Zaunarten und Materialien für deinen Garten: Der komplette Überblick

Stabmatte, Holz, WPC, Aluminium oder Maschendraht? Alle Zaunarten im Vergleich – mit Preisen, Vor- und Nachteilen und Tipps zur richtigen Wahl für dein Grundstück.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Juli 18, 2023

Ein Zaun erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Er schützt die Privatsphäre, sichert Kinder und Haustiere, markiert Grundstücksgrenzen und prägt das Erscheinungsbild des Hauses. Die Wahl des richtigen Zauntyps und Materials ist deshalb keine Nebensache. Hier findest du einen vollständigen Überblick über alle gängigen Zaunarten und ihre Vor- und Nachteile.

Stabmattenzaun

Der Stabmattenzaun ist der beliebteste Zauntyp in Deutschland – und das zu Recht. Er besteht aus verschweißten Stahldrähten (Matten), ist robust, günstig und lässt sich in fast jeder Höhe montieren. Standardhöhen sind 80, 100, 120, 150, 180 und 200 cm. Durch die Gitterstruktur ist er sichtdurchlässig – ideal als Grundstücksgrenze, wenn keine vollständige Abschirmung gewünscht ist. Qualitätsunterschiede zeigen sich bei der Drahtdicke (Standarddrähte 4 mm, hochwertig 5 mm) und der Beschichtung (verzinkt, pulverbeschichtet oder beides).

Doppelstabmattenzaun

Der Doppelstabmattenzaun ist stabiler als der einfache Stabmattenzaun, weil die horizontalen Drähte doppelt ausgeführt sind. Er ist biege- und kletterresistenter und wirkt dadurch auch sicherer. In Privathaushalten wird er vor allem eingesetzt, wenn erhöhte Stabilität oder ein etwas wertiger wirkender Zaun gewünscht ist. Der Preisunterschied zum einfachen Stabmattenzaun beträgt ca. 20–40 %.

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ZauntypSichtschutzPreis/m (ca.)Besonderheit
StabmattenzaunNein8–20 €Günstig, vielseitig
DoppelstabmattenzaunNein12–28 €Stabiler, kletterhemmend
HolzlattenzaunTeilweise15–40 €Natürlich, pflegeintensiv
Sichtschutzzaun (WPC)Ja20–60 €Wartungsarm, modern
AluminiumzaunTeilweise/Ja30–80 €Langlebig, leicht
Metallpanel-ZaunJa25–70 €Hochwertig, robust
MaschendrahtzaunNein4–12 €Sehr günstig, für Gärten
Naturzaun (Weide, Bambus)Variabel10–30 €Ökologisch, begrenzte Haltbarkeit

Holzzaun

Holzzäune passen hervorragend zu naturnahen Gärten, Landhäusern und Reihenhäusern. Die gängigsten Designs sind der Lattenzaun (senkrechte Latten mit Abstand), der Staketen- oder Pfahlzaun (spitz zulaufende Latten) und der Bretterzaun (dicht gesetzte Latten ohne Abstand). Geeignete Holzarten für draußen sind Lärche, Kiefer (druckimprägniert), Eiche, Douglasie und Robinie – Robinie ist das haltbarste heimische Holz. Pflege mit Lasur oder Öl alle 2–3 Jahre ist zwingend, sonst vergraut und splittert das Holz.

Sichtschutzzäune aus WPC und Aluminium

Wer Privatsphäre möchte, ohne ständig Holz zu pflegen, greift zu Sichtschutzzäunen. WPC-Zäune (Wood-Plastic-Composite) sehen aus wie Holz, sind aber witterungs- und UV-beständig. Aluminium-Sichtschutzzäune aus gelochten Paneelen oder Lamellen sind noch langlebiger und oft moderner in der Optik. Beide Varianten gibt es in verschiedenen Farben und Oberflächen. Der Nachteil: Geschlossene Sichtschutzzäune nehmen Wind auf – bei stark exponierten Lagen können hohe Windlasten die Pfosten überfordern.

Maschendrahtzaun

Der Maschendrahtzaun ist die günstigste Lösung – ideal für Nutzgärten, Kleingärten und Tiergehege. Er schützt zuverlässig ohne zu viel Geld zu kosten. Der Nachteil: Er bietet keinen Sichtschutz, wirkt wenig ansprechend und rostet bei schlechter Qualität schnell. Verzinkter Maschendrahtzaun mit 50–80 µm Verzinkung hält deutlich länger als einfach elektroverzinkter Draht.

Hecke als Alternative

Eine Hecke ist kein Zaun, aber eine naturnahe Alternative, die Sichtschutz und Lebensraum für Vögel und Insekten bietet. Immergrüne Heckenpflanzen wie Thuja, Kirschlorbeer oder Liguster wachsen schnell, müssen aber geschnitten werden. Heimische Sträucher wie Hainbuche, Feldahorn oder Weißdorn sind ökologisch wertvoller. Eine Kombination aus Maschendrahtzaun und Hecke davor ist praktisch: Der Zaun schützt sofort, die Hecke wächst nach und auf.

Pfosten: Das Fundament jedes Zauns

Egal welcher Zauntyp – die Pfosten müssen tief genug in der Erde stecken und stabil befestigt sein. Faustregel: mindestens ein Drittel der Gesamtlänge des Pfostens in der Erde, mindestens 60 cm, bei Windschutz- oder hohen Zäunen 80–100 cm. Pfosten aus verzinktem Stahl sind für die meisten Anwendungen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Aluminiumpfosten sind leichter und korrosionsfrei, aber teurer. Betonpfosten sind sehr stabil, aber schwerer zu montieren.

FAQ

Wie hoch darf ein Zaun in Deutschland sein?

Das ist bundeslandabhängig und richtet sich nach dem Nachbarschaftsrecht des jeweiligen Bundeslandes. In den meisten Bundesländern sind Einfriedungen (Zäune) bis 1,80 m Höhe ohne Baugenehmigung erlaubt. Bei höheren Zäunen oder in bestimmten Bereichen (Denkmalschutz, Bebauungsplan) kann eine Genehmigung erforderlich sein. Im Zweifelsfall beim Bauamt nachfragen.

Welcher Zaun ist am besten für Grundstücke mit Hund?

Für Hunde sollte der Zaun mindestens 120 cm hoch sein (für große Hunde 150–180 cm), keine Möglichkeit zum Unterwühlen bieten (Zaun bodennah oder mit Bodenankern) und keine scharfen Kanten haben. Stabmattenzäune und Doppelstabmattenzäune sind beliebt, da sie robust und wenig anfällig für scharfe Stellen sind. Wichtig: Der unterste Draht sollte eng am Boden anliegen.

Was kostet ein Zaun für ein durchschnittliches Grundstück?

Ein durchschnittliches Einfamilienhausgrundstück hat ca. 80–150 Laufmeter Außengrenze. Bei einem einfachen Stabmattenzaun (ca. 15 €/m inkl. Pfosten) und Eigenleistung beim Aufbau kommen 1.200–2.250 € zusammen. Mit Fachbetrieb (Montagekosten ca. 15–25 €/m zusätzlich) verdoppelt sich der Preis. Ein hochwertiger Aluminiumzaun kostet 3.000–8.000 € und mehr für das gesamte Grundstück.

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