Neue Heizkörper - Wissenswertes für den Kauf

Heizkörper kaufen - worauf muss man achten und was für Heizkörper gibt es? Wenn im Rahmen von Sanierungen, Modernisierungen und Neubau neue Heizkörper zu kaufen sind, verlieren viele schnell den Überblick bei dem reichhaltigen Angebot. Zur Erleichterung der Kaufentscheidung hat der Experte zusammengefasst, auf was beim Kauf zu achten ist,

Last updated on Jan. 8, 2022

Veröffentlicht am Dez. 23, 2020

Heizkörper kaufen - worauf muss man achten und was für Heizkörper gibt es?

Wenn im Rahmen von Sanierungen, Modernisierungen und Neubau neue Heizkörper zu kaufen sind, verlieren viele schnell den Überblick bei dem reichhaltigen Angebot. Zur Erleichterung der Kaufentscheidung hat der Experte zusammengefasst, auf was beim Kauf zu achten ist, welche verschiedene Heizkörper-Typen es gibt und mit welchen Preisen zu rechnen ist.

Was gibt es für Heizkörper?

Die Auswahl an verschiedenen Heizkörper-Typen ist umfangreich. Sie bietet für jeden Anspruch, Geschmack und Bedarf das Passende:

Der Flachheizkörper

Ist ein Heizkörper flach in der Tiefe gebaut, wird er als Flach- oder Plattenheizkörper bezeichnet. Letzterer Begriff ist von der Konstruktion abgeleitet, weil eine oder mehrere angeordnete Platten diesen Typen ausmachen. Gefertigt wird er aus Stahlblech, durch welche während des Betriebs das warme Heizungswasserhindurchfließt.

Eine minimale Staubverwirbelung macht diese Heizkörperart auch für Allergiker nutzbar.

Mit zusätzlichen Leitblechen ist die Wärmeleistung zu erhöhen, die in die Räume abgegeben wird. Niedrige Kosten, eine hohe Effizienz sowie ein unauffälliges Design zeichnen diesen Heizkörpertyp aus. Zudem erfolgt die Abgabe zu 30/40 Prozent als Wärmestrahlung, was den Körper direkt aufwärmt und das Wohlbefinden fördert.

Der Rohrheizkörper/Badheizkörper

Bei einem Rohrheizkörper sind die wärmeabgebenden Elemente in der Regel einzeln gesetzt und übereinander liegend. Liegt dazwischen eine offene Distanz und ist als Heizwand gewählt, eignet sich diese Art prima zum schnellen Trocknen von beispielsweise Handtüchern, weshalb diese gern auch als Badheizkörper bezeichnet wird. Einst noch rein mit runden Röhren erhältlich, bietet der Markt heute verschiedene Formen an. Weil ein Röhren-/Badheizkörper eine geringere Leistung besitzt, sind höhere Vorlaufstemperaturen erforderlich. Er kann über die konventionelle Heizungsanlage angeschlossen werden oder mit einer zusätzlichen Heizpatrone auch elektrisch betrieben werden, um auch bei abgeschaltetem Heizungssystem im Sommer eine Inbetriebnahme möglich ist.

Der Fußleistenheizkörper

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei einer Fußleistenheizung um ein Wärmeabgabeelement, das wie Fußleisten an die untersten Wandbereiche und Übergang zum Boden installiert wird. Mit dieser Heizkörperart werden vor allem minimalistische Einrichtungskonzepte optimal unterstützt. Wo in alten Gebäuden herkömmliche Heizkörperausführungen das Ambiente stören, bieten die Fußleistenkörper eine ideale Lösung. Obwohl sie eine deutlich geringe Fläche aufweisen als andere Heizkörpertypen, zeigen sie sich mit einer außergewöhnlich hohen Effizienz und sorgen auch in großen Räumen für mollige Wärme.

Heizwände

Hierbei handelt es sich um einen vertikal ausgerichteten Heizkörper, der flach in seiner Tiefe ist. Die vertikale Ausrichtung und Anbringung ist vor allem dort von Vorteil, wo große Heizkörper-Typen in der Waagerechten zu viel seitliche Wandfläche in Anspruch nehmen und damit beispielsweise die Möglichkeiten zum Stellen von Möbeln einschränken - was vor allem auch in kleineren Räumen meist der Fall ist. Heizwände lassen sich mit jeder gängigen Heizungsanlage verbinden.

Konvektoren

Ein Konvektor ist eine Heizkörperart, der zahlreiche Lamellen besitzt, durch die das Wasser fließt und die Wärme nach oben freigesetzt wird. Die Wärmeabgabe erfolgt hauptsächlich an die Luft. Eine hohe Wärmeleistung kann auch bei kleinsten Konvektoren-Heizkörpern erwartet werden, vor allem, wenn zusätzliche Ventilatoren integriert sind.

Weil Konvektoren eine relativ hohe Luft- und Staubverwirbelung erzeugen, sind sie nur bedingt empfehlenswert für Allergiker.

Zudem wird eine höhere Vorlauftemperatur erforderlich, die sich negativ auf die effiziente Wirkung von Brennwertheizungen sowie auf Umweltfaktoren auswirkt.

Radiatoren

Ein Radiator ist als Warmwasser- und als Elektro-Heizkörper angeboten. Er sind in der Regel aus Metall gefertigt und gibt über die Oberfläche eine Wärmestrahlung ab, die durch das warme Wasser oder die elektrische Wärmeerzeugung entsteht. Es kommt bei der Wärmeausbreitung in die Luft zu einer Absorption, wenn die Wärme auf Gegenstände oder Personen trifft. In der Folge entsteht eine direkte Wärmestrahlung, ohne im nach oben verlaufenden Wärmeabgang stehen zu müssen.

Radiatoren sind sehr beliebt als mobile Elektro-Heizkörper auf Rollen, die gern dort Verwendung finden, wo eine feste Heizkörperinstallation nicht möglich/gewollt ist und gelegentlich oder vorübergehend eine Raumwärme gewünscht ist. Ein Thermostat ist bei mobilen Geräten integriert, sodass eine Temperaturregulierung dem eigenen Empfinden anzupassen ist.

Glasheizkörper

Glasheizkörper sorgen für ein angenehmes Raumklima auch im beheizten Zustand, weil sie mittels Infrarotstrahlung funktionieren und deshalb auch als Infrarotheizung betitelt werden. Hierbei wird die Raumluft aufgewärmt, wie das bei Konvektoren der Fall ist, sondern es entsteht eine Wärmestrahlung auf Gegenstände.

Eine stickige Raumluft wird dadurch verhindert und es ergibt sich eine deutlich geringere Staubaufwirbelung, was die Glasheizkörper besonders attraktiv für Allergiker macht. Weil hierbei die Wände nicht aufgewärmt werden, ist allerdings das Risiko von Schimmelbildung leicht erhöht.

Erhältlich sind sie derzeit ab 250 Watt bis 1.100 Watt und werden über Strom betrieben. Vor allem sind sie für die Nutzung in Niedrigenergie- und Passivhäusern geeignet. Wo nicht durchgehend Wärme vorhanden sein muss, wie beispielsweise in einer Ferienwohnung oder im Partykeller, bieten Glasheizkörper ebenfalls eine gute Alternative zu herkömmlichen Heizkörper-Typen.

Was ist der beste Heizkörper?

Welches Modell zu den besten Heizkörpern zählt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es kommt von den räumlichen Gegebenheiten und vor allem von der gewählten Größe inklusive Wattleistung an. Das beste Modell wird folglich dem Bedarf sowie individuellen Anspruch gerecht und integriert sich ideal in den Raum. Ein weiteres, wichtiges Kriterium für den besten Heizkörper ist natürlich die Qualität. An minderwertigen, schlecht verarbeiteten Modellen hält die Freude nicht lange.

Worauf muss man bei Heizkörpern achten?

Heizkörperfläche

Eine Heizung kann noch so einen hohen Wirkungsgrad und Wärmeleistung haben, aber es kann nur so viel Wärme mit Heizkörpern abgegeben werden, wie es die Fläche erlaubt. Je geringer die Fläche, desto geringer ist auch das Wärmeabgabe-Volumen von Heizkörpern. Eine höhere Vorlauftemperatur und damit verbundenen Mehrkosten sind meist die Folgen. Deshalb sollte immer darauf geachtet werden, dass die Größe so gewählt wird, dass sie ausreichend groß und sogar leicht überdimensioniert ausgewählt werden.

Heizkörperleistung

Die Heizkörperleistung ist in erster Linie der zu erwartenden Heizlast anzupassen. Diese kann der Fachmann vor allem bei Neubauten ermitteln oder es wird die Leistung der vorhandenen Heizungsanlage dafür herangezogen.

Standort in den Räumlichkeiten

Heutzutage bietet das Angebot an verschiedenen Heizkörper-Typen die Möglichkeit, einen anderen Standort als klassisch unter Fensterbänken anzubringen. Vor allem bei Räumen mit geringen Wandflächen empfiehlt sich die vorherige Überlegung, ob eine platzsparende Lösung vorteilhaft ist, wie sie beispielsweise eine Heizkörperwand darstellt. Allerdings sollte in jedem Fall berücksichtigt werden, dass die Anbringung unter oder vor Fenstern ein Wärmeausgleich von kalter Fall- und Zugluft möglich ist. Bei bodentiefen Fenstern kann ein Fußleistenheizkörper sinnvoll sein.

Qualität der Heizkörper

Eines der wichtigsten Kriterien bei Heizkörpern sollte nie außer Acht gelassen werden: die Qualität. Vor allem, wer online kaufen möchte, sollte sich hier an den beiden wichtigsten Qualitätsmerkmale orientieren:

  • CE-Gütesiegel für geprüfte Wärmeleistung
  • RAL-Prüfsiegel für hohe Material- und Produktqualität sowie Grundierungen und Lackierungen nach DIN-Norm

Wie viel kostet ein neuer Heizkörper?

Welche Preise bei neuen Heizkörpern zu erwarten sind, kann lediglich in der Angabe von Durchschnittspreisen beantwortet werden. Die Preise variieren teils stark, weil es auf Hersteller, Händler und vor allem auf die Größen und Leistungen ankommt. Folgende Preisangaben sind deshalb als Richtwert anzusehen.

  • Flachheizkörper: zwischen 100 und 300 Euro
  • Rohr- und Badheizkörper: zwischen 100 und 250 Euro
  • Konvektoren: zwischen 150 und 2.500 Euro
  • Elektro-Heizkörper als Radiator: ab 60 Euro
  • Glasheizkörper: zwischen 280 und 600 Euro

Ist ein Austausch von Heizkörpern durch einen Fachbetrieb gewünscht, sollten zusätzliche Kosten von etwa 500 Euro einkalkuliert werden. Bei der finanziellen Planung ist ebenfalls zu beachten, dass eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, unter bestimmten Bedingungen möglich ist, was zu einer spürbaren Ersparnis führen kann. Außerdem ist ein Heizkörperaustausch oder als Neuanschaffung im Rahmen von Altbausanierungen und Neubauten gegebenenfalls von der Steuer absetzbar. Hier gibt das Finanzamt Auskunft.


Welche Hersteller gibt es?

Es gibt zahlreiche Hersteller, die sich auf die Entwicklung und Produktion von Heizkörpern spezialisiert haben. Zu den führenden Herstellern zählen unter anderem:

Buderus

Bei den Heizkörpern von Buderus treffen Kunden auf ein Sortiment mit hohen Qualitätsstandards, vielen Bauhöhen sowie -längen und eine vielseitige Auswahl an verschiedenen Heizkörper-Typen. Vor allem die Flächenheizkörper mit glattlackierter Vorderwand und modernsten Thermostat-Techniken sind sehr gefragt. Das Entlüften von Buderus-Heizkörpern ist unkompliziert durchzuführen und schnell erledigt.

Kermi

Mit Kermi-Heizkörpern erwarten Kunden beste Qualität, zahlreiche Design-Variationen und Heizkörper-Typen von dem Flächenheizkörper über Heizwände bis hin zu Radiatoren und Konvektoren. Vor allem legt der Hersteller bei seinen Heizkörpern auf eine behagliche Wärmestrahlung sowie kurze Aufheizzeiten Wert. Dazu steht ein passendes Thermostat-Angebot zur Auswahl, das die Steuerungsmöglichkeit der Heizung sowie von Heizkörpern über Smart-Home beinhaltet.

Zehnder

Ob im Fachhandel Vorort oder online kaufen, mit Zehnder Heizkörpern zieht ein komfortables Raumklima mit mollig-warmer Wohlfühlatmosphäre ein. Seit über acht Jahrzehnten produziert der deutsche Hersteller Heizkörperprodukte, die durch neuste Technologien und zeitlose sowie modernste Designs überzeugen. Heizkörperarten im Flach-Design, Rohrheizkörper, Radiatoren oder automatisiertes Entlüften, dem Bedarf und persönlichem Anspruch werden mit Zehnder-Heizkörpern keine Grenzen gesetzt.

Welcher Heizkörper für welche Raumgröße?

Es kommt bei der Raumgröße weniger auf die Heizkörperart an, sondern vielmehr auf den Bedarf und die Wärmeleistung. Elektro-Heizkörper stellen die optimale Wahl vor allem dann dar, wenn sie nur temporär in kleineren Räumen angeschaltet werden, wie beispielsweise im Bade- oder Gästezimmer.

Heizungswände sind ebenfalls die ideale Lösung für Kleinraumwohnungen, wenn es um eine platzsparende Anbringung geht. Flächenheizkörper eignen sich für kleine und große Räume ebenso, wie Fußleistenheizkörper.

In Bezug auf die Leistung, sollten Heizkörper in der Lage sein, ausreichend Wärme abgegeben zu können. Hierbei spielt die Wattzahl eine große Rolle. Dazu gibt es eine Berechnungsrichtlinie, die in etwa den Wattbedarf für Raumgrößen ermittelt:

Größe des Raums in Quadratmeter x spezifische Heizleistung in Watt pro Quadratmeter = benötigte Wattleistung

Bei der spezifischen Heizleistung kommt es auf verschiedene Faktoren an, wie Hausbaujahr, Dämmung und gewünschte Temperatur. Zahlreiche Erfahrungen zeigen, dass folgende Werten eine ungefähre Richtlinie für die benötigte Heizkörperleistung darstellen:

  • Neubau: 100 Watt pro Quadratmeter
  • Altbau mit Wärmedämmung: 150 Watt pro Quadratmeter, eventuell mehr je nach Dämmung
  • Badezimmer: immer zehn Prozent mehr rechnen

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