Reststrom 2025: Tarife, Preise und Tipps für PV-Anlagenbesitzer

Reststrom für PV-Besitzer 2025: Aktuelle Strompreise, die besten Tarife, dynamische Verträge und wie du deinen Netzbezug auf ein Minimum reduzierst.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Mai 5, 2023

Reststrom ist der Anteil elektrischer Energie, der aus einem Strommix-Vertrag übrig bleibt, wenn erneuerbare Energie anderweitig als Herkunftsnachweis verkauft wurde. Für Betreiber einer Photovoltaikanlage ist der Begriff besonders relevant: Wer eine PV-Anlage auf dem Dach hat und Strom einspeist, erhält eine Einspeisevergütung – muss aber dennoch nachts oder bei bewölktem Himmel Strom aus dem Netz beziehen. Dieser Strombezug nennt sich Reststrom.

Die Rahmenbedingungen für Reststrom haben sich seit 2022 erheblich verändert. Die Strompreise stiegen durch die Energiekrise auf Rekordhöhen, normalisierten sich 2023 und 2024 wieder – liegen aber weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau. Wer seinen Reststromverbrauch gezielt minimiert oder den richtigen Tarif wählt, kann pro Jahr mehrere Hundert Euro sparen.

Reststrom bei PV-Anlagen: Was bedeutet das konkret?

Eine Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus erzeugt tagsüber mehr Strom, als der Haushalt verbraucht. Dieser Überschuss wird entweder in einen Heimspeicher geladen oder ins Netz eingespeist. Sobald die Sonne nicht mehr ausreicht – abends, nachts oder im Winter – muss der Haushalt Strom aus dem Netz beziehen: das ist der Reststrom.

Ohne Heimspeicher deckt eine typische 10-kWp-PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus (4-Personen-Haushalt, ca. 4.500 kWh Jahresverbrauch) etwa 25 bis 35 Prozent des Eigenbedarfs direkt. Mit einem Heimspeicher (10 kWh) steigt der Eigenverbrauchsanteil auf 60 bis 80 Prozent. Der Reststrom sinkt entsprechend auf 20 bis 40 Prozent des Gesamtverbrauchs.

Aktuelle Strompreise 2025: Was kostet Reststrom?

Der Strompreis für Privathaushalte in Deutschland liegt im Jahr 2025 im Bundesdurchschnitt bei rund 28 bis 32 Cent pro Kilowattstunde (je nach Anbieter, Region und Vertrag). Das ist deutlich gesunken gegenüber dem Höchststand von über 40 Cent/kWh im Jahr 2023, liegt aber noch über dem Niveau von 2021 (ca. 32 Cent/kWh).

.bm-table{width:100%;border-collapse:collapse;font-size:14px;margin:1em 0}.bm-table th{background:#2e7d32;color:#fff;padding:10px 8px;text-align:left;font-weight:600}.bm-table td{padding:9px 8px;border-bottom:1px solid #e0e0e0;vertical-align:middle}.bm-table tr:nth-child(even){background:#f9f9f9}.bm-table tr:hover{background:#f1f8e9}

JahrØ Strompreis (ct/kWh)Jährliche Stromkosten (4.500 kWh)
2021ca. 32 ctca. 1.440 €
2022ca. 37 ctca. 1.665 €
2023 (Peak)ca. 42 ctca. 1.890 €
2024ca. 31 ctca. 1.395 €
2025 (aktuell)ca. 28–32 ctca. 1.260–1.440 €

Reststromtarife für PV-Besitzer: Worauf du achten musst

Wer eine PV-Anlage hat, sollte seinen Reststromtarif regelmäßig prüfen. Viele Anbieter bieten spezielle Tarife für PV-Haushalte an. Folgende Aspekte sind bei der Auswahl wichtig:

Grundgebühr vs. Arbeitspreis: Ein Tarif mit niedrigem Arbeitspreis und höherer Grundgebühr lohnt sich für PV-Haushalte, die ohnehin wenig Netzstrom beziehen. Wenn dein Reststrom weniger als 1.500 kWh/Jahr beträgt, ist ein niedriger Arbeitspreis ohne hohe Grundgebühr besser.

Dynamische Stromtarife: Seit 2024 sind Netzbetreiber verpflichtet, dynamische Stromtarife anzubieten. Diese richten sich nach dem aktuellen Börsenstrompreis (EPEX Spot) – zu Zeiten hoher PV-Produktion (Mittag) ist Strom günstig, nachts teurer. Für PV-Haushalte mit Heimspeicher können solche Tarife sehr attraktiv sein.

Kombiangebote (Einspeisen + Reststrom): Einige Anbieter wie E.ON, Enpal, Tibber oder EnBW bieten Pakete an, die Einspeisevergütung und Reststromversorgung aus einer Hand kombinieren. Das vereinfacht die Abrechnung erheblich.

Einspeisevergütung 2025: Was du für deinen eingespeisten Strom erhältst

Die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen wird halbjährlich angepasst. Für Anlagen, die im Jahr 2025 in Betrieb gehen, gelten folgende Vergütungssätze (Volleinspeisung bzw. Teileinspeisung):

.bm-table{width:100%;border-collapse:collapse;font-size:14px;margin:1em 0}.bm-table th{background:#2e7d32;color:#fff;padding:10px 8px;text-align:left;font-weight:600}.bm-table td{padding:9px 8px;border-bottom:1px solid #e0e0e0;vertical-align:middle}.bm-table tr:nth-child(even){background:#f9f9f9}.bm-table tr:hover{background:#f1f8e9}

AnlagengrößeTeileinspeisung (ct/kWh)Volleinspeisung (ct/kWh)
Bis 10 kWp8,0312,73
10 bis 40 kWp6,9510,67
40 bis 100 kWp5,6810,67

Da der Reststrom aktuell etwa 28–32 ct/kWh kostet, die Einspeisevergütung aber nur 8 ct/kWh beträgt, ist Eigenverbrauch immer wirtschaftlicher als Einspeisung. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir ca. 20 Cent mehr als das Einspeisen dieser Kilowattstunde.

Reststrom minimieren: So gehst du vor

Es gibt verschiedene Wege, den Reststromverbrauch aus dem Netz zu reduzieren:

1. Heimspeicher nachrüsten: Ein Heimspeicher (8–15 kWh) speichert überschüssigen Solarstrom tagsüber und gibt ihn abends ab. Kosten 2025: ca. 6.000–12.000 Euro. Förderung: in manchen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg) gibt es Landesprogramme, auf Bundesebene seit 2022 keine direkte Speicherförderung mehr.

2. Verbrauch in die Sonnenstunden verschieben: Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner am Mittag laufen lassen – idealerweise mit einem Smart-Home-System oder Zeitschaltuhr. Das spart auch ohne Speicher 10–20 Prozent der Reststromkosten.

3. Wärmepumpe als Stromspeicher nutzen: Wer eine Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher hat, kann diesen mittags mit günstigem PV-Strom erhitzen (Photovoltaik-Heizstab oder Wärmepumpe taktieren). Das reduziert den Reststrom weiter und erhöht den Eigenverbrauch ohne Batteriespeicher.

4. E-Auto als Zwischenspeicher: Vehicle-to-Home (V2H) oder bidirektionales Laden ist in Deutschland seit 2024 für einzelne Modelle (z. B. Volkswagen ID.4/ID.7, Nissan Leaf) möglich. Damit kann das E-Auto als Pufferspeicher dienen und abends Strom ans Hausnetz abgeben.

Reststrom und Smart Meter

Seit 2025 läuft der Rollout der Smart Meter in Deutschland auf Hochtouren. Ab einer PV-Anlage über 7 kWp ist ein intelligentes Messsystem (iMSys) Pflicht. Ein Smart Meter ermöglicht dynamische Stromtarife und gibt dir genaue Daten über dein Verbrauchsprofil – die Basis für eine gezielte Optimierung des Reststromverbrauchs.

Lohnt sich ein Heimspeicher 2025?

Für PV-Besitzer ist ein Heimspeicher 2025 wirtschaftlich attraktiver als noch 2021. Die Speicherpreise sind gesunken (ca. 600–900 €/kWh Nutzkapazität), während die Strompreise hoch bleiben. Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh und einem Reststrom ohne Speicher von 3.000 kWh/Jahr spart ein Speicher, der 60 Prozent davon abdeckt, etwa 540 Euro pro Jahr. Bei Gesamtkosten von ca. 8.000 Euro amortisiert sich der Speicher in etwa 15 Jahren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist Reststrom bei einer PV-Anlage?

Reststrom ist der Strom, den ein PV-Haushalt aus dem Netz bezieht, weil die eigene Solaranlage nicht genug produziert – zum Beispiel nachts, im Winter oder bei starker Bewölkung. Der Reststromanteil hängt von der Anlagengröße, dem Verbrauchsprofil und ob ein Heimspeicher vorhanden ist ab.

Welchen Stromanbieter sollte ich als PV-Besitzer wählen?

Für PV-Haushalte empfehlen sich Anbieter mit niedrigem Arbeitspreis oder dynamischen Tarifen. Tibber, aWATTar oder E.ON Drive bieten flexible Tarife, die an den Börsenstrompreis gekoppelt sind. Solche Tarife lohnen sich besonders mit einem Heimspeicher oder E-Auto.

Wie hoch ist der Reststrom bei einer 10-kWp-PV-Anlage?

Ohne Speicher: Ein Haushalt mit 4.500 kWh Jahresverbrauch und einer 10-kWp-Anlage bezieht noch ca. 2.900–3.300 kWh aus dem Netz. Mit einem 10-kWh-Speicher sinkt der Reststrom auf ca. 900–1.800 kWh – je nach Standort und Verbrauchsprofil.

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

Dynamische Stromtarife passen sich stündlich an den aktuellen Börsenstrompreis (EPEX Spot) an. Zu Zeiten hoher Sonneneinstrahlung ist Strom günstig, nachts teurer. Für PV-Haushalte mit Speicher oder Wärmepumpe können solche Tarife die jährlichen Stromkosten deutlich senken. Seit 2024 sind alle Netzbetreiber verpflichtet, solche Tarife anzubieten.

Teilen

Themen

Beim Thema Hausbau immer auf dem laufenden bleiben

Kostenlose Infos zum Thema Hausbau, Garten, Heizen, Finanzierung erhalten

Hausbau News erhalten