Rollrasen verlegen: Schritt fuer Schritt zum perfekten Rasen

Rollrasen richtig verlegen: Bodenvorbereitung, Verlegetechnik, Anwachsphase und Pflege im Ueberblick.

Last updated on Juli 24, 2026

Veröffentlicht am Juli 24, 2026

Ein dichter, grüner Rasen ist für viele der Mittelpunkt des Gartens. Wer nicht monatelang auf die Keimung von Rasensamen warten möchte, greift zu Rollrasen. Damit hast du innerhalb weniger Wochen eine satte, gleichmäßige Grünfläche. Allerdings kommt es beim Verlegen auf sorgfältige Vorbereitung und die richtige Technik an, damit der Rasen dauerhaft anwächst. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie Rollrasen verlegt wird, welche Vorbereitung nötig ist und wie du deinen neuen Rasen richtig pflegst.

Was ist Rollrasen und wann lohnt er sich?

Rollrasen ist fertig herangezogener Rasen, der auf speziellen Feldern kultiviert und kurz vor der Lieferung als Rollen oder Bahnen abgestochen wird. Du bekommst damit sofort eine dichte, unkrautfreie Grünfläche, statt wochenlang auf die Keimung von Saatgut warten zu müssen. Besonders lohnt sich Rollrasen, wenn du schnell ein Ergebnis brauchst, etwa nach dem Hausbau, bei einer Gartenneugestaltung oder wenn Kinder und Haustiere den Rasen zeitnah nutzen sollen. Auch an Hanglagen, wo Saatgut leicht weggespült wird, ist Rollrasen oft die bessere Wahl.

Der Nachteil gegenüber Saatrasen liegt vor allem im höheren Preis und darin, dass du beim Verlegen körperlich aktiv werden musst, denn die Rollen sind schwer und sollten möglichst am Liefertag verlegt werden.

Die richtige Vorbereitung des Bodens

Der Erfolg deines neuen Rasens hängt maßgeblich von der Bodenvorbereitung ab. Zunächst entfernst du Unkraut, Steine, Wurzelreste und alten Bewuchs vollständig von der Fläche. Anschließend lockerst du den Boden mit einer Grabegabel oder einer Motorhacke etwa 15 bis 20 Zentimeter tief auf. Schwere, lehmige Böden profitieren von der Einarbeitung von Sand oder Kompost, damit Wasser besser abfließen kann und die Wurzeln des Rollrasens gut einwachsen.

Danach ebnest du die Fläche sorgfältig mit einem Rechen ein und entfernst auch kleinere Unebenheiten, denn diese sind später im fertigen Rasen deutlich sichtbar. Zum Abschluss verdichtest du den Boden leicht, zum Beispiel mit einer Rasenwalze, damit er nicht zu locker ist und der Rollrasen gleichmäßig aufliegt. Eine Startdüngung mit einem speziellen Rasendünger direkt vor dem Verlegen unterstützt das Anwachsen zusätzlich.

Rollrasen verlegen: Schritt für Schritt

Sobald der Boden vorbereitet ist, kann es an das eigentliche Verlegen gehen. Wichtig ist, dass du den Rollrasen am Liefertag noch verlegst, da er sonst schnell an Qualität verliert und zu welken beginnt.

Beginne an einer geraden Kante, zum Beispiel entlang eines Weges, einer Terrasse oder einer Gartenmauer. Rolle die erste Bahn vollständig aus und drücke sie leicht an, damit sie guten Bodenkontakt hat. Die nächste Bahn verlegst du versetzt wie bei einem Mauerwerksverband, sodass die Querfugen nicht direkt aneinander liegen. Die einzelnen Bahnen sollten dicht an dicht liegen, ohne dass Lücken entstehen oder sich die Ränder überlappen. An Rändern und Kurven schneidest du überstehenden Rasen mit einem scharfen Messer passgenau zu.

Nachdem die gesamte Fläche verlegt ist, walzt du den neuen Rasen mit einer Rasenwalze an, damit die Wurzeln optimalen Bodenkontakt bekommen. Unmittelbar danach wässerst du die Fläche gründlich und durchdringend, sodass das Wasser bis in die Wurzelschicht des Bodens vordringt.

ArbeitsschrittDauer / ZeitpunktWichtige Hinweise
Boden vorbereiten1 - 2 Tage vor LieferungUnkraut entfernen, lockern, einebnen
Rollrasen liefern lassenVerlegetagDirekt am Liefertag verarbeiten
Bahnen verlegenWenige StundenVersetzt verlegen, Fugen andrücken
Walzen und wässernDirekt im AnschlussGründlich und durchdringend wässern
AnwachsphaseCa. 2 - 3 WochenNicht betreten, regelmäßig wässern
Erster SchnittNach ca. 3 WochenNur bei fester Verwurzelung

Die Anwachsphase richtig begleiten

In den ersten zwei bis drei Wochen nach dem Verlegen ist der neue Rasen besonders empfindlich. Betrete die Fläche in dieser Zeit möglichst gar nicht, damit sich die feinen Wurzeln ungestört mit dem Untergrund verbinden können. Wässere den Rollrasen in den ersten Tagen täglich, bei heißem und trockenem Wetter am besten sogar morgens und abends. Der Boden sollte durchgehend feucht sein, ohne dass sich Staunässe bildet.

Ob der Rasen bereits angewachsen ist, lässt sich einfach testen: Hebe vorsichtig an einer Ecke ein Stück Rasen an. Lässt er sich nur noch schwer vom Boden lösen, haben sich die Wurzeln bereits gut verankert. Erst dann solltest du die Fläche vorsichtig betreten und den ersten Schnitt mit einem scharf eingestellten Rasenmäher vornehmen.

Die richtige Pflege nach dem Verlegen

Auch nach der Anwachsphase braucht dein neuer Rasen etwas Aufmerksamkeit, damit er dauerhaft dicht und gesund bleibt. Mähe regelmäßig, aber nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal, damit sich die Grasnarbe nicht schockt. Dünge zwei- bis dreimal im Jahr mit einem geeigneten Rasendünger, um Nährstoffe nachzuliefern, die durch das regelmäßige Mähen entzogen werden.

In heißen und trockenen Sommermonaten solltest du weiterhin regelmäßig wässern, idealerweise früh morgens oder abends, damit das Wasser nicht sofort verdunstet. Wer sich das manuelle Gießen erleichtern möchte, findet in unserem Artikel zur Bewässerungsanlage für den Garten passende Lösungen für eine automatische Rasenbewässerung.

Rollrasen im Zusammenspiel mit dem restlichen Garten

Ein neuer Rasen ist oft der Startschuss für weitere Gartenprojekte. Nutze die Gelegenheit, gleich passende Solar-Wegeleuchten entlang der neuen Rasenkanten zu setzen, damit du auch abends sicher über den Rasen gehen kannst. Wenn du zusätzlich Sichtschutz brauchst, lohnt sich ein Blick auf unseren Beitrag zu Sichtschutz im Garten. Für Balkon oder Terrasse findest du außerdem Inspiration in unserem Artikel zu schönen Balkonpflanzen, die farblich gut mit einem satten grünen Rasen harmonieren.

Rollrasen oder Saatrasen: Ein Vergleich

Viele Gartenbesitzer stehen vor der Frage, ob sie sich für Rollrasen oder klassischen Saatrasen entscheiden sollen. Rollrasen punktet vor allem mit dem schnellen Ergebnis: Innerhalb weniger Wochen hast du eine dichte, unkrautfreie Fläche, die bereits belastbar ist. Saatrasen benötigt dagegen mehrere Monate, bis er eine vergleichbare Dichte erreicht, ist dafür aber in der Anschaffung deutlich günstiger und bietet eine größere Auswahl an speziellen Rasenmischungen, etwa für schattige Standorte, stark beanspruchte Spielflächen oder besonders trockenheitsresistente Gärten.

Auch beim Wurzelwachstum gibt es Unterschiede: Da Saatrasen von Anfang an direkt im vorhandenen Boden wurzelt, entwickelt er langfristig oft ein etwas tieferes und robusteres Wurzelsystem als Rollrasen, dessen Wurzeln sich zunächst an den neuen Untergrund anpassen müssen. Für die meisten Hausgärten überwiegt jedoch der Vorteil der sofortigen Nutzbarkeit, weshalb sich viele Bauherren nach Abschluss der Außenanlagen für Rollrasen entscheiden.

Typische Probleme nach dem Verlegen und wie du sie löst

Auch bei sorgfältiger Vorbereitung können nach dem Verlegen kleinere Probleme auftreten. Gelbe oder braune Stellen deuten meist auf zu wenig Wasser hin, besonders in den ersten Wochen nach dem Verlegen. Erhöhe in diesem Fall kurzfristig die Wassermenge und prüfe, ob die Fläche gleichmäßig bewässert wird, denn Randbereiche trocknen häufig schneller aus als die Mitte des Rasens.

Sichtbare Fugen zwischen den einzelnen Rasenbahnen schließen sich in der Regel innerhalb weniger Wochen von selbst, sofern der Rasen ausreichend Wasser und Nährstoffe erhält. Bei Wellenbildung, die durch unebenen Untergrund oder unzureichendes Walzen entstehen kann, hilft es oft, die betroffene Stelle anzuheben, den Boden darunter nachzubessern und den Rasen erneut anzudrücken. Moos oder Unkraut in den ersten Wochen sind meist unproblematisch und verschwinden mit der ersten regulären Rasenpflege von selbst.

Werkzeug und Material im Überblick

Damit das Verlegen reibungslos läuft, solltest du das benötigte Werkzeug bereits vor der Anlieferung des Rollrasens bereitlegen. Eine Grabegabel oder Motorhacke wird für die Bodenlockerung benötigt, ein Rechen zum Einebnen der Fläche, eine Rasenwalze zum Andrücken der neuen Bahnen sowie ein scharfes Cuttermesser oder ein spezielles Rasenmesser zum passgenauen Zuschneiden an Rändern und Kurven. Für die Bewässerung direkt nach dem Verlegen ist ein Rasensprenger oder ein Wasserschlauch mit Brause hilfreich, da ein zu harter Wasserstrahl die frisch verlegten Bahnen verschieben kann.

Plane außerdem ausreichend Zeit ein: Für eine durchschnittliche Gartenfläche von 100 bis 150 Quadratmetern solltest du je nach Vorbereitung des Bodens mit ein bis zwei Arbeitstagen rechnen, wenn du das Projekt in Eigenregie umsetzt. Bei größeren Flächen oder schwierigem Untergrund lohnt sich unter Umständen die Unterstützung durch einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb.

Rollrasen an Hanglagen und schwierigen Standorten

Auf abschüssigen Flächen ist Rollrasen dem klassischen Saatrasen oft überlegen, da die vorgezogene Grasnarbe sofort für Bodenstabilität sorgt und nicht wie Saatgut vom Regen weggespült werden kann. Bei stärkeren Hangneigungen solltest du die Bahnen quer zum Gefälle verlegen und zusätzlich mit speziellen Erdankern oder Holzpflöcken sichern, bis der Rasen fest verwurzelt ist. So verhinderst du, dass die frisch verlegten Bahnen abrutschen, bevor die Wurzeln greifen können.

Auch an schattigen Standorten unter Bäumen oder an Nordseiten von Gebäuden lohnt sich Rollrasen, allerdings solltest du hier auf spezielle Schattenrasen-Mischungen der Anbieter zurückgreifen, da klassischer Zierrasen unter dauerhaftem Lichtmangel schnell auslichtet und Moos die Oberhand gewinnt.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Rollrasen verlegen

Wann ist die beste Zeit, um Rollrasen zu verlegen?
Grundsätzlich ist Rollrasen von Frühjahr bis Herbst verlegbar, sofern der Boden nicht gefroren ist. Besonders gute Ergebnisse erzielst du im Frühjahr und im frühen Herbst, da die Temperaturen mild sind und ausreichend Niederschlag fällt.

Wie schnell kann ich neuen Rollrasen betreten?
In der Regel solltest du nach etwa zwei bis drei Wochen vorsichtig testen, ob der Rasen fest verwurzelt ist, bevor du ihn regelmäßig betrittst oder mähst.

Wie viel Rollrasen brauche ich pro Quadratmeter?
Rollrasen wird in der Regel exakt nach der zu bedeckenden Fläche in Quadratmetern bestellt, meist mit einem kleinen Sicherheitsaufschlag von etwa 5 bis 10 Prozent für Verschnitt an Rändern und Kurven.

Was kostet Rollrasen verlegen?
Der Rollrasen selbst kostet meist zwischen 3 und 8 Euro pro Quadratmeter. Lässt du ihn professionell verlegen, kommen je nach Aufwand für Bodenvorbereitung weitere Kosten hinzu.

Muss ich neuen Rollrasen düngen?
Eine Startdüngung vor dem Verlegen ist sinnvoll. Danach reicht in der Regel eine reguläre Düngung zwei- bis dreimal jährlich während der Wachstumsperiode.

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