Alwitra: Dachbahnen im Überblick – Eigenschaften, Kosten und Alternativen

Alwitra Evalon im Check: Eigenschaften, Verlegung, Kosten pro Quadratmeter und Vergleich mit Bitumen, EPDM und PVC.

Last updated on Nov. 2, 2026

Veröffentlicht am Nov. 2, 2026

Wer ein Flachdach plant oder sanieren lässt, stößt früher oder später auf den Namen Alwitra. Der Hersteller aus Trier gehört zu den bekannten Anbietern von Dachabdichtungen aus Kunststoff und ist vor allem für seine Kunststoffdachbahnen der Marke Evalon bekannt. Doch was steckt dahinter, was unterscheidet die Bahnen von Bitumen, EPDM oder PVC, was kostet ein Dach mit Alwitra-Abdichtung, und für wen lohnt sich das System? Dieser Ratgeber ordnet Alwitra ein, ohne Werbetext, und sagt auch, wo die Grenzen liegen.

Was ist Alwitra?

Alwitra ist ein Hersteller von Abdichtungssystemen für Flachdächer, Gründächer, Terrassen und Gebäudeabdichtungen mit Sitz in Trier. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich der Kunststoffdachbahnen aktiv und vertreibt seine Produkte nicht an Endkunden, sondern über Dachdecker, Zimmerer und Fachhandel. Du als Bauherr kaufst die Bahn also nicht im Baumarkt, sondern beauftragst einen Fachbetrieb, der mit dem System arbeitet und häufig vom Hersteller geschult ist.

Die Produktpalette lässt sich grob in diese Gruppen einteilen (Stand und Details bitte beim Hersteller prüfen):

  • Kunststoffdachbahnen: Das Kernprodukt, in verschiedenen Dicken und Ausführungen für Neubau, Sanierung, begrünte Dächer und genutzte Flächen.
  • Zubehör und Detailteile: Ecken, Anschlussprofile, Entwässerung, Lichtkuppeln und Verbindungsmittel.
  • Systeme für Gründächer und Nutzflächen: Wurzelfeste Abdichtung als Basis für extensive und intensive Begrünung.

Die Evalon-Bahn: Material und Eigenschaften

Evalon ist eine Kunststoffdachbahn auf Basis von Ethylen-Vinylacetat-Terpolymer (EVA) mit Polyestervlies- bzw. Glasvlieseinlage, wie der Hersteller angibt. Die Bahn gilt als weichmacherfrei, was im Vergleich zu PVC-Bahnen ein Argument ist: Weichmacher können im Lauf der Jahre ausdünsten, die Bahn wird spröde. Weitere Eigenschaften, die Dachdecker typischerweise nennen:

  • hohe UV- und Witterungsbeständigkeit, auch ohne Kiesauflage verwendbar
  • Schweißbare Nähte mit Heißluft, dadurch homogene Fügungen
  • Beständigkeit gegen Bitumen- und Teerbestandteile bei Sanierung (Systemangaben beachten)
  • Eignung für Kies, Begrünung und Photovoltaik-Aufbauten, je nach Variante

Eine verbreitete Fehlannahme: „Kunststoffbahn gleich Kunststoffbahn.“ Das ist nicht so. Zwischen EVA, PVC, TPO, FPO und EPDM gibt es deutliche Unterschiede bei Verarbeitung, Alterung, Kosten und Umweltaspekten. Welche Bahn die richtige ist, entscheidet am Ende das Gebäude, nicht die Marke.

Alwitra, Bitumen, EPDM und PVC im Vergleich

MaterialStärkenSchwächenKosten verlegt (ca.)
Kunststoffbahn EVA/FPO (z. B. Alwitra)schweißbar, UV-stabil, langlebig, leichtFachbetrieb nötig, Material teurer als einfache Bitumenbahnca. 35 bis 70 Euro/m²
PVC-Bahn (z. B. Sika Sarnafil, Renolit)bewährt, viele Systeme, gute SchweißbarkeitWeichmacher, Entsorgung/Recycling kritischca. 35 bis 70 Euro/m²
EPDM (Kautschuk)sehr elastisch, große Bahnen, wenig NähteVerklebung/Vulkanisation anspruchsvoller, oft höhere Kostenca. 40 bis 80 Euro/m²
Bitumenbahngünstig, weit verbreitetschwerer, Brenner oder Heißverarbeitung, kürzere Nutzungca. 30 bis 60 Euro/m²

Die Spannen sind grobe Richtgrößen und beinhalten nur die Abdichtung ohne Dämmung. Die Preise schwanken je nach Dachform, Aufbauhöhe, Region und Auftragslage der Betriebe. Mehr zum Thema Dachabdichtung findest du in unserem Beitrag Flachdach abdichten.

Verlegung: mechanisch befestigt, verklebt oder mit Auflast

Eine Kunststoffdachbahn wird in der Regel auf eine tragfähige Unterlage mit Dämmung aufgebracht. Je nach System gibt es drei gängige Befestigungsarten:

  • Mechanisch befestigt: Die Bahn wird in der Fläche mit Schrauben und Tellern am Untergrund gehalten, die Nähte überdecken die Befestiger. Das ist schnell und bei Sanierungen beliebt.
  • Verklebt: Die Bahn wird vollflächig auf Dämmung oder Untergrund geklebt. Das hilft bei hohen Windsogkräften und leichten Dächern.
  • Lose verlegt mit Auflast: Kies, Gehwegplatten oder Begrünung halten die Bahn. Das erfordert ausreichende Tragfähigkeit des Dachs.

Die Nähte werden mit Heißluft verschweißt. Gerade an Anschlüssen, Durchdringungen und Dachrändern entscheidet die Verarbeitung über die Dichtheit. Die meisten Undichtigkeiten bei Flachdächern entstehen nicht in der Fläche, sondern an Details wie Attika, Lichtkuppel, Abläufen und Anschlüssen. Ein guter Betrieb arbeitet nach der Flachdachrichtlinie, die wir im Beitrag Flachdachrichtlinie erklären.

Schritte einer Flachdachabdichtung

  1. Untergrund prüfen: trocken, tragfähig, ohne scharfe Kanten.
  2. Dampfsperre und Dämmung einbauen, Gefälle herstellen (mindestens 2 Prozent empfohlen).
  3. Trennlage und Abdichtungsbahn verlegen, Nähte verschweißen.
  4. Anschlüsse, Ränder und Durchdringungen mit Formteilen ausbilden.
  5. Entwässerung anschließen, Dichtheit prüfen (Flutprobe oder Sichtprüfung) und dokumentieren.

Alwitra für Gründach, Terrasse und Photovoltaik

Hersteller wie Alwitra bieten Varianten an, die wurzelfest sind und damit für Dachbegrünung zugelassen. Das hilft beim Regenwassermanagement, im Sommer als Hitzeschutz und beim Dämmwert. Wie ein Gründach aufgebaut ist, erklärt der Beitrag Dachbegrünung. Für Photovoltaik auf Flachdächern gibt es Bahnen mit Befestigungssystemen, die ohne Durchdringung der Abdichtung auskommen, etwa mit Auflast oder Klebung. Prüfe immer, ob die Bahn für die Lasten und die Hitze der Module zugelassen ist, und lass dir die Systemfreigabe schriftlich geben.

Auch bei Dachterrassen kommen Kunststoffbahnen zum Einsatz. Hier ist entscheidend, dass die Bahn zusammen mit dem Belag (Platten, Holzdielen, Stelzlager) vom Hersteller freigegeben ist. Ansonsten drohen Beschädigungen durch punktuelle Lasten.

Lebensdauer und Garantie

Hersteller nennen für Kunststoffdachbahnen häufig eine Nutzungsdauer von mehr als 30 Jahren. Das ist eine Herstellerangabe unter günstigen Bedingungen; in der Praxis hängen Lebensdauer und Dichtheit von Verarbeitung, Wartung und Belastung ab. Realistisch ist, dass eine gut verlegte Bahn deutlich länger als eine einfache Bitumenabdichtung hält, aber nicht unbegrenzt. Typische Schadensursachen sind mechanische Verletzungen (Wartungsarbeiten, Äste, Schnee- und Eisschäden), verstopfte Abläufe, Staunässe und fehlerhafte Anschlüsse.

Achte auf Garantiebedingungen: Oft gibt es Materialgarantien des Herstellers und Gewährleistungen des Handwerksbetriebs. Eine Systemgarantie des Herstellers verlangt in der Regel den Einbau durch einen autorisierten Verarbeiter. Lass dir die Bedingungen im Angebot schriftlich geben und kläre, ob Wartung (jährliche Sichtprüfung) Voraussetzung ist.

Wartung: Was du als Eigentümer selbst tun kannst

  • Zweimal im Jahr Laub und Schmutz von Abläufen und Notüberläufen entfernen.
  • Bewuchs (Moos, Samen) frühzeitig entfernen, besonders an Rändern und Anschlüssen.
  • Nach Sturm und Starkregen die Dachfläche und Anschlüsse in Augenschein nehmen.
  • Keine scharfen Werkzeuge verwenden, Wege für Wartung durch Trittplatten schützen.
  • Bei Photovoltaik- oder Klimageräten Trittschutz und Auflagematten nutzen.

Was kostet ein Flachdach mit Alwitra-Abdichtung?

Eine einzelne Zahl gibt es nicht, weil Gebäude, Dämmstandard und Zugänglichkeit stark variieren. Als Orientierung für die Abdichtung inklusive Montage kannst du mit etwa 35 bis 70 Euro pro Quadratmeter rechnen. Dämmung, Dampfsperre, Entwässerung, Attikaabdeckung und Gerüst kommen hinzu. Ein komplett neuer Flachdachaufbau mit Dämmung liegt häufig bei 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter oder höher. Ausführliche Zahlen zur Dämmung findest du im Beitrag Dachdämmung Kosten.

PostenGrößenordnung
Abdichtung (Kunststoffbahn) inkl. Montageca. 35 bis 70 Euro/m²
Wärmedämmung (je nach Dicke und Material)ca. 30 bis 90 Euro/m²
Dampfsperre / Trennlageca. 5 bis 15 Euro/m²
Attika, Anschlüsse, Lichtkuppel (pauschal)ca. 500 bis 3.000 Euro
Gerüst und Entsorgung Altbelagca. 10 bis 30 Euro/m²
Gesamt Sanierung mit Dämmungca. 100 bis 200 Euro/m²

Hol mindestens drei Angebote ein, achte auf identische Leistungsverzeichnisse (gleiche Dämmdicke, gleiche Details) und frag nach Referenzobjekten. Der günstigste Preis ist beim Flachdach selten der beste, denn Fehler zeigen sich oft erst nach Jahren.

Worauf du im Angebot achten solltest

Ein seriöses Angebot für eine Flachdachabdichtung nennt nicht nur den Quadratmeterpreis, sondern beschreibt den gesamten Aufbau. Achte auf diese Punkte: die genaue Bezeichnung und Dicke der Bahn, die Art der Befestigung, die Dämmstoffdicke und der angestrebte U-Wert, die Ausbildung der Anschlüsse (Attika, Wandanschluss, Lichtkuppeln), die Gefälleplanung inklusive Notüberläufen sowie die Frage, wer Gerüst, Entsorgung und Dokumentation übernimmt. Fehlt eine Position, bist du später mit Nachträgen konfrontiert. Frag außerdem nach den Gewährleistungsfristen (gesetzlich fünf Jahre bei Bauwerken nach BGB, bei VOB-Verträgen vier Jahre) und danach, ob nach der Fertigstellung eine Dichtheitsprüfung durchgeführt wird. Ein Fotoprotokoll der Arbeitsschritte ist bei Streitfällen Gold wert, denn die Abdichtung verschwindet unter Kies, Begrünung oder Terrassenbelag und ist später kaum noch einsehbar.

Alternativen und Wettbewerber

Alwitra steht im Wettbewerb mit Herstellern wie Sika (Sarnafil), Renolit (Alkorplan), Firestone, Carlisle, Soprema oder Bauder. Jeder bietet eigene Bahnen und Systemlösungen an. Entscheidend sind Systemfreigaben, Verarbeiterschulungen und die lokale Verfügbarkeit von Fachbetrieben. Frag deinen Dachdecker, mit welchem System er seit Jahren arbeitet; Erfahrung bei Detailanschlüssen ist wichtiger als der Markenname.

Wenn du ein Flachdach nur an einer Gaube oder einem Anbau brauchst, kann sich ein Blick auf das passende Fertigteil lohnen. Wie Dachaufbauten in der Praxis kombiniert werden, zeigt der Beitrag zur Fertiggaube, die häufig ein kleines Flachdach mit Kunststoffabdichtung erhält. Einen allgemeinen Überblick über Aufbau und Besonderheiten liefert außerdem unser Ratgeber Flachdach.

Wer sein Dach energetisch verbessern möchte, kann die Abdichtung mit einer Dämmung nach aktuellen Anforderungen koppeln. Für Förderungen gelten eigene Bedingungen; Beträge ändern sich und müssen vor Auftragsvergabe bei KfW beziehungsweise BAFA geprüft werden. Plane außerdem Reserven für Unvorhergesehenes ein, zum Beispiel für marode Unterkonstruktionen oder feuchte Altdämmung, die erst beim Öffnen des Daches sichtbar werden. Ein Kostenpuffer von zehn bis fünfzehn Prozent ist bei Sanierungen üblich und erspart Ärger.

Ehrliche Einordnung

Alwitra-Bahnen sind ein solides, hochwertiges Produkt, aber kein Garant für ein dichtes Dach. Die Marke hat im Fachhandel einen guten Ruf, doch das gilt für mehrere Wettbewerber ebenso. Der wichtigste Faktor ist der Handwerker und dessen Detailarbeit. Misstrauen ist angebracht, wenn Angebote sehr billig sind, das Gefälle unklar bleibt oder ein Betrieb die Herstellerrichtlinien nicht kennt. Außerdem solltest du ehrlich prüfen, ob dein Dach überhaupt mit Kunststoff abgedichtet werden muss: Bei kleinen Flächen oder Garagen kann eine Bitumen- oder EPDM-Lösung passender und günstiger sein.

FAQ zu Alwitra

Was ist Alwitra?

Alwitra ist ein Hersteller von Abdichtungssystemen für Flachdächer und Gründächer mit Sitz in Trier. Bekannt ist vor allem die Kunststoffdachbahn Evalon.

Was kostet eine Alwitra-Dachbahn?

Für die Abdichtung inklusive Montage solltest du mit ungefähr 35 bis 70 Euro pro Quadratmeter rechnen, abhängig vom Aufwand der Details.

Kann ich Alwitra selbst verlegen?

Technisch ist das möglich, aber nicht empfehlenswert. Die Heißluftverschweißung und Detailausbildung gehören in Fachhände, und Garantieansprüche setzen oft autorisierte Verarbeiter voraus.

Wie lange hält eine Kunststoffdachbahn?

Herstellerangaben nennen 30 Jahre und mehr, die tatsächliche Lebensdauer hängt von Verarbeitung, Wartung und Belastung ab.

Ist Alwitra für Gründächer geeignet?

Es gibt wurzelfeste Varianten, die für Dachbegrünung vorgesehen sind. Prüfe die Systemfreigabe für deinen Aufbau.

Wo kaufe ich Alwitra-Produkte?

Über Dachdecker, Zimmerer und den Baustoff-Fachhandel. Endkunden beauftragen in der Regel einen Fachbetrieb, der das Material liefert.

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