Feuchte Kellerwände, undichte Sockelzonen oder ein Pool, der Wasser verliert: In solchen Fällen greifen Profis gern zu mineralischen Dichtungsschlämmen. Eines der bekanntesten Produkte ist PCI Barraseal. Hier erfährst du, was das Produkt kann, wo du es einsetzen darfst, wie viel Material du brauchst, was du dafür ausgibst und wann eine andere Lösung besser ist. Die Angaben beruhen auf dem Technischen Merkblatt des Herstellers (ältere Fassung); vor der Verarbeitung gilt immer die aktuelle Herstellerunterlage.
Was ist PCI Barraseal?
PCI Barraseal ist eine einkomponentige, zementgebundene mineralische Dichtungsschlämme, die als graues Pulver geliefert und auf der Baustelle nur mit Wasser angemischt wird. Hersteller ist PCI Augsburg. Die Schlämme wird mit Bürste oder Kelle in mehreren dünnen Lagen aufgetragen und bildet nach dem Aushärten eine wasserdichte, mineralische Schicht. Allgemeine Grundlagen zu dieser Produktgruppe findest du in unseren Beiträgen Dichtschlämme – Schlüssel zu effektivem Abdichten und Dichtschlämme.
Wofür ist PCI Barraseal geeignet?
Laut Herstellerangaben eignet sich das Produkt für Innen- und Außenbereiche, sowohl auf der wasserzugewandten als auch auf der wasserabgewandten Seite:
- Abdichtung von Kellern und erdberührten Wänden
- Abdichtung von Nassräumen, Schwimmbecken und Wasserbehältern (je nach Ausführung bis zu mehreren Metern Wassersäule)
- Sockelabdichtung und waagerechte Sperren
- Zwischenschicht unter Bitumenanstrichen
- Abdichtung salzbelasteter Mauerwerksflächen in Kombination mit Sanierputz
Nicht geeignet ist die Schlämme für rissüberbrückende Anwendungen. Wo sich Risse bilden können, nutzt man flexible Systeme, etwa Dichtungsschlämme mit Kunststoffvergütung (zweikomponentig). Auch für den Verbund unter Fliesen in Schwimmbädern ist sie nicht gedacht. Alternativen und Vergleichsprodukte beschreibt der Artikel zur MEM Dichtschlämme.
Technische Eckdaten im Überblick
| Eigenschaft | Angabe laut Merkblatt (Stand älterer Fassung) |
|---|---|
| Produkttyp | Einkomponentige mineralische Dichtungsschlämme auf Zementbasis |
| Lieferform | Grauer Trockenmörtel, Sack 25 kg |
| Mischwasser | ca. 4,7–5,3 l pro 25 kg, je nach Auftragsart |
| Verarbeitungstemperatur | ca. +5 bis +25 °C |
| Topfzeit | ca. 60 Minuten |
| Mindest-Trockenschichtdicke bei Bodenfeuchte | ca. 2 mm |
| Bei drückendem Wasser bis 3 m | ca. 2,5 mm |
| Auftrag | mindestens zwei Lagen, je Lage max. ca. 2 mm |
| Begehbar | nach ca. 2 Tagen |
| Wasserbelastung | nach ca. 5 Tagen |
| Brandverhalten | Baustoffklasse A1 |
Die Daten sind kein Ersatz für das aktuelle Technische Merkblatt, denn Rezepturen und Zulassungen ändern sich. Frag im Zweifel beim Hersteller oder im Fachhandel nach der gültigen Fassung.
Der richtige Untergrund
Die beste Schlämme versagt auf einem falschen Untergrund. Laut Merkblatt muss die Fläche tragfähig, annähernd eben, feinporig und frei von Staub, Trennmitteln, Rissen und alten Beschichtungen sein. Geeignet sind dichter Beton ab einer ausreichenden Festigkeitsklasse, Putz der Mörtelgruppe CS III/IV und vollfugig gemauertes Kalksandsteinmauerwerk. Hohlblocksteine müssen zuvor verputzt werden. Glatte Flächen raust du an, Löcher und Fehlstellen werden gefüllt, Kanten gefast und die Fläche vor dem Auftrag mattfeucht vorgenässt. Eine Grundierung ist nach Herstellerangaben nicht nötig.
Verbrauch und Kosten – so rechnest du
Der Materialbedarf hängt von der Beanspruchung ab. Laut Herstellerangabe liegt er bei etwa 4, 5 oder 7 Kilogramm Frischmörtel pro Quadratmeter, je nachdem, ob die Fläche Bodenfeuchte, drückendem Wasser oder einem Wasserbehälter ausgesetzt ist. Ein 25-kg-Sack reicht damit je nach Belastung für ungefähr 4 bis 8 Quadratmeter.
| Beanspruchung | Schichtdicke (trocken) | Verbrauch Frischmörtel | Fläche pro 25-kg-Sack |
|---|---|---|---|
| Bodenfeuchte / nicht drückendes Wasser | ca. 2,0 mm | ca. 4 kg/m² | ca. 6–7,6 m² |
| Drückendes Wasser bis 3 m | ca. 2,5 mm | ca. 5 kg/m² | ca. 5–6 m² |
| Wasserbehälter bis 10 m | ca. 3,5 mm | ca. 7 kg/m² | ca. 3,5–4,3 m² |
Beispiel: Du willst 30 Quadratmeter Kellerwand gegen Bodenfeuchte abdichten. Mit etwa 5 kg pro Quadratmeter inklusive Reserve brauchst du rund 150 kg, also sechs Säcke. Preise für 25-kg-Säcke liegen je nach Händler grob bei 40 bis 80 Euro; die konkrete Summe hängt von Region und Aktion ab.
| Kostenposition (Beispiel 30 m²) | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Material, 6 Säcke à 25 kg | ca. 240–480 € |
| Werkzeug (Quast, Kelle, Eimer, Rührquirl) | ca. 30–80 € |
| Vorarbeiten (Untergrund, Reparaturmörtel) | ca. 50–150 € |
| Fachbetrieb für Auftrag (optional) | ca. 25–60 € pro m² |
| Gesamt Eigenleistung | ca. 320–700 € |
| Gesamt mit Fachbetrieb | ca. 1.000–2.500 € |
Die Beträge sind Größenordnungen aus üblichen Handels- und Handwerkerangeboten und ersetzen keine Preisanfrage.
PCI Barraseal verarbeiten: Schritt für Schritt
- Untergrund vorbereiten: Reinigen, ausbessern, anrauen, Kanten brechen, Hohlkehlen an Wand-Boden-Übergängen ausbilden.
- Vornässen: Fläche bis mattfeucht anfeuchten, ohne Pfützen.
- Anmischen: Pulver in die angegebene Wassermenge einrühren, kurz stehen lassen und erneut durchrühren, bis eine klumpenfreie Masse entsteht.
- Erste Lage auftragen: Mit Quast oder Kelle gleichmäßig, nicht dicker als ca. 2 mm.
- Weitere Lagen: Solange die vorherige Lage noch mattfeucht ist, die nächste auftragen; mindestens zwei Lagen.
- Nachbehandlung: Rund 24 Stunden feucht halten und etwa zwei Tage vor Hitze, Sonne, Zugluft, Regen und Frost schützen.
- Belasten: Frühestens nach etwa fünf Tagen mit Wasser, vor dem Verfüllen der Baugrube nach vier bis fünf Tagen (Herstellerangabe).
Arbeite mit Handschuhen und Schutzbrille, denn zementhaltige Produkte reizen Haut und Augen. Zusätze wie Kunststoffdispersionen oder Zement sind nicht erlaubt.
PCI Barraseal im Keller: Innen- oder Außenabdichtung?
Die Außenabdichtung ist technisch die bessere Lösung, weil sie die Feuchte vom Mauerwerk fernhält, bevor sie eindringt. Sie ist aber aufwendig, weil du die Erde freilegen musst. Die Innenabdichtung ist kostengünstiger und für Altbauten oft die einzige praktikable Option, hält das Wasser aber im Mauerwerk zurück. Beachte bei salzbelasteten Wänden zusätzlich einen Sanierputz. Planung und Kosten solcher Maßnahmen beschreibt unser Ratgeber zur Kellersanierung, die Grundlagen zu den Verfahren der Kellerabdichtung.
Typische Fehler beim Abdichten mit Schlämme
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Zu dicke Einzellage | Risse und Abplatzungen | Mehrere dünne Lagen, je max. ca. 2 mm |
| Fläche zu trocken | Schlämme trocknet zu schnell, haftet schlecht | Gut vornässen, mattfeucht arbeiten |
| Kein Hohlkehlenanschluss | Wasser wandert an Übergängen | Hohlkehlen und Fugen sauber ausbilden |
| Rissbehafteter Untergrund | Schlämme reißt mit | Flexible, rissüberbrückende Schlämme wählen |
| Direkte Sonne und Wind | Schnelle Austrocknung | Schützen und feucht nachbehandeln |
| Zu früh belasten | Undichtigkeit | Trocknungszeiten laut Merkblatt einhalten |
Verbreitete Fehlannahme: „Eine Schlämme löst jedes Feuchteproblem“
Nicht jede feuchte Wand ist ein Fall für Dichtschlämme. Kondenswasser, defekte Dachrinnen oder aufsteigende Feuchte durch fehlende Horizontalsperre haben unterschiedliche Ursachen, und die Schlämme behebt nur eine davon. Erst die Ursache klären, dann abdichten. Auch Schimmel verschwindet nicht durch Überstreichen. Wie du ihn behandelst, steht im Beitrag zum Schimmel entfernen. Zudem ist die Schlämme starr: Wo Risse entstehen, braucht es ein flexibles System.
Alternativen zu PCI Barraseal
- Flexible Dichtungsschlämmen (2K): Für rissgefährdete Flächen und Bewegung.
- Bitumendickbeschichtung: Standard für Außenabdichtung erdberührter Bauteile.
- Verbundabdichtung unter Fliesen: Für Bäder und Duschen.
- Injektageverfahren: Gegen aufsteigende Feuchte im Mauerwerk.
Sockel, Bodenplatte und Nassraum: Weitere Einsatzfälle
Im Sockelbereich schützt die Schlämme das Mauerwerk vor Spritzwasser und aufsteigender Feuchte. Ziehe sie dazu mindestens 30 Zentimeter über das Gelände hinaus und schließe sie nach unten sauber an die Abdichtung der Bodenplatte an. In Nassräumen wird die Schlämme häufig als Abdichtung unter keramischen Belägen genutzt, wenn der Hersteller dies freigibt; hier gilt aber die Verbundabdichtung nach den einschlägigen Normen, und flexible Produkte sind üblich. An schwer zugänglichen Details wie Rohrdurchführungen und Rollladenkästen entstehen die meisten Leckagen. Wenn du dort Probleme vermutest, lohnt sich ein Blick in den Beitrag Rollladengurt-Abdeckung, denn auch am Rollladenkasten dringt oft Feuchte ein.
Planungstipps für Bauherren
Hole bei größeren Flächen vor dem Auftrag eine fachliche Einschätzung ein. Ein Gutachter oder erfahrener Handwerker erkennt, ob Salzbelastung, Hohlstellen oder Risse vorliegen. Dokumentiere Schichtdicken mit Fotos und Lieferscheinen, falls es später zu Gewährleistungsfragen kommt. Kalkuliere ein Puffer von etwa zehn Prozent beim Material, weil Ecken, Anschlüsse und Verschnitt mehr Mörtel verbrauchen als die reine Fläche. Lagere die Säcke trocken und unter 30 Grad; geöffnete Säcke solltest du zeitnah verbrauchen, da Zement Feuchtigkeit aus der Luft zieht und abbindet.
Und denk an die Jahreszeit: Wegen der Verarbeitungstemperatur von etwa 5 bis 25 Grad eignet sich das Frühjahr oder der Frühherbst am besten. Im Hochsommer trocknet die Schlämme zu schnell, im Winter besteht Frostgefahr für die frische Schicht.
Gesundheit und Umwelt: Was du beim Umgang beachten solltest
Zementhaltige Schlämmen reagieren alkalisch. Bei Hautkontakt kommt es schnell zu Reizungen, im Auge sind Schäden möglich. Trage daher Handschuhe, Schutzbrille und bei Staubentwicklung eine Atemschutzmaske. Spüle Reste nicht in den Abfluss, sondern lasse sie im Eimer aushärten und entsorge sie als Bauschutt, soweit die örtliche Satzung das vorsieht. Bei Arbeiten in engen Kellerräumen sorgst du für Belüftung und ausreichend Licht, denn Stolperfallen und Schmutz sind hier die häufigsten Unfallursachen. Trinkwasserbehälter dürfen nur mit zugelassenen Produkten und nach den Vorgaben des Herstellers beschichtet werden; im Zweifel sprichst du mit einem Fachbetrieb.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist PCI Barraseal?
Eine einkomponentige, zementgebundene mineralische Dichtungsschlämme von PCI. Sie wird mit Wasser angemischt und in mehreren Lagen auf Beton oder Mauerwerk aufgetragen.
Wie viel PCI Barraseal brauche ich pro Quadratmeter?
Laut Herstellerangabe ca. 4 bis 7 kg Frischmörtel pro Quadratmeter, je nach Belastung. Ein 25-kg-Sack reicht grob für 4 bis 8 m².
Wie viele Schichten werden aufgetragen?
Mindestens zwei Lagen, je Lage höchstens etwa 2 mm. Bei höherer Belastung entsprechend mehr Lagen bzw. größere Gesamtdicke.
Was kostet PCI Barraseal?
Ein 25-kg-Sack kostet je nach Händler grob zwischen 40 und 80 Euro. Für 30 m² Wand solltest du mit einigen hundert Euro Materialkosten rechnen.
Ist PCI Barraseal rissüberbrückend?
Nein. Bei möglichen Rissen eignet sich eine flexible, kunststoffvergütete Dichtungsschlämme.
Kann ich damit einen Keller von innen abdichten?
Ja, eine Innenabdichtung ist möglich, hält aber das Wasser im Mauerwerk. Die Außenabdichtung ist technisch die bessere Lösung, aber aufwendiger.
Wann kann ich die Fläche belasten?
Laut Merkblatt ist sie nach etwa zwei Tagen begehbar und nach etwa fünf Tagen mit Wasser belastbar. Beachte die aktuelle Herstellerangabe.