Hornissen – wie entfernt man ein Nest?

Hornissen sind streng geschützt – das eigenmächtige Entfernen eines Nests ist in Deutschland verboten. Was du wissen musst, was erlaubt ist und wen du kontaktieren solltest.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Okt. 6, 2021

Hornissen sind die größten einheimischen Wespenarten Deutschlands – und genießen bei vielen Menschen einen gefährlicheren Ruf als gerechtfertigt. Wer ein Hornissennest im Garten oder am Haus entdeckt, ist oft verunsichert: Ist das gefährlich? Darf man das Nest entfernen? Und wenn ja, wie? Dieser Artikel gibt dir alle wichtigen Antworten.

Sind Hornissen gefährlich?

Nein – zumindest nicht in dem Maß, wie häufig angenommen. Hornissen (Vespa crabro) sind in der Regel friedliebende Tiere, die nur stechen, wenn sie sich direkt bedroht fühlen. Ihr Gift ist nicht stärker als das anderer Wespenarten – die häufig zitierte Aussage „Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Menschen" ist ein Mythos ohne wissenschaftliche Grundlage. Für gesunde Erwachsene ohne Insektengiftallergie ist ein einzelner Hornissenstich vergleichbar mit einem Wespenstich: schmerzhaft, aber harmlos. Gefährlich können mehrere gleichzeitige Stiche oder allergische Reaktionen sein – das gilt aber für alle Hautflügler.

Hornissen sind streng geschützt

In Deutschland stehen Hornissen unter besonderem gesetzlichen Schutz. Laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) § 44 ist es verboten, Hornissen zu töten, zu fangen oder ihre Nester zu zerstören. Das gilt auch für das vorsätzliche Stören einer Hornissenkolonie. Wer ein Nest eigenmächtig entfernt oder vergiftet, riskiert ein Bußgeld von bis zu 65.000 Euro. Die Umsiedlung eines Nestes ist nur in Ausnahmefällen erlaubt – und muss von einem autorisierten Fachmann durchgeführt werden.

Was tun, wenn du ein Hornissennest entdeckst?

Die wichtigste Regel: Ruhe bewahren und Abstand halten. Hornissen reagieren aggressiv, wenn ihr Nest erschüttert oder direkt angegriffen wird. Solange du das Nest in Ruhe lässt, besteht in der Regel keine Gefahr. Folgende Schritte helfen:

  • Nest beobachten, nicht stören: Schau, wo genau das Nest ist und ob es ein Problem darstellt. Ein Nest unter dem Dachstuhl oder im Schuppen ist oft unbedenklich.
  • Zugang einschränken: Wenn das Nest in einem stark frequentierten Bereich ist, kannst du den Bereich vorübergehend absperren, bis die Saison endet.
  • Naturschutzbehörde oder Imker kontaktieren: In vielen Bundesländern gibt es speziell ausgebildete Hornissenbeauftragte, die kostenlos oder günstig beraten und notfalls umsetzen.
  • Schädlingsbekämpfer nur im Notfall: Wenn das Nest eine ernsthafte Gefahr darstellt (z. B. direkt neben Kindergarteneingang oder bei nachgewiesener Allergie im Haushalt), kann die zuständige Behörde eine Ausnahmegenehmigung zur Umsiedlung erteilen.

Wann ist eine Umsiedlung gerechtfertigt?

Eine Umsiedlung des Hornissennests ist nur in echten Ausnahmesituationen möglich und genehmigungspflichtig. Akzeptierte Gründe sind in der Regel:

  • Das Nest befindet sich in einem Bereich, der für Menschen dauerhaft nicht meidbar ist (z. B. Eingangsbereich eines Kindergartens)
  • Im Haushalt lebt eine Person mit dokumentierter Insektengiftallergie
  • Das Nest ist so positioniert, dass es die Gebäudesubstanz gefährdet

In diesen Fällen wende dich an die untere Naturschutzbehörde deines Landkreises. Sie kann eine Ausnahmegenehmigung ausstellen und autorisierten Fachleuten (Imker, Schädlingsbekämpfer mit Naturschutzfreigabe) die Umsiedlung erlauben.

Wie lange bleibt ein Hornissennest aktiv?

Hornissenkolonien entstehen jedes Jahr neu – eine Königin überwintert und gründet im Frühjahr (April bis Mai) eine neue Kolonie. Das Nest wächst über den Sommer und ist im August/September am größten, mit bis zu 700 Tieren. Ab Oktober stirbt die Kolonie natürlich ab – alle Arbeiter und die alte Königin sterben, lediglich neue Königinnen überwintern. Ein leeres Nest kann dann gefahrlos entfernt werden. Dasselbe Nest wird von Hornissen im Folgejahr nicht wieder besiedelt.

Hornissen im Haus: Was tun?

Wenn Hornissen in der Wärmedämmung, im Dachboden oder in Hohlräumen der Wand nisten, ist die Situation komplizierter. Hier gilt dasselbe: Zunächst Naturschutzbehörde kontaktieren und das Ende der Saison abwarten. Danach können die Einflugöffnungen verschlossen werden, um eine Wiederansiedlung zu verhindern. Das Abdichten sollte erst nach dem natürlichen Absterben der Kolonie im Oktober/November erfolgen.

FAQ

Darf man ein Hornissennest selbst entfernen?

Nein. Das Zerstören eines Hornissennests ist in Deutschland nach § 44 BNatSchG verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 65.000 Euro bestraft werden. Eine Umsiedlung ist nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung erlaubt und muss von autorisierten Fachleuten durchgeführt werden.

Wie gefährlich sind Hornissenstiche wirklich?

Für gesunde Menschen ohne Insektengiftallergie ist ein Hornissenstich schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als ein Wespenstich. Das Gift ist vergleichbar zusammengesetzt. Gefährlich werden kann es bei gleichzeitig mehreren Stichen oder bei allergischen Reaktionen. Der Mythos, dass drei Stiche einen Menschen töten, ist wissenschaftlich widerlegt.

Wann verlassen Hornissen ihr Nest?

Ab Oktober stirbt die Hornissenkolonie natürlich ab. Alle Arbeiterinnen und die alte Königin sterben, nur neue Königinnen überwintern anderswo. Das verlassene Nest kann dann ab November gefahrlos entfernt werden. Hornissen kehren im Folgejahr nicht in dasselbe Nest zurück.

Wer hilft bei Hornissenproblemen kostenlos?

Viele Bundesländer haben ausgebildete Hornissenbeauftragte, die kostenlos vor Ort beraten und in bestimmten Fällen auch umsetzen. Die untere Naturschutzbehörde deines Landkreises kann dir den richtigen Ansprechpartner nennen. Auch lokale Imkerverbände helfen häufig weiter.

Teilen

Themen

Beim Thema Hausbau immer auf dem laufenden bleiben

Kostenlose Infos zum Thema Hausbau, Garten, Heizen, Finanzierung erhalten

Hausbau News erhalten