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Geschossdecken - was Bauherren über Decken in Wohngebäuden wissen sollten

Geschossdecken trennen die Etagen eines Gebäudes. Sie tragen eine hohe Last und dürfen nie versagen. Die Decken eines Wohngebäudes können auf unterschiedliche Arten ausgeführt und gebaut werden. Welche Deckenarten es gibt, was sie kosten und wie sie optimal gedämmt werden können, ist Thema dieses Ratgebers.


Welche Deckenarten gibt es und was ist zu beachten?

Für den Bau eines Einfamilienhauses haben Bauherrinnen und Bauherren die Wahl zwischen verschiedenen Deckenarten. Heute sind folgende Ausführungen von Decken möglich:

Betondecken
Die meisten Häuser werden heute mit Betondecken gebaut. Betondecken gibt es in vier verschiedenen Ausführungen als:

  • Ortbetondecke
  • Filigrandecke
  • Beton-Hohlsteindecke
  • Spannbeton-Fertigdecke

Ortbetondecken
Ortbetondecken werden auf der Baustelle aus sogenannten Ortbeton gegossen. Sie sind mit Stahlstäben und -matten bewehrt. Ihre Vorteile sind die flexible Anpassungsmöglichkeit an den Grundriss des Gebäudes sowie die hohe Lastaufnahmefähigkeit. Sie können sowohl Zug wie auch Druckkräfte aufnehmen.

Ein Nachteil ist, dass die gesamte Unterseite der Decke eingeschalt werden muss. Auf die Verschalung wird dann die Bewehrung aufgelegt und der Beton gegossen. Ein weiterer Nachteil ist, dass Stahlbetondecken, die vor Ort gegossen werden, lange aushärten und trocknen müssen, sodass der Baufortschritt verzögert wird. Ebenfalls ein Nachteil ist der geringe Wärme- und Trittschallschutz.

Filigrandecken
Diese Decken bestehen aus mehreren Teilen, die vorgefertigt angeliefert und eingebaut werden müssen. Die vorgefertigten Platten sind bereits mit einer Armierung ausgerüstet. Sie werden auf der Baustelle auf Stützen ausgelegt und anschließend mit Beton ausgegossen.

Diese Decken können daher schneller gebaut werden als eine Ortbetondecke. Durch das Ausgießen mit Beton auf der Baustelle können auf den Platten einer Filigrandecke problemlos Rohre verlegt und mit eingegossen werden. Ein Nachteil ist, dass die Platten bei der Verlegung aufwendig abgestützt werden müssen. Auch ist für den Einbau ein Kran erforderlich.

Hohlsteindecken
Eine Decke aus Hohlsteinen besteht ebenfalls aus einzelnen Elementen - bewehrten Betonträgern oder bewehrten Betongittern - die beim Aufbau der Steindecke von Wand zu Wand verlegt werden. Das normale Rastermaß für diese Decken beträgt 62,5 cm. Zwischen die Träger aus Beton werden die sogenannten Deckensteine gelegt, die aus Leichtbeton oder normalen Beton hergestellt werden.

Nach dem Verlegen werden Hohlsteindecken mit Beton vergossen. Nach dem Vergießen ist die Oberfläche der Hohlsteindecke so glatt wie eine Stahlbetondecke, die vor Ort gegossen wurde. Ein Vorteil dieser Deckenart ist, dass die einzelnen Teile relativ leicht sind und kein schweres Gerät für den Transport und den Einbau erforderlich ist. In die Hohlräume der Steine kann eine Isolierung eingebracht werden

Spannbeton-Fertigdecken
Diese Decken werden bei spezialisierten Herstellern meist in mehreren Teilen vorgefertigt und auf der Baustelle zur Decke zusammengefügt. Ihr Vorteil ist die schnelle Montage auf der Baustelle. Ein zusätzliches Vergießen auf der Baustelle mit Beton ist bei diesen Decken nicht erforderlich. Daher müssen Bauherrn nicht auf das Aushärten des Betons warten.

Spannbeton-Fertigdecken werden auch als Hohlkammer-Fertigdecke oder Spannbeton-Hohldecke bezeichnet. Ihre Konstruktion ermöglicht große Spannweiten, ohne dass Stützelemente oder tragende Wände vorgesehen werden müssen. Ein Nachteil ist, dass für die Montage der Deckenelemente einen Kran erforderlich ist. Durch die industrielle Vorfertigung sind Spannbeton-Fertigdecken jedoch relativ günstig.

Holzbalkendecken
Bis Ende der 1950er-Jahre war es üblich, im Wohnungsbau Holzbalkendecken zu verwenden. In den Jahrzehnten danach wurde die klassische Holzbalkendecke mehr und mehr von Stahlbetondecken verdrängt. Heute werden Decken aus Holzbalken wieder vermehrt im Wohnungsbau eingesetzt. Die Balken einer Holzbalkendecke tragen den gesamten Aufbau darüber. Bei der Ausführung haben Bauherren die Wahl, ob die Balken hinter einer Vertäfelung versteckt oder sichtbar bleiben.

Die Deckenunterkonstruktion wird in der Regel mit Holz oder Gipsplatten ausgeführt. Die Zwischenräume einer Holzbalkendecke bieten eine zusätzliche Dämmmöglichkeit. Dadurch können bei einer Holzbalkendecke der Wärmeschutz und der Schallschutz erheblich verbessert werden. Ein wichtiger Punkt beim Einbau einer Holzbalkendecke ist die Statik. Die Statik muss sorgfältig berechnet werden, um die Abstände, die Abmessungen und die Anzahl der Holzbalken zu bestimmen.

Holzbalkendecke
Holzbalkendecke

Träger- und Balkendecken
Träger- und Balkendecken werden auch als Einhängedecken bezeichnet. Ein typisches Beispiel ist die sogenannte Ziegeldecke. Träger oder Balken bilden bei einer Steindecke die tragende Konstruktion. Sie werden im gleichmäßigen Abstand von Wand zu Wand eingebaut.

Die Einhängesysteme für die Steine können an das Gewicht der verwendeten Steine angepasst werden. Die Steine der Steindecke können aus Ziegel, Leicht- oder Porenbeton bestehen. Sie werden einfach in das Trägersystem eingelegt. Bei verschiedenen Systemen werden die Unterseiten der Träger mit vormontierten Holzleisten geliefert.

Dadurch ist es problemlos möglich, eine untergehängte Decke an einer Träger- oder Balkendecke zu montieren. Ein Vorteil dieser Deckenart ist, dass keine Schalungskosten oder Wartezeiten entstehen. Nach der Fertigstellung sind diese Decken sofort begehbar und belastbar. Sie können relativ einfach auch in Eigenleistung montiert werden. Ein weiterer Vorteil ist die gute Schall- und Wärmeisolierung. Zudem können diese Decken große Traglasten aufnehmen und es können große Spannweiten realisiert werden.


Was kostet eine Betondecke pro m2?

Die Kosten pro qm Betondecke hängen von verschiedenen Faktoren ab. Wichtige Kostenfaktoren sind die Ausführung der Decke, die Dicke, die Qualität des verwendeten Betons, sowie die benötigte Menge Bewehrungsstahl und natürlich die Arbeitskosten.

Der Bewehrungsstahl hat einen Anteil von etwa 6 bis 12 % am Preis einer Betondecke. Üblicherweise wird der Preis für eine Decke aus Beton nicht pro Quadratmeter sondern pro Kubikmeter angegeben. Bauherrinnen und Bauherren müssen für eine 25 cm dicke Betondecke mit folgenden durchschnittlichen Kosten pro qm (m³) inklusive Arbeitskosten rechnen:

  • Ortbetondecke: ca. 170 Euro / m³ => ca. 43 Euro / m²
  • Filigrandecke: ca. 150 Euro / m³ => ca. 38 Euro / m²
  • Beton-Hohlsteindecke: ca. 140 Euro / m³ => ca. 35 Euro / m²
  • Spannbeton-Fertigdecke: ca. 130 Euro / m³ => ca. 33 Euro / m²

Industriell vorgefertigte Betondecken wie Filigrandecken und Spannbeton-Fertigdecken sind wegen der geringeren Personalkosten bei der Herstellung in der Regel günstiger als auf klassische Weise aus Ortbeton gegossene Decken.

Der Preis für eine Decke aus Beton ist auch von den Energiekosten abhängig. Je höher die Energiekosten sind, umso mehr kosten Zement und Stahl, für die bei der Herstellung viel Energie verbraucht wird.

Die genannten Zahlen sind daher nur Richtwerte, die zum Teil erheblich schwanken können. Bevor ein Unternehmen mit der Herstellung einer Betondecke beauftragt wird, sollten daher unbedingt vorher mehrere Angebote eingeholt und verglichen werden.

Geschossdecke
Geschossdecke

Wann muss die oberste Geschossdecke gedämmt werden?

Die oberste Geschossdecke in einem Ein- oder Zweifamilienhaus muss gedämmt werden, wenn das Dach selbst nicht gedämmt ist. Diese Verpflichtung für die Eigentümer ergibt sich aus § 10 Absatz (3) der allgemeinen Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014).

Diese Vorschrift besagt, dass die oberste Geschossdecke von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden, die im Laufe eines Jahres mindestens vier Monate lang auf eine Temperatur von mindestens 19 Grad beheizt wurden, gedämmt werden müssen. Weiterhin ist vorgeschrieben, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der gedämmten Geschossdecke0,24 Watt / (m2 K) nicht überschreiten darf.

Neben dieser Ausnahme mit Bezug auf die Beheizung von Räumen gibt es noch eine weitere Ausnahme. Diese gilt für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen. Die Energieeinsparverordnung besagt für diese Fälle, dass keine Pflicht für eine Wärmedämmung der obersten Geschossdecke besteht, wenn die Eigentümer am 01.02.2002 eine Wohnung eines Wohngebäudes mit nicht mehr als zwei Wohnungen selbst bewohnt haben und heute noch bewohnen.

Diese Verpflichtung trifft erst den nächsten Eigentümer. Dieser hat wiederum zwei Jahre Zeit, eine fachgerechte Wärmedämmung der obersten Geschossdecke durchführen zu lassen. Diese Ausnahme gilt auch, wenn das Dach selbst nicht gedämmt ist. Eine Dämmung der obersten Geschossdecke ist grundsätzlich nicht erforderlich, wenn das Dach bereits gedämmt ist.


Welche Dämmplatten für den Dachboden?

Für die Wärmedämmung des Dachbodens eignen sich verschiedene Dämmplatten, die selbst verlegt werden können. Gute Dämmeigenschaften haben:

  • Dämmplatten aus geschäumten Dämmstoffen. Beispielsweise aus EPS. EPS steht für "Expandiertes Polystyrol". Diese Platten sind sehr einfach zu verarbeiten, kostengünstig und unverrottbar. Soll der Dachboden später regelmäßig betreten werden, muss auf die Trittfestigkeit der Platten geachtet werden.
  • Mineralfaser-Dämmplatten. Mineralfaser Dämmplatten bestehen entweder aus Steinwolle oder aus Glaswolle. Sie sind in verschiedenen Ausführungen als leichte Matten, Filze oder Platten erhältlich. Mineralfaserplatten sind nur bedingt oder nicht begehbar.
  • Holzfaserplatten. Eine Dämmung aus Holzfaserplatten ist elastisch. Die Platten können ganz einfach mit einem Fuchsschwanz zurecht gesägt werden. Sie sind aber auch als Nut und Feder Platten erhältlich. Sie bieten gute Wärmedämmeigenschaften. Allerdings sind Holzfaserdämmplatten feuchtigkeitsempfindlich.
  • Polyurethan-Dämmplatten. Polyurethan Dämmstoffe sind in Platten oder Blockform erhältlich. Sie können sehr leicht zurechtgeschnitten und verarbeitet werden. Wie geschäumtes Polystyrol sind Polyurethan-Dämmplatten unverrottbar, bieten gute Wärmedämmeigenschaften und sie sind druckfest. Eine Dämmung mit Polyurethan-Dämmplatten kann also begangen werden.

Bei der Auswahl von Dämmplatten für den Dachboden sollte darauf geachtet werden, dass sie über Nut- und Feder oder eine Stufenfalz verfügen, mit diesen Falzen oder Nut- und Feder Verbindungen können die Platten miteinander verbunden werden, sodass eine geschlossene Fläche entsteht.


Welche Arten von Dämmungen gibt es?

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke stehen Bauherren verschiedene Materialien zur Auswahl. Eine gute Dämmung wird mit den folgenden Materialien erreicht:

EPS
EPS, das bereits erwähnte Expandierte Polystyrol ist ein sehr preisgünstiger Dämmstoff. EPS Dämmplatten kosten etwa 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter je nach Dicke. Allerdings hat dieser Dämmstoff einen Nachteil. Für die Herstellung ist ein hoher Energieaufwand erforderlich.

Blähton / Blähglas
Blähton und Blähglas haben den Vorteil, dass sie beständig gegen Frost und Feuchtigkeit sind. Die Wärmedämmeigenschaften sind jedoch nur durchschnittlich. Eine Dämmung aus Blähton oder Blähglas kostet etwa 50 bis 70 Euro pro Quadratmeter.

Hanf
Hanf ist ein noch relativ neues Dämmmaterial. Hanfdämmungen haben eine sehr gute feuchtigkeitsregulierende Wirkung. Sie sind umweltfreundlich, nachhaltig und bei der Herstellung wird nur wenig Energie benötigt. Die Dämmwirkung ist allerdings geringer als beispielsweise bei PUR. Hanfdämmungen kosten etwa 10 bis 30 Euro pro Quadratmeter.

PUR / PIR
PUR / PIR (Polyiso-Hartschaum) sind PolyurethanDämmstoffe mit sehr guten Wärmedämmeigenschaften. Allerdings gilt hier das Gleiche wie bei EPS. Die Herstellung erfordert sehr viel Energie. Mit Kosten von 10 bis 19 Euro pro Quadratmeter handelt es sich auch bei PUR / PIR um günstige Dämmstoffe.

Holzfaser
Holzfasern sind sehr umweltfreundlich und bieten einen guten Schutz vor sommerlicher Hitze. Die Dämmeigenschaften von Holz sind von Natur aus gut. Eine Holzfaserdämmung kostet etwa 35 bis 45 Euro pro Quadratmeter.

Steinwolle und Glaswolle
Steinwolle und Glaswolle haben den Vorteil, dass sie nicht brennbar sind. Allerdings sind in diesen Materialien relativ viele Schadstoffe enthalten und die Herstellung ist energieintensiv. Die Kosten für einen Quadratmeter Dämmung mit Stein- oder Glaswolle betragen je nach Dicke der Dämmung etwa 5 bis 20 Euro.

Perlite
Perlite wird in der Regel für eine sogenannte Einblasdämmung verwendet. Das Material ist vielseitig einsetzbar und bietet gute Wärmedämmeigenschaften. Allerdings ist auch bei diesem Material der Energieaufwand bei der Erstellung sehr hoch. Die Kosten für eine Perlitdämmung betragen etwa 20 bis 45 Euro pro Quadratmeter.

Zellulosegranulat
Zellulosegranulat ist ein natürliches Dämmmaterial, das für Einblasdämmungen verwendet werden kann. Zellulosegranulat ist mit einem Preis von ca. 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter je nach Dicke der Dämmschicht sehr günstig und hat sich in den vergangenen Jahren bewährt.


Wie stark muss eine Betondecke sein?

Die Dicke oder Stärke einer Betondecke ist im Wesentlichen abhängig von der Belastung und vom verwendeten Beton. Seit den 1950er-Jahren, als eine durchschnittliche Geschossdecke eine Dicke von etwa 15 cm hatte, ist die Stärke von Betondecken größer geworden. Heute haben Betondecken für Wohngebäude eine Dicke von etwa 20 bis 25 cm.

Holzbalkendecke
Holzbalkendecke

Wie ist eine Betondecke aufgebaut?

Geschossdecken aus Beton können auf verschiedene Arten aufgebaut werden. Basis ist immer die sogenannte Rohdecke, das heißt die Betondecke. Im Massivbau ist normalerweise folgender Deckenaufbau üblich:

  • Stahlbetondecke/ Rohdecke
  • schnell trocknender Fließestrich als Ausgleichsschicht
  • Trittschalldämmung
  • schwimmender Estrich
  • Fußbodenbelag

Bei einer Betondecke ist unabhängig von der Ausführung keine Dampfsperre erforderlich. Die große Betonmasse der Decke wirkt wie eine Dampfausgleichschicht. Das heißt, Feuchtigkeit kann in die Decke einziehen und wieder abtrocknen.

Etwas anders sieht es aus bei einer Holzbalkendecke mit einer Dämmauflage beispielsweise, wenn die Holzbalkendecke die oberste Geschossdecke ist. Werden auf die Dämmauflage zusätzlich Spanplatten verlegt, muss unter die Wärmedämmung eine Dampfsperre eingebaut werden.


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