Rollläden gehören in Deutschland zur Standardausstattung vieler Einfamilienhäuser – und das aus gutem Grund: Sie schützen vor Einbruch, sorgen für Verdunkelung, dämmen Wärme und Lärm und schützen vor Sturm und Hagel. Wer Rollläden nachrüsten oder austauschen möchte, hat heute eine breite Auswahl an manuellen, elektrischen und smarten Systemen. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Rolladenarten es gibt, was sie kosten und worauf du beim Kauf achten solltest.
Welche Rolladenarten gibt es?
Rollläden unterscheiden sich zunächst nach dem Einbauort – also ob sie am Fenster, in der Fassade oder im Rollladenkasten über dem Sturz verbaut werden. Dann nach dem Antrieb: manuell (Gurt oder Handkurbel) oder motorisiert. Und schließlich nach dem Material der Lamellen.
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| Typ | Einbauort | Besonderheit | Nachrüstbar |
|---|---|---|---|
| Aufsatzrolladen | Außen auf dem Sturz | Günstig, einfache Montage | Ja |
| Vorbaurolladen | Vor der Fassade | Ideal für Nachrüstung, sichtbarer Kasten | Ja |
| Unterputzrolladen | Im Mauerwerk versenkt | Unsichtbarer Kasten, optimal beim Neubau | Nein (Neubau) |
| Vorbaukasten-Rolladen | Vor Fenster / Tür | Kein Mauerwerkseingriff nötig | Ja |
Rollladenmaterial: Aluminium, PVC oder Holz?
Die Lamellen des Rollladens bestehen heute meist aus Aluminium oder Kunststoff (PVC). Holzrollläden sind eine Nischenlösung für besondere Gebäudetypen. Die Unterschiede:
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| Material | Gewicht | Dämmwert | Lebensdauer | Preis (pro m²) |
|---|---|---|---|---|
| Kunststoff PVC | Leicht | Mittel | 15–25 Jahre | 15–35 €/m² |
| Aluminium (Vollprofil) | Mittel | Gut | 25–40 Jahre | 25–60 €/m² |
| Aluminium (mit Schaum) | Mittel | Sehr gut | 25–40 Jahre | 35–80 €/m² |
| Holz | Schwer | Gut | 20–30 Jahre | 40–100 €/m² |
Elektrischer Rolladen: Motorisierung und Smart Home
Elektrische Rollläden lassen sich per Schalter, Fernbedienung oder Smartphone steuern. Das ist bequem – und bietet in Verbindung mit einem Smart-Home-System erhebliche Zusatzfunktionen: automatisches Schließen bei starkem Wind, zeitgesteuerte Verdunkelung, Einbruchsimulation durch wechselndes Öffnen und Schließen bei Abwesenheit.
Wichtige Antriebshersteller sind Somfy, Becker, Elero und Rademacher. Die Motorleistung richtet sich nach dem Gewicht des Rollladens. Für typische Fensterrollläden reicht ein Motor mit 10 bis 30 Nm. Für schwere Aluminium-Garagentüren oder große Rollläden bis 8 m² werden 40 bis 60 Nm benötigt.
Smart-Home-Integration: Die gängigen Protokolle sind Somfy IO-Homecontrol, Z-Wave, Zigbee und KNX. Wer eine Haussteuerung von Bosch Smart Home, Apple HomeKit oder Amazon Alexa nutzt, sollte auf Kompatibilität achten.
Rolladenkosten: Was musst du einplanen?
Die Gesamtkosten für Rollläden setzen sich aus Material, Antrieb und Montage zusammen. Als aktuelle Richtwerte:
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| Variante | Material + Antrieb | Montage | Gesamt pro Fenster |
|---|---|---|---|
| PVC manuell (Gurt) | 80–150 € | 50–100 € | 130–250 € |
| Alu elektrisch (Vorbaukasten) | 200–400 € | 100–200 € | 300–600 € |
| Alu Schaum elektrisch + Smart | 350–700 € | 150–300 € | 500–1.000 € |
Ein typisches Einfamilienhaus mit 8 bis 10 Fenstern kommt bei elektrischen Rollläden mittlerer Qualität auf Gesamtkosten von 3.000 bis 7.000 Euro inklusive Montage. Beim Neubau lässt sich durch Vorbereitung der Elektroinstallation (Rolladenmotor-Anschlüsse) Geld sparen – die Nachrüstung der Elektrik kostet pro Rolladen zusätzlich 80 bis 200 Euro.
Rollläden nachrüsten: Was ist möglich?
Das Nachrüsten von Rollläden ist grundsätzlich möglich – auch ohne Umbau des Mauerwerks. Vorbaurollläden werden direkt vor dem Fenster oder an der Fassade befestigt und benötigen keinen Eingriff ins Mauerwerk. Allerdings sieht man den Rolladenkasten von außen. Für eine optisch saubere Lösung bei Nachrüstung empfehlen sich Vorbaukästen in Wandfarbe oder Putzfarbe.
Bestehende manuelle Rollläden können nachträglich motorisiert werden: Entweder durch Einbau eines Rohrmotor-Antriebs in die bestehende Achse (möglich bei vielen Rolladentypen) oder durch den Einbau eines externen Nachrüst-Antriebs wie den Rademacher RolloTron.
Rollläden und Einbruchschutz
Rollläden erhöhen den Einbruchschutz erheblich – allerdings nur, wenn sie der Norm DIN EN 1627 entsprechen. Einfache Rollläden ohne Arretierung lassen sich mit einem einfachen Haken von außen hochheben. Rollläden mit Hochschiebeschutz, Aufhebelschutz und stabilen Aluminium-Lamellen hingegen bieten echten Widerstand. Für zusätzliche Sicherheit können auch Rollladenriegel eingesetzt werden, die den Rolladen auch bei Aufbruchversuchen in Position halten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was kostet ein elektrischer Rolladen mit Einbau?
Ein elektrischer Rolladen mit Aluminium-Lamellen, Motor und Montage kostet pro Fenster etwa 300 bis 600 Euro. Mit Smart-Home-Integration (Somfy, Rademacher) und gedämmten Schaumlamellen kann der Preis auf 700 bis 1.000 Euro pro Fenster steigen.
Kann ich meinen manuellen Rolladen nachrüsten und motorisieren?
Ja, in vielen Fällen ist das möglich. Ein Rohrmotor wird in die bestehende Rollladenwelle eingebaut. Voraussetzung ist ein ausreichend großer Rolladenkasten und eine passende Wellenbreite. Ein Rolladen-Fachbetrieb kann prüfen, ob eine Motorisierung technisch möglich ist. Die Kosten liegen bei 150 bis 350 Euro pro Rolladen (Material + Einbau).
Welches Material ist am langlebigsten?
Aluminium-Rollläden mit gedämmten Schaum-Profilen halten bei guter Qualität 25 bis 40 Jahre. Sie sind korrosionsbeständig, pflegeleicht und bieten die beste Kombination aus Dämmung, Einbruchschutz und Langlebigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Aufsatz- und Vorbaurolladen?
Ein Aufsatzrolladen wird direkt auf den Fensterstock aufgesetzt – der Kasten liegt innerhalb der Mauerstärke. Ein Vorbaurolladen wird vor die Fassade montiert, der Kasten ist außen sichtbar. Aufsatzrollläden sind ästhetischer und thermisch besser eingebunden, können aber meist nur beim Neubau oder Fensterersatz eingebaut werden. Vorbaurollläden eignen sich ideal für die Nachrüstung.