Wer ein Haus baut oder renoviert, stößt schnell auf Fachbegriffe, die Kosten beschreiben – von Einheitspreisen über Pauschalen bis zu Sowieso-Kosten. Ein Preislexikon für das Bauwesen hilft dabei, diese Begriffe zu verstehen und Angebote richtig einzuschätzen. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Preisbegriffe beim Hausbau und was sie in der Praxis bedeuten.
Was ist ein Preislexikon im Bauwesen?
Ein Preislexikon für den Bau ist eine Sammlung von Fachbegriffen, die rund um Kosten, Angebote, Abrechnungen und Vergaben beim Bauen verwendet werden. Es richtet sich an Bauherren, Planer und Handwerker, die ein gemeinsames Verständnis von Preisstrukturen und Kalkulationsmethoden benötigen. Wer die Grundbegriffe kennt, kann Angebote besser vergleichen und teure Missverständnisse vermeiden.
Die wichtigsten Preisbegriffe beim Hausbau
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Einheitspreis | Preis je Mengeneinheit (z.B. €/m², €/Stk, €/lfd. m) |
| Pauschalpreis | Festpreis für eine definierte Leistung, unabhängig von der Menge |
| Stundenlohnarbeit | Abrechnung nach tatsächlichem Zeitaufwand je Stunde |
| Nachtrag | Zusätzliche Vergütung für geänderte oder zusätzliche Leistungen |
| Sowieso-Kosten | Kosten, die ohnehin entstanden wären – Schadensminderung bei Mangelfällen |
| Baunebenkosten | Kosten neben dem eigentlichen Bau (Planung, Genehmigung, Finanzierung) |
| Herstellungskosten | Gesamtkosten eines Gebäudes inkl. Bau, Planung, Ausstattung |
| Bruttopreis | Preis inkl. MwSt. (19 % Regelsteuersatz) |
| Nettopreis | Preis ohne MwSt. – meist in gewerblichen Angeboten |
Einheitspreis vs. Pauschalpreis
Der Einheitspreis ist das klassische Preismodell im Bauvertrag nach VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen). Du zahlst für jede erbrachte Einheit – z.B. 45 Euro je Quadratmeter verlegten Bodenbelags. Der Vorteil: Du zahlst genau das, was tatsächlich ausgeführt wurde. Der Nachteil: Die Gesamtrechnung ist erst nach Fertigstellung bekannt.
Der Pauschalpreis legt eine feste Summe für eine definierte Leistung fest. Das gibt dir Planungssicherheit – du weißt von Anfang an, was du zahlst. Aber Achtung: Beim Pauschalvertrag müssen alle Leistungen präzise beschrieben sein. Fehlen Leistungen in der Baubeschreibung, können Handwerker für Nachträge zusätzlich rechnen.
Nachtrag: Die teuerste Falle beim Hausbau
Ein Nachtrag ist eine zusätzliche Vergütungsforderung des Handwerkers oder Bauunternehmers für Leistungen, die nicht im ursprünglichen Vertrag enthalten waren. Nachträge entstehen, wenn der Bauherr Änderungen wünscht, wenn unvorhergesehene Situationen auftreten oder wenn die Ausschreibung lückenhaft war. Auf einer typischen Baustelle entstehen 10 bis 20 Prozent der Gesamtkosten durch Nachträge. Als Bauherr solltest du bei jedem Nachtrag schriftliche Bestätigung und Gegenzeichnung verlangen, bevor du die Leistung billigung erteilst.
Baunebenkosten: Was kommt noch dazu?
Viele Bauherren unterschätzen die Baunebenkosten. Das sind alle Kosten außerhalb der reinen Baukosten: Architektenhonorar (8–15 % der Bausumme), Statik und Fachplanung, Baugenehmigung, Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten, Grundbucheintrag, Finanzierungskosten und Versicherungen. Typisch sind Baunebenkosten von 15 bis 25 Prozent der Nettobaukosten. Für eine realistische Baufinanzierung müssen diese Positionen frühzeitig eingeplant werden.
Sowieso-Kosten: Ein unterschätzter Begriff
Der Begriff Sowieso-Kosten taucht auf, wenn ein Schaden entstände und der Bauherr Schadensersatz fordert. Sowieso-Kosten sind Kosten, die der Bauherr auch ohne den Schaden hätte tragen müssen – zum Beispiel für eine Sanierung, die ohnehin nötig gewesen wäre. Ein Handwerker kann Sowieso-Kosten vom Schadensersatz abziehen, um nicht übermäßig belastet zu werden. Als Bauherr solltest du diesen Begriff kennen, wenn es zu Streit über Schadärte und Ersatzpflichten kommt.
Preise beim Hausbau richtig vergleichen
Um Angebote sinnvoll zu vergleichen, solltest du immer auf denselben Leistungsumfang achten. Am besten erstellst du oder dein Planer ein einheitliches Leistungsverzeichnis (LV), das alle Handwerker auspreisen. Nur dann sind die Einheitspreise vergleichbar. Fehlen in einem Angebot Positionen, bedeutet das nicht automatisch, dass es günstiger ist – es fehlen schlicht Leistungen, die später als Nachträge kommen.
FAQ: Preislexikon Bau
Was ist ein Einheitspreis beim Hausbau?
Ein Einheitspreis ist der Preis je Mengeneinheit (z.B. Euro pro Quadratmeter oder pro Stück). Du zahlst genau für das, was tatsächlich ausgeführt wurde.
Was ist ein Pauschalpreis beim Hausbau?
Ein Pauschalpreis ist ein Festpreis für eine definierte Leistung. Du weißt von Anfang an, was du zahlst – aber die Leistungen müssen vollständig beschrieben sein, damit keine Nachträge entstehen.
Was sind Baunebenkosten?
Baunebenkosten sind alle Kosten neben der reinen Bauausführung: Architektur, Planung, Genehmigung, Grunderwerbsteuer, Notar und Finanzierung. Typisch sind 15 bis 25 % der Bausumme.
Was ist ein Nachtrag beim Bau?
Ein Nachtrag ist eine zusätzliche Kostenforderung für Leistungen, die nicht im ursprünglichen Vertrag enthalten waren. Nachträge sollten immer schriftlich bestätigt werden.
Was bedeutet Sowieso-Kosten?
Sowieso-Kosten sind Kosten, die ohnehin entstanden wären – unabhängig von einem Schaden. Sie werden bei Schadensersatzansprüchen vom Ersatzbetrag abgezogen.