kleinkläranlagen.

FAQ

Brauche ich in Schweden einen Anwalt beim Hauskauf?

Nicht zwingend – der schwedische Immobilienmakler ist gesetzlich zur Neutralität verpflichtet und erstellt den Kaufvertrag. Dennoch empfiehlt sich für ausländische Käufer ein Anwalt oder eine Beratung durch einen Schweden-erfahrenen Experten, besonders bei Fragen zu Steuer, Erbrecht oder Finanzierung. Das schwedische System ist transparenter als manches andere europäische Land, aber sprachliche Barrieren sollten nicht unterschätzt werden.

Kann ich mein schwedisches Haus vermieten?

Ja, die Kurzzeitvermietung über Plattformen wie Airbnb ist möglich. Bei dauerhafter Vermietung gelten schwedische Mietgesetze, die stark mieterfreundlich sind – ähnlich wie in Deutschland. Wer in Schweden Mieteinnahmen erzielt, muss diese in Schweden versteuern. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Schweden regeln, dass keine doppelte Besteuerung anfällt.

Wie finde ich Immobilien in Schweden?

Die bekanntesten schwedischen Immobilienportale sind Hemnet.se (das mit Abstand größte), Booli.se und Blocket.se. Viele Angebote – besonders Ferienhäuser – erscheinen ausschließlich auf schwedischsprachigen Portalen. Wer kein Schwedisch spricht, sollte sich einen lokalen Makler suchen, der internationale Käufer betreut.

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