Geranien überwintern: 4 Methoden, die wirklich funktionieren

Geranien sind mehrjährig und müssen nicht auf den Kompost. Vier bewährte Methoden, mit denen du Pelargonien hell, dunkel oder als Stecklinge überwinterst.

Last updated on Sep. 23, 2026

Veröffentlicht am Sep. 23, 2026

Geranien sind die Klassiker auf deutschen Balkonen. Jedes Jahr im Herbst landen trotzdem Millionen von ihnen auf dem Kompost, weil sie als einjährige Sommerblumen gelten. Dabei sind Geranien, botanisch korrekt Pelargonien, mehrjährige Pflanzen. Mit der richtigen Methode überstehen sie den Winter problemlos und blühen im nächsten Jahr oft kräftiger als frisch gekaufte Exemplare. In diesem Ratgeber stellen wir dir die vier bewährten Methoden vor, mit denen du Geranien überwintern kannst, und zeigen, welche davon für deine Wohnsituation die beste ist.

Warum sich das Überwintern von Geranien lohnt

Die Pelargonie stammt aus Südafrika und ist dort eine ausdauernde, halbstrauchige Pflanze. Frost verträgt sie nicht, aber mit Kühle und wenig Licht kommt sie erstaunlich gut zurecht. Überwinterte Pflanzen haben bereits ein kräftiges Wurzelwerk und verholzte Triebe. Sie starten im Frühjahr schneller durch und werden von Jahr zu Jahr größer und blühfreudiger.

Dazu kommt der finanzielle Aspekt. Für einen gut bepflanzten Balkon mit drei oder vier Kästen brauchst du schnell 20 bis 30 Geranien. Wer sie jedes Jahr neu kauft, gibt dafür leicht 60 bis 100 Euro aus. Überwinterte Pflanzen kosten dich dagegen nur etwas Platz und ein paar Minuten Pflege im Monat.

Wann müssen Geranien ins Winterquartier?

Geranien vertragen keinen Frost. Leichte Temperaturen knapp über null überstehen sie, aber schon ein einziger Nachtfrost von minus zwei Grad kann die Triebe erfrieren lassen. Hol sie deshalb spätestens dann herein, wenn der Wetterbericht die ersten Nachtfröste ankündigt. In den meisten Regionen Deutschlands ist das zwischen Anfang und Ende Oktober.

Vor dem Einräumen entfernst du welke Blüten, gelbe Blätter und Pflanzenreste. Kontrolliere die Pflanzen auf Schädlinge wie Weiße Fliegen oder Blattläuse. Befallene Exemplare solltest du nicht zu den anderen ins Winterquartier stellen. Einige Tage vorher stellst du das Gießen weitgehend ein, damit die Erde abtrocknet und die Pflanzen leichter werden.

Die vier Methoden im Überblick

MethodeTemperaturLichtPlatzbedarfErfolgsquote
Im Kasten, hell5–10 °Chellhochsehr hoch
Zurückgeschnitten im Topf, dunkel5–8 °Cdunkel möglichmittelhoch
Wurzelnackt kopfüber5–8 °C, hohe Luftfeuchtigkeitdunkelgeringmittel
Stecklinge10–15 °Chellsehr geringhoch

Welche Methode du wählst, hängt vor allem von deinem Platzangebot ab. Hast du einen hellen, kühlen Raum, ist Methode eins die sicherste. Hast du nur einen kühlen Keller, ist Methode zwei die richtige Wahl.

Methode 1: Hell im Balkonkasten überwintern

Die einfachste Methode ist, die Geranien mitsamt Kasten in einen hellen, kühlen Raum zu stellen. Geeignet sind ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Treppenhaus, ein kühles Gästezimmer oder eine Garage mit Fenster. Die Temperatur sollte zwischen fünf und zehn Grad liegen.

Kürze die Triebe vor dem Einräumen um etwa ein Drittel ein. So brauchen die Pflanzen weniger Platz und verdunsten weniger Wasser. Gieße im Winter nur sehr sparsam, etwa alle drei bis vier Wochen einen kleinen Schluck. Die Erde sollte fast trocken sein, aber nicht völlig ausdörren. Blüten, die sich im Winter bilden, knipst du aus. Sie kosten die Pflanze nur Kraft.

Methode 2: Zurückgeschnitten und dunkel

Wer keinen hellen Platz hat, kann Geranien auch im dunklen Keller überwintern. Voraussetzung ist eine konstante Temperatur zwischen fünf und acht Grad. Bei dieser Kühle stellen die Pflanzen ihr Wachstum fast vollständig ein und kommen mit wenig oder gar keinem Licht aus.

  1. Nimm die Geranien aus dem Kasten und schüttle die Erde grob ab.
  2. Schneide alle Triebe auf etwa zehn bis 15 Zentimeter zurück. Pro Trieb sollten zwei bis drei Blattknoten stehen bleiben.
  3. Entferne alle Blätter. Sie würden im Dunkeln ohnehin abfallen und könnten faulen.
  4. Setz die Pflanzen eng nebeneinander in eine flache Kiste oder einzelne Töpfe mit trockener Erde.
  5. Gieße nur alle vier bis sechs Wochen sehr wenig.

Der Nachteil: Ein warmer Heizungskeller mit 15 Grad oder mehr funktioniert nicht. Dort treiben die Geranien im Dunkeln aus, bilden lange, bleiche Triebe und verlieren ihre Kraft. Kontrolliere die Temperatur deshalb vorher mit einem Thermometer.

Methode 3: Kopfüber aufhängen

Die Großmütter-Methode kommt ganz ohne Topf und Erde aus. Du nimmst die Geranien aus dem Kasten, schüttelst die Erde komplett ab, schneidest die Triebe auf etwa 15 Zentimeter zurück und entfernst alle Blätter. Dann steckst du jede Pflanze in eine Papiertüte oder wickelst den Wurzelballen in Zeitungspapier und hängst sie kopfüber an einer Schnur in einem kühlen, dunklen Raum auf.

Hier muss man ehrlich sein: Diese Methode funktioniert nur in alten, kühlen und eher feuchten Gewölbekellern zuverlässig, wie sie früher üblich waren. In modernen, trockenen Kellern vertrocknen viele Pflanzen. Wenn du sie ausprobierst, prüfe alle vier Wochen, ob die Triebe noch fest und grün sind. Beginnen sie zu schrumpeln, tauchst du die Wurzeln für einige Stunden in Wasser. Die Erfolgsquote ist deutlich geringer als bei den anderen Methoden.

Methode 4: Stecklinge statt Mutterpflanzen

Wenn der Platz knapp ist, überwinterst du nicht die ganzen Pflanzen, sondern nur Stecklinge. Schneide dafür im August oder September etwa zehn Zentimeter lange Kopfstecklinge von gesunden, nicht blühenden Trieben. Entferne die unteren Blätter und alle Blütenknospen. Lass die Schnittstelle einige Stunden antrocknen und steck die Stecklinge dann in kleine Töpfe mit Anzuchterde.

Die jungen Pflanzen stellst du auf eine helle Fensterbank bei zehn bis 15 Grad. Gieße mäßig, sodass die Erde leicht feucht bleibt. Nach drei bis vier Wochen bilden sich Wurzeln. Im Februar kappst du die Triebspitzen, damit sich die Pflanzen verzweigen. Im Mai hast du so kräftige, kompakte Jungpflanzen, die deiner Lieblingssorte exakt entsprechen.

Im Frühjahr: Aufwecken und Neustart

Ab Ende Februar oder Anfang März holst du die Geranien aus dem Winterquartier. Stell sie an einen hellen, etwas wärmeren Platz bei zwölf bis 15 Grad. Jetzt ist die Zeit für den Frühjahrsschnitt: Kürze alle Triebe auf zwei bis drei Blattknoten ein und entferne schwache oder vertrocknete Teile.

Topfe die Pflanzen in frische Balkonpflanzenerde um. Beginne langsam wieder mit dem Gießen und nach zwei bis drei Wochen mit einer schwachen Düngung. Nach draußen dürfen sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Vorher kannst du sie an milden Tagen schon für einige Stunden an die frische Luft stellen, um sie abzuhärten. Ideen, wie du Geranien mit anderen Sommerblumen kombinierst, findest du im Beitrag über Balkonpflanzen.

Geranien und Fuchsien gemeinsam überwintern

Viele Balkongärtner haben neben Geranien auch Fuchsien. Beide lassen sich ähnlich überwintern, es gibt aber einen wichtigen Unterschied: Fuchsien brauchen etwas mehr Feuchtigkeit und dürfen nicht so stark austrocknen wie Geranien. Alles Wichtige dazu erfährst du im Ratgeber Fuchsien überwintern. Auch Knollenpflanzen wie Dahlien kommen in dasselbe kühle Winterquartier. Wie das bei ihnen funktioniert, zeigt der Beitrag Dahlien überwintern.

Die Arbeiten an Geranien sind nur ein Teil der Vorbereitungen im Herbst. Eine vollständige Übersicht von Kübelpflanzen bis zu Gartengeräten findest du in unserer Anleitung Garten winterfest machen.

Pflege im Winterquartier: Die monatliche Kontrolle

Egal für welche Methode du dich entscheidest, ein kurzer Kontrollgang einmal im Monat gehört dazu. Er dauert nur wenige Minuten und verhindert, dass sich kleine Probleme unbemerkt ausbreiten. Achte dabei auf drei Dinge.

Erstens die Feuchtigkeit: Drück mit dem Finger in die Erde. Ist sie mehrere Zentimeter tief staubtrocken und fühlen sich die Triebe weich an, gibst du einen kleinen Schluck Wasser. Ist sie noch feucht, wartest du. Zweitens Fäulnis und Schimmel: Braune, matschige Stellen am Stängelgrund oder ein grauer Pilzrasen auf Blättern sind Warnzeichen. Entferne betroffene Teile sofort und stell die Pflanze etwas luftiger. Drittens Schädlinge: Weiße Fliegen, Blattläuse und Spinnmilben überwintern gern mit. Ein Blick auf die Blattunterseiten zeigt, ob du handeln musst.

Hilfreich ist auch ein einfaches Min-Max-Thermometer im Winterquartier. Es zeigt dir, ob die Temperatur tatsächlich im gewünschten Bereich bleibt oder ob es in kalten Nächten zu frostig oder an sonnigen Tagen zu warm wird. Gerade Garagen und Gartenhäuser schwanken oft stärker, als man vermutet. Liegt die Temperatur an einzelnen Tagen unter null, deckst du die Pflanzen nachts mit Vlies oder Zeitungspapier ab.

Häufige Fehler beim Geranien überwintern

  • Zu warm: Über zwölf Grad treiben Geranien im Winter weiter aus und vergeilen.
  • Zu nass: Die häufigste Todesursache ist Fäulnis durch zu viel Wasser. Im Winter lieber zu trocken als zu nass.
  • Zu spät hereingeholt: Schon ein Frost unter minus zwei Grad kann die Pflanzen erheblich schädigen.
  • Kranke Pflanzen einquartiert: Grauschimmel und Schädlinge breiten sich im Winterquartier schnell aus.
  • Zu früh nach draußen: Vor Mitte Mai drohen noch Nachtfröste.

Welche Geranien lassen sich gut überwintern?

Grundsätzlich lassen sich alle Pelargonien überwintern. Unterschiede gibt es trotzdem. Stehende Geranien (Pelargonium zonale) sind sehr robust und kommen mit allen vier Methoden gut zurecht. Hängegeranien (Pelargonium peltatum) mit ihren langen Trieben brauchen etwas mehr Platz und überwintern am besten hell. Edelgeranien (Pelargonium grandiflorum) sind empfindlicher und sollten hell und bei etwa zehn Grad stehen, weil sie im Dunkeln schnell Blätter und Kraft verlieren. Duftgeranien überwintern ebenfalls am besten hell, sie behalten dann auch im Winter ihre aromatischen Blätter.

Sehr alte, stark verholzte Pflanzen, die seit vielen Jahren überwintert werden, blühen irgendwann weniger. Dann lohnt es sich, im Spätsommer Stecklinge zu schneiden und die Mutterpflanze durch junge Exemplare zu ersetzen.

Häufige Fragen zum Geranien überwintern

Kann ich Geranien im dunklen Keller überwintern?

Ja, wenn die Temperatur konstant zwischen fünf und acht Grad liegt. Schneide die Pflanzen vorher stark zurück und entferne alle Blätter.

Wie oft muss ich Geranien im Winter gießen?

Sehr selten. Im hellen Quartier etwa alle drei bis vier Wochen, im dunklen Keller alle vier bis sechs Wochen jeweils nur einen kleinen Schluck.

Muss ich Geranien vor dem Überwintern zurückschneiden?

Bei der hellen Überwinterung reicht ein leichter Rückschnitt um ein Drittel. Bei der dunklen Methode schneidest du kräftig auf zehn bis 15 Zentimeter zurück.

Ab wann dürfen Geranien wieder nach draußen?

Nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai. Bis dahin stehen sie hell im Haus und werden an milden Tagen stundenweise abgehärtet.

Lohnt sich das Überwintern überhaupt?

Ja. Überwinterte Geranien sind im Folgejahr meist kräftiger und blühen früher. Außerdem sparst du bei einem großen Balkon schnell 60 Euro und mehr pro Jahr für neue Pflanzen.

Meine Geranien haben im Winter Schimmel bekommen. Was nun?

Das ist meist Grauschimmel durch zu viel Feuchtigkeit. Schneide befallene Teile großzügig ab, gieße weniger und lüfte das Winterquartier regelmäßig.

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