Brandenburg ist das flächenmäßig größte Bundesland Deutschlands – und eines der attraktivsten für Bauherren, die bezahlbares Wohnen außerhalb teurer Metropolen suchen. Mit der Nähe zu Berlin, weiten Landschaften und günstigeren Grundstückspreisen bietet Brandenburg interessante Perspektiven. Was beim Hausbau in Brandenburg zu beachten ist, erklärt dieser Überblick.
Warum Brandenburg für den Hausbau interessant ist
Grundstücke in Brandenburg sind – vor allem in ländlichen Regionen – erheblich günstiger als in Berlin oder Bayern. Während ein Grundstück in Berliner Stadtrandlage 300 bis 600 Euro pro Quadratmeter kostet, sind in weiten Teilen Brandenburgs Grundstückspreise von 30 bis 150 Euro pro Quadratmeter möglich. Gleichzeitig sind viele Gemeinden im Berliner Umland (Speckgürtel) durch S-Bahn, RE und Autobahn gut angebunden.
Regionale Unterschiede in Brandenburg
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| Region | Grundstückspreis (€/m²) | Berlin-Anbindung | Nachfrage |
|---|---|---|---|
| Berliner Speckgürtel (Potsdam, Teltow, Erkner) | 150–400 € | S-Bahn / direkt | Sehr hoch |
| 2. Ring (Oranienburg, Fürstenwalde, Ludwigsfelde) | 60–150 € | RE / 30–60 Min. | Hoch |
| Ländliche Regionen (Uckermark, Prignitz, Fläming) | 10–60 € | Eingeschränkt | Gering–Mittel |
| Lausitz (Cottbus und Umgebung) | 30–80 € | RE / 60–90 Min. | Mittel |
Baurecht und Bebauungsplan in Brandenburg
Das Baurecht in Brandenburg basiert auf der Brandenburgischen Bauordnung (BbgBO). Die wichtigsten Punkte für Bauherren:
- Bebauungsplan: Wo ein Bebauungsplan existiert, gelten die dort festgelegten Vorgaben für Gebäudehöhe, Dachform, Grundflächenzahl (GRZ) und Baufenster.
- § 34 BauGB (unbeplanter Innenbereich): In gewachsenen Ortslagen ohne Bebauungsplan darf gebaut werden, wenn das Vorhaben sich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt.
- Außenbereich (§ 35 BauGB): Im Außenbereich (außerhalb von Ortschaften und ohne Bebauungsplan) ist Wohnbebauung grundsätzlich nicht zulässig – Ausnahmen gelten für land- und forstwirtschaftliche Betriebe.
Besonderheiten: Wohnen im ländlichen Brandenburg
Der Kauf und Bau in ländlichen Regionen Brandenburgs birgt besondere Chancen und Risiken. Auf der Chancenseite stehen sehr niedrige Grundstückspreise, Ruhe, Natur und oft günstigere Baulanderschließungskosten. Auf der Risikoseite: schlechtere Infrastruktur, fehlende Ärzte und Schulen in der unmittelbaren Nähe, schwaches ÖPNV-Angebot, mögliche Wertentwicklungsunsicherheit bei rückläufiger Bevölkerung.
Förderprogramme für den Hausbau in Brandenburg
Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) bietet Förderprogramme für den Wohnungsbau. Besonders relevant für Bauherren:
- ILB-Wohnraumförderung: Zinsverbilligte Darlehen und Zuschüsse für den Bau selbst genutzter Eigenheime, insbesondere für Familien mit Kindern.
- KfW-Programme: Die bundesweiten KfW-Förderprogramme (KfW 297, KfW 300) gelten auch in Brandenburg und können mit ILB-Programmen kombiniert werden.
- Energieeffizienz-Förderung: Für besonders energieeffiziente Gebäude (KfW-Effizienzhaus 40) stehen erhöhte Tilgungszuschüsse zur Verfügung.
Grunderwerbsteuer in Brandenburg
Brandenburg erhebt eine Grunderwerbsteuer von 6,5 % – das ist einer der höchsten Sätze in Deutschland. Bei einem Grundstückskauf von 150.000 Euro entstehen allein 9.750 Euro Grunderwerbsteuer. Diese Kosten sollten in der Finanzierungsplanung unbedingt berücksichtigt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg?
6,5 % – einer der höchsten Sätze in Deutschland. Bei einem Grundstückspreis von 100.000 Euro sind das 6.500 Euro zusätzliche Kosten. Diese Steuer gilt auch für Bauträgerprojekte, bei denen Grundstück und Haus zusammen erworben werden.
Welche Regionen in Brandenburg sind für Pendler nach Berlin am besten geeignet?
Am besten für Berlin-Pendler eignen sich Orte mit direkter S-Bahn-Anbindung: Potsdam, Teltow, Erkner, Strausberg, Hohen Neuendorf, Oranienburg und Zossen. Der Berliner Speckgürtel bietet kurze Pendelzeiten (20–40 Minuten), aber auch höhere Grundstückspreise. Weiter entfernte Orte an RE-Linien (Fürstenwalde, Ludwigsfelde) bieten günstiger Grundstücke, verlängern aber den Pendelweg auf 40–60 Minuten.
Gibt es Bauland in Brandenburg noch günstig zu kaufen?
In ländlichen Regionen wie der Uckermark, der Prignitz oder dem Fläming sind noch Grundstücke für 20 bis 60 Euro pro Quadratmeter erhältlich. Der Nachteil: Die Infrastruktur ist dort schwächer. Im Berliner Speckgürtel sind günstige Grundstücke selten geworden – gute Lagen kosten 150 bis 400 Euro pro Quadratmeter. Suchportale wie Immobilienscout24, Kleinanzeigen und direkte Anfragen bei Gemeinden helfen bei der Suche.