Schlagmann Poroton: Ziegel, Dämmwerte und Kosten im Überblick

Schlagmann Poroton im Check: Ziegeltypen T7 bis T9, Vor- und Nachteile, Kosten und Alternativen für dein Massivhaus.

Last updated on Nov. 2, 2026

Veröffentlicht am Nov. 2, 2026

Wer ein Massivhaus aus Ziegel plant, kommt am Namen Schlagmann Poroton kaum vorbei. Das Unternehmen aus Zeitlarn bei Regensburg zählt zu den bekanntesten Herstellern von Hochlochziegeln in Deutschland, und der Name „Poroton“ ist inzwischen fast ein Gattungsbegriff für gedämmte Ziegel. In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter Schlagmann Poroton steckt, welche Ziegeltypen es gibt, welche Dämmwerte realistisch sind, was Bauherren zahlen und worauf du bei Planung und Verarbeitung achten musst. Dazu gehört auch eine ehrliche Einordnung: Ein guter Ziegel macht noch kein gutes Haus.

Wer ist Schlagmann Poroton?

Schlagmann Poroton ist ein Ziegelhersteller mit Sitz in Zeitlarn (Oberpfalz, Bayern). Der Name Poroton steht für Ziegel mit Porosierung: Beim Brennen verbrennen beigemischte Stoffe und hinterlassen winzige Luftporen im Scherben. Das senkt das Gewicht und verbessert die Dämmwirkung. Heute ist Poroton eine Produktfamilie, die von Wärmedämmziegeln für Außenwände bis zu Planziegeln für Innenwände reicht. Vertrieben wird über Baustoffhandel und Bauunternehmen; als Bauherr kaufst du den Ziegel meist nicht direkt, sondern er steckt im Leistungsumfang deines Bauunternehmens oder Architekten.

Vom Prinzip her ist der Poroton-Ziegel ein klassischer Hochlochziegel, wie wir ihn im Beitrag Hochlochziegel erklären, aber mit besonderem Fokus auf einschalige, monolithische Außenwände ohne zusätzliche Dämmschicht.

Poroton-Ziegel im Überblick: T7, T8, T9 und S-Typen

Die Bezeichnungen der Ziegel folgen einem System. Das „T“ steht für Wärmedämmziegel, die Zahl grob für die Wärmeleitfähigkeit in Zehntel W/(mK): T7 hat einen Bemessungswert von etwa 0,07, T8 von etwa 0,08 und T9 von etwa 0,09. Je niedriger der Wert, desto besser dämmt der Stein. Bei den „MW“-Varianten sind die Hohlkammern mit Mineralwolle gefüllt, bei anderen Typen mit Perlit; der Hersteller wirbt damit, ohne zusätzliche Dämmstoffschicht auszukommen. Die genauen Werte stehen immer in der Zulassung, ändern sich mit Produktentwicklung und müssen für dein Projekt vom Hersteller oder Planer bestätigt werden.

Typ (Beispiel)EinsatzWärmeleitfähigkeit (ca.)Typische Wanddicke
Poroton-T7 / T7-MWAußenwand einschalig, hoher Dämmanspruchca. 0,07 W/(mK)36,5 bis 49 cm
Poroton-T8Außenwand einschalig, KfW-orientiertca. 0,08 W/(mK)36,5 bis 42,5 cm
Poroton-T9Außenwand einschalig, Standardca. 0,09 W/(mK)36,5 bis 42,5 cm
Poroton-S (tragend)tragende Innenwände, Schallschutzhöhere Rohdichte17,5 bis 24 cm
Planziegel mit DünnbettmörtelWandaufbau mit minimaler Fuge–alle Dicken

Eine verbreitete Fehlannahme: „Je dicker die Ziegelwand, desto besser das Haus.“ Das stimmt nur zum Teil. Eine sehr dicke Wand verbraucht Wohnfläche und ist nicht automatisch wirtschaftlicher. Wichtig sind Bemessungswert, Anschlüsse, Luftdichtheit und Wärmebrücken an Decken, Fenstern und Rollladenkästen. Mehr dazu findest du im Beitrag Porotonsteine.

Vorteile von Poroton-Ziegeln

  • Monolithische Bauweise: Eine Wand, ein Material – das reduziert Schnittstellen und Fehlerquellen, die bei Verbundsystemen (WDVS) auftreten.
  • Gutes Raumklima: Ziegel nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab, was Schwankungen puffert.
  • Hoher Brandschutz: Ziegel sind nicht brennbar, was bei Versicherungen und Brandschutzauflagen helfen kann.
  • Speichermasse: Die Masse puffert Wärme im Sommer und Winter und stabilisiert die Raumtemperatur.
  • Verarbeitung: Planziegel mit Dünnbettmörtel ergeben exakte Wände und weniger Mörtelbrücken. Das spart Zeit und senkt Wärmeverluste in den Lagerfugen.

Nachteile und Kritik

  • Wanddicke: Mit 36,5 bis 49 cm gehen Wohnfläche und Grundstücksausnutzung verloren.
  • Dämmwerte im Vergleich: Gegen ein Haus mit mehrschichtigem Aufbau (z. B. Ziegel plus Dämmung) liegt die monolithische Wand oft schlechter, wenn Passivhausstandard das Ziel ist.
  • Feuchte beim Bau: Ziegel bringen Baufeuchte mit, die im ersten Jahr austrocknen muss. Lüften und Heizen ist Pflicht.
  • Preis: Hochwertige Wärmedämmziegel kosten mehr als einfache Mauersteine, auch wenn die Dämmschicht entfällt.
  • Handwerkliche Anforderungen: Falsch vermörtelte oder ungenau verlegte Ziegel verspielen den Vorteil. Auch das Anbringen von Lasten (Küchenschränke, Regale) braucht passende Dübel für Hochlochziegel.

Schlagmann Poroton und Massivhaus: Wo passt der Ziegel in dein Projekt?

Wenn du ein Massivhaus bauen möchtest, fragt dein Bauunternehmen oft nach dem Wandaufbau. Poroton-Ziegel sind dabei einer von mehreren Wegen. Der Ziegel eignet sich für Bauherren, die auf Naturbaustoffe, Wohnklima und robuste Konstruktion Wert legen. Wer dagegen auf Geschwindigkeit, minimale Wanddicke und Fertigbau setzt, schaut eher auf Holzständerwände, wie sie etwa Hersteller in unserem Beitrag zu den Preisen von Huf Haus mit Holz-Glas-Konstruktionen zeigen. Einen allgemeinen Überblick über die Bauweise liefert der Beitrag Massivhaus, Anbieter findest du in der Übersicht Top-Anbieter Massivhaus.

Was kostet ein Poroton-Haus?

Eine Pauschale gibt es nicht. Ziegelkosten machen im Rohbau nur einen Teil der Gesamtkosten aus; entscheidend sind Hausgröße, Ausbaustufe, Grundstück und Handwerkerpreise. Als grobe Orientierung gelten diese Spannen (Material und Lohn, Wandfläche netto, ohne Putz):

PostenGrößenordnung (ca.)
Wärmedämmziegel 36,5 cm, Materialca. 40 bis 90 Euro/m² Wand
Mauern mit Dünnbettmörtel (Lohn)ca. 25 bis 50 Euro/m² Wand
Innen- und Außenputzca. 40 bis 80 Euro/m² Wand
Mauerwerk komplett (Wand ohne Dämmung)ca. 100 bis 220 Euro/m² Wand
Vergleich: Wand mit WDVS (Ziegel + Dämmung + Putz)ca. 150 bis 280 Euro/m² Wand

Solche Werte schwanken stark nach Region und Marktlage; verlässlich sind nur Angebote. Frag ausdrücklich nach der Ziegelmarke, dem Typ (z. B. T8 oder T9) und dem Dämmwert im Leistungsverzeichnis, denn manche Unternehmen tauschen Produkte gegen gleichwertige aus. Gleichwertig ist ein Ziegel dann, wenn die bauaufsichtliche Zulassung und die Bemessungswerte passen.

Planung und Verarbeitung: Darauf kommt es an

Ein monolithisches Ziegelhaus lebt von sauberer Detailplanung. Hier die Punkte, die du mit Architekt oder Bauunternehmer besprechen solltest:

  1. Erste Schicht und Sockel: Die erste Ziegelschicht wird auf einer Abdichtung im Mörtelbett verlegt. Sie entscheidet über die Ebenheit der gesamten Wand. Ein Sockel mit Wärmedämmung verringert die Wärmebrücke zum Fundament.
  2. Anschlüsse an Decken und Fenster: Hier entstehen Wärmebrücken. Ringanker, Deckenrandschalungen und Fensteranschlüsse sollten gedämmt und luftdicht ausgeführt werden.
  3. Rollladenkästen: Sie sind häufige Schwachstellen. Gedämmte Systeme oder Vorbaurollladen sind besser als klassische Einbaukästen.
  4. Dünnbettmörtel richtig verarbeiten: Planziegel brauchen exakte Verarbeitung mit dem Mörtelschlitten. Stoßfugen sind oft verzahnt und ohne Mörtel ausgeführt.
  5. Schutz vor Regen: Frisches Mauerwerk muss abgedeckt werden. Nasse Ziegel verlängern die Austrocknung.
  6. Putzsystem: Außen kommen diffusionsoffene mineralische Putze zum Einsatz, innen Kalk- oder Gipsputz.

Die Bauzeit

Der Rohbau eines Einfamilienhauses aus Ziegel dauert je nach Größe und Wetter ein bis drei Monate. Danach braucht das Haus Zeit zum Austrocknen, bevor Estrich und Bodenbeläge kommen. Rechne mit zusätzlichen Wochen gegenüber Fertigbau. Das ist keine Schwäche des Ziegels, sondern eine Eigenschaft der Bauweise: Feuchte entsteht durch Mörtel, Putz und Estrich und muss raus. Eine Bautrocknung und regelmäßiges Stoßlüften helfen.

Poroton und der Energiestandard

Ob ein Poroton-Haus das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Förderstandards erfüllt, hängt nicht nur vom Ziegel ab. Heizung, Lüftung, Fenster, Dach und Bodenplatte spielen mit. Mit einer 36,5 oder 42,5 cm dicken Wand aus T8 oder T9 lässt sich ein Effizienzhaus-Standard erreichen, wenn der Rest des Gebäudes stimmt; im Detail entscheidet die Energieberatung. Aktuelle Förderbedingungen ändern sich oft, deshalb prüfst du sie vor dem Bauantrag bei der KfW. Ob Ziegel oder anderes Material: Eine Wärmepumpe plus Lüftungsanlage ist heute bei Neubauten oft die wirtschaftlichste Kombination.

Schallschutz, Brandschutz und Befestigungen im Ziegelhaus

Neben der Dämmung punkten Ziegelwände beim Schallschutz: Die Masse des Scherbens dämpft Luftschall, und gefüllte Ziegel können zusätzlich Trittschall- und Luftschallübertragung verringern. Für Trennwände zwischen Wohnungen oder bei Reihenhäusern sind spezielle Schallschutzziegel mit hoher Rohdichte üblich. Beim Brandschutz erreichen Ziegelwände je nach Dicke und Putz hohe Feuerwiderstandsklassen, was Planungen mit Garage oder Grenzbebauung erleichtert. Für Befestigungen gilt: Hochlochziegel verlangen Spezialdübel, die sich im Steg verspreizen oder hinterschneiden. Normale Spreizdübel halten in den Hohlkammern nicht zuverlässig. Plane schwere Lasten wie Wandschränke, Boiler oder Markisen schon vor dem Verputzen ein und markiere die Befestigungspunkte, oder nutze Ankermörtel mit Siebhülsen. Das erspart späteren Ärger und rissigen Putz.

Alternativen zu Poroton

Neben Schlagmann Poroton gibt es weitere Hersteller von Hochlochziegeln und Dämmziegeln, darunter Unipor, Wienerberger (Porotherm), Leipfinger-Bader, Mein Ziegelhaus und Lieferanten für Kalksandstein oder Porenbeton. Der Unterschied liegt weniger im Prinzip als in den konkreten Produkten, Zulassungen und regionalen Lieferketten. Ein Vergleich lohnt sich, weil Preise und Verfügbarkeit stark schwanken. Wichtig: Entscheide nicht nach Markenname, sondern nach Bemessungswert, Zulassung, Schallschutz, Druckfestigkeit und Preis pro Quadratmeter fertiger Wand. Einen weiteren Überblick über Ziegelarten gibt der Beitrag Ziegel.

Checkliste für das Gespräch mit dem Bauunternehmen

  • Welcher Poroton-Typ wird verbaut, mit welchem Bemessungswert und welcher Wanddicke?
  • Liegt die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vor, und passt sie zum geplanten Putzsystem?
  • Wie werden Sockel, Deckenauflager und Fensteranschlüsse gedämmt?
  • Wie wird das Mauerwerk vor Regen geschützt, und wie lange ist die geplante Austrocknungszeit?
  • Wer liefert den Ziegel, und gibt es Alternativen bei Lieferengpässen, die gleichwertig zugelassen sind?
  • Welche Gewährleistung gilt für Risse im Putz und Feuchteschäden im Mauerwerk?

Mit diesen Fragen erkennst du schnell, ob das Angebot durchdacht ist oder ob nur ein Markenname im Leistungsverzeichnis steht. Lass dir Antworten schriftlich geben, denn mündliche Zusagen helfen im Streitfall wenig.

Ehrliche Einordnung

Schlagmann Poroton liefert solide, bewährte Ziegel. Die Marke ist im Massivbau bekannt, und der monolithische Aufbau hat reale Vorteile bei Brandschutz, Wohnklima und Langlebigkeit. Trotzdem ist der Ziegel kein Selbstläufer: Wer günstig bauen will, spart oft mit Kalksandstein plus WDVS; wer maximal dämmen will, kommt am zusätzlichen Dämmpaket oder an Holzbauweisen nicht vorbei. Die Herstellerangaben zu Lambda-Werten sind Laborwerte, in der Praxis zählt die gesamte Hülle. Lass dir daher von deinem Bauunternehmen die Berechnung vorlegen und prüfe, ob die Wand wirklich den Dämmstandard erreicht, den du erwartest.

FAQ zu Schlagmann Poroton

Was ist Schlagmann Poroton?

Schlagmann Poroton ist ein deutscher Ziegelhersteller aus Zeitlarn und bekannt für wärmedämmende Hochlochziegel der Marke Poroton.

Was bedeutet T7, T8 oder T9 bei Poroton?

Die Zahl gibt grob die Wärmeleitfähigkeit an: T7 etwa 0,07, T8 etwa 0,08, T9 etwa 0,09 W/(mK). Je kleiner, desto besser dämmt der Ziegel. Die genauen Werte stehen in der Zulassung.

Brauche ich bei Poroton noch eine Außendämmung?

Bei passenden Typen und Wanddicken nicht zwingend. Für sehr hohe Effizienzstandards wird sie jedoch oft ergänzt. Das entscheidet der Energieberater.

Was kostet ein Poroton-Haus?

Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Für Mauerwerk samt Putz ohne Dämmung kannst du grob mit 100 bis 220 Euro pro Quadratmeter Wandfläche rechnen; das Gesamtbudget hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

Wie lange dauert der Rohbau?

Ein bis drei Monate für ein Einfamilienhaus, danach braucht das Mauerwerk Zeit zum Austrocknen.

Welche Alternativen gibt es?

Unipor, Porotherm, Kalksandstein, Porenbeton und Holzbauweisen. Vergleiche Dämmwert, Preis und Zulassung.

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