Du willst eine Trockenbauwand stellen oder eine Decke abhängen und stehst im Baumarkt vor einem Regal voller Metallprofile mit Kürzeln wie CW 75, UW 50 oder CD 60? Gut, dass du vorher nachschaust. Die richtigen Rigips Profile entscheiden darüber, ob deine Wand später gerade, stabil und schallsicher steht oder ob es im ersten Jahr Risse in den Fugen gibt. In diesem Ratgeber erklären wir, welche Profile es gibt, wie du sie auswählst, was sie kosten und wie du das Ständerwerk Schritt für Schritt aufbaust.
Welche Rigips Profile gibt es?
Rigips ist eine Marke des Herstellers Saint-Gobain und steht im Alltag oft als Sammelbegriff für Gipskartonplatten samt Zubehör. Die Metallprofile dazu bestehen aus verzinktem Stahlblech und sind in ihren Querschnitten genormt. Grundsätzlich unterscheidest du zwei Gruppen: Profile für Wände und Profile für Decken. Jedes System besteht aus einem Anschlussprofil, das an Boden, Decke oder Wand befestigt wird, und einem Tragprofil, das die Lasten aufnimmt.
| Profil | Einsatz | Typische Maße | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| UW-Profil (Anschlussprofil) | Wandprofil für Boden und Decke | Breite 50, 75 oder 100 mm, Länge meist 3 m | U-förmig, nimmt die Ständer auf |
| CW-Profil (Ständerprofil) | Senkrechte Ständer in der Wand | 50, 75 oder 100 mm tief, Länge 2,6 bis 4 m | C-förmig, bestimmt die Wanddicke und die maximale Höhe |
| UD-Profil (Wandanschluss Decke) | Deckenrand abgehängter Decken | 27 × 28 mm | Als Randprofil an der Wand |
| CD-Profil (Deckenprofil) | Grund- und Tragprofil abgehängter Decken | 60 × 27 mm, Länge 3 oder 4 m | Wird mit Abhängern an der Rohdecke befestigt |
| Eckschutz- und Kantenprofile | Außenecken, Anputzkanten | je nach Ausführung | Verzinkt, mit Spachtelflügeln |
| Schwingbügel / Direktabhänger | Entkopplung und Abhängung | je nach Hersteller | Entkoppeln die Beplankung vom Untergrund und verbessern den Schallschutz |
Die Zahl hinter dem Kürzel gibt immer die Profilbreite beziehungsweise die Wandtiefe in Millimetern an. Ein CW 75 mit einer doppelten Beplankung aus je 12,5 mm Platten ergibt also eine Wand von etwa 10 cm Gesamtstärke. Diese Wandstärke ist für Zwischenwände in Wohnräumen ein häufig gewählter Kompromiss zwischen Platzbedarf und Stabilität. Eine ausführliche Anleitung zum Aufbau einer ganzen Wand findest du im Beitrag zur Trockenbauwand.
So wählst du das passende Profil aus
Die Auswahl hängt von drei Faktoren ab: der Wandhöhe, der Belastung und den Anforderungen an Schall- und Brandschutz. Die Hersteller veröffentlichen dazu Tabellen, in denen für jede Kombination aus Profilbreite, Beplankung und Ständerabstand die zulässige Höhe steht. Ein CW 50 ist zum Beispiel für niedrige Vorsatzschalen gedacht, während ein CW 100 bei hohen Wänden oder besonderen Lasten zum Einsatz kommt. Als grobe Orientierung gilt: je höher die Wand, desto breiter das Profil.
Eine verbreitete Fehlannahme lautet, dass sich die Profile verschiedener Hersteller beliebig mischen lassen, weil sie ja genormt sind. Die Maße stimmen zwar meist überein, die geprüften Eigenschaften aber nicht: Angaben zu Schallschutz, Brandschutz (etwa F30 oder F90) und Tragfähigkeit gelten nur für das komplette, geprüfte System, also bestimmte Platten, Profile, Schrauben und Dämmung zusammen. Mischst du die Komponenten, verfällt die Systemgarantie, und im Brandschutzfall zählt am Ende nur das, was das Prüfzeugnis wirklich abdeckt. Das ist besonders im Mehrfamilienhaus und beim Ausbau zu Wohnräumen wichtig.
Ständerabstand und Beplankung
Üblich ist ein Achsabstand der Ständer von 62,5 cm, passend zur Plattenbreite von 125 cm. Bei einlagiger Beplankung und geringeren Wandhöhen ist das Standard. Wer schwere Lasten wie Waschtische oder Wandhängeschränke planst, verdoppelt entweder die Beplankung oder verengt den Abstand auf 31,25 cm. Zusätzlich setzt du an den Stellen, an denen später etwas befestigt wird, Verstärkungen aus Holz oder Blechprofilen ein.
Dämmung im Ständerwerk
Die Hohlräume zwischen den Profilen füllst du bei Zwischenwänden mit Mineralwolle. Das verbessert den Schallschutz spürbar und ist bei Wänden zwischen Wohneinheiten Pflicht. Welche Dämmstoffe sich eignen, erfährst du in unserem Beitrag zu Glaswolle. Wichtig ist, dass der Dämmstoff die Wand ausfüllt, aber nicht gestopft wird.
Montage Schritt für Schritt
- Wandverlauf anzeichnen: Mit Schlagschnur und Wasserwaage Boden, Wand und Decke markieren. Im Boden vom Lot auf die Decke übertragen, damit die Profile fluchten.
- UW-Profile befestigen: Auf der Rückseite Dichtungsband aufkleben, damit keine Schallbrücken entstehen. Dann alle etwa 60 bis 80 cm mit Dübeln fixieren, am Boden und an der Decke.
- CW-Profile einstellen: Die Ständer um die Länge kürzen (etwa 1 cm weniger als die lichte Höhe) und im Achsabstand von 62,5 cm in die UW-Profile stecken. Die offene Profilseite zeigt bei allen Ständern in dieselbe Richtung.
- Verbinden: Die Ständer werden mit Blechschrauben oder Stanzverbindern fixiert, wobei die Schrauben in der Regel nur auf einer Seite sitzen, damit sich die Wand bei Temperaturänderungen bewegen kann.
- Installationen und Dämmung: Leerrohre und Dosen einsetzen, dann Mineralwolle einlegen.
- Beplanken: Platten versetzt anbringen und mit Schnellbauschrauben in Abständen von etwa 25 cm befestigen.
- Fugen verspachteln: Wie das geht, zeigt der Beitrag Rigips spachteln.
Als Werkzeug brauchst du Akkuschrauber, Blechschere oder Metallsäge, Wasserwaage, Schlagschnur und Cuttermesser. Wer das erste Mal eine Wand baut, sollte sich Zeit für die exakte Ausrichtung nehmen: Eine halbe Stunde zusätzliche Genauigkeit am Anfang erspart dir später das Nachbessern.
Kosten: Was Rigips Profile kosten
Die Profile sind im Verhältnis zu den Platten recht günstig, summieren sich bei einer ganzen Wand aber trotzdem. Die folgende Übersicht zeigt grobe Marktpreise; die tatsächlichen Preise schwanken je nach Händler und Menge deutlich, frage bei größeren Mengen immer beim Baustoffhandel an.
| Position | Richtwert | Kosten ca. |
|---|---|---|
| UW 50 / UW 75, 3 m | pro Stück | 3 bis 7 € |
| CW 50 / CW 75, 2,6 bis 4 m | pro Stück | 4 bis 10 € |
| CD 60/27, 3 m | pro Stück | 2 bis 5 € |
| UD 28/27, 3 m | pro Stück | 1,50 bis 4 € |
| Direktabhänger und Schwingbügel | pro Stück | 0,30 bis 1,50 € |
| Dichtungsband und Schrauben | pro Wand | 10 bis 30 € |
| Komplettwand 4 × 2,5 m (einlagig, CW 75) | Profile und Zubehör | etwa 60 bis 120 € |
Rechne für die gesamte Wand inklusive Platten, Dämmung und Spachtelmasse mit etwa 25 bis 45 € pro Quadratmeter in Eigenleistung. Mit Handwerker liegen die Werte je nach Region und Ausführung oft bei 50 bis 90 € pro Quadratmeter. Die Zahlen sind Orientierungswerte, keine Angebote.
Häufige Fehler beim Ständerwerk
Die meisten Schäden an Trockenbauwänden gehen auf wenige vermeidbare Fehler zurück. Dazu gehören ein zu großer Ständerabstand bei hohen Wänden, das Weglassen des Dichtungsbands, das Schall überträgt, und zu kurz gewählte Schrauben, die nicht richtig durch die Platte greifen. Auch Plattenstöße, die genau auf Türöffnungen oder Ecken fallen, führen zu Rissen. Wer Räume im Dachgeschoss oder Keller ausbaut, findet weitere Hinweise im Überblick zum Trockenbau und im Beitrag zum Innenausbau. Geht es um die Schalldämmung der Wand nach Norm, lohnt ein Blick auf die Anforderungen der DIN 4109.
Alternativen zu Metallprofilen
Bei einfachen Vorsatzschalen oder in Feuchträumen ohne hohe Anforderungen sind Holzlatten eine Alternative. Sie sind günstig und leicht zu verarbeiten, arbeiten aber bei Feuchtigkeit und sind im Brandschutzbereich meist nicht zulässig. In Neubauten und bei Brandschutzanforderungen bleiben Metallprofile die erste Wahl.
Profile für abgehängte Decken richtig planen
Bei einer abgehängten Decke übernehmen CD-Profile die Hauptlast. Du befestigst zuerst das UD-Randprofil rundum an der Wand und hängst dann die Grundprofile im Abstand von meist etwa 100 cm mit Direkt- oder Noniusabhängern an der Rohdecke auf. Quer dazu laufen die Tragprofile im Achsabstand von rund 50 cm, auf denen die Platten verschraubt werden. Ein Kreuzverbinder hält beide Lagen zusammen. Entscheidend ist die Abhängehöhe: Bei Direktabhängern bleibt nur eine geringe Bauhöhe, mit Nonius-Abhängern lassen sich Leitungen, Spots und Dämmung im Hohlraum unterbringen. Prüfe außerdem, welche Last die Decke tragen soll. Einbaustrahler und Leuchten brauchen Zusatzbefestigungen, und schwere Deckenlampen gehören immer an der Rohdecke befestigt, nie allein an der Plattenebene. Nach dem Schließen der Fläche folgt das Verspachteln, bei dem sich Gipskarton und Metallprofile im Lauf der Zeit minimal bewegen; deshalb sollte die Fuge am Wandanschluss entkoppelt bleiben, damit keine Risse entstehen.
Plane außerdem Revisionsöffnungen ein, falls später Leitungen oder Anschlüsse erreichbar bleiben sollen, und achte darauf, dass die Plattenstöße nie auf einer Profillinie zusammenfallen, sondern jeweils versetzt liegen. So bleibt die Fläche über Jahre eben und rissfrei.
FAQ: Häufige Fragen
Was bedeuten CW, UW, CD und UD bei Rigips Profilen?
CW und UW sind Wandprofile: CW ist der senkrechte Ständer, UW das U-förmige Anschlussprofil für Boden und Decke. CD und UD sind Deckenprofile: CD trägt die Beplankung, UD ist das Randprofil an der Wand. Die Zahl nennt die Breite in Millimetern.
Welches Profil brauche ich für eine normale Zwischenwand?
Für Wohnräume mit üblicher Raumhöhe von etwa 2,50 m sind CW 75 mit UW 75 und einlagiger oder doppelter Beplankung ein gängiger Standard. Die zulässige Höhe steht in den Herstellertabellen.
Wie viele Profile brauche ich pro Quadratmeter Wand?
Bei einem Achsabstand von 62,5 cm rechnest du etwa 1,6 laufende Meter CW-Profil pro Quadratmeter Wandfläche, dazu die UW-Profile an Boden und Decke. Plane 5 bis 10 Prozent Verschnitt ein.
Was kosten Rigips Profile für eine Wand?
Für eine Wand von 4 × 2,5 m liegen die Profile und das Zubehör je nach Ausführung grob bei 60 bis 120 €. Die Platten und die Dämmung kommen noch obendrauf.
Kann ich Profile verschiedener Hersteller kombinieren?
Technisch passen sie oft zusammen. Für Schall- und Brandschutznachweise gelten die Angaben aber nur für das geprüfte Gesamtsystem. Bei normalen Zwischenwänden ohne Anforderungen ist das meist unkritisch, bei Brandschutzwänden nicht.
Muss ich das Dichtungsband wirklich verwenden?
Ja. Es verhindert, dass sich Schall über die Bauteile überträgt, und gleicht kleine Unebenheiten aus. Es kostet nur wenige Euro und ist der günstigste Schallschutz, den du einbauen kannst.