Ein Thermodach ist ein Wärmedämmdach, das über eine integrierte oder aufgebrachte Dämmschicht verfügt und damit hohe Wärmeschutzanforderungen erfüllt. Der Begriff wird sowohl für komplette Dachlösungen mit integrierten Dämmsystemen als auch für spezifische Produktlösungen einzelner Hersteller verwendet. Dieser Artikel erklärt, was ein Thermodach ist, welche Aufbauarten es gibt und wann ein Thermodach die richtige Wahl ist.
Was ist ein Thermodach?
Der Begriff "Thermodach" ist kein normierter Fachbegriff, sondern ein Marketingbegriff, der von verschiedenen Herstellern für gedämmte Dachlösungen verwendet wird. Gemeinsam ist allen Thermodach-Konzepten: eine integrierte oder aufgebrachte Wärmedämmung, die den Wärmeschutz des Dachs erheblich verbessert. Das Thermodach steht im Gegensatz zum ungedämmten Kaltdach, bei dem kein Wärmeschutz vorhanden ist.
Thermodach-Typen im Überblick
| Aufbautyp | Beschreibung | Vorteil |
|---|---|---|
| Zwischensparren-Dämmung | Dämmung zwischen den Sparren eingelegt | Kein Verlust an Raumhöhe |
| Aufsparren-Dämmung | Dämmung über den Sparren aufgebracht | Wärmebrückenfreier Aufbau |
| Untersparren-Dämmung | Dämmung unter den Sparren, innenseitig | Einfach nachrüstbar |
| Kombinationsaufbau | Zwei oder alle drei Varianten kombiniert | Optimale Wärmedämmwerte |
| Flachdach-Thermodach | PU-Dämmplatten auf Flachdachkonstruktion | Kompakter Aufbau, hohe Dämmleistung |
Aufsparren-Dämmung: Das ächte Thermodach
Die hochwertigste Form des Thermodachs ist die Aufsparren-Dämmung. Dabei wird eine durchgehende Dämmschicht über die Sparren aufgebracht – ohne Unterbrechungen durch Holzbalken. Das eliminiert Wärmebrücken und ermöglicht sehr gute U-Werte. Typische Materialien sind Polyurethan-Hartschaum (PU), extrudierter Polystyrolschaum (XPS) oder Mineralwolle in Plattenform. Die Aufsparren-Dämmung ist teurer als die Zwischensparren-Lösung, aber thermisch deutlich überlegen.
Anforderungen nach GEG
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für Steildächer bei Sanierung einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²K) vor. Ein typisches ungedämmtes Steildach hat U-Werte über 1,0 – das ist mehr als viermal so schlecht. Ein Thermodach mit 20 cm Zwischensparren-Dämmung (WLG 035) und zusätzlicher Untersparren-Dämmung kann U-Werte unter 0,15 erreichen. Das ist deutlich besser als gesetzlich vorgeschrieben und spart langfristig erhebliche Heizkosten.
Thermodach bei Neubauten
Bei Neubauten ist ein gedämmtes Dach heute Standard. Für ein KfW-Effizienzhaus 55 sind U-Werte von 0,14 bis 0,20 W/(m²K) am Dach erforderlich. Bei einem Passivhaus sogar unter 0,10 W/(m²K). Dafür ist in der Regel ein Kombinationsaufbau aus Zwischensparren- und Aufsparren-Dämmung notwendig. Die Dachsänner kostenplanung sollte deshalb schon beim Bauantrag Materialdicken und U-Werte verbindlich festlegen.
Förderung für Thermodach-Sanierung
Wer ein bestehendes Dach gedämmt saniert, kann über das BAFA-Programm (BEG EM – Bundesförderung Einzelmaßnahmen) einen Zuschuss von bis zu 15 Prozent der Förderfähigen Kosten erhalten (mit Effizienz-Bonus bis 20 %). Voraussetzung ist ein zugelassener Energieberater als Antragsteller und ein Fachbetrieb für die Ausführung. In der Sanierungs-Finanzierungsplanung sollte der Förderantrag immer vor Auftragserteilung gestellt werden.
Kosten eines Thermodachs
Die Kosten für eine Dachdämmung variieren stark nach Aufbautyp, Material und Zugänglichkeit. Richtwerte:
Zwischensparren-Dämmung (Einblasung): 20–40 €/m². Aufsparren-Dämmung mit PU-Platten: 60–120 €/m² (Material + Montage). Vollständige Dachsanierung mit neuem Eindeckung: 150–300 €/m². Bei einem 120-m²-Dach bedeutet das Gesamtkosten von 7.000 bis 36.000 Euro je nach Aufwand und Material.
FAQ: Thermodach
Was ist ein Thermodach?
Ein Thermodach ist ein gedämmtes Dach mit integrierter oder aufgebrachter Wärmedämmung. Es verbessert den Energiestandard eines Gebäudes erheblich gegenüber einem ungedämmten Kaltdach.
Was ist der Unterschied zwischen Zwischensparren- und Aufsparren-Dämmung?
Bei der Zwischensparren-Dämmung liegt die Dämmung zwischen den Dachsparren. Die Aufsparren-Dämmung liegt über den Sparren und ist thermisch besser, da keine Wärmebrücken durch das Holz entstehen.
Welcher U-Wert ist für das Dach vorgeschrieben?
Das GEG schreibt bei Dachsanierungen einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) vor. Für KfW-Förderprogramme sind je nach Effizienzhaus-Stufe Werte von 0,10 bis 0,20 W/(m²K) erforderlich.
Wird die Dachdämmung gefördert?
Ja – über das BAFA-BEG-EM-Programm sind bis zu 15 % (mit Bonus 20 %) Förderung möglich. Antrag muss vor Beauftragung gestellt werden.
Was kostet ein Thermodach?
Je nach Aufbau 20 bis 300 €/m². Einfache Einblasdämmung beginnt bei 20–40 €/m², eine vollständige Dachsanierung mit neuer Eindeckung kostet 150–300 €/m².