Guter Sonnenschutz senkt im Sommer die Raumtemperatur, schützt Möbel und Böden vor UV-Strahlen und reduziert den Bedarf an Klimaanlagen. Welche Systeme es gibt, worauf bei der Wahl zu achten ist und was Sonnenschutz kostet, erklärt dieser Ratgeber.
Außen oder innen? Der entscheidende Unterschied
Das Wichtigste zuerst: Außenliegender Sonnenschutz ist dem innenliegenden in seiner Kühlwirkung deutlich überlegen. Ein Außenrollo oder eine Außenjalousie hält bis zu 90 % der Sonnenwärme ab, bevor sie durch das Glas ins Gebäudeinnere gelangt. Innenliegender Sonnenschutz (Plissee, Vorhang, Rollo) hingegen lässt die Wärme bereits ins Glas eindringen – sie heizt sich auf und strahlt nach innen. Als Faustregel gilt: Außen vor Innen, wenn Hitzeschutz das Ziel ist.
Außenliegender Sonnenschutz im Überblick
.bm-table{width:100%;border-collapse:collapse;font-size:14px;margin:1em 0}.bm-table th{background:#2e7d32;color:#fff;padding:10px 8px;text-align:left;font-weight:600}.bm-table td{padding:9px 8px;border-bottom:1px solid #e0e0e0;vertical-align:middle}.bm-table tr:nth-child(even){background:#f9f9f9}.bm-table tr:hover{background:#f1f8e9}
| System | Hitzeschutz | Verdunkelung | Windanfälligkeit | Kosten (pro Fenster) |
|---|---|---|---|---|
| Raffstore (Außenjalousie) | Sehr gut | Sehr gut | Mittel | 250–700 € |
| Außenrollo (Screenrollo) | Sehr gut | Gut | Mittel | 200–500 € |
| Rolladen (Aluminium) | Sehr gut | Vollständig | Gering | 300–800 € |
| Markise | Sehr gut (Terrasse) | Mittel | Hoch | 800–3.000 € |
| Vertikales Außenrollo | Sehr gut | Gut | Mittel | 300–600 € |
Raffstores: Der vielseitigste Außensonnenschutz
Ein Raffstore (auch Außenjalousie) besteht aus horizontal laufenden Lamellen, die sich neigen lassen. So kannst du die Sonneneinstrahlung regulieren, ohne die Sicht vollständig zu versperren – tagsüber gedimmt und mit freiem Blick nach draußen. Das macht Raffstores besonders beliebt im Wohnzimmer- und Bürobereich.
Materialien: Aluminium (robust, langlebig) oder Stahl. Antrieb: manuell (Gurt) oder motorisiert. Mit Windwächter und Regensensor ausgestattet, fahren elektrische Raffstores bei schlechtem Wetter automatisch ein. Hersteller: Warema, Griesser, Roma.
Screenrollos: Blickschutz und Hitzeschutz
Screenrollos sind Außenrollos aus einem technischen Gewebe mit feinen Öffnungen. Das Gewebe hält Sonnenhitze ab, lässt aber Tageslicht diffus durch – kein Tunnelblick wie bei geschlossenem Rolladen. Ideal für Wohnräume, in denen man nicht im Dunkeln sitzen möchte. Der Openness Factor (OF) beschreibt, wie viel Licht durch das Gewebe dringt: OF 1 ist sehr dicht, OF 10 sehr lichtdurchlässig. Für guten Hitzeschutz empfiehlt sich OF 1–3.
Markisen: Sonnenschutz für Terrasse und Balkon
Markisen beschatten Terrassen, Balkone und Wintergärten. Sie werden horizontal oder mit Neigung ausgefahren und bieten Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. Kassettenmarkisen schützen das Tuch im eingefahrenen Zustand vor Witterung und UV-Ausbleichen. Für Hausecken mit zwei Terraseiten gibt es Gelenkarmmarkisen mit seitlichem Freiarm.
Windwächter sind für Markisen unverzichtbar – bei starkem Wind muss die Markise eingefahren werden, da sie sonst beschädigt werden kann. Moderne Systeme mit Windsensor fahren automatisch ein.
Innenliegender Sonnenschutz: Komfort und Verdunkelung
Auch wenn der Hitzeschutz geringer ist: Innenliegender Sonnenschutz hat seine Berechtigung – für Verdunkelung im Schlafzimmer, Privatsphäre, Dekorationszwecke oder als Ergänzung zu Außenschutz. Die wichtigsten Systeme:
- Rollos: Verdunkelungsrollo (blackout) oder Tagesrollo. Einfach, günstig, in allen Größen verfügbar.
- Plissees: Wabenstruktur mit guter Dämmwirkung. Ideal für Dachfenster. In zwei Schichten als Duoplissee erhältlich.
- Jalousien (innen): Lamellen-Jalousien für individuelle Lenkung des Lichts. Schlechter Hitzeschutz, gut für Büros.
- Vorhänge und Gardinen: Klassischer Sichtschutz. Sonnenschutzvorhänge mit metallisierten Schichten können bis zu 70 % der Wärme reflektieren.
Sonnenschutzglas: Integriert ins Fenster
Eine weitere Option: Sonnenschutzglas mit Beschichtung direkt in der Fensterscheibe. Diese Beschichtungen reflektieren einen Teil der Sonnenstrahlung, bevor sie ins Rauminnere gelangt, ohne die Lichtdurchlässigkeit stark zu verringern. Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) ist bei Sonnenschutzglas niedriger (0,2–0,4) als bei normalem Glas (0,5–0,7). Geeignet für große Süd- und Westfassaden, wo Außenbeschattung schwierig ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist besser: Außenrollo oder Raffstore?
Beide sind außenliegende Systeme mit sehr gutem Hitzeschutz. Raffstores bieten durch die neigbaren Lamellen mehr Flexibilität – Licht ohne Hitze – und eignen sich besonders gut für Büros und Wohnräume. Außenrollos sind einfacher, günstiger und wartungsärmer, verdunkeln aber stärker. Für Schlafzimmer oder Kinderzimmer kann das Vorteil sein.
Was kostet Sonnenschutz für ein Einfamilienhaus?
Für ein Einfamilienhaus mit 8–10 Fenstern rechne je nach System mit: Screenrollos 2.000–5.000 €, Raffstores 3.000–7.000 €, Außenrolläden 3.000–8.000 €. Dazu kommen Montagekosten (100–250 € pro Element). Elektrische Antriebe und Smart-Home-Integration erhöhen den Preis um 100–300 € pro Fenster.
Lohnt sich motorisierter Sonnenschutz?
Ja – motorisierter Sonnenschutz mit Windwächter, Sonnensensor und Zeitprogrammierung ist bequemer und schont die Anlage. Besonders sinnvoll bei Dachfenstern oder schwer zugänglichen Bereichen. Mit Smart-Home-Anbindung (Somfy, Rademacher, KNX) lässt sich Sonnenschutz mit Heizung und Beleuchtung koppeln – das reduziert den Energiebedarf für Kühlung erheblich.
Kann ich Sonnenschutz nachträglich installieren?
Ja, die meisten Außensysteme (Vorbaurolläden, Screenrollos, Raffstores) können nachträglich installiert werden. Der Kasten wird dabei außen an der Fassade oder direkt über dem Fensterrahmen befestigt, ohne Eingriff ins Mauerwerk. Für Elektromotoren ist eine Steckdose oder ein fest installierter Anschluss notwendig.