Ytong: Eigenschaften, Preise, Vor- und Nachteile von Porenbeton

Ytong ist die bekannteste Marke für Porenbeton. Wir erklären Aufbau, Steintypen, Kosten, Vor- und Nachteile und typische Fehler beim Bauen.

Last updated on Okt. 29, 2026

Veröffentlicht am Okt. 29, 2026

Wer ein Massivhaus plant, stolpert früher oder später über den Namen Ytong. Viele Bauherren denken dabei an einen bestimmten Stein, tatsächlich steckt hinter dem Namen ein ganzes Baustoffsystem. In diesem Artikel erfährst du, was Ytong wirklich ist, wie die Steine aufgebaut sind, was eine Wand daraus kostet und wo die Grenzen des Materials liegen. Wir bleiben dabei ehrlich: Ytong ist ein sehr guter Baustoff, aber kein Wundermittel.

Was ist Ytong eigentlich?

Ytong ist der Markenname des Herstellers Xella für Porenbeton, früher auch Gasbeton genannt. Umgangssprachlich sagt man "Ytong" oft zu jedem Porenbetonstein, so wie man "Tempo" zum Taschentuch sagt. Die Grundlagen des Materials findest du auch in unserem Beitrag zum Thema Porenbeton nachhaltig und wirtschaftlich bauen. Hier geht es stärker um die Marke und die Produktlinien.

Hergestellt wird Porenbeton aus Quarzsand, Kalk, Zement, Wasser und etwas Aluminiumpulver. Das Aluminium reagiert im Mischer und lässt die Masse wie einen Hefeteig aufgehen. Es entstehen Millionen winziger, gleichmäßig verteilter Luftporen. Nach dem Schneiden wird der "Kuchen" im Autoklaven unter Dampfdruck gehärtet. Das Ergebnis ist ein mineralischer, nicht brennbarer Stein, der zu etwa 80 Prozent aus Luft besteht und deshalb vergleichsweise leicht ist.

Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick

  • Gute Wärmedämmung für einen Massivstein: Die Luftporen verringern die Wärmeleitfähigkeit deutlich. Je nach Rohdichte liegen die Werte grob zwischen 0,07 und 0,16 W/(mK).
  • Leicht und maßgenau: Die Steine werden sehr exakt gesägt und mit Dünnbettmörtel vermauert. Das spart Mörtel, Zeit und reduziert Wärmebrücken in den Fugen.
  • Gut zu bearbeiten: Du kannst Porenbeton mit der Handsäge, dem Fräser oder dem Bandsägeblatt in Form bringen. Für Selbstbauer ist das ein echter Vorteil.
  • Nicht brennbar: Porenbeton gehört zur Baustoffklasse A1 und schneidet im Brandschutz sehr gut ab.
  • Diffusionsoffen: Die Wand kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was das Raumklima stabilisieren kann.

Ytong-Produkte: Welcher Stein wofür?

Der Hersteller bietet mehrere Produktlinien an. Welche Bezeichnungen aktuell im Programm sind, ändert sich gelegentlich, daher solltest du die Produktdatenblätter immer beim Hersteller oder Baustoffhändler prüfen. Das Prinzip ist aber stabil: Je niedriger die Rohdichte, desto besser dämmt der Stein und desto geringer ist seine Druckfestigkeit.

Steintyp (Prinzip)Typische VerwendungEigenschaft
Wärmedämmender Plan- und Blockstein, niedrige RohdichteMonolithische Außenwand, 36,5 bis 42,5 cmBeste Dämmwirkung, geringere Tragfähigkeit
Tragender Planstein, mittlere RohdichteInnen- und Außenwände im WohnbauAusgewogen zwischen Statik und Dämmung
Hochfester Stein, höhere RohdichteStark belastete Wände, Keller, BrandwändeHohe Druckfestigkeit, schlechtere Dämmung
Dünne PlansteineNichttragende Trennwände, VorsatzschalenSchlank, leicht, schneller Einbau
Deckenplatten, Stürze, U-SchalenDecken, Fensterstürze, RingankerBewehrte Fertigteile aus Porenbeton

Wand aus Ytong: Aufbau und Wandstärke

Der Klassiker ist die monolithische Außenwand: ein einziger Stein ohne zusätzliche Dämmschicht, außen Putz, innen Putz. Üblich sind Wandstärken von 36,5 bis 42,5 cm. Das klingt nach einer unkomplizierten Lösung, und das ist sie auch, wenn Planer und Bauherr die Anforderungen an den Gesamtenergiebedarf des Gebäudes im Blick haben.

Hier liegt ein verbreitetes Missverständnis: Viele glauben, eine Ytong-Wand sei automatisch "Passivhaus-tauglich" oder brauche nie eine Dämmung. Ob eine monolithische Wand die aktuellen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllt, hängt aber vom Gesamtkonzept ab, also von Heizung, Fenstern, Dach und Lüftung. Bei höheren Standards wird häufig eine zusätzliche Dämmschicht eingeplant, etwa mit Mineralwolle. Wie diese Materialien funktionieren, erklären wir im Artikel zu Isover-Dämmstoffen und in unserem Überblick zur Wärmedämmung.

Was kostet ein Haus mit Ytong-Wänden?

Die Suchintention hinter "Ytong" ist zum Teil auch eine Kaufabsicht, deshalb hier eine ehrliche Einordnung. Konkrete Preise schwanken je nach Region, Händler, Abnahmemenge und Marktlage stark. Die folgenden Werte sind grobe Größenordnungen (ca.) und ersetzen kein Angebot.

PositionGrobe Größenordnung (ca.)Hinweis
Porenbetonstein, Material150 bis 250 € je m³Abhängig von Rohdichte und Format
Dünnbettmörtelca. 1 bis 3 € je m² WandflächeSehr sparsamer Verbrauch
Mauerarbeiten durch Fachbetriebca. 25 bis 45 € je m² WandflächeRegional unterschiedlich, Planstein geht schnell
Außenputz und Innenputzca. 40 bis 80 € je m² WandflächeSystempreise je nach Putzart
Rohbau gesamt inkl. Deckenur über Angebot seriösPreis hängt stark vom Grundriss ab

Im Vergleich zu Ziegel oder Kalksandstein liegt Porenbeton häufig im mittleren Preisbereich. Der eigentliche Spareffekt entsteht durch die schnelle Verarbeitung und die einfachen Details. Die Gesamtkosten deines Hauses beeinflusst das Wandmaterial aber nur zu einem kleinen Teil. Eine Orientierung zu den Gesamtkosten bekommst du in unserem Überblick zu den Hausbaukosten.

Vorteile und Nachteile ehrlich betrachtet

Das spricht für Ytong

Das Material ist leicht, schnell verarbeitet und ohne Zusatzdämmung für viele Haustypen geeignet. Es ist mineralisch, brandsicher und lässt sich kinderleicht zuschneiden. Wer am Haus selbst mit anpacken will, hat mit Planstein und Dünnbettmörtel ein dankbares System. Auch Bausatzhäuser auf Porenbetonbasis sind für Selbstbauer beliebt.

Das spricht dagegen

Porenbeton ist weniger belastbar bei Punktlasten. Schwere Hängeschränke oder Waschbecken brauchen spezielle Dübel, die sich im weichen Material verspreizen. Der Schallschutz ist wegen der geringen Masse schlechter als bei schweren Steinen, was vor allem bei Haustrennwänden und Wohnungstrennwänden zählt. Außerdem ist das Material empfindlich gegen dauerhafte Nässe. Auf der Baustelle sollten die Steine abgedeckt lagern und im Sockelbereich braucht es eine zuverlässige Abdichtung. Wer einen Keller aus Porenbeton plant, sollte die Abdichtung besonders sorgfältig prüfen. Mehr zu Kellerthemen findest du bei der Frage, wie du einen Kellerboden streichen kannst.

Ytong im Vergleich zu anderen Massivbaustoffen

KriteriumPorenbeton (Ytong)HochlochziegelKalksandstein
WärmedämmungSehr gutGut bis sehr gutMäßig
SchallschutzMittelMittel bis gutSehr gut
TragfähigkeitMittelGutSehr gut
VerarbeitungSehr einfachEinfach, etwas mehr GewichtSchwer, oft mit Versetzgerät
FeuchteempfindlichkeitHöherGeringGering

Welcher Stein am Ende zu deinem Projekt passt, hängt von Standort, Grundriss und Budget ab. Wenn du Anbieter vergleichst, hilft dir unsere Übersicht der Top-Anbieter für Massivhäuser, und allgemein zum Thema Bauweise lohnt ein Blick auf den Artikel zum Massivhaus.

Typische Fehler beim Bauen mit Porenbeton

  • Falsche Lagerung: Nasse Steine trocknen nur langsam und können später Feuchte ins Haus bringen.
  • Zu dicke Mörtelfugen: Dünnbettmörtel wird in einer Fugenstärke von etwa 1 bis 3 mm aufgetragen. Dicke Fugen erzeugen Wärmebrücken.
  • Ungeeignete Dübel: Normale Spreizdübel halten schlecht. Verwende Dübel, die für Porenbeton zugelassen sind.
  • Fehlende Abdichtung am Sockel: Spritzwasser und aufsteigende Feuchte schaden dem Material, hier ist eine saubere Sperrschicht Pflicht.
  • Putz und Wandaufbau nicht abgestimmt: Der Außenputz muss zum Untergrund passen. Fachleute sollten das Gesamtsystem festlegen.

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss des Hauptteils: Hersteller werben mit Vorteilen, die im Labor stimmen. Auf der Baustelle zählt am Ende die saubere Ausführung. Ein gut geplantes Haus aus Ytong übertrifft ein schlecht geplantes Haus aus jedem anderen Material.

Ytong-Bausatzhaus: Lohnt sich der Selbstbau?

Eng verwandt mit dem Stein ist die Suche nach dem "Ytong Bausatzhaus". Gemeint sind Bausätze, bei denen Wände, Decken und Dachelemente als vorgefertigte Porenbetonteile geliefert und vor Ort montiert werden. Das spart Planungsaufwand und Bauzeit. Rechne aber ehrlich: Ein Bausatz ersetzt weder Grundstück noch Erdarbeiten, Haustechnik oder Innenausbau. Auch Eigenleistung hat Grenzen, denn Statik, Elektro und Heizung gehören in Fachhand. Wenn du Eigenleistung einplanst, setze lieber konservative Stundenzahlen an, denn Selbstbauer unterschätzen den Zeitaufwand fast immer.

Nachhaltigkeit: Wie ökologisch ist Porenbeton?

Porenbeton besteht aus reichlich vorhandenen mineralischen Rohstoffen und braucht wegen seiner Porosität weniger Material je Kubikmeter. Die Herstellung ist allerdings energieintensiv, vor allem wegen Zement, Kalk und der Dampfhärtung. Ökologisch punktet der Stein über die lange Lebensdauer, die geringe Wartung und die Möglichkeit, Reste im Werk wieder zu verwerten. Ein Bauteil aus Holz hat in der reinen Klimabilanz Vorteile, ein Massivbau dafür bei Schallschutz und Wärmespeicherung. Beides sind legitime Kriterien. Eine ausgewogene Entscheidung berücksichtigt die gesamte Nutzungsdauer des Hauses.

Ytong und Heizung: Was bedeutet das für die Haustechnik?

Ein dichtes, gut gedämmtes Massivhaus braucht in der Regel wenig Heizleistung. Das spricht für kleine Wärmepumpen und Flächenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur. Gleichzeitig steigt die Bedeutung der Lüftung, denn eine luftdichte Hülle lüftet sich nicht von selbst. Plane deshalb Heizung, Lüftung und Wandaufbau gemeinsam, statt sie nacheinander zu bestellen. So vermeidest du Überdimensionierung und unnötige Kosten, und dein Haus bleibt auch bei kalten Wintern behaglich.

Checkliste vor dem Kauf

  • Rohdichte und Druckfestigkeit der geplanten Steine mit dem Statiker abstimmen.
  • Gesamtenergiekonzept inklusive Heizung und Lüftung prüfen lassen.
  • Sockel, Abdichtung und Putzsystem schriftlich im Angebot festhalten.
  • Lieferung, Lagerung und Abdeckung auf der Baustelle organisieren.
  • Mehrere Angebote von Baustoffhändlern einholen, denn die Preisunterschiede sind spürbar.

Häufige Fragen

Ist Ytong dasselbe wie Porenbeton?

Fast. Ytong ist ein geschützter Markenname von Xella für Porenbeton. Porenbeton gibt es auch von anderen Herstellern, die Eigenschaften sind ähnlich, die Produktdetails unterscheiden sich.

Muss ich ein Ytong-Haus dämmen?

Nicht in jedem Fall. Eine monolithische Wand kann je nach Gesamtkonzept ausreichen. Ob das bei deinem Haus zutrifft, klärt der Energieberater oder Planer, denn Heizung, Fenster und Dach spielen mit.

Was kostet eine Ytong-Wand pro Quadratmeter?

Als grobe Größenordnung (ca.) kommen Material, Mörtel, Mauerarbeiten und Putz zusammen auf einen mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Betrag je Quadratmeter. Seriöse Zahlen liefert nur ein Angebot für dein Projekt.

Kann ich mit Ytong selbst bauen?

Das Material ist für Selbstbauer gut geeignet, weil es leicht ist und sich einfach zuschneiden lässt. Statik, Abdichtung und Anschlüsse sollten trotzdem Fachleute prüfen.

Ist Ytong für den Keller geeignet?

Es gibt dafür geeignete Steine, aber Porenbeton reagiert empfindlich auf Dauerfeuchte. Im Erdreich ist eine fachgerechte Abdichtung unverzichtbar. Alternativen wie Beton werden hier häufig bevorzugt.

Wie gut dämmt Ytong im Sommer?

Die Wand puffert Wärme gut und gibt sie zeitverzögert ab. Gegen starke Sonneneinstrahlung helfen zusätzlich Verschattung und ein gutes Lüftungskonzept.

Teilen

Beim Thema Hausbau immer auf dem laufenden bleiben

Kostenlose Infos zum Thema Hausbau, Garten, Heizen, Finanzierung erhalten

Hausbau News erhalten