Wärmepumpen Preise 2026: Was Luft-, Erd- und Grundwasseranlagen kosten

Wärmepumpen-Preise im Überblick: Luft-Wasser, Erdwärme und Grundwasser mit Gesamtkosten, Nebenkosten, Förderlogik und Tipps zur Angebotsprüfung.

Last updated on Okt. 17, 2026

Veröffentlicht am Okt. 17, 2026

Wärmepumpen-Preise reichen von knapp 10.000 Euro für ein einfaches Gerät bis weit über 50.000 Euro für eine Erdwärmeanlage mit Bohrung. Diese Spanne wirkt verwirrend, hat aber klare Ursachen: Bauart, Leistung, Hersteller, Aufwand im Haus und regionale Handwerkerpreise. In diesem Beitrag ordnen wir die Preise für Luft-, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen ein, zeigen, was in den Angeboten steckt, und erklären, wie du am Ende wirklich rechnest.

Wenn du schon weißt, dass du kaufen willst, hilft dir zusätzlich der praxisnahe Leitfaden Wärmepumpe kaufen. Für die laufenden Kosten und Grundlagen lohnt der Artikel zu den Kosten der Wärmepumpe.

Wärmepumpen-Preise im Überblick

Alle Angaben sind Größenordnungen für ein Einfamilienhaus mit etwa 120 bis 160 Quadratmetern Wohnfläche und 8 bis 12 Kilowatt Heizleistung. Sie gelten inklusive Montage, aber vor Abzug von Förderungen. Ein verbindliches Angebot kann dir nur ein Fachbetrieb nach Besichtigung geben.

Wärmepumpen-TypGerätepreis (ca.)Gesamtpreis inkl. Einbau (ca.)Betriebskosten pro Jahr (ca.)
Luft-Wasser, Monoblock8.000 bis 14.000 €18.000 bis 30.000 €900 bis 1.800 €
Luft-Wasser, Split10.000 bis 18.000 €22.000 bis 35.000 €900 bis 1.800 €
Sole-Wasser (Erdsonde)12.000 bis 20.000 €30.000 bis 50.000 €700 bis 1.400 €
Sole-Wasser (Flächenkollektor)12.000 bis 20.000 €25.000 bis 40.000 €700 bis 1.400 €
Wasser-Wasser (Grundwasser)12.000 bis 22.000 €28.000 bis 50.000 €650 bis 1.300 €
Warmwasser-Wärmepumpe (nur Brauchwasser)1.500 bis 3.500 €2.500 bis 5.000 €100 bis 250 €

Die Betriebskosten hängen stark vom Strompreis, vom Gebäude und von der Jahresarbeitszahl ab. Wer günstig heizen will, achtet deshalb auf die Effizienz und nicht nur auf den Kaufpreis.

Was bestimmt den Preis einer Wärmepumpe?

Bauart und Wärmequelle

Luftgeräte sind am günstigsten, weil keine Erdarbeiten nötig sind. Mehr zur Technik erfährst du im Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe. Erd- und Grundwassersysteme kosten mehr, arbeiten aber effizienter; die Mehrkosten entstehen vor allem durch Bohrung oder Brunnen. Was bei Erdwärme dazukommt, zeigt der Artikel zu den Kosten einer Erdwärmepumpe.

Leistung und Haus

Je höher der Wärmebedarf, desto größer und teurer das Gerät. Ein Haus mit schlechter Dämmung braucht eine leistungsstärkere Wärmepumpe und verursacht höhere Betriebskosten. Eine Sanierung der Gebäudehülle kann daher mehr Geld sparen als der Preisvergleich zwischen zwei Geräten.

Hersteller und Ausstattung

Marken wie Viessmann, Vaillant, Bosch, Stiebel Eltron, Daikin oder Panasonic bewegen sich in ähnlichen Preisregionen, mit Unterschieden bei Service, Garantie und Regelungstechnik. Einen Eindruck von einem Premiumhersteller gibt der Beitrag zur Viessmann-Wärmepumpe. Günstige Importgeräte sparen beim Kaufpreis, können aber bei Ersatzteilen und Service teurer werden.

Nebenkosten, die oft vergessen werden

  • Pufferspeicher und Warmwasserspeicher
  • Heizkörpertausch oder Flächenheizung in einzelnen Räumen
  • Elektroinstallation, Zählerschrank, Wärmepumpenzähler
  • Fundament, Kondensatableitung und Leitungswege für das Außengerät
  • Demontage und Entsorgung des alten Kessels bzw. Öltanks
  • Hydraulischer Abgleich und Inbetriebnahme

Förderung: So sinkt der Preis

Der Bund fördert den Heizungstausch mit Zuschüssen, die sich aus einer Grundförderung und möglichen Zusatzboni zusammensetzen können. Die genaue Höhe, die Bedingungen und die Antragswege ändern sich immer wieder. Wir nennen deshalb keine festen Prozentsätze: Prüfe die aktuellen Konditionen vor dem Vertragsabschluss bei KfW und BAFA. Wichtig ist die Reihenfolge – der Antrag muss in der Regel gestellt werden, bevor du den Auftrag verbindlich erteilst. Einen ähnlichen Förderlogik-Überblick für Solarstrom findest du im Artikel Förderung für Photovoltaik.

Beispiel (vereinfacht, ca.)Ohne FörderungMit angenommener Förderung von 30 %Mit angenommener Förderung von 50 %
Luft-Wasser, Gesamtpreis 26.000 €26.000 €ca. 18.200 €ca. 13.000 €
Erdsonde, Gesamtpreis 40.000 €40.000 €ca. 28.000 €ca. 20.000 €

Die Prozentsätze in der Tabelle sind nur Rechenbeispiele und keine Zusage. Für deinen Fall gelten die aktuellen Förderbedingungen.

Wärmepumpe oder Gasheizung: Der Preisvergleich über 20 Jahre

Eine Gasheizung ist in der Anschaffung günstiger, bei den laufenden Kosten aber nicht automatisch im Vorteil. Rechne immer über die Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren, und zwar mit Anschaffung, Energie, Wartung, Schornsteinfeger und der CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe. Da sich der CO2-Preis politisch festlegt und tendenziell steigt, ist die Prognose für Gas unsicherer als für Strom.

Kostenblock (ca., 20 Jahre, EFH)GasbrennwertLuft-Wasser-Wärmepumpe
Anschaffung inkl. Einbau10.000 bis 15.000 €22.000 bis 32.000 €
Förderung (angenommen, unverbindlich)0 €abhängig von aktueller Regelung
Energiekosten pro Jahr2.000 bis 3.200 €1.000 bis 1.800 €
Wartung pro Jahr150 bis 250 €100 bis 250 €
Schornsteinfeger / Messungen pro Jahrca. 80 €entfällt

Dieser Vergleich ist nur ein Rahmen. Ob die Wärmepumpe wirtschaftlicher wird, hängt vom Gebäude, der Förderung und der Entwicklung der Energiepreise ab. Wer den Heizungstausch grundsätzlich plant, findet in Heizung modernisieren weitere Optionen und eine Entscheidungshilfe.

Verbreitete Fehlannahme: „Je teurer die Wärmepumpe, desto besser“

Das stimmt nur bedingt. Der Preis sagt nichts darüber aus, ob das Gerät zu deinem Haus passt. Eine hochwertige Wärmepumpe, die falsch dimensioniert oder schlecht eingestellt wurde, arbeitet schlechter als ein günstigeres Gerät mit sauberer Planung. Wichtiger als das Preisschild sind die Heizlastberechnung, der hydraulische Abgleich und eine gute Inbetriebnahme. Frage deshalb im Angebot nach der geplanten Jahresarbeitszahl und nach den Annahmen dahinter.

So prüfst du ein Wärmepumpen-Angebot auf Preisfallen

  • Pauschalpreise ohne Aufschlüsselung: Verlange Positionen für Gerät, Speicher, Montage, Elektrik und Nebenarbeiten.
  • Fehlende Heizlastberechnung: Ohne sie ist die Leistungsangabe geraten.
  • „Förderung inklusive“: Bedeutet oft nur, dass der Betrieb die Förderung zwar erwähnt, aber nicht in die Berechnung eingeht. Rechne selbst nach.
  • Unklare Nebenkosten: Frage ausdrücklich nach Entsorgung, Gerüst, Kran, Schallschutz und Mehrarbeit im Altbau.
  • Extrem niedrige Preise: Im Zweifel fehlen Leistungen oder die Qualität leidet.

Hole mindestens drei Angebote ein und lass sie nach dem gleichen Schema auflisten. So erkennst du schnell, wo Unterschiede liegen. Viele Bauherren sparen auch dadurch, dass sie Eigenleistungen wie Erdarbeiten oder das Streichen und Aufräumen übernehmen und im Angebot herausrechnen lassen.

Wärmepumpe im Neubau und im Ausbauhaus

Im Neubau ist die Wärmepumpe fast Standard, weil das Haus ohnehin für niedrige Vorlauftemperaturen geplant wird. Der Aufpreis zur Gasheizung schrumpft dort, weil Fußbodenheizung und Dämmung ohnehin vorhanden sind. Wer ein Ausbauhaus kauft, sollte klären, ob die Heizungsanlage im Leistungsumfang enthalten ist oder zu den Eigenleistungen gehört – mehr dazu im Beitrag Ausbauhaus. Gerade bei Ausbauhäusern wird die Heizung häufig separat vergeben, was Preisvergleiche erleichtert.

Für den Bestand gilt: Je besser die Gebäudehülle, desto günstiger wird die Umstellung. Prüfe Fenster, Dach und Kellerdecke, bevor du eine große Wärmepumpe bestellst. Oft reicht nach einer kleinen Dämmmaßnahme ein kleineres, deutlich günstigeres Gerät.

Preisentwicklung und Kaufzeitpunkt

Wärmepumpenpreise haben sich in den vergangenen Jahren durch Nachfrage, Lieferketten und Förderung stark bewegt. Eine verlässliche Prognose gibt es nicht. Wer die Entscheidung von der Hoffnung auf fallende Preise abhängig macht, verschenkt womöglich Förderung und Heizkosten. Praktischer ist es, im Frühjahr oder Sommer zu planen, mehrere Angebote zu vergleichen und die Förderkonditionen zum Antragszeitpunkt genau zu prüfen.

Auch die Jahresarbeitszahl und die Stromtarife beeinflussen die Rechnung stärker als kleine Preisunterschiede bei der Anschaffung. Eine Anlage, die pro Jahr 300 Euro weniger Strom verbraucht, spart über 20 Jahre mehr als ein Rabatt von 2.000 Euro beim Einkauf. Lass dir vom Betrieb deshalb die erwartete Stromaufnahme schriftlich nennen und frage nach dem Hersteller-Rechner für die Jahresarbeitszahl.

Wärmepumpen-Preise nach Heizleistung

Als grobe Orientierung hilft der Blick auf die Heizleistung. Sie wird in Kilowatt angegeben und richtet sich nach der Heizlast deines Hauses. Je größer die Leistung, desto höher der Gerätepreis, wobei die Kosten pro Kilowatt bei größeren Geräten sinken.

HeizleistungTypisches HausGerätepreis Luft-Wasser (ca.)Gesamtpreis inkl. Einbau (ca.)
4 bis 6 kWNeubau, kleines Haus, Effizienzhaus7.000 bis 11.000 €16.000 bis 24.000 €
7 bis 10 kWStandard-Einfamilienhaus, Neubau9.000 bis 14.000 €19.000 bis 30.000 €
10 bis 14 kWSanierter Altbau, größeres Haus12.000 bis 18.000 €24.000 bis 35.000 €
15 bis 20 kWUnsanierter Altbau, Mehrfamilienhaus16.000 bis 25.000 €30.000 bis 45.000 €

Diese Spannen sind Orientierungswerte und ersetzen kein Angebot. Wichtig ist, dass du nicht nach der Faustformel „so viel Kilowatt wie der alte Kessel“ bestellst, denn alte Kessel sind meist überdimensioniert. Wer die tatsächliche Heizlast berechnen lässt, spart oft eine ganze Leistungsstufe und damit mehrere tausend Euro.

FAQ zu Wärmepumpen-Preisen

Wie viel kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen die Gesamtkosten inklusive Einbau grob zwischen 18.000 und 35.000 Euro. Erdwärmepumpen kosten häufig 30.000 bis 50.000 Euro, jeweils vor Förderung.

Welche Wärmepumpe ist am günstigsten?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe hat die niedrigsten Anschaffungskosten. Bei den Gesamtkosten über die Lebensdauer kann eine Erdwärmepumpe durch höhere Effizienz aufholen, wenn das Gebäude dafür geeignet ist.

Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe?

Das hängt von Wärmebedarf, Effizienz und Stromtarif ab. Bei einem Neubau liegen die Kosten oft bei ca. 700 bis 1.200 Euro im Jahr, bei einem unsanierten Altbau deutlich höher.

Gibt es eine Förderung für Wärmepumpen?

Ja, der Bund fördert den Austausch alter Heizungen. Die Bedingungen und Beträge ändern sich, daher solltest du die aktuellen Regeln vor dem Kauf bei KfW und BAFA prüfen und den Antrag rechtzeitig stellen.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau finanziell?

Häufig ja, vor allem nach einer Teilsanierung und mit Förderung. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung durch einen Energieberater zeigt, ob und wann sich die Anlage rechnet.

Was kostet die Wartung einer Wärmepumpe?

Rechne mit ca. 100 bis 300 Euro pro Jahr für einen Servicevertrag. Das ist meist günstiger als bei Öl- oder Gaskesseln, weil Verbrennungsrückstände und Schornsteinfeger entfallen.

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