Kellerboden streichen: Anleitung, Farbe und Kosten

So streichst du deinen Kellerboden richtig: Feuchtigkeit prüfen, Untergrund vorbereiten, die passende Farbe wählen und Kosten grob einschätzen.

Last updated on Okt. 29, 2026

Veröffentlicht am Okt. 29, 2026

Ein unbehandelter Betonboden im Keller staubt, nimmt Flecken auf und sieht schnell schäbig aus. Mit dem richtigen Anstrich wird der Raum nicht nur heller und sauberer, du schützt den Estrich auch vor Abrieb und Verschmutzung. Wichtig ist allerdings die Reihenfolge: Wer den Kellerboden streichen will, sollte zuerst die Feuchtigkeit prüfen, sonst blättert die teure Farbe nach wenigen Monaten ab. In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du vorgehst, welche Farben es gibt und was du ausgeben musst.

Schritt 1: Feuchtigkeit prüfen, bevor du streichst

Das ist der Punkt, an dem die meisten Anstriche scheitern. Ein Kellerboden steht im Kontakt mit dem Erdreich. Dringt Feuchte von unten ein, drückt sie die Beschichtung später ab. Ein einfacher Test: Klebe eine etwa einen Quadratmeter große Folie aus Polyethylen ringsum mit Klebeband auf den Boden und lasse sie zwei bis drei Tage liegen. Bildet sich Kondenswasser unter der Folie oder ist der Boden darunter dunkel, kommt die Feuchte von unten. Beschlägt nur die Oberseite der Folie, ist eher die Raumluft zu feucht.

Ein verbreiteter Irrtum lautet: "Eine dichte Farbe stoppt die Kellerfeuchte." Das stimmt nicht. Eine Beschichtung kann Feuchte nicht beseitigen, sondern nur verdecken. Bei aufsteigender Nässe brauchst du zuerst eine Abdichtung, wie wir sie in den Beiträgen zur Abdichtung der Bodenplatte und zur Kellerabdichtung beschreiben. Bei einem insgesamt feuchten Keller lohnt sich ein Blick auf das Thema Keller sanieren.

Schritt 2: Die richtige Farbe wählen

BeschichtungEignungVorteileNachteile
Bodenfarbe auf Acryl- oder DispersionsbasisTrockene Keller, geringe BelastungEinfach, günstig, geruchsarmWeniger abriebfest, muss öfter erneuert werden
Polyurethan-Bodenbeschichtung (PU)Normale Nutzung, Werkstatt, WaschkücheRobust, gut zu streichenMeist lösemittelhaltig, Geruch
Epoxidharz (2-Komponenten)Starke Belastung, Garage, WerkraumSehr hart, chemikalienbeständigZwei Komponenten, empfindlich bei Feuchte, höherer Preis
Bodenfliesen oder VinylWohnlich genutzter KellerWohnlicher LookAufwendiger, Untergrund muss trocken sein

Für einen Keller, der als Lager oder Hobbyraum genutzt wird, ist meist eine 2-Komponenten-Beschichtung oder eine hochwertige Bodenfarbe die richtige Wahl. Achte beim Kauf auf den Hinweis "für mineralische Untergründe" und auf die angegebene Belastbarkeit. Bei Epoxidharz sind die Verarbeitungszeit (Topfzeit) und die Temperatur zu beachten, sonst härtet das Material schlecht aus.

Schritt 3: Untergrund vorbereiten

  1. Leerräumen und kehren: Der Raum muss komplett frei sein. Grobschmutz entfernst du mit Besen und Industriesauger.
  2. Fett, Öl und alte Farbreste entfernen: Ölflecken mit Entfetter behandeln, lose Altfarbe abschleifen oder abkratzen. Bleibt Fett zurück, haftet nichts.
  3. Reparieren: Risse und Löcher mit geeignetem Reparaturmörtel oder Epoxidspachtel schließen und trocknen lassen.
  4. Anschleifen oder Kugelstrahlen: Glatter, dichter Estrich sollte angeraut werden, damit die Grundierung haftet. Kleine Flächen kannst du mit einem Betonschleifer bearbeiten, bei großen Flächen leiht man sich Maschinen.
  5. Absaugen: Staub ist der Feind jeder Beschichtung. Sauge gründlich, am besten zweimal.

Schritt 4: Grundieren und streichen

Die Grundierung festigt den Untergrund und sorgt für Haftung. Sie wird mit der Rolle aufgetragen und muss laut Herstellerangabe trocknen. Danach folgt die Beschichtung in zwei Schichten. Arbeite von der entferntesten Ecke zur Tür, damit du nicht über frische Flächen laufen musst. Halte zwischen den Anstrichen die Wartezeit ein und sorge für Lüftung, besonders bei lösemittelhaltigen Produkten. Die Raumtemperatur sollte für die meisten Produkte zwischen etwa 10 und 25 °C liegen, die Bodentemperatur mindestens drei Grad über dem Taupunkt.

Was kostet es, den Kellerboden zu streichen?

Die Kosten hängen vor allem vom gewählten System und davon ab, ob du selbst arbeitest. Die folgenden Zahlen sind grobe Größenordnungen (ca.), regional und je nach Hersteller unterschiedlich. Für eine Fläche von 20 m² kommst du bei Eigenleistung mit Material von etwa 100 bis 400 € aus, je nach Produkt.

PositionKosten (ca.)Hinweis
Bodenfarbe Acryl/Dispersionca. 5 bis 12 € je m²Zwei Anstriche, Grundierung eingerechnet
PU-Beschichtungca. 10 bis 20 € je m²Je nach Qualität und Gebindegröße
Epoxidharz 2K mit Grundierungca. 15 bis 35 € je m²Material, bei Eigenleistung
Maschinenmiete (Schleifer, Sauger)ca. 40 bis 100 € je TagJe nach Anbieter
Fachbetrieb, Beschichtung komplettca. 30 bis 70 € je m²Mit Vorbereitung, nur über Angebot verbindlich

Rechne außerdem Kleinmaterial wie Rollen, Pinsel, Abdeckfolie und Entfetter ein. Preise schwanken, deshalb vergleichst du am besten mehrere Händler.

Typische Fehler beim Kellerboden streichen

  • Feuchtigkeit ignoriert: Die Farbe blättert in Blasen ab. Immer vorher prüfen, siehe Schritt 1.
  • Falsche Farbe für Innenräume: Fassadenfarbe oder Wandfarbe hält auf Boden nicht. Verwende nur Bodenbeschichtungen.
  • Zu wenig Vorbereitung: Fett, Staub und glatter Beton verhindern die Haftung.
  • Kein Taupunktcheck: Bei kaltem Boden kondensiert Feuchte unter der Beschichtung.
  • Zu früh belastet: Auch wenn die Oberfläche trocken wirkt, härtet die Beschichtung oft tagelang durch.

Schimmel im Keller: Erst beseitigen, dann streichen

Zeigt der Raum Schimmel an Wänden oder Boden, löst Farbe das Problem nicht. Du musst die Ursache klären, also zu hohe Luftfeuchte, mangelnde Lüftung oder eindringende Nässe. Wie du Befall richtig behandelst, erklärt unser Beitrag zum Thema Schimmel entfernen. Wer den Keller zusätzlich wärmer machen möchte, findet in unserem Artikel zur Kellerdecke dämmen passende Hinweise. Bei Neubauten mit Porenbeton-Kellerwänden lohnt ein Blick auf den Aufbau, wie wir ihn im Artikel zu Ytong beschreiben.

Pflege und Haltbarkeit

Eine gut aufgetragene Beschichtung hält im Keller oft viele Jahre. Zum Reinigen genügt ein feuchter Wischmopp mit mildem Reiniger. Vermeide scharfe Lösungsmittel, die den Anstrich anlösen können. Stelle schwere Regale auf Filzgleiter oder Unterlagen, damit der Boden nicht eingedrückt wird. Prüfe zudem einmal im Jahr, ob an den Rändern oder an Rissen Feuchte durchkommt, denn früh erkannte Schäden lassen sich leicht ausbessern. Plane bei starker Beanspruchung, etwa in Werkstatt oder Garage, ein Auffrischen nach einigen Jahren ein.

Wann solltest du einen Fachbetrieb beauftragen?

Bei großen Flächen, hoher Beanspruchung oder unklarer Feuchtigkeitsquelle lohnt sich ein Profi. Er kann Estrichfeuchte messen, Risse fachgerecht verpressen und Systeme mit Herstellergarantie verarbeiten. Lass dir ein schriftliches Angebot erstellen, das Untergrundvorbereitung, Grundierung, Anzahl der Schichten und Trocknungszeiten nennt. Das schützt vor Streit, falls später doch Blasen entstehen.

Werkzeug und Material: Die Einkaufsliste

  • Bodenfarbe oder 2K-Beschichtung inklusive passender Grundierung, am besten aus einem System
  • Fellrolle mit kurzer Faser und Teleskopstiel, Eckenpinsel für die Ränder
  • Abklebeband und Abdeckfolie für Wände, Sockel und Heizungsrohre
  • Entfetter, Industriesauger, Besen und Schleifgerät für den Untergrund
  • Farbwanne mit Abstreifgitter, Rührstab und Bohrmaschine zum Anmischen von 2K-Systemen
  • Schutzbrille, Handschuhe und bei Lösemitteln Atemschutz mit Filter
  • Hygrometer, um die Luftfeuchte vor und während der Arbeit zu kontrollieren

Ein realistischer Zeitplan für das Wochenende

Plane für einen durchschnittlichen Keller von 20 bis 25 m² drei bis vier Tage ein. Am ersten Tag räumst du aus, reinigst und schleifst. Am zweiten Tag folgen Reparaturen und Grundierung. Am dritten Tag trägst du die erste Schicht auf, und am vierten Tag die zweite. Danach lässt du den Boden je nach Produkt einige Tage ruhen, bevor du Möbel zurückstellst. Wer Zeit sparen will, nimmt ein schnelltrocknendes System, muss dann aber zügiger arbeiten und braucht eine zweite Person zum Anmischen und Streichen.

Alternativen zum Streichen

Nicht jeder Keller muss gestrichen werden. Für Hobbyräume und Wohnbereiche kommen schwimmend verlegte Beläge in Frage, etwa Klick-Vinyl auf einer feuchtesperrenden Folie, oder Fliesen auf einer Abdichtung. Für Werkstätten sind Gummimatten und Kunststoffplatten praktisch, weil sie sich leicht austauschen lassen. Streichen ist die günstigste Lösung, aber nicht immer die langlebigste. Wenn du später einmal einen Bodenbelag verlegen willst, kann eine glatte Beschichtung allerdings den Untergrund verändern, sodass Kleber schlechter haftet. Überlege daher vorab, wie der Raum in fünf bis zehn Jahren genutzt werden soll.

Hinweise zur Gesundheit und zum Umweltschutz

Lösemittelhaltige Produkte belasten die Raumluft. Sorge für kräftige Querlüftung und trage Atemschutz. Entsorge Reste und leere Gebinde nicht über den Hausmüll, sondern über den Wertstoffhof, denn Farbreste gelten häufig als Sondermüll. Wasserbasierte Systeme sind geruchsarm und für Räume geeignet, die du nach dem Streichen schnell wieder nutzen willst. Ein Gütesiegel auf dem Gebinde gibt dir zusätzlichen Hinweis auf Emissionen, ersetzt aber nicht die Beachtung der Herstellerangaben.

Sonderfall Waschküche und Heizungsraum

In der Waschküche fällt regelmäßig Wasser auf den Boden, im Heizungsraum können Öl oder Kondensat tropfen. Hier lohnt sich eine dichte, leicht zu reinigende Beschichtung mit einer leichten Neigung zum Bodenablauf. Achte darauf, dass das Produkt chemikalienbeständig ist. Wo Heizöl gelagert wird, gelten zusätzliche Vorschriften für Auffangwannen, die du bei einem Fachbetrieb erfragen solltest.

Häufige Fragen

Welche Farbe eignet sich für den Kellerboden?

Für trockene Keller reicht oft eine Bodenfarbe auf Acryl- oder Dispersionsbasis. Bei höherer Belastung sind PU- oder Epoxidharz-Beschichtungen besser. Entscheidend ist der Hinweis auf mineralische Untergründe und Bodenbelastung.

Kann ich Kellerboden bei Feuchtigkeit streichen?

Nein, nicht ohne Vorbereitung. Aufsteigende Feuchte lässt die Beschichtung abplatzen. Erst die Ursache klären und beseitigen, dann beschichten.

Wie lange muss die Farbe trocknen?

Das hängt vom Produkt ab. Oft ist der Boden nach einigen Stunden begehbar, volle Belastbarkeit erreichen viele Systeme erst nach mehreren Tagen. Halte dich an das technische Datenblatt.

Muss ich den Keller grundieren?

In den meisten Fällen ja. Die Grundierung festigt den Untergrund und verbessert die Haftung. Manche Produkte sind selbstgrundierend, das steht dann ausdrücklich auf dem Gebinde.

Was kostet das Streichen eines 20-m²-Kellers?

Bei Eigenleistung bewegen sich die Materialkosten grob (ca.) zwischen 100 und 400 €, abhängig vom System. Ein Fachbetrieb liegt deutlich darüber.

Wie oft muss ich den Kellerboden erneuern?

Bei normaler Nutzung genügt oft ein Auffrischen nach mehreren Jahren. Starke Beanspruchung durch Fahrzeuge oder Chemikalien verkürzt die Haltbarkeit.

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