Thermamet ist ein Name, der in der deutschen Glasbranche seit Jahrzehnten für hochwertige Isolierglaslösungen steht. Wer als Hausbauer nach modernen Fenstern, Fassadengläsern oder Spezialglas sucht, begegnet diesem Begriff früher oder später. Doch was steckt hinter Thermamet, welche Produkte bietet das Unternehmen an – und warum ist die Glaswahl so entscheidend für die Energieeffizienz und den Wohnkomfort deines Hauses? Dieser Artikel gibt dir einen vollständigen Überblick.
Was ist Thermamet?
Thermamet ist der Name der Thermamet Isolierglas GmbH, einem Glasverarbeitungsbetrieb mit Sitz in Rietberg (Nordrhein-Westfalen). Das Unternehmen ist auf die Herstellung und Verarbeitung von Isolierglas spezialisiert – also jener Glaseinheiten, die in modernen Fenstern, Türen und Fassaden verbaut werden, um Wärme im Gebäude zu halten und Energie zu sparen. Thermamet gehört zum Saint-Gobain-Konzern bzw. agiert im Umfeld der Glassolutions Isolierglas-Center-Gruppe – einem der bedeutendsten Netzwerke der Glasverarbeitung in Deutschland.
Der Standort Rietberg im Kreis Gütersloh ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der ostwestfälischen Industrielandschaft. Von dort aus werden Verarbeiter, Fensterbauer und Bauprojekte in der Region mit maßgefertigten Glaseinheiten beliefert. Für Hausbauer ist das relevant, weil die Qualität des verbauten Glases direkten Einfluss auf Heizkosten, Schallschutz und den allgemeinen Wohnkomfort hat.
Isolierglas – was bedeutet das für Hausbauer?
Isolierglas besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch einen Abstandhalter (den sogenannten Spacer) auf Abstand gehalten werden. Der Zwischenraum ist mit einem Edelgas – meist Argon oder Krypton – gefüllt und hermetisch versiegelt. Diese Konstruktion verhindert, dass Wärme durch das Fenster nach außen entweicht, und sorgt gleichzeitig dafür, dass keine Kälte von außen ins Innere dringt.
Für deinen Hausbau ist die Wahl des richtigen Isolierglases eine der wichtigsten energetischen Entscheidungen. Moderne Bauprojekte müssen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllen, und das Fenster ist traditionell eine der größten Schwächstellen in der Gebäudehülle. Ein hochwertiges Isolierglas mit niedrigem U-Wert reduziert den Wärmeverlust erheblich und senkt damit dauerhaft deine Heizkosten. Gleichzeitig erhöht es den Wohnkomfort spürbar: Keine kalten Zugluftströme mehr an den Fenstern, weniger Kondensation und ein gleichmäßigeres Raumklima das ganze Jahr über.
Die wichtigsten Kennzahlen bei Isolierglas
Beim Kauf und der Planung von Isolierglas spielen mehrere technische Kennwerte eine Rolle. Diese solltest du als Hausbauer kennen und bei deinem Fensterbauer aktiv ansprechen:
| Kennwert | Bedeutung | Empfohlener Wert (Neubau) |
|---|---|---|
| Uw-Wert (Fenster) | Wärmedurchgang durch das gesamte Fenster (Glas + Rahmen) | ≤ 1,0 W/(m²K) |
| Ug-Wert (Glas) | Wärmedurchgang allein durch die Glasscheibe | ≤ 0,7 W/(m²K) |
| g-Wert | Gesamtenergiedurchlassgrad – wie viel Sonnenwärme ins Gebäude gelangt | 0,5–0,6 (Südfenster) |
| Rw-Wert | Schalldämmmaß in Dezibel | ≥ 32 dB je nach Lage |
| Gasfüllung | Edelgas im Scheibenzwischenraum | Argon (Standard), Krypton (Premium) |
Thermamet als Teil der Saint-Gobain-Welt
Saint-Gobain ist einer der weltgrößten Baustoffhersteller – und Glas ist eines seiner Kernprodukte. Unter dem Dach der Glassolutions-Marke betreibt Saint-Gobain in Deutschland mehrere Isolierglas-Fertigungszentren. Thermamet in Rietberg agiert in diesem Umfeld als regionaler Verarbeitungsstandort.
Diese Zugehörigkeit zu einem Großkonzern hat für Kunden konkrete Vorteile: Die Produkte entsprechen den strengen Qualitätsstandards des Konzerns, die Glaseinheiten sind nach europäischen Normen zertifiziert, und die technische Unterstützung – etwa beim Thema Schallschutzglas oder Sicherheitsglas – ist professionell aufgestellt. Regionale Glasermeister und Fensterbauer profitieren von kurzen Lieferketten, wenn sie Thermamet als lokalen Zulieferer einsetzen.
Welche Glastypen sind für den Hausbau relevant?
Nicht jedes Glas ist für jeden Einsatzort gleich gut geeignet. Als Hausbauer solltest du verstehen, welche Glastypen in deinem Bauprojekt wo sinnvoll sind.
Wärmedämmglas (Low-E-Glas)
Wärmedämmglas (auch Wärmeschutzverglasung oder Low-Emissivity-Glas genannt) ist das Standardglas im modernen Neubau. Es besitzt eine hauchdünne Metalloxidbeschichtung auf der Glasinnenfläche, die Wärmestrahlung reflektiert und so die Wärme im Raum hält. Mit einem Ug-Wert von 0,5 bis 0,7 W/(m²K) erfüllt es die GEG-Anforderungen für Neubauten und ist in Dreifachverglasung inzwischen Standard bei energieeffizienten Gebäuden.
Schallschutzglas
An Standorten mit Verkehrslärm, Fluglärm oder Nachbarschaftslärm ist Schallschutzglas wichtig. Es wird durch besondere Glasdicken, unterschiedlich dicke Scheiben oder eine akustische Zwischenfolie realisiert. Je nach Schallschutzstufe erreichst du damit eine Dämmung von 32 bis über 50 dB. Mehr dazu, was beim Schallschutz im Haus zu beachten ist, erfährst du in unserem ausführlichen Artikel.
Sicherheitsglas (VSG / ESG)
Verbundsicherheitsglas (VSG) und Einscheibensicherheitsglas (ESG) kommen überall dort zum Einsatz, wo Verletzungsgefahr besteht: Bodentiefe Fenster, Türen, Treppenhausverglasungen oder Balkongeländer. Bei VSG halten die Folien die Scherben nach einem Bruch zusammen, ESG zersplittert in harmlose kleine Krümel statt in gefährliche Scherben.
Sonnenschutzglas
Sonnenschutzglas reflektiert einen Teil der solaren Strahlung und verhindert, dass Räume im Sommer überhitzen. Es ist vor allem bei großen Süd- oder Westfenstern und bei verglasten Wintergärten sinnvoll. Beim Sonnenschutzglas gilt es, den g-Wert sorgfältig abzustimmen: zu niedrig, und der passive Solargewinn im Winter geht verloren; zu hoch, und die Kühllasten im Sommer steigen.
Thermamet in der Praxis: Wie kommst du als Bauherr an die Produkte?
Als Privatbauherr bestellst du Isolierglas in aller Regel nicht direkt beim Hersteller. Der typische Weg: Dein Fensterbauer oder Glasermeister bezieht die Glaseinheiten bei einem Isolierglasverarbeiter – und das kann Thermamet sein, wenn dein Betrieb in der Region Rietberg / Gütersloh / Bielefeld tätig ist. Du als Bauherr gibst die gewünschten technischen Parameter vor (Ug-Wert, Rw-Wert, Sonderausführungen), und dein Handwerker wählt dann den passenden Lieferanten.
Was du aktiv tun kannst: Frage deinen Fensterbauer explizit nach der Herkunft und Zertifizierung des Glases, nach dem Ug-Wert, dem g-Wert und ob ein Zertifikat nach CE-Norm und EN 1279 vorliegt. Seriöse Hersteller und Verarbeiter können diese Unterlagen problemlos vorlegen.
Dreifachverglasung vs. Zweifachverglasung: Was macht Sinn?
| Kriterium | Zweifachverglasung | Dreifachverglasung |
|---|---|---|
| Ug-Wert (typ.) | 1,0–1,1 W/(m²K) | 0,5–0,7 W/(m²K) |
| Scheibengewicht | Leichter | Schwerer (Rahmenverstärkung nötig) |
| Kosten | Günstiger | 20–40 % teurer |
| g-Wert (solar) | Höher (mehr Solargewinn) | Niedriger (weniger Solargewinn) |
| Schallschutz | Standard | Etwas besser (wegen Gasfüllung) |
| Empfehlung | Sanierung, mildere Klimazonen | Neubau, KfW-Effizienzhaus, Passivhaus |
Für die meisten Neubauten ist heute Dreifachverglasung gesetzt – nicht nur wegen der besseren Dämmwerte, sondern auch weil Förderprogramme wie die KfW-Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bestimmte Mindest-U-Werte vorschreiben, die mit Zweifachverglasung schwer zu erreichen sind.
Fensterplanung: So gehst du als Hausbauer vor
Wer ein Haus baut, steht beim Thema Fenster vor einer Fülle von Entscheidungen: Welches Rahmenmaterial – Kunststoff, Holz oder Aluminium? Welche Verglasung? Welche Fensterform und -größe? Dabei gilt die Faustregel, dass die Fensterfläche etwa 10 bis 15 Prozent der Nutzfläche des Hauses betragen sollte, wobei Südfenster großzügiger geplant werden dürfen als Nord- oder Westfenster.
Plane Fenster immer gemeinsam mit dem Wärmedämmkonzept: Ein Fenster mit hervorragendem Ug-Wert in einer schlecht gedämmten Gebäudehülle bringt wenig. Umgekehrt wäre es unwirtschaftlich, bei einem hochgedämmten Haus am Glas zu sparen. Dein Energieberater kann dir genaue Empfehlungen für Ug-, Uw- und g-Werte in Abhängigkeit von der Himmelsrichtung und dem Gebäudetyp geben.
Glasauswahl und Baufinanzierung: Den Mehrpreis einkalkulieren
Hochwertige Fenster mit Dreifachverglasung oder Sondergläsern kosten mehr als Standardlösungen. Diese Mehrkosten sollten bei der Baufinanzierung von Anfang an eingeplant werden. Der Mehrpreis amortisiert sich über die Betriebskosten: Niedrigere Heizkosten, weniger Lüftungsbedarf und ein angenehmeres Raumklima sind langfristige Vorteile. Wer einen Online Kredit für seinen Hausbau nutzt, sollte auch diese Posten beim Kreditbedarf berücksichtigen.
Qualitätssicherung: Worauf du beim Isolierglas achten solltest
Isolierglas ist ein langlebiges Produkt, aber nicht unverwüstlich. Ein häufiges Problem: der sogenannte Randverbundversagen – der gasdichte Abschluss zwischen Scheibe und Abstandhalter verliert seine Dichtigkeit, feuchte Luft dringt in den Scheibenzwischenraum ein, und die Glasscheibe beschlägt dauerhaft von innen. Das passiert in der Regel erst nach 15 bis 25 Jahren, bei minderwertiger Verarbeitung aber auch früher.
- CE-Kennzeichnung – Pflicht für alle Bauprodukte in der EU
- EN 1279 – europäische Norm für Isolierglas (Gasfüllung, Feuchtigkeitseintritt, Langzeitbeständigkeit)
- Qualitätsstufe A oder B – nach dem Gütezeichen des Bundesverbands Flachglas
- Herstellergarantie – seriöse Hersteller geben 5 bis 10 Jahre Garantie auf die Glaseinheit
FAQ: Thermamet und Isolierglas für Hausbauer
Was stellt Thermamet genau her?
Thermamet Isolierglas GmbH produziert und verarbeitet Isolierglaseinheiten – also Mehrscheibenglas für Fenster, Türen und Fassaden. Das Unternehmen ist in Rietberg (NRW) ansässig und Teil des Saint-Gobain-Netzwerks. Direktkunden sind in der Regel Glasereien, Fensterhersteller und Bauprojekte, nicht der private Endkunde.
Kann ich als privater Bauherr direkt bei Thermamet bestellen?
In der Regel nicht – Thermamet liefert B2B, also an Verarbeiter und Handwerksbetriebe. Als Bauherr kaufst du das Glas über deinen Fensterbauer oder Glasermeister, der seinerseits bei Thermamet oder vergleichbaren Isolierglascentern bezieht.
Was bedeutet ein niedriger Ug-Wert beim Glas?
Der Ug-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung) gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch die Scheibe verloren geht. Je niedriger dieser Wert, desto besser dämmt das Glas. Moderne Dreifachverglasungen erreichen Werte von 0,5 bis 0,7 W/(m²K).
Lohnt sich Dreifachverglasung immer?
Für Neubauten, die KfW-Förderung nutzen oder als Niedrigstenergiehaus geplant sind, ist Dreifachverglasung heute Standard. Bei der energetischen Sanierung von Altbauten kann Zweifachverglasung ausreichend sein – das hängt vom Gesamtkonzept der Dämmung ab. Lass dich von einem unabhängigen Energieberater beraten.
Wie lange hält ein Isolierglas?
Hochwertige Isolierglaseinheiten haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren oder mehr. Entscheidend sind die Qualität des Randverbunds, die Verarbeitung, die Einbausituation und klimatische Einflüsse. Die meisten Hersteller geben 5 bis 10 Jahre Garantie auf die Gasfüllung und Dichtheit.
Was ist der Unterschied zwischen Isolierglas und Verbundsicherheitsglas?
Isolierglas (IG) bezeichnet die Mehrscheibenkonstruktion, die der Wärmedämmung dient. Verbundsicherheitsglas (VSG) ist eine Ausführungsform, bei der zwei oder mehr Glasscheiben mit einer reißesten Folie laminiert werden – das erhöht die Einbruchssicherheit und verhindert bei Bruch das Herausfallen von Splittern. Beide Eigenschaften lassen sich kombinieren: Es gibt Isolierglas, das gleichzeitig aus VSG-Scheiben besteht.
Welche Rahmenart passt zum hochwertigen Isolierglas?
Das beste Glas verliert an Effizienz, wenn der Rahmen schlecht dämmt. Kunststoffrahmen bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und sind pflegeleicht. Holzrahmen punkten mit Ästhetik und natürlicher Wärmedämmung. Aluminiumrahmen sind langlebig und schmal, benötigen aber eine thermische Trennung. Für Passivhäuser eignen sich speziell entwickelte Passivhausrahmen in Kombination mit Dreifachverglasung am besten.