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Der Balkon - mehr Wohnraum und Lebensqualität

Ein Balkon vergrößert die Wohnfläche nach außen, ist vielfältig nutzbar und erhöht die Lebensqualität. Wer einmal einen Balkon genießen konnte, wird ihn nicht mehr missen wollen. Alle wichtigen Informationen über Balkonarten, Balkongeländer und Kosten für Balkone sind Inhalt dieses Ratgebers.


Welche Arten von Balkonen gibt es?

Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen von Balkonen gehören die Konstruktion, die Funktion und die Position der Balkone am Gebäude. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist dabei, wie die Balkone abgestützt werden. Balkone werden unterschieden in:

Auskragende Balkone
Seit etwa Mitte des vergangenen Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre hinein war es üblich, Balkone als Verlängerung der Geschossdecke über den Gebäudeumriss hinaus zu konstruieren. Diese sogenannten auskragenden Balkone wurden zusammen mit der Geschossdecke aus einem Guss Beton hergestellt. Durch diese Bauweise war automatisch ein ebenerdiger Zugang möglich.

Diese Art zu bauen, war relativ preiswert. Der Nachteil dieser Konstruktion ist jedoch die durchgehende Verbindung zwischen Geschossdecke und Balkonboden. Dadurch entsteht eine große Kältebrücke, die praktisch kaum isoliert werden kann. Aus diesem Grund werden heute nur noch selten auskragende Balkone bei Neubauten verwendet.

Auskragende Balkons mit Glas.
Auskragende Balkons mit Glas.


Hängebalkon oder freitragender Balkon
Ein Hängebalkon oder freitragender Balkon wird mittels Balken, Winkeln oder Stahlträgern an der Fassade eines Hauses befestigt. Über diese Befestigung entstehen wiederum Kältebrücken, die nur mit großem Aufwand isoliert werden können. Zudem müssen das Mauerwerk und die Geschossdecke, an denen der die Balkonkonstruktion gehängt wird, sehr stabil sein.

Das Eigengewicht des Balkons, alles, was darauf steht und Personen, die sich auf dem Balkon befinden, müssen vom Mauerwerk getragen werden können. Bei Altbauten kommt der nachträgliche Anbau eines Hängebalkons daher kaum noch infrage. Hängebalkone werden auch als freitragende Kragarmbalkone bezeichnet. Die Träger und Winkel, an denen und auf denen die Balkonkonstruktion befestigt ist, werden als Kragarme bezeichnet.

Anbaubalkon
Anbaubalkone haben ihren Namen von der Art und Weise, wie sie aufgebaut werden. Ein Anbaubalkon wird an einer Seite fest mit der Fassade des Gebäudes verbunden. Unter den beiden äußeren Ecken führen Säulen aus Metall bis zum Boden. Die Balkone werden also an einer Seite auf dem Erdboden abgestützt. Entsprechend ausgeführte Fundamente leiten die Last des Balkons ins Erdreich ab.

Anbaubalkon Stahl.
Anbaubalkon Stahl.

Diese Art der Balkone ist relativ preiswert. Es entstehen jedoch wie bei den anderen an der Fassade befestigen Balkonen Kältebrücken. Wenig geeignet sind Anbaubalkone für Fassaden, die mit einem Wärmedämmverbundsystem verkleidet sind. Altan oder Söller sind ebenfalls Balkonarten, die nicht selbst tragend an der Fassade befestigt, sondern durch bis zum Boden reichende Säulen gestützt werden.

Anbaubalkone sind eine preiswerte Alternative.
Anbaubalkone sind eine preiswerte Alternative.



Vorstellbalkon oder Vorsatzbalkon
Ein Vorstellbalkon oder Vorsatzbalkon wird vor die Gebäudefassade gesetzt. Er wird sowohl an der Seite zur Fassade wie auch an der freien Seite von Stützen, meist aus Metall, getragen, die die Last in den Boden ableiten.

Im Unterschied zu den anderen Balkonarten wird ein Vorsatzbalkon nur leicht mit der Fassade verbunden. Diese Verbindung sorgt nur dafür, dass die gesamte Konstruktion nicht umfällt. Große Lasten müssen von dieser Verbindung nicht getragen werden. Vorsatzbalkone eigenen sich daher im Prinzip für alle Gebäudearten, da keine besonderen Anforderungen an die Stabilität der Fassade gestellt werden. Auch Wärmeverbundsysteme werden durch diese Balkonart nur wenig beeinträchtigt.


Was ist der Unterschied zwischen einem Balkon und einer Loggia?

Es gibt ein wesentliches Merkmal, durch das sich die beiden Freisitze unterscheiden. Die Bodenplatte eines Balkons ragt grundsätzlich immer über die Gebäudefassade hinaus. Die Fläche einer Loggia endet dagegen immer bündig mit der Fassade.

Eine Loggia wird entweder zwischen zwei Fassadenvorsprüngen oder in die Ecke einer Fassade hinein gebaut. Sie ist bei der Bauweise in der Fassade von drei Seiten und bei der Ausführung an einer Gebäudeecke von zwei Seiten umgeben. Dadurch entstehen Wind und Wetter geschützte Freiflächen.

Wenn die Brüstung einer Loggia bis zur darüberliegenden Loggia oder bis unter das Dach verglast wird, bietet die Loggia einen zusätzlich Schall- und Wärmeschutz. Loggias findet man häufig bei älteren Gebäuden. Der nachträgliche Einbau einer Loggia ist zwar theoretisch möglich, aber mit sehr hohen Kosten verbunden, da die gesamte Statik des Hauses und der Fassade verändert wird.

Sonderfall Nischenbalkon
Ein Nischenbalkon ist eine Kombination aus Loggia und einem Hänge- oder Anbaubalkon. Die kleinere Fläche befindet sich wie bei einer Loggia zwischen zwei Fassadenvorsprüngen. Die Fläche wird jedoch über die Fassade hinausgezogen und kann nach rechts oder links oder zu beiden Seiten vor der Fassade erweitert werden, sodass eine große Balkonfläche entsteht.


Was ist ein französischer Balkon?

Ein französischer Balkon ist im Grunde kein richtiger Balkon, den man als Freisitz nutzen kann. Dafür sind sie in der Regel viel zu schmal. Französische Balkone findet man daher in dicht bebauten Innenstädten in südlichen Ländern, wo kein Platz für eine weit über die Fassade hinausragende Fläche ist.

Französische Balkons in einer engen Straße.
Französische Balkons in einer engen Straße.

Im Prinzip handelt es sich dabei nur um ein Balkongeländer, das vor einer bodentiefen Fenstertür angebracht wird und als Absturzsicherung dient. Der Platz zwischen Fenster und Geländer beträgt manchmal nur wenige Zentimeter. Der Vorteil ist, dass durch die bodentiefen Fenstertüren viel Licht in den dahinterliegenden Raum fällt. Das Geländer kann zudem beispielsweise zum Auslüften von Bettwäsche verwendet werden.


Welche Balkongeländer gibt es?

Wer ein neues Haus mit Balkon bauen möchte oder einen bestehenden Balkon sanieren muss, der hat die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Materialien für ein ansprechendes Balkongeländer. Die große Materialauswahl ermöglicht die stilistische Anpassung des Balkons an das Haus. Viele Materialien können auch nach dem persönlichen Geschmack miteinander kombiniert werden. Die folgenden Balkongeländer und Materialien stehen zur Auswahl:

Balkongeländer aus Kunststoff
Balkongeländer aus Kunststoff gibt es in zahlreichen verschiedenen Ausführungen. Schlanke Latten oder breite Platten sind erhältlich. Auch farblich gibt es zahlreiche Varianten. Kunststoff ist leicht, sehr witterungsbeständig und pflegeleicht. Pfosten aus Stahl oder Aluminium sorgen bei Balkongeländern aus Kunststoff für die nötige Stabilität.

Balkongeländer aus Holz
Holz-Balkongeländer sind nach wie vor wegen ihres natürlichen und ländlichen Charmes sehr beliebt. Auch hier gibt es die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Ausführungen von schlanken Gitterstäben bis zu breiteren Platten. Die rohen Holzelemente können nach Belieben gebeizt oder lackiert werden. Allerdings sind Balkongeländer aus Holz pflegeintensiv. Sie müssen regelmäßig neu gestrichen werden, um sie vor der Witterung zu schützen.

Balkongeländer aus Aluminium
Aluminium ist ein sehr pflegeleichtes und gleichzeitig witterungsbeständiges Material für Balkongeländer. Balkongeländer aus Aluminium gibt es in Standardausführungen. Sie können vom Balkonbauer aber auch individuell gestaltet werden. Zudem können die Aluminiumelemente durch eine Pulverbeschichtung oder einen Lacküberzug farblich gestaltet werden. Allerdings ist Aluminium auch relativ teuer, sodass Aluminium Balkongeländer in der oberen Preisklasse angesiedelt sind.

Balkongeländer aus Edelstahl
Balkongeländer aus Edelstahl sind zeitlos elegant. Sie sind langlebig und sehr stabil. Edelstahl rostet nicht und ist absolut pflegeleicht. Mit Edelstahl können sehr schlanke Geländerkonstruktionen realisiert werden, die dennoch über eine sehr hohe Stabilität verfügen. Edelstahl ist das teuerste Material für Balkongeländer. Dafür halten Edelstahlgeländer länger als das Haus.

Balkongeländer aus Edelstahl und Glas.
Balkongeländer aus Edelstahl und Glas.



Balkongeländer aus verzinktem Stahl
Deutlich günstiger als Edelstahl-Balkongeländer sind Balkongeländer aus verzinktem Stahl. Durch den Zinküberzug wird der Stahl vor Rost geschützt. Ohne weitere Oberflächenbehandlung haben Balkongeländer aus verzinktem Stahl eine matte silbrig-graue Oberfläche. Balkongeländer aus verzinktem Stahl sind ebenfalls pflegeleicht und langlebig. Zudem sind sie relativ günstig und werden daher oft bei Standard-Balkonen als Geländer verwendet.

Balkongeländer aus Glas
Balkongeländer aus Glas ermöglichen außergewöhnliche Ein- und Ausblicke. Sie werden häufig verwendet, um einen freien Blick auf das eigene Grundstück zu haben. Sie können individuell gestaltet werden. Die Pfosten zwischen den Glasscheiben werden meist aus Edelstahl hergestellt. Balkongeländer aus Glas können sehr leicht und filigran konstruiert werden. Allerdings sind diese Geländer auch relativ kostspielig und müssen regelmäßig gereinigt werden.

Balkongeländer aus Stahl und Glas.
Balkongeländer aus Stahl und Glas.

Wie breit ist ein Standardbalkon?

Von den meisten Balkonherstellern werden Balkone in den Standardmaßen3,5 x 1,5 m oder 3,5 x 2 m angeboten. Diese Balkone können relativ günstig hergestellt werden und tragen den Bauvorschriften für einen nachträglichen Anbau Rechnung. Unter Einhaltung verschiedener weiterer Vorgaben (s. unten) muss für Balkone bis zu einer Tiefe von 2 m keine Baugenehmigung beantragt werden, wenn sie nachträglich angebaut werden.


Wie hoch muss ein Balkongeländer mindestens sein?

Für die Höhe eines Balkongeländers finden sich in den Landesbauvorschriften zum Teil unterschiedliche Angaben. Bundesweit gilt jedoch, dass das Geländer bei einer Fallhöhe von bis zu 12 Metern eine Höhe von mindestens 90 cm haben muss, um seine Funktion als Absturzsicherung auch für groß gewachsene Personen erfüllen zu können.

Ab einer Fallhöhe von 12 Metern schreiben die Landesbauverordnung mit Ausnahme von Baden-Württemberg eine Mindesthöhe für das Balkongeländer von 110 cm vor. Wenn Kinder im Haushalt leben, sollten Balkongeländer ohne Gitterstäbe, an denen Kinder hochklettern können, gewählt werden. Auch sollte darauf geachtet werden, dass keine Stühle oder Tische auf dem Balkon stehen, auf die ein Kind hinaufklettern und sich über die Brüstung des Balkons hinauslehnen kann.


Was kostet 1 qm Balkon?

Die Kosten für einen Quadratmeter Balkonfläche sind abhängig von der Balkonart und der Größe. Unterschiedliche Preise ergeben sich auch durch die Wahl eines frei geplanten oder Standardbalkons.

Für einen vorgefertigten Standardbalkon müssen Bauherren mit Kosten ab etwa 800 Euro pro Quadratmeter rechnen. Mit etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter sind einfache Kragarm-Balkone fast doppelt so teurer. Bei einer frei geplanten Konstruktion, kostet die Berechnung der Statik etwa 500 Euro. Für einen einfachen Anbaubalkon, der auf zwei Stützen auf dem Erdboden steht, muss mit Kosten von rund 1.000 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

In diesen Beträgen sind jedoch noch nicht die Kosten für den Balkonbelag und gegebenenfalls die Fundamente enthalten. Ein Anbaubalkon kostet insgesamt inklusive Geländer, Fundament und Belag rund 1.250 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt würde ein Anbaubalkon mit einer Fläche von 3,5 x 1,5 m etwa 6.000 bis 6.500 Euro kosten.


Kann man nachträglich einen Balkon anbauen?

Im Prinzip kann man an jedes Gebäude nachträglich einen Balkon anbauen. Nicht jede Fassade eignet sich aber für jede Balkonart. Es sollte mit einem Architekten oder Statiker besprochen werden, welche Balkonart für das Gebäude geeignet ist.

Balkons können nachträglich angebaut werden.
Balkons können nachträglich angebaut werden.

Einerseits müssen hierfür Bauvorschriften beachtet werden, andererseits muss je nach Balkonart das Mauerwerk des Gebäudes ausreichend stabil sein, um die Last des Balkons tragen zu können. Für den nachträglichen Einbau eines Balkons kommen daher in vielen Fällen nur Vorsatzbalkone infrage, die nicht von der Fassade getragen werden.


Ist ein Balkon genehmigungspflichtig?

Durch den Anbau eines Balkons wird die Fassade eines Hauses verändert. Daher ist in den meisten Fällen eine Baugenehmigung erforderlich. Es gibt jedoch Ausnahmen, die vom Landesbaurecht und auch von der Einstellung des Bauordnungsamtes zu Balkonen abhängig ist. Wenn es sich um ein sogenanntes untergeordnetes Bauteil handelt, ist oft keine Baugenehmigung erforderlich.

Untergeordnetes Bauteil bedeutet, dass bestimmte Abmessungen bei der Balkongröße nicht überschritten werden dürfen. In diesem Fall wird die zusätzliche Fläche nicht der Geschossfläche (GFZ) zugerechnet.

Eine Voraussetzung hierfür ist, dass die Fläche des Balkons nicht mehr als 1,5 m aus der Hausfassade hervorspringt. Zudem muss zur Grundstücksgrenze ein Abstand von mindestens 2 Meter eingehalten werden. Ausnahmsweise darf in diesem Fall der sonst erforderliche Abstand von 3 Metern unterschritten werden.

Wenn der Balkon dagegen als wichtiges Bauteil klassifiziert wird oder über einem öffentlichen Gehweg errichtet werden soll, dann ist auf jeden Fall eine Baugenehmigung erforderlich. Es ist daher empfehlenswert, sich vor der Planung eines Balkons nach möglichen Einschränkungen im Bebauungsplan beim zuständigen Bauamt zu erkundigen.

Die Baugenehmigung kann bei den meisten Gemeinden unkompliziert beantragt werden. Das Bauamt benötigt für die Baugenehmigung Angaben zu den Abständen des Balkons zu den Nachbarn, die Größe und Lage des neuen Balkons am Gebäude sowie Zeichnungen der Ansichten.


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