Eine Fertiggarage ist die schnellste und oft auch günstigste Möglichkeit, dein Auto trocken und sicher unterzubringen. Doch was kostet eine Fertiggarage wirklich? Die Preise reichen von knapp 3.000 Euro für eine einfache Betongarage bis über 15.000 Euro für ein Doppelgaragen-Modell mit Elektrotor, Strom und individueller Fassade. Dazu kommen Fundament, Lieferung, Kran, Genehmigung und Anschlüsse. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, aus welchen Posten sich die Gesamtkosten zusammensetzen, welche Garagentypen es gibt und wie du beim Kauf sparst, ohne an der falschen Stelle zu sparen.
Was kostet eine Fertiggarage?
Die Kosten hängen von Größe, Material, Ausstattung und Region ab. Als Orientierung gelten diese Größenordnungen für die Garage selbst (ohne Fundament und Montage):
| Garagentyp | Maße (ca.) | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Einzelgarage, Beton, Standard | 3 × 6 m | 3.000 bis 6.000 Euro |
| Einzelgarage, Beton, Premium | 3 × 6 m bis 3,5 × 7 m | 6.000 bis 10.000 Euro |
| Doppelgarage, Beton | 6 × 6 m | 6.000 bis 12.000 Euro |
| Holzfertiggarage | 3 × 6 m | 4.000 bis 8.000 Euro |
| Stahlblechgarage | 3 × 5 m | 2.000 bis 5.000 Euro |
| Fertiggarage mit Pult-/Satteldach | 3 × 6 m | 5.000 bis 10.000 Euro |
Diese Preise sind Richtwerte; je nach Anbieter, Region und Ausstattung können sie abweichen. Frag mehrere Hersteller nach einem verbindlichen Festpreisangebot, das Lieferung, Montage und Zubehör einschließt. Auch der Wettbewerb unter den Anbietern kann den Preis um 10 bis 20 Prozent senken.
Zusatzkosten: Was du neben dem Kaufpreis einplanen musst
Der Listenpreis ist selten der Endpreis. Viele Käufer unterschätzen die Nebenkosten, die schnell 30 bis 50 Prozent der Garagenkosten ausmachen:
| Posten | Kosten (ca.) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Fundament / Bodenplatte | 1.000 bis 3.500 Euro | Abhängig von Untergrund und Größe |
| Lieferung und Kran | 500 bis 1.500 Euro | Je nach Entfernung und Zugang |
| Baugenehmigung / Bauantrag | 300 bis 1.500 Euro | Je nach Bundesland |
| Garagentor (Schwing- oder Sektionaltor) | 500 bis 2.000 Euro | Elektrisch ca. 400 Euro mehr |
| Stromanschluss, Licht, Steckdosen | 300 bis 1.500 Euro | Wallbox: zusätzlich ca. 800 bis 2.500 Euro |
| Anstrich, Dachbegrünung, Fassade | 300 bis 3.000 Euro | Optionale Gestaltung |
| Entwässerung / Dachrinne | 150 bis 600 Euro | Je nach Länge |
| Zufahrt / Pflaster | 50 bis 120 Euro/m² | Mehr dazu im Beitrag Pflastersteine verlegen |
Wie das Fundament aufgebaut wird, erfährst du im Beitrag zur Bodenplatte. Eine Fertiggarage steht meist auf einem Streifenfundament oder einer Betonplatte, beides muss frostfrei gegründet und ebenmäßig sein.
Garagentypen im Vergleich
Betonfertiggarage
Die klassische Fertiggarage besteht aus Stahlbeton, wird im Werk gegossen und per Kran aufgestellt. Sie ist robust, feuerhemmend, wartungsarm und hält Jahrzehnte. Der Nachteil: Das hohe Gewicht erfordert ein tragfähiges Fundament und einen Kran, und die Optik ist schlicht, lässt sich aber durch Anstrich, Verklinkerung oder Putz verbessern.
Holzfertiggarage
Holzgaragen sind leichter, wirken wärmer und lassen sich gut individualisieren. Sie sind meist etwas teurer als Beton im Standardmodell und brauchen regelmäßigen Holzschutz. Dafür kannst du sie selbst reparieren und erweitern.
Stahlblech- und Metallgarage
Metallgaragen sind die günstigste Variante und schnell aufgebaut. Sie sind jedoch weniger stabil bei Sturm, Dämmung und Schallschutz sind schwach, und sie neigen zu Kondenswasser.
Dach und Entwässerung
Fertiggaragen gibt es mit Flachdach, Pultdach oder Satteldach. Das Flachdach ist am günstigsten und vielseitig nutzbar, braucht aber eine sorgfältige Abdichtung. Wie du sie später reparierst, steht im Beitrag Flachdach abdichten. Beim Satteldach brauchst du mehr Material und höhere Wände, gewinnst aber Stauraum. Die Dachneigung und die passende Eindeckung erklärt der Ratgeber Dachneigung berechnen.
Baugenehmigung für die Fertiggarage
Ob du eine Baugenehmigung brauchst, regelt die Landesbauordnung deines Bundeslandes. In vielen Ländern sind Garagen bis etwa 30 bis 50 Quadratmeter Grundfläche verfahrensfrei oder genehmigungsfrei, wenn sie bestimmte Wandhöhen und Grenzabstände einhalten. Direkt an der Grundstücksgrenze sind Grenzgaragen häufig zulässig, wenn die Länge an der Grenze begrenzt bleibt, oft auf etwa 9 Meter. Der Bebauungsplan kann Garagen auf bestimmte Bereiche beschränken. Klär das vor dem Kauf mit dem Bauamt, denn eine Fertiggarage lässt sich nachträglich nur schwer versetzen. Die Kosten für den Bauantrag sind in der Tabelle oben als Größenordnung angegeben, denn sie unterscheiden sich je nach Bundesland und Bauwert.
Lieferung und Aufstellung: So läuft es ab
- Grundstück prüfen: Der Lkw mit Kran braucht Platz. Prüfe Zufahrt, Durchfahrtsbreite und Tragfähigkeit des Untergrunds.
- Fundament herstellen: Der Aushub, die Schotterschicht und die Betonplatte oder das Streifenfundament werden vor der Anlieferung fertiggestellt.
- Anlieferung und Kranmontage: Die Garage wird in einem Stück oder in Wandteilen geliefert und in wenigen Stunden gesetzt.
- Ausbau: Tor, Elektrik, Entwässerung und Anstrich folgen.
Insgesamt dauert der Aufbau vom Fundament bis zur nutzbaren Garage meist ein bis zwei Wochen, die reine Montage nur wenige Stunden. Die Aufstellung auf einem ungeeigneten Fundament ist der häufigste Fehler und führt zu Rissen und verklemmten Toren.
Garage, Carport oder Fertiggarage – was ist günstiger?
Wer sparen möchte, vergleicht Alternativen. Ein Carport kostet deutlich weniger als eine geschlossene Garage, schützt aber nicht vor Einbruch und Vandalismus. Einen Überblick über die Preise findest du in unserem Ratgeber Carport Kosten. Die gemauerte oder gegossene Garage ist langlebiger und höher bewertet, kostet aber ein Vielfaches. Die Vergleiche mit dem Neubau einer Garage vor Ort stehen im Beitrag Garagen Kosten, und wer eine Garage kaufen statt bauen möchte, findet Tipps unter Fertiggarage kaufen.
| Variante | Preis (ca.) | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Carport | 1.500 bis 6.000 Euro | Günstig, schnell | Kein Einbruchschutz |
| Fertiggarage (Beton) | 3.000 bis 12.000 Euro | Robust, schnell aufgestellt | Fundament und Kran nötig |
| Garage gemauert | 15.000 bis 30.000 Euro | Individuell, hochwertig | Lange Bauzeit, teuer |
| Holzgarage | 4.000 bis 10.000 Euro | Natürlich, anpassbar | Pflegeaufwand |
Eine verbreitete Fehlannahme lautet: Eine Fertiggarage sei grundsätzlich genehmigungsfrei, weil sie vorgefertigt ist. Das stimmt nicht. Die Genehmigungspflicht hängt nicht vom Bauverfahren, sondern von Größe, Lage und Landesrecht ab. Wer ohne Genehmigung baut, riskiert Bußgelder und im schlimmsten Fall den Rückbau.
So sparst du bei der Fertiggarage
- Angebote vergleichen: Hol mindestens drei Angebote mit Festpreis und gleicher Ausstattung ein.
- Standardmaße wählen: Sondermaße kosten schnell 20 bis 30 Prozent mehr.
- Fundament selbst vorbereiten: Mit Eigenleistung beim Aushub und Schotter sparst du mehrere hundert Euro.
- Tor und Zubehör separat prüfen: Manche Hersteller verlangen Aufpreise für Standardtore, die du im Baumarkt günstiger bekommst.
- Saison nutzen: Im Winter und Frühjahr sind die Lieferzeiten kürzer und es gibt häufiger Rabatte.
- Förderung prüfen: Eine Wallbox in der Garage wird teilweise regional gefördert.
Elektrik, Wallbox und Beleuchtung
Eine Fertiggarage ist ein guter Ort für eine Wallbox. Plane Leerrohre und Stromzuleitung vor dem Fundamentguss, denn nachträglich ist der Aufwand höher. Für eine Wallbox mit 11 kW brauchst du in der Regel einen eigenen Stromkreis mit entsprechender Absicherung und eine Anmeldung beim Netzbetreiber. Zusätzlich lohnen sich Steckdosen für Werkzeug, eine LED-Beleuchtung mit Bewegungsmelder und ein Fehlerstromschutzschalter. Die Elektroinstallation darf nur ein Fachbetrieb ausführen. Rechne dafür je nach Umfang mit etwa 800 bis 3.000 Euro.
Dämmung, Feuchte und Lüftung
Eine unbeheizte Garage braucht keine aufwendige Dämmung, aber Feuchteschutz. Betongaragen können Kondenswasser bilden, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Wände trifft, etwa wenn du ein nasses Auto hineinstellst. Lüftungsschlitze im Tor oder an der Wand und ein trockenes Fundament verhindern Schäden. Wer die Garage als Werkstatt oder Hobbyraum nutzen will, sollte Dach und Wand dämmen und den Boden mit einer Sperrschicht versehen. Das kostet pro Quadratmeter etwa 40 bis 100 Euro, je nach Aufbau.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Achte beim Vergleich der Angebote auf Betonqualität, Wandstärke, Dachaufbau und Garantie. Seriöse Hersteller geben Gewährleistung auf Bauteile und Dach und liefern eine Typenstatik. Lass dir schriftlich bestätigen, welche Leistungen enthalten sind: Lieferung, Kran, Montage, Anstrich, Tor und Zubehör. Kritisch wird es, wenn ein sehr niedriger Preis nur die nackte Garage ohne Tor, Fundament und Entwässerung beinhaltet. Rechne immer mit dem Gesamtpreis, nicht mit dem Katalogpreis.
Gebrauchte Fertiggarage: lohnt sich das?
Gebrauchte Betongaragen werden häufig für 1.000 bis 3.000 Euro angeboten, wenn der Vorbesitzer sie abbauen lässt. Die Ersparnis ist verlockend, doch es gibt Haken: Der Abbau und Transport mit Kran kostet oft 1.500 bis 3.000 Euro, und die Garage muss ohne Risse und Schäden an Dach und Wänden bleiben. Außerdem benötigst du auch für eine gebrauchte Garage Fundament, Genehmigung und Anschluss. Lass die Bausubstanz vor dem Kauf von einem Fachmann prüfen und achte darauf, dass eine Typenstatik vorhanden ist. Unterm Strich lohnt sich eine gebrauchte Garage nur, wenn sie in der Nähe steht und in gutem Zustand ist. Bei weiten Transportwegen ist der Preisvorteil schnell aufgebraucht.
Lebensdauer und Wertentwicklung
Eine gut gepflegte Betongarage hält 50 Jahre und länger. Das Dach ist meist die Schwachstelle und sollte nach etwa 20 bis 30 Jahren erneuert werden. Eine Garage kann den Wert deines Grundstücks erhöhen, besonders in Lagen mit knappen Stellplätzen. Als Faustregel erhöht eine Garage den Immobilienwert um etwa den Betrag ihrer Herstellungskosten abzüglich Abnutzung, bei einer Vermietung kann sie zusätzliche Einnahmen bringen.
Häufige Fragen zu Fertiggarage Kosten (FAQ)
Was kostet eine Fertiggarage komplett?
Rechne für eine Einzelgarage inklusive Fundament, Lieferung und Tor mit etwa 6.000 bis 12.000 Euro. Eine Doppelgarage liegt oft zwischen 10.000 und 20.000 Euro.
Was kostet das Fundament für eine Fertiggarage?
Etwa 1.000 bis 3.500 Euro, abhängig von Untergrund, Größe und Frosttiefe.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Das hängt vom Bundesland, der Größe und der Lage ab. Frage vorab beim Bauamt nach.
Ist eine Betongarage besser als eine Holzgarage?
Beton ist robuster und pflegeleichter, Holz wirkt wärmer und ist leichter. Beide Varianten sind bei guter Ausführung langlebig.
Wie lange dauert der Aufbau?
Die Montage dauert wenige Stunden, das Fundament und der Ausbau benötigen ein bis zwei Wochen.
Kann ich eine Fertiggarage selbst aufbauen?
Der Aufbau einer Betongarage erfordert einen Kran und Fachpersonal. Holz- und Metallgaragen lassen sich mit handwerklichem Geschick selbst montieren.