Baustrom und Baustromverteiler: Kosten, Antrag und Sicherheit

Wie kommt Strom auf die Baustelle? Baustromverteiler, Kosten für Anschluss und Betrieb, wie du den Baustrom beantragst und was du zur Sicherheit auf der Baustelle wissen musst.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Juni 12, 2021

Auf einer Baustelle wird Strom benötigt – für Werkzeuge, Beleuchtung, Betonmischer, Kräne und elektrische Heizungen im Winter. Dieser Strom kommt nicht aus dem noch nicht vorhandenen Haus, sondern aus einer speziellen Baustromversorgung. Wie Baustrom organisiert wird, was ein Baustromverteiler kostet und was du als Bauherr wissen musst, erklärt dieser Artikel.

Was ist Baustrom?

Baustrom bezeichnet den elektrischen Strom, der während der Bauphase auf einer Baustelle zur Verfügung gestellt wird. Die Versorgung erfolgt entweder über einen eigenen temporären Hausanschluss (beantragt beim örtlichen Netzbetreiber) oder über eine mobile Einspeisung über Verlängerungskabel von einem Nachbargebäude – letzteres nur für kleine Baustellen und mit Genehmigung des Nachbarn.

Baustromverteiler: Das Herzstück der Baustellenversorgung

Ein Baustromverteiler (auch: Baustromkasten, Bauverteiler) ist ein wetterfester Schaltschrank mit Steckdosen, Fehlerstrom-Schutzschaltern (FI) und Leitungsschutzschaltern. Er wird direkt neben dem Baustromzähler aufgestellt und verteilt den Strom sicher auf die verschiedenen Verbraucher auf der Baustelle.

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Verteiler-TypAnschlussSteckdosenKaufpreisMiete/Monat
Klein-Baustromverteiler230V / 16A2–4x CEE 16A + 2x Schuko300–600 €40–80 €
Standard-Baustromverteiler400V / 32A2–4x CEE 32A + 4x CEE 16A600–1.500 €80–150 €
Großbauverteiler400V / 63A+Vielfache CEE-Dosen, RCD1.500–5.000 €150–400 €

Baustrom beantragen: Schritt für Schritt

Den Baustrom beantragst du beim örtlichen Netzbetreiber (nicht beim Energieversorger). Der Ablauf:

  • 1. Antrag beim Netzbetreiber: Formular auf der Website des örtlichen Netzbetreibers ausfüllen. Angaben: Grundstücksadresse, geplanter Baubeginn, benötigte Anschlussleistung (meist 25 kVA ausreichend für EFH-Baustelle).
  • 2. Zählergebnis: Der Netzbetreiber setzt einen Bauzähler. Dieser wird geerdet und für die Baustromleitungen genutzt.
  • 3. Elektroinstallateur beauftragen: Das Verlegen der Leitungen vom Zähler zum Baustromverteiler und die Installation des Verteilers selbst muss von einem zugelassenen Elektrobetrieb vorgenommen werden.
  • 4. Strom anmelden: Beim Energieversorger (Stromanbieter) einen Baustromanschluss beantragen – oft zu erhöhten kWh-Preisen. Günstiger: einen speziellen Baustromtarif oder einen temporären Tarif wählen.

Baustrom-Kosten: Was kommt auf den Bauherren zu?

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KostenpositionRichtwert
Anschlusskosten Netzbetreiber (Zählersetzen)300–700 €
Installation Baustromverteiler (Elektriker)300–800 €
Miete Baustromverteiler (6–12 Monate)500–1.500 €
Stromkosten (EFH-Baustelle, 6–12 Monate)500–2.000 €
Rückbau / Abmeldung Baustrom100–300 €
Gesamtkosten Baustrom (typisches EFH)1.200–5.000 €

Bauwasser: Das oft vergessene Thema

Neben Strom braucht die Baustelle auch Wasser – für Mörtelzubereitung, Betonherstellung, Reinigung und Nassarbeiten. Auch hierfür muss ein temporärer Wasseranschluss beim örtlichen Wasserversorger beantragt werden. Die Kosten für Bauwasser liegen meist bei 200 bis 600 Euro für den Anschluss und 1 bis 4 Euro pro Kubikmeter Verbrauch.

Wichtige Normen und Sicherheit auf der Baustelle

Baustellen haben besondere Anforderungen an die elektrische Sicherheit (VDE 0100-704). Alle elektrischen Betriebsmittel müssen geeignet für den Einsatz auf Baustellen sein (Schutzart mindestens IP44, Schlagfestigkeit IK08). Verlängerungskabel auf Baustellen müssen für den Außenbereich zugelassen sein (H07RN-F Mantelleitung). FI-Schutzschalter (30 mA) sind Pflicht an allen Baustromsteckdosen. Die regelmäßige Prüfung der elektrischen Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3 ist auf Baustellen mit Angestellten vorgeschrieben.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert es, bis der Baustrom angeschlossen wird?

Rechne mit 2 bis 6 Wochen von der Antragstellung bis zur Fertigstellung des Anschlusses. In manchen Netzgebieten ist die Wartezeit länger. Den Baustromantrag solltest du daher mindestens 6 Wochen vor dem geplanten Baubeginn stellen.

Kann ich Baustrom auch mieten?

Den Baustromverteiler selbst kannst du kaufen oder mieten – Vermiet-Angebote findest du bei Baustoffhändlern, Elektrofachbetrieben und Baumaschinenverleihern. Den Stromanschluss und Zähler stellt immer der Netzbetreiber; das ist nicht mietbar. Für eine kurze Bauzeit (unter 6 Monate) lohnt sich die Miete des Verteilers häufig mehr als der Kauf.

Wie viel Strom verbraucht eine Baustelle?

Eine typische Einfamilienhaus-Baustelle verbraucht im gesamten Bauverlauf 500 bis 2.000 kWh, je nach Bauweise, Winterbetrieb (Heizlüfter), eingesetzten Werkzeugen und Dauer. Mit einem Baustromtarif von ca. 0,40–0,60 €/kWh entstehen Stromkosten von 200 bis 1.200 Euro.

Wer ist für die Baustromsicherheit verantwortlich?

Der Bauherr trägt als Auftraggeber die Grundverantwortung für die Baustelle. In der Praxis übernimmt der Elektroinstallateur die Verantwortung für die ordnungsgemäße Installation. Bei Generalunternehmern liegt die Verantwortung beim GU, der die Baustelle betreibt. Eigenheimbauer ohne GU müssen die Einhaltung der Vorschriften selbst sicherstellen oder einen verantwortlichen Elektriker benennen.

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