Die richtigen Fenster einbauen: Materialien, Verglasung und Kosten

Kunststoff, Holz oder Aluminium? Zwei- oder Dreifachverglasung? Alle wichtigen Infos zu Fenstermaterialien, Schallschutz, Einbruchschutz und Kosten.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Aug. 9, 2020

Die Fenster eines Hauses haben enormen Einfluss auf Energieverbrauch, Schallschutz, Einbruchsicherheit und Wohnkomfort. Wer neue Fenster einbauen lässt, steht vor vielen Entscheidungen: Welches Material, welche Verglasung, welche Beschläge? Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Faktoren.

Fensterrahmen-Materialien im Vergleich

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MaterialWärmedämmungPflegeLebensdauerPreis
Kunststoff (PVC)GutSehr gering30–40 JahreGünstig
HolzSehr gutHoch (regelmäßig streichen)40–60+ JahreMittel–hoch
Holz-AluminiumSehr gutGering (Alu außen)40–60+ JahreHoch
AluminiumMittel (mit Thermotrennung: gut)Sehr gering40–60 JahreHoch

Verglasung: Zwei- oder Dreifachverglasung?

Die Verglasung ist entscheidender als der Rahmen für die Wärmedämmwirkung. Zweifachverglasung (Standard) hat einen U-Wert von ca. 1,1 W/(m²K). Dreifachverglasung erreicht 0,5–0,7 W/(m²K) – also gut doppelt so gute Dämmung. Für Neubauten und energetische Sanierungen ist Dreifachverglasung heute Standard. Nachteil: Dreifachscheiben sind schwerer und teurer. Vorteil: Geringere Heizkosten, besserer Schallschutz, höherer Wohnkomfort (keine kalten Zugluftgefühle am Fenster).

Schallschutz-Fenster

Wer an einer stark befahrenen Straße wohnt oder in der Nähe eines Flughafens, braucht spezielle Schallschutzfenster. Diese werden nach Schallschutzklassen (SSK 1–6) eingeteilt – SSK 3 (Schalldämmmaß 35 dB) ist für normale städtische Straßen üblich, SSK 4–5 für stark befahrene Straßen oder Flughafennähe. Schallschutzfenster haben dickere Scheiben (Verbundsicherheitsglas) und speziell abgedichtete Rahmen. Kosten: 20–50 % Aufpreis gegenüber Standard.

Einbruchschutz bei Fenstern

Fenster sind neben Türen der häufigste Einbruchsweg. Widerstandsklassen (RC 1–6) geben an, wie lange ein Fenster einem Einbruchsversuch standhält. RC 2 ist für Wohnhäuser Standard und hält mindestens 3 Minuten stand – was die meisten Gelegenheitseinbrecher abschreckt. Wichtige Merkmale: Pilzkopfverriegelung, einbruchhemmende Verglasung (VSG), abschließbarer Griff.

Kosten für neue Fenster

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FenstertypKosten inkl. Einbau (pro Fenster)
PVC-Fenster, Zweifach, Standard (100 × 120 cm)300–600 €
PVC-Fenster, Dreifach, Standard450–800 €
Holz-Fenster, Dreifach700–1.500 €
Holz-Alu-Fenster, Dreifach900–2.000 €
Alu-Fenster, Dreifach800–1.800 €

Wann lohnt sich ein Fenstertausch?

Fenster älter als 20–25 Jahre haben oft nur einfache oder veraltete Zweifachverglasung. Der Wärmeverlust durch alte Fenster kann erheblich sein. Ein Fenstertausch auf moderne Dreifachverglasung kann die Heizkosten für Fenster und Wärmebrücken um 30–50 % senken. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Fenstertausch-Maßnahmen mit bis zu 20 % bezuschusst werden (BAFA-Antrag).

FAQ

Welches Fenstermaterial ist am besten?

Das beste Material hängt von deinen Prioritäten ab. PVC ist das preiswerteste und pflegeleichteste. Holz bietet das beste Raumklima und ist nachhaltig, braucht aber mehr Pflege. Holz-Aluminium verbindet die Vorteile beider Materialien – Holz innen (Wohnklima), Aluminium außen (wartungsarm) – ist aber am teuersten.

Was ist der Unterschied zwischen U-Wert und g-Wert beim Fenster?

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie gut das Fenster dämmt – je niedriger, desto besser. Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, wie viel Sonnenwärme durch das Glas dringt – für Wintergärten und Südfenster höher, für Verschattung niedriger wählen. Moderne Dreifachverglasung hat U-Werte von 0,5–0,7 und g-Werte von 0,4–0,6.

Brauche ich eine Baugenehmigung für neue Fenster?

Der Austausch von Fenstern in gleicher Größe und an gleicher Position ist in der Regel genehmigungsfrei. Wenn die Fensteröffnungen vergrößert oder neue Fenster in bisher fensterlosen Wänden eingebaut werden sollen, kann eine Genehmigung erforderlich sein. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist der Fenstertausch fast immer genehmigungspflichtig.

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