Isover: Dämmstoffe aus Glaswolle im Überblick, Preise und Einsatz

Isover steht für Glaswolle und Mineralwolle-Dämmung. Du erfährst Produktarten, Kennwerte, grobe Kosten, Vergleich zu anderen Dämmstoffen und typische Fehler.

Last updated on Okt. 29, 2026

Veröffentlicht am Okt. 29, 2026

Isover gehört zu den bekanntesten Namen, wenn es um Dämmstoffe aus Mineralwolle geht. Wer sein Dach, die Fassade oder den Innenausbau dämmen will, begegnet der Marke im Baumarkt, beim Baustoffhändler und in fast jedem Handwerkerangebot. In diesem Artikel erfährst du, was hinter Isover steckt, welche Dämmstoffarten es gibt, wie du das passende Produkt auswählst und welche Kosten du grob erwarten kannst. Wir sagen dir auch, wo andere Dämmstoffe die bessere Wahl sein können.

Was ist Isover?

Isover ist eine Dämmstoffmarke des Konzerns Saint-Gobain und steht vor allem für Glaswolle. Daneben bietet das Unternehmen auch weitere Produkte für Wärme-, Schall- und Brandschutz an. Das Grundprinzip kennst du vielleicht aus unserem Beitrag zur Mineralwolle: Dünne, mineralische Fasern bilden ein Geflecht, das viel Luft einschließt. Ruhende Luft dämmt gut, die Fasern halten sie in Position. Glaswolle wird aus Altglas, Sand und weiteren mineralischen Rohstoffen geschmolzen und zu Fasern gezogen.

Gelb ist die typische Farbe, die du von Glaswolle kennst. Steinwolle ist dagegen meist grau bis braun und etwas schwerer. Den Unterschied und die jeweiligen Stärken erklären wir ausführlich in den Beiträgen zu Glaswolle und Steinwolle-Dämmung.

Die wichtigsten Isover-Dämmstoffarten im Überblick

Das Sortiment ändert sich mit der Zeit, deshalb zählen die Anwendungsformen mehr als einzelne Produktnamen. Die genauen Bezeichnungen und Kennwerte findest du im aktuellen Katalog des Herstellers.

LieferformTypische AnwendungBesonderheit
KlemmfilzZwischensparrendämmung im Dach, StänderwändeWird zwischen Sparren oder Ständer geklemmt, hält ohne Befestigung
Rollenware (Dämmfilz)Dachboden, Estrichdämmung, große FlächenSchnell zu verlegen, flexibel
DämmplattenFassade, Wärmedämmverbundsysteme, InnendämmungFormstabil, teils für Putz geeignet
TrittschalldämmplattenUnter Estrich und FußbodenReduziert Trittschall, siehe Schallschutz
Einblasdämmung (Lose Wolle)Hohlräume, oberste GeschossdeckeFüllt Zwischenräume ohne Fugen

Wärmeleitfähigkeit: Worauf du bei der Auswahl achten musst

Der wichtigste Kennwert ist die Wärmeleitfähigkeit, auch Lambda-Wert genannt. Dämmstoffe sind in sogenannte Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) eingeteilt, zum Beispiel WLG 035 oder WLG 032. Je kleiner die Zahl, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke. Mineralwolle liegt typischerweise im Bereich von etwa 0,032 bis 0,040 W/(mK), je nach Produkt. Bei beengten Verhältnissen, etwa im Dach mit begrenzter Sparrenhöhe, kann ein besserer Wert den Unterschied machen.

Ein verbreitetes Missverständnis lautet: "Dicker ist immer besser". Das stimmt nur eingeschränkt. Die Wirkung steigt mit der Dicke, aber der Zuwachs wird immer kleiner. Wichtiger als die letzten Zentimeter ist die lückenlose Verarbeitung. Bereits kleine Spalten, Luftströmungen oder fehlende Luftdichtheit mindern die Wirkung deutlich. Wie sich der U-Wert zusammensetzt, kannst du in unserem Beitrag zum U-Wert nachlesen.

Wo wird Isover-Dämmung eingesetzt?

Dach

Im Dach ist Mineralwolle der Klassiker. Die Zwischensparrendämmung mit Klemmfilz ist die gängigste Lösung bei bestehenden Dächern, ergänzt durch eine Aufsparren- oder Untersparrendämmung, wenn die Sparrenhöhe nicht reicht. Besonders bei Steildächern wie dem Giebeldach lohnt sich eine gute Dämmung, weil der Dachraum oft als Wohnraum genutzt wird. Was die Dämmung des Dachs kostet, zeigt unser Beitrag zu den Kosten der Dachdämmung.

Wand und Fassade

In Ständerwänden und Holzbauten füllt Mineralwolle die Gefache. Bei massiven Wänden kommen Dämmplatten im Wärmedämmverbundsystem zum Einsatz. Wer ein Haus aus Porenbeton baut, wie in unserem Artikel zu Ytong beschrieben, ergänzt die Wand oft nur dann um Dämmung, wenn das Energiekonzept es verlangt.

Decke, Boden und Trennwände

Zwischen Geschossen sorgt Mineralwolle für Schallschutz. Trittschalldämmplatten unter dem Estrich und Dämmfilz in Trockenbauwänden senken die Geräuschübertragung spürbar.

Was kostet Isover-Dämmung?

Preise hängen von Dicke, Wärmeleitfähigkeit, Menge und Händler ab. Die folgenden Werte sind grobe Orientierungen (ca.) für das reine Material und können regional abweichen. Aktuelle Preise erfährst du beim Händler oder Hersteller.

AnwendungDicke (Beispiel)Materialkosten (ca.)
Klemmfilz Zwischensparren16 bis 20 cmca. 8 bis 20 € je m²
Dämmfilz Rollenware Dachboden20 bis 24 cmca. 8 bis 18 € je m²
Fassadendämmplatte12 bis 16 cmca. 15 bis 30 € je m²
Trittschalldämmplatte3 bis 5 cmca. 5 bis 12 € je m²
Einblasdämmung inkl. Einbauje nach Hohlraumnur über Angebot

Zum Material kommen Verarbeitung, Dampfbremse, Unterkonstruktion und gegebenenfalls ein Gerüst. In vielen Fällen sind diese Positionen teurer als der Dämmstoff selbst. Vergleiche daher immer Gesamtangebote und nicht nur Materialpreise.

Isover im Vergleich zu anderen Dämmstoffen

DämmstoffStärkenSchwächen
Glaswolle (Isover)Günstig, leicht, gute Schalldämmung, nicht brennbarFeuchteempfindlich, juckt bei der Verarbeitung
SteinwolleHohe Druckfestigkeit, sehr hoher SchmelzpunktSchwerer, meist teurer
EPS und XPSSehr feuchteunempfindlich, gute WerteBrennbar, Erdölbasis, siehe XPS-Dämmung
HolzfaserGuter Hitzeschutz im Sommer, nachwachsendTeurer, dicker

Es gibt nicht den einen besten Dämmstoff. Für Steildach und Innenausbau ist Mineralwolle meistens eine gute und preiswerte Wahl. Für Sockel und erdberührte Bereiche nimmt man dagegen wasserresistente Platten. Für den sommerlichen Wärmeschutz im Dachgeschoss ist ein schwerer Dämmstoff wie Holzfaser oder Steinwolle im Vorteil.

Verarbeitung: Das solltest du beachten

  • Schutzausrüstung: Handschuhe, Atemschutz FFP2, Brille und lange Kleidung. Moderne Mineralwolle gilt als gesundheitlich unbedenklich, die Fasern reizen aber Haut und Atemwege.
  • Passgenau zuschneiden: Klemmfilz sollte mit leichtem Übermaß geschnitten werden, damit er sich klemmt. Lücken sind der häufigste Fehler.
  • Dampfbremse sauber verlegen: Warme feuchte Raumluft darf nicht in die Dämmschicht gelangen. Alle Bahnen müssen luftdicht verklebt sein.
  • Trocken halten: Nasse Mineralwolle verliert ihre Dämmwirkung. Bei Baustellenlagerung abdecken.
  • Zur Not Fachbetrieb: Wer unsicher ist, lässt sich beim Anschluss an Fenster, Kamin und Dachrand beraten.

Brandschutz und Gesundheit: Mythen und Fakten

Mineralwolle ist ein nicht brennbarer Baustoff und wird in der Regel der Klasse A1 oder A2 zugeordnet. Das ist ein echter Sicherheitsvorteil gegenüber Schaumstoffen, besonders bei Fassaden und Dachausbauten. Die oft gehörte Warnung, Mineralwolle sei krebserregend, bezieht sich auf alte Fasern, die vor den 1990er Jahren hergestellt wurden. Heutige Produkte mit biolöslichen Fasern gelten als unbedenklich, sofern sie ordnungsgemäß eingebaut werden. Wenn du bei einer Sanierung auf Altbestand triffst, lässt du das Material besser von einem Fachbetrieb untersuchen und entsorgen.

Sommerlicher Hitzeschutz: Eine häufige Fehlannahme

Viele glauben, eine dicke Dämmung halte im Sommer die Hitze draußen. Das ist nur die halbe Wahrheit. Die Dämmstärke bestimmt vor allem, wie schnell Wärme durch das Bauteil fließt. Wie stark sich ein Dachgeschoss aufheizt, hängt zusätzlich von der Speichermasse des Dämmstoffs, von der Verschattung der Fenster und von der Lüftung in den Nachtstunden ab. Leichte Glaswolle dämmt gut, verzögert die Hitze aber weniger als schwerere Materialien. Wer ein ausgebautes Dachgeschoss plant, sollte das gleich mit seinem Planer besprechen.

Dämmung und Förderung

Für Sanierungen gibt es Förderprogramme, die Maßnahmen an der Gebäudehülle unterstützen können. Die Konditionen ändern sich regelmäßig. Prüfe deshalb vor dem Auftrag die aktuellen Bedingungen bei KfW und BAFA sowie die Anforderungen an die Dämmung, etwa Mindest-U-Werte und die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Beträge können wir hier nur als Größenordnung nennen; verbindlich sind die Angaben der Förderstellen. Zusammenhänge zwischen Dämmung und Heizkosten erklärt unser Beitrag zum Thema Heizkosten sparen.

Typische Fehler beim Dämmen mit Mineralwolle

  • Dampfbremse vergessen oder beschädigt: Feuchte dringt in den Aufbau ein, es droht Schimmel. Mehr zu den Folgen steht im Beitrag Schimmel entfernen.
  • Dämmfilz zusammengedrückt: Quetschen reduziert die Dämmwirkung, weil weniger Luft eingeschlossen ist.
  • Wärmebrücken am Sparren: Ohne zusätzliche Dämmebene bleibt das Holz die Schwachstelle.
  • Falsche Materialwahl: Mineralwolle gehört nicht in dauerfeuchte Bereiche wie Sockel oder Perimeter.
  • Fehlende Belüftung: Bei belüfteten Dächern muss der Luftspalt frei bleiben.

Marke oder Eigenmarke? So entscheidest du

Markendämmstoffe sind häufig etwas teurer als Eigenmarken des Baumarkts. Der entscheidende Punkt ist nicht der Name, sondern die geprüfte Qualität. Achte auf das CE-Zeichen, die angegebene Wärmeleitfähigkeit, die Brandschutzklasse und die Anwendungsgebiete auf der Verpackung. Ein günstiger Dämmstoff mit denselben Werten ist völlig in Ordnung. Wichtig ist, dass du das Material für den vorgesehenen Einsatz verwendest. Für tragende Bauteile, Feuchträume oder Fassaden brauchst du Produkte mit passender Zulassung. Lass dir die Datenblätter zeigen und frage bei Zweifeln den Energieberater. Gute Handwerker nennen dir gern mehrere Alternativen und begründen ihre Empfehlung.

Planung: So gehst du Schritt für Schritt vor

Beginne mit einer Bestandsaufnahme: Welche Bauteile verlieren am meisten Wärme, und wo ist der Einbau am einfachsten? Meist liefert die oberste Geschossdecke oder das Dach den größten Effekt pro investiertem Euro. Danach legst du die Zielwerte fest, holst mehrere Angebote ein und lässt dir Dämmstoff, Dicke, Dampfbremse und Anschlüsse schriftlich bestätigen. Plane Reserven für Überraschungen im Altbestand ein, etwa feuchte Balken oder alte Dämmung. Wer systematisch vorgeht, spart langfristig Heizkosten und vermeidet teure Nacharbeiten.

Häufige Fragen

Was ist Isover?

Isover ist eine Marke von Saint-Gobain für Dämmstoffe, vor allem aus Glaswolle. Das Sortiment umfasst Klemmfilz, Rollenware, Platten und lose Wolle für Wärme-, Schall- und Brandschutz.

Ist Isover-Glaswolle gesundheitsschädlich?

Moderne Mineralwolle mit biolöslichen Fasern gilt bei sachgemäßem Einbau als unbedenklich. Bei der Verarbeitung können Fasern Haut und Atemwege reizen, deshalb sind Handschuhe, Brille und Atemschutz sinnvoll.

Was kostet Isover-Dämmung pro Quadratmeter?

Als grobe Größenordnung (ca.) liegen Materialkosten für Klemmfilz oder Dämmfilz im Bereich von etwa 8 bis 20 € je Quadratmeter. Hinzu kommen Zubehör und Einbau, die oft mehr kosten als das Material.

Welche Dicke brauche ich im Dach?

Das hängt von Sparrenhöhe, Wärmeleitfähigkeit und Zielwert ab. Bei Neubauten und Sanierungen werden meist 20 bis 30 cm Gesamtdämmung erreicht. Eine genaue Berechnung liefert der Energieberater.

Kann ich Mineralwolle selbst einbauen?

Zwischensparrendämmung mit Klemmfilz ist für geübte Heimwerker machbar. Dampfbremse, Anschlüsse und Luftdichtheit verlangen Sorgfalt; im Zweifel ist ein Fachbetrieb die bessere Wahl.

Isover oder Steinwolle: Was ist besser?

Glaswolle ist leichter und preiswerter, Steinwolle dichter und druckfester. Für Steildach und Ständerwände reicht Glaswolle meist aus; bei hohen Brandschutz- oder Lastanforderungen ist Steinwolle im Vorteil.

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