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Dachformen für Einfamilienhäuser

Dachform: Dachvarianten mit unterschiedlichen Vorteilen im Überblick

Wer ein Haus bauen will, beeinflusst durch die gewählte Dachform und die passende Dacheindeckung den Platz im Dachraum ebenso wie das äußere Erscheinungsbild des Grundstücks erheblich. Baukosten und Instandhaltungskosten sind vor der Entscheidung für eine Dachart auch beachtenswert. Die baurechtliche Situation schränkt die mögliche Auswahl von Dachformen häufig ein. Zudem ist ein geeigneter Grundriss für manche Dachtypen eine unverzichtbare Voraussetzung.

Einfluss der Dachform auf Möglichkeiten zur Nutzung des Dachraums


Die passende Dachform ist ein sehr wichtiges Kriterium, wenn Menschen ein Haus bauen und den Dachraum als Wohnraum mit möglichst viel Platz nutzen möchten. Unter einem klassischen Satteldach lässt sich der Raum mit jeweils zwei schrägen und geraden Wänden relativ gut zum Wohnen verwenden. Der Dachraum von einem Walmdach wird hingegen durch vier geneigte Wandflächen eingegrenzt und ist daher für Wohnraum meistens eher ungeeignet.

Als Abwandlung ermöglicht das Krüppelwalmdach wiederum durchaus direkt unter dem Dach die Nutzung einer Wohnfläche. Der entscheidende Unterschied dieser abgeänderten Walmdach-Variante besteht darin, dass es an den Stirnseiten keine abschließende Verbindung zwischen den Dachflächen gibt. Dadurch verbleibt am Krüppelwalmdach ein breiterer Dachraum, der für vielseitige Zwecke nutzbar ist.

Außergewöhnlich großer Platz steht unter einem Mansarddach zur Verfügung. Der Platzvorteil dieses Dachtyps entsteht, weil die Dachflächen im unteren Bereich sehr steil verlaufen und erst relativ weit oben flach werden. Im Gegensatz zu dreieckigen Satteldächern verfügt das Mansarddach somit über Giebel mit fünf Ecken. Deshalb ist darunter der Bau von Räumen mit einer geringen Dachschräge realisierbar. Die unteren Dachflächen eines Mansarddachs lassen sich relativ einfach mit Gauben erweitern, um noch mehr Wohnraum zu erzeugen und zugleich für angenehme Lichtverhältnisse zu sorgen.

Durch ein Pultdach entsteht ein Obergeschoss, das ebenfalls relativ viel Platz bietet. Die konkreten Platzverhältnisse hängen von der Dachneigung ab. Ein Pultdach mit einer geringen Neigung ist vorteilhaft, wenn Hausbauer auf jeder Raumseite vor allem sehr geräumige Stellflächen benötigen. An der hohen Pultdachseite ist eine begehbare Fläche kaum durch die Schräge eingeschränkt.

Unter einem gewöhnlichen Flachdach gibt es gar keinen klassischen Dachraum. Stattdessen steht im obersten Stockwerk ein normales Regelgeschoss für die Nutzung zur Verfügung. Darüber hinaus bieten Flachdächer mit einer besonders stabilen Konstruktion Hausbesitzern die außergewöhnliche Chance, die Oberfläche des Dachs für spezielle Zwecke zu verwenden. Durch eine Begrünung entsteht auf der flachen Dachplatte zum Beispiel manchmal ein richtiger Garten.

Zusammenhang zwischen ausgewählten Dachtypen und möglichen Dacheindeckungen


Umsetzbare Möglichkeiten bei der Entscheidung für eine Dacheindeckung hängen zunächst immer von den gewählten Dachformen ab. Das gilt insbesondere für ein Flachdach, dem die Eindeckung eine außergewöhnlich gute Versiegelung und einen idealen Wasserablauf ermöglichen muss. Angeschrägte Dämmplatten tragen dazu bei, dass das Wasser mit einer leichten Neigung besser abfließt. Neben den wasserabweisenden Eigenschaften ist das Gewicht einer Dacheindeckung bei Flachdächern ein sehr wichtiges Kriterium.

Leichte Materialien sind dringend empfehlenswert, um flache Dachtypen einer möglichst geringen Belastung auszusetzen. Davon profitiert die Stabilität der Dachkonstruktion vor allem, während zusätzlich das Regenwasser oder sogar der Schnee auf der Dachfläche liegt. Aus diesem Grund eignen sich vor allem Metalle, Folien und Bitumenlaufbahnen als Flachdacheindeckung. Kies ist genauso eine beliebte Eindeckung für Flachdächer.

Für ein Satteldach und weitere Steildächer sind sehr vielseitige Varianten von Dacheindeckungen geeignet. Die klassischen Dachziegel gelten bei einem starken Neigungswinkel als äußerst vorteilhaft. Damit wird das Regenwasser auf Satteldächern zumeist ziemlich gut abgeleitet. Blech ist teilweise jedoch durchaus eine gefragte Alternative für diesen Dachtyp.

Beim Walmdach und dem Krüppelwalmdach sind beispielsweise Schilfeindeckungen ebenso wie Schindeln in manchen Regionen als typische Dacheindeckung weit verbreitet. Wenn Familien ein Haus bauen, lassen diese Dachformen bei der Auswahl von Eindeckungen sehr variantenreiche und vielseitige Möglichkeiten offen. Regionale Vorgaben und Gebräuche spielen dabei oft eine große Rolle.

Wer für ein Mansarddach die passende Dacheindeckung sucht, muss in erster Linie die starke Neigung des unteren Teils der Dachkonstruktion berücksichtigen. Schwere Materialien sind zumindest in diesem Bereich als Dacheindeckung ungeeignet. Als leichte Eindeckung am Mansarddach bietet sich neben den typischen Dachziegeln unter anderem Naturschiefer an.

Die Neigung ist auch bei der Suche nach der richtigen Dacheindeckung für ein Pultdach ein zentrales Kriterium. Zur Verwendung der typischen Dachziegel sind in der Regel Pultdachneigungen in Höhe von mindestens 20 Prozent erforderlich. Es gibt jedoch spezielle Ziegel mit niedrigeren Mindestneigungen. Eine verbreitete Alternative zu den Dachziegeln sind Trapezbleche, die sich auf den Pultdächern überlappen müssen.


Einfluss der Dachform auf die Bau- und Dachkosten


Durch eine einfachere Dachform sinken prinzipiell die Baukosten. Aus diesem Grund ist ein Flachdach genauso wie ein Pultdach oder ein Satteldach im Vergleich mit anderen Varianten in der Regel günstiger. Mit integrierten Vorsprüngen und Dachfenstern steigen die Gesamtkosten erheblich. Kehlen, Grate und Gauben im Dach sorgen ebenfalls für einen Preisanstieg.

Ein Mansarddach ist im Vergleich mit einem gewöhnlichen Satteldach zumeist etwas kostspieliger. Das hängt damit zusammen, dass diese Dachvariante durch eine Konstruktion mit einer zusätzlichen Abschrägung im unteren Bereich der Dachfläche und Dachsparren zu einem höheren Aufwand führt. Somit entstehen zusätzliche Dachkosten für das Material und die Isolierung.

Neben der Form des Daches wirken sich die ausgewählten Materialien entscheidend auf die Baukosten aus. Wer ein Dach bauen will und dafür das passende Holz sucht, findet sehr vielseitige Varianten mit unterschiedlichen Preisen und Qualitätseigenschaften. Ebenso beeinflussen der Dachaufbau und die Dacheindeckung den Baupreis.

Die Art einer Dachkonstruktion ist ein weiterer Faktor, der über die Baukosten bestimmt. Solange die Spannweiten deutlich unter 10 Metern liegen, bleiben die Dachkosten relativ niedrig. Die Preise steigen erheblich, wenn das Dach weiter gespannt werden muss. Mit der Spannweite erhöht sich die Schwierigkeit des Bauvorhabens deutlich. Dann gehen mit den größeren Herausforderungen einer komplexen Konstruktion dementsprechend höhere Umsetzungskosten einher. Es besteht durchaus die Chance, mit einer bestimmten Dachkonstruktion hohe Summen einzusparen. Tragende Innenwände ermöglichen im Dachraum zum Beispiel die Reduzierung der Spannweite und senken somit die Dachpreise.

Mit vorgefertigten Dachkonstruktionen benötigen Bauherren manchmal weniger Holz, während sich zugleich die Verbindungen des Dachs einfacher herstellen lassen. Das gilt unter anderem für den Einsatz von Holzrahmenelementen und Nagelbinderkonstruktionen. Derartige Dachkonstruktionen mit besonders niedrigen Baukosten kommen vor allem in Frage, wenn der Dachraum später im Haus nicht genutzt wird.

Ein Walmdach ist mit erhöhten Dachkosten verbunden, weil ohne Giebel eine größere Dachfläche entsteht. Obwohl die Kosten für die Giebelwände entfallen, bleiben die Gesamtkosten im Vergleich mit anderen Dachformen eher teuer. Das Krüppelwalmdach steigert mit einer relativ aufwendigen Konstruktion und einem überdurchschnittlichen Materialverbrauch ebenfalls die Baukosten.


Instandhaltungskosten bei unterschiedlichen Dacharten


Die langfristigen Instandhaltungskosten werden durch die Entscheidung für bestimmte Dacharten genauso beeinflusst. Bei der Instandhaltung gibt es vor allem zwischen dem Flachdach und den Steildächern erhebliche Unterschiede, die sich im Verlauf von mehreren Jahren auch nachhaltig auf die Kosten auswirken. Gesparte Baukosten sind oft ziemlich schnell wieder verloren, wenn die gewählte Dachart mit einem ständigen Wartungsaufwand verbunden ist. Der Lebenszyklus von Flachdächern ist allgemein deutlich kürzer. Andere Dacharten erfüllen ohne Instandhaltungsmaßnahmen teilweise doppelt so lange uneingeschränkt ihren Zweck.

Nach der Entscheidung für den flachen Dachtyp und der Fertigstellung eines Hauses wird vor allem der Schutz vor dem Regen und Schnee äußerst wichtig. Aus diesem Grund müssen Hausbesitzer insbesondere darauf achten, dass ein Flachdach immer gut isoliert und abgedichtet bleibt. Mit derartigen Herausforderungen ist regelmäßig ein enormer Instandhaltungsaufwand verbunden. Ohne regelmäßige Wartungsmaßnahmen sind Flachdächer manchmal schon wenige Jahre nach der Fertigstellung undicht. Wassertropfen gelangen im Verlauf der Zeit dann irgendwann sogar in das Innere eines Gebäudes.

Wer trotz dieser Schwierigkeiten die flache Dachvariante bevorzugt, muss den Zustand des Dachs regelmäßig überprüfen und Instandhaltungsmaßnahmen planen. Ohne eigene Kenntnisse sind dafür häufig Fachleute erforderlich. Somit entstehen durch die benötigten Dienstleister weitere Wartungskosten. Im Durchschnitt liegen Instandhaltungskosten für Flachdächer laut Schätzungen ungefähr 20 Prozent über den Beträgen, die sich in einem längeren Zeitraum beispielsweise bei einem Satteldach summieren würden.

Die Pflegekosten bei verschiedenen Arten von Steildächern sind auch unterschiedlich. Ein Mansarddach wird im Verlauf der Zeit oft relativ kostspielig, weil Reparaturen und die Reinigung der Dacheindeckung mit einem beachtlichen Aufwand verbunden sind. Durch eine aufwendigere Architektur bleibt zugleich ein Walmdach ebenso wie ein Krüppelwalmdach bei der Instandhaltung kostenintensiver. Ein Pultdach braucht wiederum vor allem in Gebieten mit häufigem Schneefall eine steile Neigung, um sich mit den Instandhaltungskosten nicht dem Niveau eines Flachdachs anzunähern.


Optische Ansprüche einer Dachform

Optische Ansprüche sind vor der Entscheidung für Dachformen genauso relevant und bestimmen manchmal über die Erfolgschancen während eines Verkaufs, der möglicherweise bereits beim Bauen langfristig geplant ist. Auf Verkaufsbildern sind einige Dachtypen sehr auffällig und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Als Klassiker unter den Dachvarianten stellt das Satteldach eine sichere Wahl dar. Damit passt sich ein Haus in vielen Regionen unauffällig an die Umgebung an und wirkt vertraut.

Ein Walmdach ist ebenso durch ein klassisches Erscheinungsbild geprägt. In einem Gebiet mit ähnlichen Nachbarbauten tragen diese Dachvarianten dazu bei, dass ein langer Straßenzug einen außergewöhnlich gleichmäßigen Eindruck erweckt. Das Krüppelwalmdach sorgt vergleichsweise meistens für etwas mehr Aufmerksamkeit, weil die kürzere Stirnseite sich optisch von anderen Formen abhebt.

Mit einem Mansarddach wirken Häuser sowohl elegant als auch traditionell. Das hängt damit zusammen, dass diese Dachart schon im 19. Jahrhundert zahlreiche prunkvolle Bauwerke genauso wie einfache Bürgerhäuser geprägt hat. Ein Pultdach gilt wiederum als eine deutlich modernere Alternative. Vor allem mit Metall als Dacheindeckung begeistert die Pultdachform häufig Käufer, die viel Wert auf die Zukunftsperspektive eines Grundstücks legen.

Das Flachdach erzeugt einen kastenförmigen Eindruck und ist andererseits eigentlich der unauffälligste Dachtyp, weil das Dach am Boden normalerweise kaum sichtbar ist. Durch eine überdurchschnittliche Tragkraft und Stabilität bietet diese Dachart jedoch andererseits vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten. Nach einer Begrünung sind beispielsweise eventuell Pflanzen oder große Gegenstände auf Flachdächern bereits aus der Ferne sichtbar.


Einschränkung der Dachart-Auswahl durch das Baurecht

Wer ein Haus bauen möchte und ziemlich schnell bereits eine bestimmte Dachform ausgewählt hat, darf sich nicht zu früh über die Umsetzung des Plans freuen. Bevor der Architekt einen Plan anfertigt oder sogar schon das Baumaterial gekauft wird, ist zunächst die baurechtliche Situation auf dem gekauften Grundstück unbedingt zu beachten. Durch die gültigen Bebauungspläne einer deutschen Kommune sind die Freiheiten eines Bauherren meistens erheblich eingeschränkt.

Manchmal schreiben diese Pläne sogar vor, dass ausschließlich ein genau definierter Dachtyp in einer Gegend erlaubt ist. Es kommt beispielsweise regelmäßig vor, dass beim Hausbau zwangsweise ein Satteldach errichtet werden muss. Pläne für jede andere Dachart sind dann definitiv hinfällig. In zahlreichen Bebauungsplänen ist auch eine Mindestneigung vorgesehen. Dadurch bleibt die Entscheidung für ein Flachdach unmöglich. Zugleich lässt sich damit die Errichtung von einem relativ flachen Pultdach mit einer sehr geringen Neigung nicht umsetzen.

Die Bebauungspläne der örtlichen Bauämter verfolgen in der Regel das Ziel, dass eine Region ein einheitliches Erscheinungsbild beibehält. Allgemein fordern die Gemeinden von einem Bauherren, sich bei der Planung eines Bauvorhabens und der Auswahl der Dachformen am Stadtbild zu orientieren. Diese Vorstellung geben die Entscheidungsträger in einem Landkreis nur äußerst selten freiwillig auf. Deshalb bleibt der Versuch, mit der Dachkonstruktion von der Nachbarschaft abzuweichen bei der Genehmigung üblicherweise nahezu aussichtslos.

Im dünn besiedelten Außenbereich einer Gemeinde oder am Rand einer Großstadt verlaufen die Genehmigungsverfahren in manchen Fällen etwas lockerer. In den Bebauungsplänen von derartigen Gebieten sind zum Teil weniger Vorgaben für das Dach eines Hauses enthalten. Daher besteht dort mit einem größeren Gestaltungsspielraum am ehesten die Chance darauf, individuelle Vorstellungen vom Erscheinungsbild mit einem außergewöhnlichen Dachtyp umzusetzen. Persönliche Interpretationen der Vorgaben durch die jeweiligen Entscheidungsträger beeinflussen die Erteilung der Baugenehmigung ebenfalls.


Grundrissform des Hauses als Voraussetzung für umsetzbare Dachformen


Die Grundrissform von einem Haus entscheidet darüber, welche Dachformen prinzipiell sinnvoll sind und sich überhaupt auf einem Grundstück bauen lassen. Vollkommen unabhängig vom Grundriss bleibt lediglich ein Flachdach. Dieser Dachtyp ist immer problemlos anpassbar, weil keine Dachschrägen entstehen und Einschränkungen der verfügbaren Fläche für die Umsetzbarkeit des Bauvorhabens somit kaum eine Rolle spielen. Ähnliche Voraussetzungen gelten bei einem Pultdach, das sich zumeist durch eine geringe Neigung auszeichnet und somit ebenfalls relativ flach ist.

In einem Haus mit einem ungewöhnlich langen Grundriss ist es manchmal nahezu unmöglich, einen geräumigen Dachraum mit einem Satteldach oder anderen Steildächern zu erstellen. Eine Besonderheit im Hinblick auf die Grundrissform des Hauses ist beim Walmdach beachtenswert. Mit einem quadratischen Grundriss entsteht kein Dachfirst, der die Walmdachform eigentlich auszeichnet. Stattdessen bilden sich durch die typische Konstruktion des Walmdachs in derartigen Fällen vier gleichförmige Dachflächen. Diese außergewöhnliche Dachform wird auf einem quadratischen Grundriss Zeltdach genannt.

Hausbau-Interessenten sollten folgende Kriterien bei der Dachform beachten:

  • Nutzung des Dachraums
  • Art der Dacheindeckung
  • Baukosten - Dachkosten
  • Instandhaltungskosten Dachart
  • Optische Ansprüche - Erscheinungsbild
  • Baurechtliche Situation - Grundstück
  • Grundrissform des Hauses
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