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Zentralstaubsauger

Zentralstaubsauger für mehr Sauberkeit und weniger Mühen beim Saugen

Der Zentralstaubsauger zählt in den USA längst zum Standard und erfreut sich in Deutschland nun auch zunehmender Nachfrage. Grund: er bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Kaufinteressenten sollten sich darüber sowie über die Funktionalität, Kosten und weitere wichtige Details informieren.


Wie funktioniert ein Zentralstaubsauger?

Der Zentralstaubsauger besteht aus verschiedenen Basiselementen:

1. Staubsauganlage
Das Herzstück der Staubsauganlage bilden der Motor mit Ansaugfunktion, Filter und einem Schmutzauffangbehältnis. Je nach Modell ist Letzteres mit oder ohne Staubbeutel wählbar.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Handstaubsauger erhält die Anlage einen festen Standort. Meist werden Kellerräume oder Garagen zur Aufstellung genutzt. Diese Zentrale ist in der Regel deutlich größer als ein normaler Bodenstaubsauger. Das beinhaltet auch das Auffangbehältnis, welches dementsprechend seltener zu leeren ist.

Der zentrale Staubsauger im Hauswirtschaftsraum.
Der zentrale Staubsauger im Hauswirtschaftsraum.


2. Abluftleitung
Bei normalen Staubsaugern entweicht die aufgesaugte Luft zurück in den Raum. Bei Staubsauganlagen ist eine Abluftleitung integriert, die die (schmutzige) Luft nach draußen transportiert. Das schützt vor allem Allergiker vor einer Staubaufwirbelung und umherfliegende Mikroorganismen.

Ist eine Abluftleitung ins Freie nicht möglich oder erwünscht, bieten spezielle Abluftfilter eine Alternative. Diese sind etwa zweimal jährlich auszutauschen und übernehmen die gleiche Funktion, wie bei einem normalen Staubsauger.

3. Vakuumrohrsystem
Von der Saugzentrale verteilt sich ein Vakuumrohrsystem in die verschiedenen Räume des Hauses. Dabei handelt es sich um luftdicht verschlossene Rohre, durch welche der Schmutz aus dem Saugrohrsystem im Auffangbehälter der Zentrale geleitet wird. Die Vakuumrohre können nach Belieben und Bedarf auch über mehrere Etagen verlaufen. Sie werden an jedem Ausgang an Saugsteckdosen angeschlossen.

4. Saugsteckdosen
Die Saugsteckdosen besitzen die Funktion einer Anschlussstelle für das Saugrohrsystem. Mittels Steck- oder Drehverschluss sind die Saugschläuche daran zu befestigen. Im Idealfall sind sie so installiert, dass sie sich im Zentrum von zu saugenden Flächen befinden, damit jeder Raumwinkel sowie gesamte Etagen zu erreichen sind. Ist dies nicht möglich, sind die Saugdosen mehrfach über die Etage anzubringen. Das erfordert folglich entsprechend mehrere Vakuumrohrverbindungen.

Saugsteckdose für Zentralstaubsauger
Saugsteckdose für Zentralstaubsauger



5. Saugrohrsystem
Als Saugrohrsystem wird der Schlauchteil mit anschließendem Stiel bezeichnet, der beim herkömmlichen Staubsauger mit der Hand geführt und an dessen Ende der Saugschlitten beziehungsweise eine Saugdüse aufgesetzt wird. Damit funktioniert das Saugen wie gewohnt. Der ausgesaugte Staub gelangt durch das Saugrohr, passiert die Saugsteckdosen und gelangt dort in das Vakuumrohrsystem zur Zentrale.

Staubsauger Handteil
Staubsauger Handteil

Welche Zentralstaubsauger gibt es?

Eine Staubsauganlage funktioniert im Prinzip immer gleich, weshalb es keine speziellen Arten gibt. Lediglich verschiedene Details können unterschiedlich ausgewählt werden. Dazu gehört vor allem der Saugschlauch.

Es gibt Staubsauganlagen, bei denen der Schlauch anzustecken und nach Beendigung des Saugens per Hand aufgerollt sowie separat zu lagen ist. Das hat den Vorteil, dass nur ein Schlauch für alle Saugsteckdosen benötigt wird.

Anders verhält es sich bei Modellen mit Schlaucheinzugssystem. Hierbei befinden sich die Schläuche auf einer Drehrolle. Diese ist in der Regel unsichtbar hinter der Wand installiert. Der Saugschlauch ist somit einfach herauszuziehen und verschwindet nach getaner Arbeit automatisch wieder.

Allerdings ist dazu ein entsprechend langer Saugschlauch zu kaufen, um ganze Etagen saugen zu können. Oder es werden mehrere Räume mit einem Schlaucheinzugssystem ausgestattet. Beide Varianten sind mit zusätzlichen Kosten verbunden. Des Weiteren gibt es Zentralstaubsaugern mit unterschiedlichen Filtern, Auffangbehältnissen sowie Vakuumrohrsystemen und Saugleistungen.


Welche Vorteile und Nachteile haben Zentralstaubsauger?

Wie nahezu jeder Staubsauger, weist ein Zentralstaubsauger Vor- und Nachteile auf, wobei die Vorteile eindeutig überwiegen.

Vorteile:

  • verhindert Staubaufwirbelungen beim Saugen, wie sie durch die Geräteabluft entstehen und für Allergiker schädlich sind
  • folglich ist auch ein deutlich besseres Saugergebnis gegeben
  • durch die entfernt platzierte Zentrale und Abluftleitung entsteht keine Geruchsbelästigung im Wohnbereich
  • aufgrund einer Schalldämmung und weiter entfernten Motorplatzierung deutlich leiser als herkömmliche Bodenstaubsauger
  • Wegfall eines erhöhten Unfallrisikos aufgrund von Kabeln als Stolperfallen
  • kein hin- und herziehen sowie anecken eines Rollwagens
  • unkomplizierte Montage in Neu- beziehungsweise Rohbauten
  • nachhaltiges Saugen für eine saubere Raumluft und bessere Umwelt
  • durch größere Auffangbehälter sind weniger Entleerungen erforderlich
  • wartungsarme und wirkungsvollere Filter vorhanden als bei normalen Staubsaugers
  • Wertsteigerung von Immobilien bei Montage einer zentralen Staubsauganlage

Nachteile:

  • höhere Kosten für die Anschaffung, die sich aber aufgrund der jahrelangen Haltbarkeit des Motors rentieren
  • je länger die Saugschläuche sind, desto sperriger ist die Handhabung
  • bei Anschluss an die Saugsteckdosen ohne Aufrollautomatik nehmen Schläuche relativ viel Platz bei der Lagerung in Anspruch
  • zentrale Staubsauganlagen sind nicht mit Dampf- oder zusätzlicher Nassreinigungsfunktion erhältlich

Test: Welcher Zentralstaubsauger ist der beste?

Grundsätzlich ist der beste Zentralstaubsauger nicht automatisch unter den größten und teuersten Modellen zu finden. Auch ein Testsieger muss nicht die beste Wahl für Jedermann darstellen. Vielmehr kommt es auf den persönlichen Anspruch und Bedarf an.

Wie zufriedenstellend eine Staubsauganlage ist, wird vor allem durch die Saugleistung bestimmt. Diese wird in Airwatt angegeben. Für die meisten Einfamilienhäuser sollte der Wert nicht unter 600 liegen. Für große Häuser und lange Saugschläuche wird eine höhere Saugleistung benötigt.

Wird Wert auf geringe Wartungs- und Pflegeaufwände gelegt, sind Staubsauganlagen mit Beutel und wartungsfreien Filter die beste Wahl. Wer der Umwelt Gutes tun möchte, setzt auf beutelfreie Auffangbehälter und auswaschbare Filter, die deutlich länger halten.

Ist der zukünftige Standort dort geplant, wo das Motorgeräusch störend wirken kann, umfasst der beste Zentralstaubsauger eine entsprechend wirkungsvolle Schalldämmung. Renommierte Hersteller bieten diese meist auch zum Nachrüsten an. Dadurch entstehen gegebenenfalls weitere Kosten für die nachträgliche Anbringung durch Fachmonteure. Günstiger ist es, wenn von Anfang an auf eine verstärkte Schalldämmung geachtet wird.


Wie laut ist ein Zentralstaubsauger?

Die Lautstärke von Zentralstaubsaugern liegt je nach Modell zwischen 60 und 70 Dezibel. Das ist ein normaler Wert bei Staubsaugern und ist in etwa gleichzusetzen mit einem laufenden Radio in Zimmerlautstärke. Zusätzlich kann es zu Geräuschen durch Saug- und Abluft kommen. Diese Werte liegen in der Regel deutlich unter dem Motor-Geräuschpegel.

Abhängig ist das Geräuschempfinden vom Standort der Zentrale. Ist diese im Keller positioniert, wird die Geräuschkulisse mit zunehmender Etagenhöhe geringer. Wer es besonders leise wünscht, kann zusätzlich einen Schalldämpfer einbauen.


Wie viel kostet ein Zentralstaubsauger?

Die Kostenberechnung setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen und hängt davon ab, ob es sich um eine Installation im Neubau oder ein Nachrüsten in einem Altbau handelt. Der Anschaffungspreis wird hauptsächlich durch die Saugleistung bestimmt.

Schwächere Modelle reichen für Apartments und kleine Wohnung meist aus und sind bereits ab 500 Euro erhältlich. Für Durchschnittsgrößen bis etwa 150 Quadratmeter ist mit einem Kaufpreis um die 1.000 Euro zu rechnen. Große Häuser über 200/250 Quadratmeter fahren am besten mit einer leistungsstarken zweimotorigen Staubsauganlage, deren Preis zwischen 1.500 und 2.000 Euro liegt.

Häufig beinhaltet die neue Staubsauganlage ein Komplettset mit je einem Schlauch, Sauger und eine Saugsteckdose. Ist die Schlauchlänge nicht ausreichend und/oder es werden mehrere Saugstationen im Haus gewünscht, kommen Folgekosten hinzu. Saugdosen sind für durchschnittlich 10 bis 14 Euro pro Stück erhältlich.

Preislich liegen die Saugschläuche teilweise mit Teleskopstange zwischen 100 und 350 Euro. Soll ein Einzugsschlauch integriert werden, sind zusätzlich um die 1.000 Euro pro Gerät einzuplanen. HT-Rohren kosten pro laufenden Meter zwischen 1,00 und 1,30 Euro, können aber auch deutlich teurer angeboten werden.

Während beim Neubau die Installation aufwandsfreier vonstatten geht, ist der Aufwand beim Nachrüsten spürbar höher. Genaue Angaben können nicht gemacht werden, denn es kommt auf die jeweilige Fläche an sowie ob die Rohre Unter- oder Überputz verlegt werden.

Bei der Beauftragung von Fachfirmen sind für eine Unterputz-Installation 500 Euro pro Etage realistisch. Für die Rohbau-Installation mit 3 Saugsteckdosen und 20 Meter Rohrlänge sind circa 250 Euro einzukalkulieren. Bei kleinen Installationsflächen kann der Montagepreis durch eine Fachfirma durchaus auch nur 100 Euro betragen. Am günstigsten ist es, wenn Hauseigentümer und Bauherren die Installation in Eigenregie vornehmen.


Welche Schlauchlänge macht Sinn?

In der Regel werden Staubsauganlagen mit einem Schlauch von neun Meter Länge angeboten. Diese Länge gilt als Standard. Entsprechend der Schlauchlänge sind die Saugdosen in den Räumen anzubringen. Hierbei ist darauf zu achten, dass diese frei zugänglich sind und nicht durch beispielsweise Schränke verdeckt werden.

Bei Schläuchen mit mehr als neun Meter Länge sollte eine zunehmend sperrige Handhabung berücksichtigt werden. Zudem kann sich das Sauggeräusch mit jedem Schlauchmeter erhöhen. Allerdings ist durch längere Schläuche auch bares Geld für zusätzliche Saugdosen und Vakuumrohre zu sparen.

Übrigens gibt es gesteuerte und nicht-gesteuerte Saugschläuche. Bei gesteuerten Modellen ist ein Ein- und Ausschaltknopf vorhanden. Der nicht-gesteuerter Saugschlauch beginnt mit dem Betrieb durch das Einstecken in die Saugdose. Das hat vor allem bei längeren Saugschläuchen den Nachteil, dass beim Abstellen immer ein gewisser Weg zurückzulegen ist sowie eine spontane Abschaltung an Ort und Stelle nicht möglich ist.

Der Schlauch für den Zentralstaubsauger.
Der 9m Schlauch für den Zentralstaubsauger.

Welche Rohre werden verwendet?

Es sind ausschließlich Vakuumrohre zu verwenden, weil über diese die Ansaugfunktion am besten gewährleistet ist. Dazu eignen sich unter anderem Kunststoff-Kleberohre mit einer Größe von zwei Zoll. Herkömmliche Sanitärrohre finden ebenfalls häufig Verwendung und stellen in der Regel die günstigste Variante dar.

Professionell geht es mit Polokal- oder HT-Rohren, deren sich die meisten Installationsunternehmen bedienen. Dabei handelt es sich um spezielle Hochtemperaturrohre, die sich durch ihre besondere Robustheit und Lebensdauer auszeichnen. Wichtig ist bei jeder Art der Rohre, dass sie luftdicht sind und die Wandstärke ausreichend dick ist, damit langfristig ihre Formbeständigkeit gegeben ist.


Kann ich einen Zentralstaubsauger nachrüsten?

Ja, ein Zentralstaubsauger kann in jedem Haus nachgerüstet werden. In einem Mehrfamilienhaus, wo das Vakuumrohrsystem vom Keller bis zur eigenen Wohnung Fremdwohnraum zu durchqueren hätte, ist natürlich keine Nachrüstung möglich - es sei denn, die untere Wohnpartei(en) sollen alle an den Zentralstaubsauger angeschlossen werden.

Das ist in der Regel aber nur empfehlenswert, wenn es sich um eine eng miteinander verbundene Hausgemeinschaft handelt, wie zum Beispiel in einem Mehrgenerations-Familienhaus. Auf diese Weise können in der Parterre die Großeltern die Zentralsauganlage ebenso nutzen wie die Tante im zweiten Geschoss und die Enkelkinder im Dachgeschoss.

Der nachträgliche Einbau kann auf verschiedene Weise erfolgen. Vielfach wird die einfachste Variante allein schon aus Kostengründen gewählt: Überputz-Rohre, die hinter Einbauschränke oder Ähnlichem versteckt werden. Hierbei ist zusätzlich für den Rohrverlauf von Etage zu Etage oder Raum zu Raum zu sorgen. Wo Luftschächte zugängig sind, bieten sich diese für die Ableitung und die Rohrverbindung zum Zentralgerät am besten an.

Deutlich aufwendiger ist die nachträgliche Unterputz-Installation. Es sind Wände aufzuschlagen und Bodendurchgänge zur Verlegung der Vakuumrohre zu schaffen. Das ist mit viel Schmutz, Arbeit, Zeit und anschließenden Kosten für das erneute Verputzen, die Bodenschließung und Erneuerung von Tapeten oder anderen Wandverkleidungen verbunden.

Diese Option ist lediglich im Rahmen von Kernsanierungen empfehlenswert, wie sie häufig bei Altbauten vorgenommen werden. In dem Fall entspricht das Nachrüsten von einem Zentralstaubsauger in etwa einem Arbeits- und Kostenaufwand, wie er bei einem Neu-/Rohbau vorliegt.


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