Raummeter Holz Preis: Was Brennholz kostet und wie du richtig vergleichst

Raummeter Holz Preis im Überblick: Was ein Raummeter ist, welche Preise für Buche, Eiche und Fichte üblich sind und wie du Brennholz richtig vergleichst.

Last updated on Okt. 22, 2026

Veröffentlicht am Okt. 22, 2026

Wer mit Holz heizt, stolpert beim Einkauf sofort über Begriffe wie Raummeter, Ster, Schüttraummeter und Festmeter. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Mengen, und wer sie verwechselt, vergleicht Preise falsch oder zahlt zu viel. In diesem Ratgeber erfährst du, was ein Raummeter ist, welche Preise du für Brennholz grob erwarten kannst, wovon der Preis abhängt und wie du Angebote seriös vergleichst. Grundlagen zum Heizen mit Holz findest du im Beitrag Heizen mit Holz.

Was ist ein Raummeter?

Ein Raummeter (Rm), im Handel oft auch Ster genannt, ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz einschließlich der Hohlräume zwischen den Scheiten. Gemeint sind Scheite gleicher Länge, die ordentlich gestapelt sind, etwa auf einer Fläche von einem Meter Breite, einem Meter Höhe und einem Meter Tiefe. Weil dazwischen Luft bleibt, enthält ein Raummeter weniger reines Holz als ein Kubikmeter massives Holz. Als Faustwert entspricht ein Raummeter geschichtetes Scheitholz etwa 0,6 bis 0,7 Festmeter, je nach Scheitlänge und Qualität der Stapelung.

Der Schüttraummeter (Srm) beschreibt lose geschüttetes Holz, wie es etwa aus einem Anhänger gekippt wird. Er enthält noch mehr Luft, weshalb ein Schüttraummeter oft nur etwa 0,4 bis 0,5 Festmeter entspricht. Das Holz im Sack oder Netz wird meist nach Volumen oder Gewicht verkauft. Die folgende Tabelle ordnet die Begriffe ein.

EinheitBedeutungGrobe Umrechnung
Festmeter (Fm)1 m³ massives Holz ohne ZwischenräumeReferenzwert
Raummeter / Ster (Rm)1 m³ geschichtetes Holz mit Zwischenräumenca. 0,6 bis 0,7 Fm
Schüttraummeter (Srm)1 m³ lose geschüttetes Holzca. 0,4 bis 0,5 Fm, ca. 0,6 bis 0,7 Rm
Kubikmeter lose (Händlerangebot)Je nach Händler unterschiedlich definiertImmer nachfragen

Raummeter Holz Preis: Was kostet Brennholz?

Brennholzpreise schwanken regional und je nach Jahr, Nachfrage und Energiepreisen. Als grobe Orientierung für ofenfertig gespaltenes, trockenes Holz in 25 bis 33 Zentimetern Länge kannst du folgende Spannen annehmen. Es handelt sich um Größenordnungen; aktuelle Preise erfährst du bei örtlichen Forstbetrieben, Sägewerken und Brennholzhändlern.

HolzartZustandGrobe Größenordnung pro Raummeter
BucheOfenfertig, trocken (unter ca. 20 % Restfeuchte)ca. 110 bis 180 Euro
EicheOfenfertig, trockenca. 110 bis 170 Euro
BirkeOfenfertig, trockenca. 100 bis 160 Euro
Fichte / KieferOfenfertig, trockenca. 70 bis 120 Euro
Mischholz LaubOfenfertig, trockenca. 90 bis 150 Euro
Frisch, nicht getrocknetWaldfrischdeutlich günstiger, aber lagerpflichtig

Wovon hängt der Preis ab?

Der wichtigste Faktor ist die Holzart: Hartholz wie Buche, Eiche und Esche hat einen höheren Brennwert pro Raummeter und brennt länger als Weichholz. Zweitens zählt der Trockenheitsgrad. Ofenfertiges Holz mit unter 20 Prozent Restfeuchte kostet mehr als frisches, weil Lager- und Trocknungszeit eingepreist sind. Drittens entscheidet die Aufbereitung: Meterholz ist günstiger als gespaltene Scheite, diese wiederum günstiger als gesägtes und gespaltenes, sofort ofenfertiges Holz. Viertens beeinflussen Menge, Anfahrt und Liefermodus den Preis. Wer mehrere Raummeter abnimmt, bekommt oft Mengenrabatt, wer selbst abholt, spart Lieferkosten.

Auch Jahreszeit und Energiepreise wirken auf die Preise. In Jahren mit steigenden Öl- und Gaspreisen steigt die Nachfrage nach Holz, und die Preise ziehen an. Wer im Frühjahr oder Sommer bestellt, kauft häufig günstiger und kann das Holz noch trocknen lassen. Das gilt besonders für Frischholz.

Verbreitete Fehlannahme: Ein Ster ist immer gleich viel Holz

Ster und Raummeter sind zwar dasselbe, aber ein Händler mit lose geschüttetem Kubikmeter verkauft dir weniger Holz als ein Händler mit gestapeltem Raummeter. Vergleiche deshalb nie Preise, ohne die Einheit zu prüfen. Ein günstiger Preis pro Schüttraummeter kann pro Raummeter umgerechnet sogar teurer sein. Frag also, ob geschichtet oder geschüttet gemessen wird.

Preis pro Kilowattstunde: So vergleichst du richtig

Der aussagekräftigste Vergleich geht über den Heizwert. Lufttrockenes Buchenholz liefert grob etwa 1.700 bis 2.100 Kilowattstunden pro Raummeter, Fichte etwa 1.200 bis 1.500. Teilst du den Preis durch die Energiemenge, bekommst du einen Preis pro Kilowattstunde. Beispiel: Kostet ein Raummeter Buche 140 Euro und liefert etwa 1.900 Kilowattstunden, liegt der Brennstoffpreis bei etwa 7 bis 8 Cent je Kilowattstunde. Das ist eine Rechenhilfe, kein Garantiewert, denn Ofenwirkungsgrad, Feuchte und Holzqualität verändern das Ergebnis. Pellets lassen sich ähnlich bewerten; der Vergleich mit Pellets steht im Beitrag Pelletheizung kaufen.

Qualität erkennen: Trockenes Holz prüfen

Gutes Brennholz ist an den Stirnseiten rissig, wirkt grau bis hellbraun und klingt beim Aneinanderschlagen hell. Frisches Holz klingt dumpf und fühlt sich schwer an. Der sicherste Test ist ein Holzfeuchtemessgerät, das du für wenig Geld kaufen kannst. Spalte ein Scheit und miss auf der frischen Schnittfläche. Werte unter 20 Prozent gelten als ofenfertig. Feuchtes Holz verrußt den Schornstein, brennt schlecht und erzeugt mehr Emissionen. In vielen Regionen schreibt die Kleinfeuerungsanlagenverordnung ohnehin eine maximale Restfeuchte vor.

Lagerung und Platzbedarf

Ein Raummeter braucht einen Kubikmeter Stapelplatz, und der Jahresbedarf eines Hauses kann schnell zehn Raummeter und mehr betragen. Das Holz muss luftig, regengeschützt und vom Boden getrennt stehen. Tipps zur richtigen Lagerung findest du im Beitrag Brennholz lagern. Wer wenig Platz hat, kann den Stapel an einer Hauswand oder in einem Unterstand anlegen. Auch die Garage ist denkbar, wenn sie gut belüftet ist; Hintergründe gibt der Beitrag zur Fertiggarage.

Wie viel Brennholz brauchst du?

Der Bedarf hängt davon ab, ob du nur gelegentlich den Kaminofen anwirfst oder das Haus überwiegend mit Holz heizt. Für den gemütlichen Abend am Kamin reichen oft zwei bis fünf Raummeter pro Saison, für eine Zusatzheizung in der Übergangszeit eher fünf bis zehn. Wer ein Haus hauptsächlich mit Scheitholz beheizt, benötigt je nach Dämmstandard und Heizlast häufig zehn bis zwanzig Raummeter oder mehr. Wie ein Ofen arbeitet und welche Modelle es gibt, erklärt der Beitrag Kaminofen.

NutzungGrober Bedarf pro SaisonAnmerkung
Gelegentliches Feuer am Abendca. 2 bis 5 RmReiner Wohlfühlfaktor
Zusatzheizung Übergangszeitca. 5 bis 10 RmOfen im Wohnzimmer
Hauptheizung Einfamilienhausca. 10 bis 20 Rm und mehrStark abhängig vom Dämmstandard

Wo kaufst du Brennholz am besten?

Seriöse Quellen sind regionale Forstbetriebe, Landwirte, Sägewerke und Brennholzhändler. Dort erhältst du meist verlässliche Mengenangaben und kannst das Holz vor Ort ansehen. Online-Händler liefern bequem bis vor die Tür, oft in Kisten oder auf Paletten, was für kleine Mengen praktisch ist. Der Preis pro Raummeter liegt hier häufig höher, dafür ist das Holz meist gut getrocknet. Beim Kauf von Privatpersonen über Kleinanzeigen gilt Vorsicht: Menge, Feuchte und Herkunft sind schwer zu prüfen. Frag nach einem Lieferschein und wiege bei Unsicherheit nach oder miss den Stapel aus.

Selbstwerbung im Wald

Manche Forstämter bieten Selbstwerbung an: Du erwirbst Holz im Wald und fällst oder spaltest es selbst. Das ist günstig, erfordert aber einen Motorsägenschein, Schutzausrüstung, Platz zum Trocknen und viel Zeit. Rechne mit mehreren Jahren Trocknungszeit bei Hartholz. Für Einsteiger ist das selten die beste Lösung.

Anlieferung und Menge prüfen

Lass dir das Holz möglichst gestapelt liefern oder stapele es selbst auf, damit du die Menge prüfen kannst. Miss Breite, Höhe und Tiefe des Stapels, multipliziere die Werte und vergleiche das Ergebnis mit der bestellten Menge. Ein Stapel mit 2 Metern Länge, 1,5 Metern Höhe und 1 Meter Tiefe ergibt 3 Raummeter. Bei lose geschütteter Ware ist die Messung schwieriger, hier lohnt sich eine Probestapelung. Reklamiere Abweichungen sofort schriftlich, solange das Holz noch auf dem Hof liegt.

Alternativen: Pellets, Briketts und Holzscheite im Netz

Wer keinen Platz oder keine Lust auf Stapeln hat, kann auf Holzbriketts oder Pellets ausweichen. Briketts sind stark verdichtet, haben einen hohen Brennwert und lassen sich platzsparend lagern. Sie kosten jedoch pro Kilowattstunde meist mehr als Scheitholz. Pellets eignen sich für automatische Heizungen und Pelletöfen. Holz im Netz oder Karton gibt es im Baumarkt und an Tankstellen; es ist bequem, aber pro Raummeter umgerechnet deutlich teurer. Rechne auch hier immer in Kilowattstunden, um fair zu vergleichen.

Rechtliches und Emissionen

Für Kaminöfen und Kessel gelten Vorgaben der Kleinfeuerungsanlagenverordnung, die unter anderem Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid festlegt. Verbrennen darfst du nur naturbelassenes Holz, nicht lackierte oder behandelte Hölzer, Spanplatten oder Altholz. Der Bezirksschornsteinfeger prüft deine Feuerstätte und kann Hinweise zur Brennstoffqualität geben. Wer feuchtes Holz verbrennt, riskiert nicht nur Rußablagerungen, sondern auch Probleme bei der Messung.

Kosten im Jahresverlauf: Ein Rechenbeispiel

Angenommen, du heizt mit einem Kaminofen als Zusatzheizung und verbrauchst etwa sechs Raummeter Buche pro Winter. Bei einem Preis von 140 Euro pro Raummeter ergibt das Brennstoffkosten von rund 840 Euro. Dazu kommen Kosten für Anzünder, Schornsteinfeger, gegebenenfalls Ofenwartung und Dichtungen sowie dein Aufwand für Stapeln und Nachlegen. Setzt du das Holz anstelle einer Gasheizung ein, hängt die Ersparnis stark vom Gaspreis ab. Eine pauschale Aussage, Holz sei immer billiger, stimmt deshalb nicht: Entscheidend sind Preis pro Kilowattstunde, Ofenwirkungsgrad und dein Zeitaufwand. Wer ein altes Haus mit schlechter Dämmung heizt, verbrennt entsprechend mehr Holz. Mit besserer Dämmung sinkt der Bedarf spürbar, mehr Tipps dazu liefert der Beitrag Heizkosten sparen.

Tipps zum Sparen beim Holzkauf

Bestelle früh in der Saison und frag nach Mengenrabatten. Schließe dich mit Nachbarn zusammen, um eine ganze Lieferung zu teilen, denn Transportkosten werden dann günstiger. Kaufe lieber Meterholz oder gespaltene Scheite und säge selbst auf Länge, wenn du Zeit und Werkzeug hast. Lass dir das Holz nach Möglichkeit direkt in den Lagerbereich kippen. Und vermeide den Kauf von zu viel Holz auf Vorrat, wenn du es nicht ausreichend trocken und regengeschützt lagern kannst, denn nasses Holz verliert schnell an Wert.

FAQ: Raummeter Holz Preis

Was kostet ein Raummeter Brennholz?

Für trockenes, ofenfertiges Hartholz liegen die Preise grob zwischen 100 und 180 Euro, für Weichholz zwischen 70 und 120 Euro. Aktuelle Preise erfährst du beim Händler vor Ort.

Was ist ein Ster?

Ster ist ein anderes Wort für Raummeter, also einen Kubikmeter geschichtetes Holz mit Zwischenräumen.

Wie viel Festmeter ist ein Raummeter?

Als Faustwert etwa 0,6 bis 0,7 Festmeter, abhängig von Scheitlänge und Stapelung.

Welches Holz ist am besten?

Buche und Eiche gelten wegen ihres hohen Brennwerts als Klassiker, Birke zündet gut, Fichte brennt schneller ab, ist aber günstiger.

Wann ist Brennholz günstig?

Oft im Frühjahr und Sommer, wenn die Nachfrage niedrig ist. Garantien gibt es nicht, vergleiche regionale Angebote.

Wie lange muss Brennholz trocknen?

Weichholz meist ein bis zwei Jahre, Hartholz zwei bis drei Jahre, abhängig von Lagerung und Scheitgröße.

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