Eichhörnchenhaus bauen: Nützliche Tipps & Tricks

Ein selbst gebautes Eichhörnchenhaus gibt den possierlichen Tieren Schutz und Schlafplatz. Bauplan, Maße, Standort und was du beim Füttern beachten musst.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Juli 11, 2023

Eichhörnchen sind eine Bereicherung für jeden Garten – sie sind flink, possierlich und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem als unbewusste "Baumpflanzer", die vergessene Nüsse zu neuen Bäumen werden lassen. Wer Eichhörnchen unterstützen möchte, kann ein Eichhörnchenhaus bauen oder kaufen und so Nist- und Schlafmöglichkeiten anbieten.

Warum ein Eichhörnchenhaus aufhängen?

Eichhörnchen bauen natürlicherweise Kobel – kugelförmige Nester aus Ästen, Blättern und Moos – hoch in den Baumkronen. In städtischen Gärten mit wenigen alten Bäumen fehlen oft geeignete Nistmöglichkeiten. Ein künstliches Eichhörnchenhaus (Kobel) kann diese Lücke füllen: Es bietet Schlaf- und Aufzuchtsmöglichkeiten, schützt vor Regen, Wind und Prädatoren und kann zur Beobachtung der Tiere genutzt werden. In der kalten Jahreszeit nutzen Eichhörnchen solche Kobel als Schlafpatz – echten Winterschlaf halten sie nicht, wohl aber einen leichten Winterschlummer.

Maße und Bauplan für ein Eichhörnchenhaus

Ein funktionales Eichhörnchenhaus hat ein Innenmaß von ca. 20 × 20 cm Grundfläche und 25–30 cm Höhe. Das Einflugloch sollte einen Durchmesser von 6–7 cm haben – groß genug für Eichhörnchen, aber klein genug, um Marder und Katzen fernzuhalten. Als Material eignet sich unbehandeltes Nadelholz (Kiefer, Fichte, Lärche) in 18–20 mm Stärke. Die Außenwände sollten leicht texturiert oder gerauht sein, damit die Eichhörnchen innen und außen gut klettern können.

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BauteilMaße (Beispiel)Material
Boden20 × 20 cmNadelholz, 20 mm
Seitenwände (2×)20 × 28 cmNadelholz, 18 mm
Front- und Rückwand20 × 30 cm, Frontplatte mit 6,5 cm LochNadelholz, 18 mm
Deckel24 × 24 cm (überlappt)Nadelholz, 20 mm oder Dachschindel
Befestigung am BaumSchraubenöse + Draht oder SpanngurtEdelstahl

Schritt-für-Schritt: Eichhörnchenhaus bauen

Schneide alle Teile nach deinem Zuschnittplan zu. Das Flugloch bohrst du am besten mit einer Lochsäge (65 mm) in die Frontplatte – versetzt (nicht mittig), damit innen eine erhöhte Plattform möglich ist. Schraube den Boden zuerst an die Rückwand, dann die Seitenwände und die Frontplatte. Der Deckel sollte abnehmbar sein (Scharnier hinten, Haken vorne), damit du das Haus im Frühjahr reinigen kannst. Verwende keine Farbe oder Holzschutz innen – Eichhörnchen sind empfindlich gegenüber chemischen Mitteln. Außen kann eine natürliche Holzlasur (lösemittelfrei) aufgetragen werden.

Standort: Wo das Eichhörnchenhaus hängen sollte

Hänge das Haus in einer Höhe von mindestens 3–5 m an einem Baum auf – je höher, desto besser (Schutz vor Katzen und Hunden). Das Flugloch sollte nicht nach Norden zeigen (Kälteschutz) und von der Hauptwindseite abgewandt sein. Hänge es nahe am Stamm oder an einem starken Ast – Eichhörnchen klettern senkrecht und mögen es, wenn sie das Haus direkt vom Stamm erreichen können. Ideal: ein Garten mit alten Laubbäumen, in der Nähe von Haselnusssträuchern oder Eichen.

Fütterung: Was Eichhörnchen mögen

Wenn du Eichhörnchen aktiv unterstützen möchtest, biete Futter an – am besten in einer speziellen Eichhörnchenbox (geschlossen, Eichhörnchen-gerecht). Geeignetes Futter: Haselnüsse, Walnüsse, Sonnenblumenkerne (in der Schale), getrocknete Pilze, Bucheckern und Eicheln. Kein Brot, keine salzigen oder zuckerhaltigen Snacks und kein Erdnussmus. Im Herbst kannst du den Tieren helfen, Wintervorräte anzulegen, indem du an verschiedenen Stellen im Garten Nüsse verteilst.

FAQ

Werden Eichhörnchen ein selbst gebautes Kobel tatsächlich nutzen?

Ja – wenn Standort und Maße stimmen, nehmen Eichhörnchen künstliche Kobel gut an. Allerdings kann es 1–2 Jahre dauern, bis das Haus entdeckt und akzeptiert wird. Eichhörnchen sind neugierig, aber auch vorsichtig gegenüber neuen Objekten. Hänge das Haus früh im Jahr auf (Februar/März) – dann haben die Tiere Zeit, es vor der Aufzuchtphase kennenzulernen.

Muss ich das Eichhörnchenhaus reinigen?

Ja – einmal jährlich im frühen Herbst (September/Oktober) sollte das Haus gereinigt werden: altes Nistmaterial entfernen, das Innere ausbürsten und auf Parasiten und Schimmel prüfen. Lasse dabei kein frisches Material drin – Eichhörnchen bringen ihr eigenes Nestmaterial mit. Reinige nur außerhalb der Wurfzeiten (Junge in den Monaten Februar–September möglich).

Können Marder das Eichhörnchenhaus als Nest nutzen?

Marder können theoretisch in größere Nistkästen eindringen, bevorzugen aber eher bodennahe Verstecke. Ein Flugloch von 6,5 cm Durchmesser macht es Mardern schwerer, hindert sie aber nicht vollständig. Zum Schutz: Hänge das Haus an einem glatten Baumstamm auf (schwer zu ersteigen) und befestige einen Marderabweiser (Metallkragen) um den Stamm unterhalb des Hauses. Ein Marderschutz aus Blech um den Stamm ist die sicherste Lösung.

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