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Heizen mit Pellets

Heizen mit Holzpellets - das Wichtigste leicht erklärt

Umweltschutz, Nachhaltigkeit und preisbewusstes Heizen, diese drei Eigenschaften erfüllt die Pelletheizung. Sie überzeugt mit zahlreichen Vorteilen, wenngleich sie auch Nachteile mit sich bringt. Damit sie den persönlichen, individuellen Ansprüchen gerecht wird, sollte beim Kauf auf bedeutende Details geachtet werden, die Experten verständlich zu erklären wissen.


Worauf ist beim Kauf einer Pelletheizung zu achten?

Im Vordergrund steht grundsätzlich die gewünschte Wärmeleistung - im Fachjargon: Nennleistung. Hier gibt es teils gravierende Unterschiede. Zudem spielt es eine Rolle, ob eine Pelletheizung die alleinige Wärmeleistung zu erbringen hat, Pellet-Einzelöfen geringe Flächen beheizen sollen oder ein Pellet-Kamin hauptsächlich der Optik wegen einziehen soll.


Was bedeutet die Nennleistung beim Pelletkessel?

Als Nennleistung wird die Wärmeleistung verstanden, die der Pelletkessel mittels vollster Auslastung erbringt. Dies ist wichtig zu beachten, weil das bestimmt, ob für die vorhandene Fläche eine ausreichend hohe Wärme zu erzeugen ist. Bei voller Auslastung zeigt ein Pelletkessel die höchste Effizienz. Die Nennleistung sollte dementsprechend so gewählt werden, dass der individuelle Wärmebedarf eines Gebäudes zu decken ist, aber auch nicht weit darüber hinaus ragt. Das Internet bietet hier kostenlose Heizlastberechner an, über die der ungefähre Wärmebedarf für Immobilien zu ermitteln ist. Bei besonders energiesparenden Bauten wie beispielsweise Passivhäusern, werden Pelletheizungen bereits mit einer Nennleistung von vier Kilowatt angeboten.


Was gibt der Kesselwirkungsgrad an?

Beim Pelletkessel ist auf den Wirkungsgrad zu achten, weil dieser angibt, wie viel Feuerungsleistung/Energie in den Heizkreislauf gelangt. Die Messung erfolgt im Betriebszustand des Brenners. Die moderne Pelletheizung zeigt hier in der Regel einen konstanten Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Im Vergleich: alte Ölkessel liegen bei unter 70 Prozent. Zwar bringen Niedrigtemperaturkessel und Brennwertgeräte überdurchschnittlich hohe Wirkungsgrade, aber es sollte dabei berücksichtigt werden, dass die Messungen stets unter idealen Bedingungen erfolgen und im eigenen Zuhause möglicherweise mit dem einen oder anderen Gerät die Werte nicht zu erreichen sind. Auf einen peniblen Vergleich für die Kaufentscheidung ist deshalb verzichtbar.


Wann ist der Pelletkessel förderfähig?

Der Umwelt zuliebe und für die Förderfähigkeit von Pelletkesseln sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Nennlast unter 0.02 Gramm pro Kubikmeter liegt. Überschreitet der Kessel diesen Wert, ist eine Förderung durch das Bundesamt für Ausfuhrwirtschaft nicht möglich. Aber auch hier sollte berücksichtigt werden, dass die Messungen des Herstellers unter Idealbedingungen erfolgen und leichte Abweichung unter anderen Bedingungen zu Hause möglich sind.


Welche Kesselgröße ist die richtige?

Kessel für Pelletheizungen gibt es in zahlreichen Größen. Bei der Auswahl sollte nicht vergessen werden, ob ausreichend Platz für die Aufstellung und Installation gegeben ist sowie für den Transport durch Türen und Flure. Zwar sind zerlegbare Exemplare erhältlich, aber oft bleibt unberücksichtigt, dass eine bequeme Pellet-Auffüllung möglich sein sollte und das Abgasrohr passt.


Das passende Fördersystem auswählen

Zeiten, in denen die Kohle aus dem Keller geholt und per Hand in die Öfen gelegt wurden, sind lange vorbei. Bei Pelletheizungen wird in der Regel ein sogenanntes Austragungssystem angelegt, das die automatische Förderung und Befüllung der Kessel mit Pellets übernimmt. Hier stehen zwei verschieden Arten zur Auswahl: das Saugsystem und die Schnecke. Grundsätzlich ist wichtig, dass ein bedarfsgerechter sowie schonender Transport der Holzpellets erfolgen kann, bei dem nur geringster Feinabrieb entsteht. Bei umfangreicherem Abrieb kann das Fördersystem blockiert werden und/oder die feinen Partikel sorgen im Kessel für eine Betriebsstörung.

Die Schnecke ist ideal für kurze und gerade Transportwege. Notwendig wird in jedem Fall ein Saugsystem, wenn der Weg aus dem Silo oder Erdtank lang und kurvig ist. Hierbei werden die Pellets einfach durch einen Sog/Luftkanal angezogen, während bei der Schnecke die Pellets über die in Richtung Kessel drehenden Windungen transportiert werden. Zu beachten ist zudem, welches System der Kessel überhaupt erlaubt. Manche Hersteller bieten auch gleich das passende Silo zur sicheren Lagerung des Pelletsvorrats an.


Reinigung und Wartung von Pellet-Anlagen

In der heutigen Zeit legen viele im Alltag Wert auf Pflegeleichtigkeit und geringe Wartungsaufwände. Die automatische Wärmetauscher-Reinigung sowie Entaschung von Brennräumen reduzieren den Aufwand spürbar. Wem der Griff zum Feger und Staubsauger nichts ausmacht, dem bieten Anlagen ohne Selbstreinigungsfunktionen die meist günstigere Variante. Über Displays werden bei modernen Anlagen Störungen und erforderliche Wartungsaufgaben angezeigt. Damit nichts verpasst wird, ist die automatische Sendung via E-Mail oder SMS möglich.


Die Pellets-Qualität

Es sollte bei dem Brennmaterial nicht einfach zugegriffen werden, was insbesondere öfter bei äußerst günstigen Pelletangeboten der Fall ist. Es ist für die Anlage wichtig, dass Holzpellets verwendet werden, die der Norm EN ISO 17225-2 entsprechen. Diese Norm gilt weltweit und gewährleistet, dass die Anlage beziehungsweise Verbrennung emissionsarm und störungsfrei verläuft. Pellets mit den Gütesiegeln DINplus und ENplus sind Pelletheizungsbetreiber immer auf der sicheren Seiten.

Es sollten immer Pellets mit der Norm EN ISO 17225-2 genommen werden!


Luft für Brennbetrieb von Außen

Wer den Pelletkessel in einem geschlossenen Raum ohne ständige Luftzufuhr zu stellen plant, sollte beim Kauf darauf achten, dass der Kessel einen raumluftunabhängigen Betrieb erlaubt. Nur dann ist es möglich, die Verbrennungsluft aus dem Außenbereich zu ziehen, die für den Betrieb unbedingt erforderlich ist. Aber auch bei starken Dämmungen wie sie in Niedrigenergie- und Passivhäusern vorkommen sowie bei einer kontrollierter Raumbe- und Entlüftung ist ein raumluftunabhängigerPelletkessel für den störungsfreien Verbrennungsbetrieb unerlässlich.


Vorteil Pufferspeicher

Die Anschaffung eines Pufferspeichers ist sinnvoll, denn hier ist sammelt sich die thermische Energie aus dem Kessel. Durch die Dämmung bleibt das Heizungswasser länger bis auf "Abruf" warm, sodass schnell Wärme in den Räumen entstehen kann, wenn sie gebraucht wird. Die Vorteile zeigen sich in einer gleichmäßigen Wärmebereitstellung und einem sparsamen Betrieb. Als Nachteile sind die Zusatzkosten für die Anschaffung und die Montage zu betrachten.


Der Umwelt zuliebe

Umweltschutz ist wichtiger denn je, weshalb beim Kauf von Pelletheizungen jeder einen sinnvollen Beitrag leisten kann, wenn auf das Umweltzeichen "Blaue Engel" geachtet wird. Ein Kriterium für die Siegelvergabe ist, dass ein Pelletkessel mit einer Nennleistung von über 12 Kilowatt bei teilweiser und voller Auslastung einen Wirkungsgrad von mindestens 90 Prozent aufweist. Geringe Emissionswerte sind ebenfalls ein Pflichtkriterium für das Siegel.


Welche Kosten kommen auf einen zu?

Nachhaltiges und energiesparendes Heizen stehen beim Kauf einer Pelletheizung meist im Vordergrund. Allerdings stehen dagegen die Kosten, mit denen für die Anschaffung, die Installation, den Betrieb sowie die Instandhaltung zu rechnen ist. Grundsätzlich hängen die Preise von der jeweiligen Anlage, der Installationsfirma und dem Hersteller sowie Verkäufer ab, weshalb lediglich eine ungefähre Angabe von Preisen erfolgen kann.


Kosten einer Pellet-Komplett-Anlage

Wer sich für eine Komplett-Anlage entscheidet, die förderungsfähig ist, trifft auf Preise zwischen 10.000 und 16.000 Euro. Hierbei ist darauf zu achten, was das Komplettpaket beinhaltet, denn neben den Hauptelementen Pelletkessel und Pufferspeicher sollten auch der Lagerraum sowie das Austragungs-/Fördersystem und die Montagekosten enthalten sein. Ein Preis von 13.500 Euro nach Abzug der Förderung erscheint für das komplette "Allround-Paket" sehr realistisch. Ohne Förderung liegen die Kosten durchschnittlich bei etwa 20.000-23.000 Euro. Lange Transportwege und Gegebenheiten, die eine Montage erschweren, können die Preise zusätzlich erhöhen.


Kosten für Pelletofen oder Pelletkamin

Während Pelletheizungen eine vollwertige Gebäudeheizung ergeben, liegt die Funktion von Pellet-Einzelöfen und -Kaminen auf der Unterstützung von Heizungsanlagen. Sie unterscheiden sich in der Grundausrichtung technischer Details. Pelletofen und Pelletkamin finden meist Verwendung, um beispielsweise einen großen Raum kostengünstiger warmzuhalten.

Davon abgesehen sorgen Pellet-Einzelöfen/-kamine in Räumen für eine gemütliche Wärme, die auch in angrenzende Räume indirekt übergreifen kann. Sie sind die ideale Ergänzung dort, wo Ölheizungen & Co. für wenig bis keine Wohlfühlwärme erzeugen. Soll ein Pelletofen förderungsfähig sein, ist eine integrierte Wassertasche erforderlich, um aufgewärmtes Wasser in den Heizkreislauf der zentralen Heizungsanlage schicken zu können.

Die Kosten belaufen sich je nach Ausführung und Leistung etwa zwischen 650 Euro und 2.250 Euro für Stromgeräte und zwischen 1.900 und 5.300 Euro ohne Stromanschluss. Zu berücksichtigen ist, dass Pelletöfen und -kamine nicht zu Erwärmung von Gebrauchswasser geeignet sind.


Kosten für individuell zusammengestellte Pelletheizungen

Der Pelletkessel ist das wichtigste Element einer gut funktionierenden Pelletheizung. Je höher der Wirkungsgrad, die Nennwärme- sowie die Mindestwärmeleistung, desto teurer wird der Pelletkessel in der Regel. Zusätzlich können die Pelletzuführung, automatisierte Reinigungssysteme und elektronische Steuerungen über Displays und Internet die Kosten erhöhen.

Einfluss auf den Preis nimmt zudem das Vorhandensein einer Lambdasonde. Die Vorteile dieser richten sich vorrangig auf die Erreichung geringerer Abgaswerte und höherer Effizienz, weshalb Kessel mit dieser auch teurer sind.

Folgend einen Überblick über die ungefähren Preise je nach Nennwärmeleistung:

  • Bis 14 Kilowatt: bis etwa 10.000 Euro
  • Ab 15 bis 24 Kilowatt: zwischen 10.000 und 11.000 Euro
  • Ab 25 bis 34 Kilowatt: zwischen 11.000 und 12.000 Euro
  • Mehr als 35 Kilowatt: ab 12.000 Euro aufwärts

Kosten für die Pelletlagerung - wie lagert man Pellets am besten?

Zur Auswahl stehen für die Pelletlagerung das Silo und ein Erdtank. Beide dienen der Pelletspeicherung. Der Kauf ist unerlässlich für den Betrieb automatisierter Pelletheizungen. Das Silo kostet mit einem Lagervolumen von etwa 3.000 Kilogramm zwischen 900 und 3.500 Euro. Da sie im Idealfall einfach in einen trockenen Raum zu stellen sind, kommen weitere Kosten für Erdaushub, etc. nicht hinzu, wie das bei einem Erdtank der Fall ist. Dieser ist mit einem 5.000 Kilogramm Lagervolumen für durchschnittlich 3.000-4.000 Euro erhältlich - zuzüglich Einbaukosten und Erdarbeiten.


Kosten für das Fördersystem

Für den Transport der Holzpellets in den Kessel können Sie für die Schnecke und das Ansaugsystem mit Kosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro rechnen. Hierbei kann die Entfernung vom Lager zum Kessel den Preis nochmals beeinflussen.


Kosten für das Puffersystem

Sollte sich für ein Puffersystem entschieden werden, sind Preise zwischen 1.500 und 3.000 normal. Die Preisunterschiede basieren hauptsächlich auf der Größe sowie dem Speichermaterial ab. Soll über das Puffersystem einer Pelletheizung zudem warmes Nutzwasser bereitgestellt werden, handelt es sich um eine sogenannte Kombi-Speicherung, die um etwa 2.000 Euro erhältlich ist.


Preise für Brennwertgerät

Wer maximale Brennwerte für mehr Heizkostenersparnis erreichen möchte, legt sich eine Pelletheizanlage mit Brennwerttechnik für 1.500 bis 2.500 Euro zu.


Was kostet die Installation

Ohne Installation der Pelletheizung geht es nicht. Normalerweise bewegen sich hier die Preise inklusive zusätzlichen Materialkosten, hydraulischem Abgleich sowie Inbetriebnahme zwischen 1.500 und 4.500 Euro. Je nach Arbeitsumfang und Anlage kann es aber Abweichungen in den Installationskosten geben.


Laufende Betriebskosten - Kosten für Pellets

Wenngleich die Kosten für Erdgas und Heizöl mitunter günstiger werden, so werden die Preise für Pellets langfristig dennoch die günstigere Variante bieten. Anfang 2020 beliefen sich die Kosten für Pellets auf durchschnittlich 289 Euro pro Tonne. Mit steigender Abnahme sind Preisrabatte Standard und bringen dann eine mögliche Ersparnis von etwa 60 bis 80 Euro pro Tonne. Je Kilowattstunde liegen die Preise für Pellets bei 5.83 Euro, während sie bei Gasheizungen mit 6.37 Euro und Heizöl mit 6.63 Euro zu Buche schlägt. Umgerechnet auf den Jahresverbrauch bringt das Heizen mit Holzpellets demzufolge spürbare finanzielle Vorteile mit sich.


Reinigungs- und Wartungskosten

Wie bei jeder Heizungsanlage ist der Besuch des Schornsteinfegers zweimal im Jahr auch bei Pelletheizungen erforderlich. Die Kosten betragen um die 150 Euro pro Jahr. Für die professionelle Wartung durch den Fachbetrieb fallen zusätzlich 100 bis 200 Euro an. Diese ist einmal jährlich angeraten.

Welche Vor- und Nachteile bringen das Heizen mit Pellets mit sich?

Vorteile:

  • Nachhaltigkeit durch nachwachsenden Rohstoff
  • Umweltfreundliches Heizen durch saubere, CO2-neutrale Verbrennung
  • Hoher Energiegehalt
  • Geringere Kosten pro Kilowatt
  • Ersparnis durch Förderung
  • Stabile Preise für Pellets
  • Kombinierbar mit "alten" Leitungen, Heizkörpern und verbindbar mit        Solaranlagen
  • Erfüllt die Vorgaben des Wärmegesetzes von erneuerbaren Energien, das für    Neubauten gilt

Nachteile:

  • Lagerung der Pellets kann viel Platz in Anspruch nehmen
  • Höhere Kosten für Anschaffung und Einbau
  • Geräuschentwicklung durch laufendes Fördersystem
  • Aschenentsorgung

Was kann man noch mit Pellets so machen?

Holzpellets sind nicht nur ein ideales, umweltfreundliches Brennmaterial zum Heizen von Räumen, sondern eignen sich ideal zum Räuchern und für Fackeln oder Feuerstellen im Garten. Mit einem Pellet-Smoker kann ein optimales Raucharoma erreicht werden, das Fisch und Fleisch die besondere Note verleiht. Der Vorteil von einem Pellet-Smoker ist ebenso wie bei der Heizungsanlage, die geringeren Kosten bei hohem Wirkungsgrad. Auch bei einer Pellet-Fackel ist die höhere Effizienz spürbar.

Während beispielsweise Öl-Fackeln schnell erlöschen, brennt die Pellet-Fackel noch Stunden weiter. Vorteilhaft bei Feuerstellen und Fackeln ist, dass die Holzpellets keine Funken versprühen und unangenehmen Rauch verbreiten. Mittlerweile sind sogar Outdoor-Heizstrahler erhältlich, die mit den Pellets betrieben werden können.

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