DIN 1986-100: Grundstückentwässerung richtig planen

DIN 1986-100 regelt die Entwässerung von Grundstücken – von Schmutzwasser bis Rückstausicherung. Was Bauherren über diese Norm wissen müssen.

Last updated on Juli 15, 2026

Veröffentlicht am Juli 15, 2026

Die DIN 1986-100 ist die maßgebliche Norm für Entwässerungsanlagen auf Privatgrundstücken in Deutschland. Wer baut, saniert oder einen Anschluss ans Abwassernetz plant, kommt an dieser Norm nicht vorbei. Sie legt fest, wie Regenwasser und Schmutzwasser von Gebäuden und Grundstücken abgeleitet werden müssen. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Inhalte der DIN 1986-100 und was das für Bauherren konkret bedeutet.

Was regelt die DIN 1986-100?

Die DIN 1986-100 trägt den vollständigen Titel: "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056". Sie definiert die Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Entwässerungsanlagen, die auf Privatgrundstücken liegen – also auf dem Teil zwischen deinem Haus und dem öffentlichen Kanal. Dazu zählen Schmutzwasserleitungen, Regenwasserleitungen, Schächte, Hebeanlagen und Grundleitungen.

Wichtige Bereiche der DIN 1986-100

ThemaInhalt
LeitungsplanungQuerschnitte, Gefälle, Mindestabstände
SchmutzwasserAbleitung aus Bad, Küche, WC – Dimensionierung
RegenwasserDachentwässerung, Versickerung, Trennsystem
GrundleitungenRohre im Erdreich, Erddeckung, Materialanforderungen
Schächte und RevisionenStandort, Zugang, Abstände
RückstausicherungSchutz vor Rückstau aus dem öffentlichen Kanal

Gefälle und Dimensionierung von Rohrleitungen

Ein zentrales Thema der DIN 1986-100 ist das korrekte Gefälle von Entwässerungsleitungen. Leitungen müssen ein Mindestgefälle aufweisen, damit Abwasser selbständig abfließt und sich keine Ablagerungen bilden. Das Mindestgefälle hängt vom Leitungsdurchmesser ab: Für DN 100 (Normaldurchmesser) ist ein Gefälle von mindestens 1:100 (1 cm pro 100 cm Länge) vorgeschrieben. Für größere Rohre gelten geringere Mindestgefälle.

Rückstausicherung: Pflicht nach DIN 1986-100

Eine der wichtigsten Anforderungen der DIN 1986-100 ist der Schutz vor Rückstau. Bei starkem Regen kann das öffentliche Kanalnetz überlasten und Abwasser in das private Netz zurückdrücken – mit dem Ergebnis, dass Kellertoiletten oder Bodenablfluesse überfluten. Die Norm schreibt vor, dass Entwässerungsanlagen unterhalb der Rückstauebene (usually Straßenoberkante) gegen Rückstau gesichert sein müssen. Das geschieht durch:

Rückstauverschlüsse (einfache Klappen), Rückstauhebeanlagen (bei dauerhaftem Entwässerungsbedarf unterhalb Rückstauebene) oder entsprechende Leitungsführungen über die Rückstauebene.

Regenwasser: Versickerung und Trennsystem

Die DIN 1986-100 berücksichtigt auch die Anforderungen an Regenwasseranlagen. Immer mehr Gemeinden verlangen eine Versickerung von Regenwasser auf dem Grundstück, statt es direkt in den Kanal einzuleiten. Die Norm gibt Hinweise zur Dimensionierung von Versickerungsanlagen (Mulden, Rigolen, Zisternen) und zur Planung von Trennsystemen, bei denen Schmutz- und Regenwasser getrennt abgeleitet werden.

DIN 1986-100 und Bauantrag

Bei jedem Bauantrag muss die Entwässerung des Grundstücks geplant und nachgewiesen werden. Dein Architekt oder Sanitärplaner erstellt den Entwässerungsplan auf Basis der DIN 1986-100. Kommunen und Wasserwirtschaftsämter verlangen häufig einen Nachweis, dass die Entwässerung normkonform geplant wurde. Für Neubauten ist die korrekte Grundstücksentwässerung ein Teil der Baukosten, die früh geplant werden sollte.

FAQ: DIN 1986-100

Was regelt die DIN 1986-100?

Die DIN 1986-100 regelt Planung, Bau und Betrieb von Entwässerungsanlagen auf Privatgrundstücken – Schmutzwasser, Regenwasser, Grundleitungen, Schächte und Rückstausicherung.

Was ist Rückstau und wie schütze ich mich?

Rückstau tritt auf, wenn der öffentliche Kanal überläuft und Abwasser ins private Netz zurückdrückt. Schutz bieten Rückstauverschlüsse und Hebeanlagen nach DIN 1986-100.

Was ist das Mindestgefälle nach DIN 1986-100?

Für DN-100-Rohre beträgt das Mindestgefälle 1:100 (1 cm/m). Das Gefälle sichert selbstständigen Abfluss und verhindert Ablagerungen.

Muss ich beim Neubau die DIN 1986-100 einhalten?

Ja – die Grundstücksentwässerung muss im Bauantrag nachgewiesen werden und normkonform geplant sein. Dein Sanitärplaner oder Architekt erstellt den Entwässerungsplan nach DIN 1986-100.

Was ist der Unterschied zwischen Trenn- und Mischsystem?

Im Trennsystem werden Schmutz- und Regenwasser in getrennten Leitungen abgeführt. Im Mischsystem laufen beide in denselben Kanal. Viele Kommunen verlangen heute Trennsysteme oder Versickerung auf dem Grundstück.

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