Die Infrarotsauna boomt – und das aus gutem Grund. Im Vergleich zur finnischen Aufgusssauna ist sie kompakter, günstiger im Betrieb, schneller aufgeheizt und schonender für Kreislauf und Atemwege. Ob im Badezimmer, im Keller oder sogar im Schlafzimmer: Eine Infrarotsauna lässt sich nahezu überall in einem privaten Zuhause integrieren.
Wie funktioniert eine Infrarotsauna?
Anders als die klassische Sauna, die die Luft aufheizt, wirken Infrarotsaunen mit Wärmestrahlung direkt auf den Körper. Infrarotstrahlen (IR-A, IR-B und IR-C) dringen in unterschiedliche Tiefen ins Gewebe ein und erwärmen den Körper von innen heraus. Das Ergebnis: Du schwitzt intensiv, obwohl die Kabine nur 40–60 °C warm ist – deutlich weniger als die 80–100 °C einer klassischen Sauna. Das macht Infrarotsaunen besonders attraktiv für Menschen mit Kreislaufproblemen oder Empfindlichkeit gegenüber heißer Luft.
Infrarotsauna vs. klassische Sauna: Die wichtigsten Unterschiede
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| Merkmal | Infrarotsauna | Klassische Sauna |
|---|---|---|
| Temperatur | 40–60 °C | 80–100 °C |
| Aufheizzeit | 5–15 Minuten | 30–60 Minuten |
| Stromverbrauch/Sitzung | 1–2 kWh | 3–6 kWh |
| Luftfeuchtigkeit | Niedrig (Trockenwärme) | Regulierbar (Aufguss) |
| Platzbedarf | Ab ca. 1,2 m² | Ab ca. 3–4 m² |
| Kreislaufbelastung | Gering | Hoch |
| Installationsaufwand | Gering (Steckdose reicht) | Hoch (Elektroanschluss) |
Welche Infrarotstrahler sind die besten?
Infrarotsaunen gibt es mit Keramikstrahlern, Kohlefaserstrahlern (Carbon) und Vollspektrumstrahlern. Keramikstrahler sind günstig, werden aber punktuell sehr heiß. Carbonstrahler verteilen die Wärme gleichmäßiger über eine größere Fläche und gelten als angenehmer. Vollspektrum-Saunen kombinieren alle IR-Wellenlängen und sollen die tiefsten Eindringtiefen erreichen – sie sind aber deutlich teurer. Für den Hausgebrauch sind Carbon-Strahler das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Platzbedarf und Installation
Infrarotsaunen für 1–2 Personen beginnen bereits bei ca. 90 × 90 cm Grundfläche, benötigen also kaum mehr Platz als eine Duschkabine. Für 2–4 Personen sind Kabinen mit 120 × 120 cm oder 160 × 100 cm üblich. Für die Installation reicht in den meisten Fällen eine normale 230-V-Steckdose mit ausreichender Absicherung – ein Elektriker-Eingriff in die Hausinstallation ist selten nötig. Die Kabinen werden als Bausatz geliefert und sind meist in 1–3 Stunden aufgebaut.
Kosten: Anschaffung und Betrieb
Einsteigermodelle für eine Person gibt es bereits ab 500–800 €. Qualitativ hochwertige 2-Personen-Saunen aus Zedernholz oder Hemlock liegen bei 1.500–3.500 €, Premiummodelle mit Vollspektrum und Soundsystem können 5.000 € oder mehr kosten. Der Stromverbrauch pro Sitzung liegt je nach Modell und Nutzungsdauer bei 1–2 kWh – bei einem Strompreis von 30 Cent macht das rund 30–60 Cent pro Sitzung. Das ist deutlich günstiger als eine klassische Sauna oder der Gang ins Wellnessbad.
Gesundheitliche Wirkung und Anwendung
Infrarotsaunen werden mit verschiedenen Wirkungen in Verbindung gebracht: Entspannung der Muskulatur, Linderung von Verspannungen und Gelenkschmerzen, Verbesserung der Durchblutung, Förderung der Hautdurchblutung und des Stoffwechsels sowie Stressreduktion. Wichtig ist: Trinke ausreichend Wasser vor und nach der Sitzung. Eine Anwendungsdauer von 20–40 Minuten bei moderater Temperatur ist ein guter Einstieg. Personen mit Herzerkrankungen, niedrigem Blutdruck oder in der Schwangerschaft sollten vorher ärztlichen Rat einholen.
FAQ
Kann ich eine Infrarotsauna im Badezimmer aufstellen?
Ja – sofern das Badezimmer groß genug ist und eine geeignete Steckdose vorhanden ist. Infrarotsaunen benötigen keine besonderen baulichen Maßnahmen. Achte jedoch darauf, dass ausreichend Belüftung gewährleistet ist und der Untergrund eben und trocken ist. In Feuchträumen sollte die Elektroinstallation den Schutzanforderungen für Badezimmer (IP-Schutzklasse) entsprechen – lass das im Zweifelsfall von einem Elektriker prüfen.
Wie oft sollte man die Infrarotsauna nutzen?
Für gesunde Erwachsene sind 3–4 Anwendungen pro Woche ideal. Wer gerade mit Infrarotsauna beginnt, startet am besten mit 1–2 Sitzungen pro Woche und steigert sich allmählich. Wichtig: Höre auf deinen Körper. Bei Schwindel, Unwohlsein oder starkem Herzrasen die Sitzung sofort beenden. Regelmäßige Nutzung ist wirksamer als seltene lange Sitzungen.
Welches Holz ist das beste für eine Infrarotsauna?
Klassische Hölzer für Infrarotsaunen sind Zedernholz (Western Red Cedar), Hemlock (Schierlings-Tanne), Abachi (weißes Abachi aus Westafrika) und Espe. Zedernholz riecht angenehm, ist sehr beständig und antibakteriell – daher besonders beliebt. Hemlock ist günstiger und geruchsneutral. Abachi ist besonders allergikerfreundlich, da es keine Harzkanäle hat. Vermeide Hölzer mit starkem Harzgehalt (wie Kiefer) – sie können bei Wärme unangenehm riechen.