Ytong Stein: Eigenschaften, Formate, Preise und Verarbeitung

Alles zum Ytong Stein: Eigenschaften, Festigkeitsklassen, Formate, Preise pro Stein und m², Verarbeitung, Vor- und Nachteile im Vergleich zu Ziegel und Kalksandstein.

Last updated on Okt. 31, 2026

Veröffentlicht am Okt. 31, 2026

Wer ein Haus massiv bauen will, kommt an Ytong kaum vorbei. Der Ytong Stein ist eigentlich ein Markenname für Porenbeton-Steine des Herstellers Xella, im Alltag steht der Begriff aber für Porenbetonsteine insgesamt. Sie sind leicht, lassen sich mit der Säge bearbeiten und dämmen von Haus aus besser als Ziegel oder Kalksandstein. In diesem Ratgeber erfährst du, was Ytong Steine können, welche Formate und Festigkeitsklassen es gibt, was sie kosten und wo ihre Grenzen liegen.

Was ist ein Ytong Stein?

Ytong Steine bestehen aus Kalk, Sand, Zement, Wasser und einem kleinen Anteil Aluminiumpulver als Treibmittel. Das Pulver reagiert mit dem Wasser und bildet winzige Gasbläschen, der Rohling geht auf wie ein Kuchenteig. Nach dem Schneiden wird er unter Dampfdruck im Autoklaven gehärtet. Das Ergebnis ist ein Baustoff mit etwa 80 Prozent Luftporen, der trotzdem tragfähig ist.

Im Alltag sprechen viele Bauherren von „Ytong“ und meinen jeden Porenbetonstein, auch von anderen Herstellern. Technisch sind die Steine vergleichbar. Einen allgemeinen Überblick über den Baustoff findest du in unserem Beitrag zu Porenbeton als nachhaltigem und wirtschaftlichem Baustoff, Details zur Marke im Artikel Ytong.

Eigenschaften im Überblick

Die wichtigsten Pluspunkte eines Ytong Steins sind sein geringes Gewicht, die gute Wärmedämmung und die einfache Verarbeitung. Dazu kommt ein hoher Brandschutz, denn Porenbeton ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1). Die Steine sind außerdem maßhaltig und werden im Dünnbettverfahren vermauert, der Mörtelverbrauch bleibt dadurch gering.

  • Wärmedämmung: Je nach Rohdichte liegt die Wärmeleitfähigkeit grob bei 0,07 bis 0,14 W/(mK). Ziegel und Kalksandstein liegen deutlich darüber.
  • Gewicht: Ein Stein wiegt bei gleicher Größe nur etwa ein Drittel bis die Hälfte eines Kalksandsteins.
  • Bearbeitung: Sägen, Fräsen und Schleifen gehen mit einfachem Werkzeug, Schlitze für Leitungen lassen sich schnell fräsen.
  • Diffusionsoffenheit: Die Wand kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was das Raumklima ausgleicht.

Formate, Druckfestigkeit und Rohdichte

Ytong Steine gibt es als Planstein, als Planelement für schnelles Bauen und als Deckenplatten oder Stürze. Die Wanddicke reicht von 10 bis 50 Zentimetern. Entscheidend sind zwei Kennwerte: die Druckfestigkeitsklasse (PP2, PP4 oder PP6) und die Rohdichteklasse (zum Beispiel 0,35 bis 0,70). Je höher die Rohdichte, desto tragfähiger, aber auch desto schlechter gedämmt.

TypFestigkeitsklasseRohdichte (ca.)Typischer Einsatz
Planstein PP2-0,35PP20,35 kg/dm³monolithische Außenwand, beste Dämmung
Planstein PP2-0,40PP20,40 kg/dm³Außenwand, Einfamilienhaus
Planstein PP4-0,55PP40,55 kg/dm³tragende Wände, Geschosshaus
Planstein PP6-0,65PP60,65 kg/dm³hoch belastete Wände, Innenwände
Trennwandplatte—0,50 bis 0,60 kg/dm³nichttragende Innenwände (7,5 bis 10 cm)

Die Angaben sind Richtwerte. Verbindlich sind immer die Produktdatenblätter des Herstellers und die Statik deines Hauses.

Ytong Stein als Außenwand: monolithisch oder mit Dämmung?

Der große Reiz des Ytong Steins liegt in der monolithischen Bauweise: Eine einschalige Wand von 36,5 oder 42,5 Zentimetern Dicke erfüllt je nach Rohdichte die Anforderungen an den Wärmeschutz, ohne zusätzliche Dämmschicht. Du sparst Material und Arbeitsschritte, und die Wand besteht später aus einem einzigen Baustoff. Das erleichtert Rückbau und Recycling.

Verbreitete Fehlannahme: Viele denken, ein Ytong Stein dämme „so gut wie eine Dämmung“ und du könntest deshalb in jedem Fall auf Zusatzdämmung verzichten. Das stimmt nur bedingt. Die sehr gut dämmenden Steine mit Rohdichte 0,35 sind weniger tragfähig, und für Effizienzhaus-Standards oder Förderprogramme reichen 36,5 Zentimeter oft nicht aus. Dann braucht es dickere Wände oder ein Wärmedämmverbundsystem. Rechne das mit deinem Energieberater durch, bevor du dich festlegst.

Verarbeitung: So werden Ytong Steine vermauert

Die erste Steinschicht ist die wichtigste. Sie wird auf einer Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mörtelbett ausgerichtet, und zwar auf den Millimeter genau, denn alle weiteren Lagen bauen darauf auf. Dafür eignet sich ein klassischer Mauermörtel, zum Beispiel ein Trassmörtel im Sockelbereich, wenn der Untergrund feucht belastet ist. Ab der zweiten Lage kommt Dünnbettmörtel zum Einsatz, den du mit der Mörtelschlitten-Kelle gleichmäßig aufträgst.

  1. Untergrund prüfen, Höhen messen und höchste Stelle der Bodenplatte bestimmen.
  2. Sperrschicht verlegen und erste Lage im Mörtelbett ausrichten.
  3. Weitere Lagen im Dünnbett mauern, Stoßfugen müssen bei Planstein nicht vermörtelt werden, wenn Nut und Feder vorhanden sind.
  4. Steine mit Handsäge oder Bandsäge zuschneiden, Staub entfernen.
  5. Schlitze für Leitungen fräsen, aber nur im statisch erlaubten Umfang.
  6. Wand verputzen: Außen mit mineralischem oder Leichtputz, innen mit Gips- oder Kalkputz.

Wichtig ist der Schutz vor Nässe. Porenbeton saugt Wasser schnell auf, trocknet aber nur langsam. Lagere die Steine auf Paletten, decke sie ab und lasse die Wand nicht ungeschützt im Regen stehen. Ein Vergleich zu anderen Steinen: Wie sich klassische Ziegel verhalten, liest du im Beitrag zu Mauerziegeln.

Kosten: Was kostet ein Ytong Stein?

Preise schwanken je nach Region, Händler und Abnahmemenge. Die folgende Tabelle gibt dir eine grobe Orientierung in Form von Spannen. Sie ersetzt kein Angebot, hole dir für dein Projekt immer mehrere Preise beim Baustoffhandel ein.

PositionPreis ca.Hinweis
Planstein 24 cmca. 5 bis 9 € pro SteinRohdichte und Format bestimmen den Preis
Planstein 36,5 cmca. 8 bis 14 € pro Steinmonolithische Außenwand
Planstein, pro m³ca. 100 bis 160 €abhängig von Festigkeitsklasse
Dünnbettmörtelca. 12 bis 20 € pro Sackreicht für mehrere m² Wandfläche
Wandfläche gemauert inkl. Lohnca. 60 bis 110 € pro m²je nach Wandstärke und Region
Palette (Lieferung)ca. 30 bis 100 €nach Entfernung
Trennwandplatte 10 cmca. 20 bis 35 € pro m²nur Material

Gegenüber Ziegel- oder Kalksandsteinwänden fällt die reine Materialrechnung oft ähnlich aus. Der Vorteil entsteht durch die schnellere Verarbeitung und die eingesparte Dämmung. Wenn du selbst mauern willst, kannst du zusätzlich Lohnkosten sparen. Plane aber ausreichend Zeit für die erste Lage und eine sachkundige Anleitung ein.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile: geringes Gewicht, gute Dämmung, nicht brennbar, leicht zu bearbeiten, kurze Bauzeit, gutes Raumklima. Nachteile: geringere Druckfestigkeit bei leichten Steinen, geringe Schalldämmung bei dünnen Wänden, Empfindlichkeit gegen dauerhafte Nässe, Probleme beim Befestigen schwerer Lasten ohne passende Dübel. Für Wandschränke und Küchenelemente brauchst du spezielle Porenbetondübel, normale Spreizdübel halten schlecht.

Bei der Schalldämmung wird oft zu optimistisch geplant. Eine dünne Innenwand aus Porenbeton dämmt Trittschall und Luftschall schlechter als eine schwere Kalksandsteinwand. Wenn du zum Beispiel ein Home-Office neben dem Schlafzimmer planst, lohnt sich eine dickere oder doppelte Wandkonstruktion.

Ytong Stein im Fertig- und Bausatzhaus

Porenbeton eignet sich besonders gut für Selbstbauer und Bausatzprojekte, weil die Steine leicht und schnell zu verbauen sind. Im Artikel zum Ytong Bausatzhaus kannst du nachlesen, wie ein solches Projekt abläuft und worauf du achten solltest. Wenn du außerdem wissen willst, welche Mörtel im Sockel und bei feuchter Beanspruchung sinnvoll sind, schau dir auch Trasszementmörtel an.

Ytong Stein und Energiestandard

Wer heute baut, muss die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen, und viele Bauherren wollen zusätzlich eine Förderung nutzen. Ob eine monolithische Wand aus Porenbeton dafür genügt, hängt vom Gesamtkonzept ab: Heizung, Lüftung, Fenster, Dach und Bodenplatte spielen mindestens genauso mit wie die Außenwand. Ein sehr gut gedämmtes Dach oder eine Wärmepumpe können schwächere Wandwerte teilweise ausgleichen. Umgekehrt nützt die beste Wand wenig, wenn Wärmebrücken an Fensteranschlüssen oder Deckenauflagern vergessen werden. Frage deinen Energieberater deshalb nach einer Wärmebrückenberechnung und lass dir den U-Wert der Wand schriftlich bestätigen. Beträge aus Förderprogrammen ändern sich regelmäßig, prüfe die aktuellen Bedingungen bei KfW und BAFA, bevor du deine Entscheidung triffst.

Typische Fehler beim Bauen mit Ytong

Viele Probleme entstehen nicht durch den Stein, sondern durch die Ausführung. Häufig wird die erste Lage zu schlampig ausgerichtet, sodass die Wand später Risse bekommt. Auch fehlende Dehnungsfugen, ungeeignete Putze und ein zu früher Putzauftrag bei noch feuchtem Mauerwerk führen zu Schäden. Ein weiterer Klassiker ist der Einsatz von zu viel Mörtel im Dünnbett: Die Fuge soll nur ein bis zwei Millimeter dick sein, mehr verschlechtert die Dämmwirkung. Wer diese Punkte beachtet, bekommt ein dauerhaft trockenes und rissfreies Mauerwerk.

Auch beim Kellerbau gilt Vorsicht. Porenbeton gehört nicht in dauerhaft drückendes Wasser. Für Kellerwände nutzt du besser wasserundurchlässigen Beton oder Mauerwerk mit geeigneter Abdichtung. Mehr dazu liest du im Beitrag über den feuchten Keller.

Ytong, Ziegel und Kalksandstein im Vergleich

Die Wahl des Wandbaustoffs ist eine der ersten großen Entscheidungen beim Massivhaus. Die folgende Gegenüberstellung zeigt grob, wo die Stärken liegen. Alle Werte sind Größenordnungen und hängen vom konkreten Produkt ab.

KriteriumPorenbeton (Ytong)HochlochziegelKalksandstein
Wärmedämmungsehr gutgut bis sehr gutmäßig
Druckfestigkeitmittelmittel bis hochhoch
Schalldämmungmäßiggutsehr gut
Gewichtleichtmittelschwer
Verarbeitungsehr einfacheinfachGerät oft nötig
Feuchteempfindlichkeithöhermittelgering

In der Praxis kombinieren Bauherren die Stoffe: Außenwände aus Porenbeton oder Ziegel, Innenwände zwischen Wohnungen oder zu lauten Räumen aus Kalksandstein. Ein erfahrener Planer oder Baubetreuer hilft dir, die Kombination zu finden, die zu Budget und Anforderungen passt. Auch bei Fertighausanbietern mit Massivbauweise lohnt sich die Frage, welcher Stein eingesetzt wird und warum. Lass dir die Wandaufbauten schriftlich mit U-Wert geben und vergleiche sie nicht nur nach Steinpreis, sondern nach der Gesamtrechnung inklusive Dämmung, Putz und Bauzeit.

Noch ein Praxistipp zum Winterbau: Porenbeton darf nicht auf gefrorenem oder durchnässtem Untergrund vermauert werden. Bei Frost braucht es Winterbaumaßnahmen, sonst droht Frostschaden im Mörtel. Plane die Rohbauphase deshalb möglichst in die frostfreie Zeit, und decke Wandkronen abends ab, damit kein Wasser in die Steine zieht.

Häufige Fragen zum Ytong Stein

Was kostet ein Ytong Stein?

Ein Planstein kostet je nach Format etwa 5 bis 14 Euro pro Stück. Pro Quadratmeter fertiger Wand solltest du inklusive Mörtel und Lohn mit grob 60 bis 110 Euro rechnen.

Wie dick muss eine Ytong Außenwand sein?

Üblich sind 36,5 bis 42,5 Zentimeter bei monolithischer Bauweise. Welche Dicke du brauchst, hängt von Rohdichte, Energiestandard und Statik ab.

Darf ich Ytong Steine selbst verarbeiten?

Ja, Selbstbauer können Porenbeton gut verarbeiten. Die Statik und die Bauleitung sollten aber Fachleute übernehmen.

Ist Ytong besser als Ziegel?

Das kommt auf das Ziel an. Ytong punktet bei Dämmung und Verarbeitung, Ziegel bei Schalldämmung und Druckfestigkeit. Eine pauschal bessere Wahl gibt es nicht.

Kann ich in Ytong Löcher bohren und Dübel setzen?

Ja, aber nur mit speziellen Porenbetondübeln. Normale Spreizdübel halten schlecht.

Ist Ytong feuchtigkeitsempfindlich?

Der Stein nimmt Wasser auf und gibt es nur langsam wieder ab. Auf dem Bau müssen Steine und Wände deshalb vor Regen geschützt werden.

Wie lange hält eine Ytong Wand?

Bei sachgerechter Ausführung hält eine Porenbetonwand viele Jahrzehnte. Wichtig sind guter Putz und Schutz vor dauerhafter Nässe.

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