Solardachziegel und Indach PV-Anlagen – alle Infos für Hausbesitzer und Bauherren

Solardachziegel und Indach PV-Anlagen im großen Vergleich: Kosten, Hersteller, Wirkungsgrad und Förderung 2025. Was ist die bessere Wahl für dein Dach?

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Nov. 25, 2021

Solardachziegel vereinen zwei Funktionen in einem Produkt: Sie übernehmen die klassische Aufgabe eines Dachziegels – also die Abdichtung und den Schutz des Gebäudes – und erzeugen gleichzeitig Solarstrom. Im Unterschied zu herkömmlichen Aufdach-Photovoltaikanlagen liegen Solardachziegel bündig auf dem Dach und sind optisch kaum von konventionellen Ziegeln zu unterscheiden. Gerade für Bauherren, die auf ein ästhetisch ansprechendes Haus ohne sichtbare Solarpanele Wert legen, sind sie eine attraktive Option.

Technisch basieren die meisten Solardachziegel auf monokristallinem Silizium – dem gleichen Material wie in herkömmlichen Solarmodulen. Die Zellen werden direkt in die Ziegel integriert, über Kabel miteinander verbunden und an einen Wechselrichter angeschlossen. In Deutschland wächst der Markt für solche integrierten Systeme seit 2022 deutlich, weil die Preise für Solardachziegel gesunken sind und die Mehrwertsteuerbefreiung seit 2023 die Investition attraktiver macht.

Wie funktionieren Solardachziegel?

Solardachziegel funktionieren nach dem gleichen photovoltaischen Prinzip wie klassische Solarmodule: Sonnenlicht trifft auf Siliziumzellen, löst dort Elektronen aus und erzeugt dadurch elektrischen Strom. Der wesentliche Unterschied liegt in der Bauform – während Aufdach-Module als separate Konstruktion auf einem vorhandenen Dach befestigt werden, sind Solardachziegel das Dach selbst.

Die Ziegel werden reihenweise wie normale Dachpfannen verlegt. Aktive Ziegel mit integrierten Solarzellen wechseln sich dabei mit passiven Ziegeln ohne Zellen ab, um eine einheitliche Optik zu erzielen. Durch ein internes Kabelsystem werden alle aktiven Ziegel verbunden, der erzeugte Strom fließt in einen zentralen Wechselrichter und von dort in das Hausstromnetz oder einen Heimspeicher. Der Wirkungsgrad moderner Solardachziegel liegt aktuell zwischen 16 und 22 Prozent – etwas geringer als bei Aufdach-Modulen (bis 24 %), aber mit deutlich besserer Optik.

Vorteile und Nachteile von Solardachziegeln

Der größte Pluspunkt ist die Optik: Solardachziegel sind nahezu unsichtbar im Dach integriert und harmonieren mit dem Erscheinungsbild des Hauses. Das ist besonders relevant in Gebieten mit Denkmalschutz oder Gestaltungssatzungen, wo klassische Aufdach-Module oft nicht genehmigt werden. Außerdem gibt es bei einer Neueindeckung nur ein Gewerk – Dachdecker und PV-Elektriker arbeiten koordiniert zusammen, was Planung und Bauzeit vereinfacht.

Der größte Nachteil ist der Preis: Solardachziegel kosten deutlich mehr als Aufdach-Systeme. Hinzu kommt, dass Wartung und Reparatur aufwendiger sind – muss ein Ziegel getauscht werden, ist elektrisches Fachwissen nötig. Auch die Auswahl an qualifizierten Installateuren ist kleiner als bei klassischen PV-Systemen.

Die wichtigsten Hersteller 2025 im Überblick

Der Markt für Solardachziegel hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Diese Hersteller sind in Deutschland und Europa aktuell besonders relevant:

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HerstellerHerkunftProduktWirkungsgradBesonderheit
TeslaUSASolar Roof V3~22 %Integriertes System mit Powerwall-Speicher
Braas (Saint-Gobain)DeutschlandPower-Anker Solar~18 %Kompatibel mit klassischen Braas-Pfannen
SunRoofSchweden/PolenSunRoof Solar~20 %Vollständige Dachintegrierung inkl. Planung
SUNSTYLESchweizSUNSTYLE Roof~20 %Hochwertige Optik, Premiumsegment
Roofit.solarEstlandRoofit Panel~16–18 %Stehfalzdach-Optik, einfache Montage
CreatonDeutschlandSolar Dachziegel~17 %Gut kombinierbar mit Creaton-Tonziegeln

Solardachziegel Kosten: Was du 2025 einplanen musst

Die Kosten für Solardachziegel sind in den letzten Jahren gesunken, liegen aber weiterhin deutlich über klassischen Aufdach-PV-Anlagen. Als Richtwerte für 2025 gelten folgende Preise – inklusive Installation, aber ohne Speichersystem:

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SystemKosten pro m²Gesamtkosten (100 m² Dach)Amortisationszeit
Solardachziegel (Markenprodukt)350–600 €35.000–60.000 €20–30 Jahre
Indach PV-System200–350 €20.000–35.000 €12–18 Jahre
Aufdach PV (konventionell)100–200 €8.000–15.000 €8–14 Jahre

Wichtig: Solardachziegel ersetzen vollständig den konventionellen Dachziegel. Wenn du ohnehin eine Dachneueindeckung planst, musst du die Kosten für normale Dachziegel (ca. 30–80 €/m²) gegenrechnen – dadurch verkürzt sich die Amortisationszeit erheblich.

Förderung und Steuervorteile für Solardachziegel

Für Solardachziegel gelten die gleichen Förder- und Vergütungsregeln wie für alle anderen PV-Anlagen:

Einspeisevergütung 2025: Für Anlagen bis 10 kWp erhältst du aktuell etwa 8,03 Cent pro eingespeister Kilowattstunde (Stand: 1. Halbjahr 2025). Für Anlagen zwischen 10 und 40 kWp sinkt die Vergütung auf etwa 6,95 Cent/kWh. Die Einspeisevergütung wird für 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert.

KfW-Förderung: Die KfW fördert PV-Anlagen über das Programm 270 (Erneuerbare Energien – Standard) mit zinsgünstigen Darlehen. Solardachziegel sind als Dachdeckung mit integrierter Stromerzeugung förderfähig. Über das BAFA-Programm kannst du außerdem Förderungen für Heimspeicher beantragen und kombinieren.

Mehrwertsteuerbefreiung: Seit 2023 gilt 0 % Umsatzsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp beim Kauf und der Installation – das gilt auch für Solardachziegel-Systeme. Das macht die Anschaffung im Vergleich zu vor 2023 um knapp 19 Prozent günstiger.

Indach PV-Anlagen: Die günstigere Alternative

Wer die Ästhetik eines integrierten Solardachs möchte, aber nicht den Aufpreis für Solardachziegel zahlen möchte, findet in Indach PV-Systemen eine attraktive Lösung. Bei Indach-Modulen werden Solarmodule direkt in die Dachhaut eingebaut – sie ersetzen die Dacheindeckung in ihrem Bereich vollständig und schließen bündig mit der Dachfläche ab.

Im Vergleich zu aufgesetzten Modulen sind Indach-Systeme deutlich flacher und liegen tiefer im Dach, was zu einem ästhetischeren Erscheinungsbild führt. Namhafte Anbieter in Deutschland sind Solrif (Swiss Solar AG), Schüco und AEG Solar. Gute Indach-Systeme eignen sich sowohl für Neubauten als auch für umfassende Dachsanierungen.

Die Vorteile von Indach PV: günstiger als Solardachziegel, kaum sichtbar, kein erhöhter Windwiderstand wie bei Aufdach-Modulen. Nachteilig ist die schlechtere Belüftung der Solarzellen – Hitze reduziert die Effizienz, und Reparaturen erfordern das Abdecken des Dachs.

Vergleich: Solardachziegel vs. Indach PV vs. Aufdach PV

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KriteriumSolardachziegelIndach PVAufdach PV
OptikOptimal integriertSehr gutSichtbar aufgesetzt
AnschaffungskostenSehr hochMittelGünstig
Wirkungsgrad16–22 %17–21 %Bis 24 %
NachrüstbarkeitNur bei DachneudeckungBedingt möglichJederzeit möglich
WartungsaufwandHochMittelGering
DenkmalschutzOft genehmigbarBedingtSelten genehmigt
Amortisationszeit20–30 Jahre12–18 Jahre8–14 Jahre

Lohnen sich Solardachziegel?

Solardachziegel lohnen sich vor allem in zwei Szenarien: erstens, wenn du ohnehin eine Dachneueindeckung planst und dabei eine ästhetische PV-Lösung integrieren möchtest; und zweitens, wenn du in einem Gebiet mit Gestaltungssatzungen oder Denkmalschutz wohnst, wo normale Module nicht erlaubt sind.

Wer eine günstige und effiziente PV-Lösung sucht, fährt mit einer klassischen Aufdach-Anlage wirtschaftlich besser – der Unterschied in der Amortisationszeit von bis zu 15 Jahren sollte nicht unterschätzt werden. Indach PV-Systeme bieten einen guten Kompromiss aus Ästhetik und Wirtschaftlichkeit für alle, denen die Optik wichtig ist, aber das Budget für echte Solardachziegel fehlt.

Willst du deinen Energieverbrauch zusätzlich senken, lohnt ein Blick auf ergänzende Technologien: Pellets als regenerativer Brennstoff für die Heizung lassen sich gut mit einer PV-Anlage kombinieren, die den Strom für Steuerung und Förderpumpen liefert. Auch Niedertemperatur Heizkörper passen hervorragend zu modernen Wärmepumpen, die wiederum von selbst produziertem Solarstrom profitieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kosten Solardachziegel pro m²?

Solardachziegel kosten je nach Hersteller zwischen 350 und 600 Euro pro Quadratmeter inklusive Installation. Das Tesla Solar Roof liegt am oberen Ende, während europäische Hersteller wie Creaton oder Braas günstiger angeboten werden. Dazu kommen Kosten für Wechselrichter, Kabelanlage und ggf. Heimspeicher.

Können Solardachziegel nachgerüstet werden?

In der Regel sind Solardachziegel nur für Dachneudeckungen oder umfassende Dachsanierungen sinnvoll. Eine nachträgliche Integration in ein bestehendes Dach ist technisch sehr aufwendig und selten wirtschaftlich, da dafür die bestehende Eindeckung vollständig entfernt werden müsste.

Wie lange halten Solardachziegel?

Die meisten Hersteller geben Produktgarantien von 25 bis 30 Jahren. Die Leistung nimmt wie bei allen PV-Anlagen leicht ab – typischerweise um etwa 0,5 Prozent pro Jahr. Nach 25 Jahren liefert die Anlage noch etwa 87 Prozent ihrer ursprünglichen Nennleistung.

Sind Solardachziegel in Denkmalschutzzonen erlaubt?

Das hängt von der Denkmalschutzbehörde und der Satzung der jeweiligen Gemeinde ab. In vielen Fällen werden Solardachziegel als weniger störend eingestuft als Aufdach-Module und können auch in schutzbedürftigen Bereichen genehmigt werden. Eine individuelle Anfrage bei der zuständigen Behörde ist immer erforderlich.

Welche Einspeisevergütung gibt es für Solardachziegel?

Für Solardachziegel gilt die gleiche Einspeisevergütung wie für alle anderen PV-Anlagen: Im Jahr 2025 erhältst du für Anlagen bis 10 kWp rund 8,03 Cent pro eingespeister Kilowattstunde, garantiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme.

Was ist der Unterschied zwischen Solardachziegeln und Indach PV?

Solardachziegel ersetzen jeden einzelnen Dachziegel und wirken optisch wie ein normales Dach. Indach PV-Module werden als großflächige Platten bündig in die Dachhaut eingebaut und ersetzen die Dacheindeckung in definierten Feldern. Indach-Systeme sind günstiger, aber optisch etwas sichtbarer als echte Solardachziegel.

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