Aluminiumfenster: Vor- und Nachteile im großen Überblick

Schlankere Profile, mehr Lichteinfall und kaum Wartung: Aluminiumfenster punkten in vielen Bereichen. Was sie kosten, wo die Nachteile liegen und wann Alu die bessere Wahl ist.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Juli 31, 2021

Aluminiumfenster galten lange als die nüchterne Wahl für Gewerbebau und Industriehallen. Heute gehören sie zu den hochwertigen Optionen im Wohnhausbau – mit schlanken Rahmenprofilen, langen Wartungszyklen und Designs, die Holzoptik täuschend ähnlichsehen. Was spricht für Alufenster, was dagegen – und für wen lohnen sie sich?

Aufbau und Profilsysteme

Aluminiumfenster bestehen aus einem Außenprofil und einem Innenprofil aus Aluminium, die durch einen Kunststoffsteg (thermische Trennung) voneinander getrennt sind. Diese Trennung ist entscheidend: Aluminium leitet Wärme sehr gut, was ohne Trennung zu erheblichen Wärmeverlusten und Kondensation am Rahmen führen würde. Hochwertige Systeme haben mehrfache Kammern im Trennelement und erzielen sehr gute U-Rahmen-Werte.

Gängige Profilsystemhersteller: Schüco, Reynaers, Heroal, Wicona. Diese Hersteller liefern die Rohprofile an Fensterbauer, die daraus die fertigen Fenster konfektionieren. Die Qualität hängt wesentlich vom eingesetzten Profilsystem und der Verarbeitungsqualität ab.

Vorteile von Aluminiumfenstern

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EigenschaftAluminiumKunststoff (PVC)Holz
Lebensdauer40–60 Jahre30–40 Jahre30–50 Jahre (mit Pflege)
WartungsaufwandSehr geringSehr geringHoch (regelmäßig streichen)
Rahmenstärke (Ansichtsbreite)Sehr schmal (45–65 mm)Breit (70–85 mm)Mittel (60–80 mm)
FarbvariantenFast unbegrenzt (RAL, Pulverlack)BeschränktFast unbegrenzt (Lack/Lasur)
RecycelbarFast vollständigBedingtJa (Verbrennung)
Preis pro m² Fensterfläche400–900 €200–500 €350–800 €

Schlanke Profile, mehr Lichteinfall

Der wohl auffälligste Vorteil von Alufenstern ist die schlanke Rahmengeometrie. Während Kunststofffenster Rahmenansichtsbreiten von 70 bis 85 mm haben, kommen Aluminium-Systeme auf 45 bis 65 mm. Bei gleicher Außenwandöffnung bedeutet das mehr Glasfläche – mehr Licht, bessere Aussicht und ein moderneres Erscheinungsbild.

Langlebigkeit und Robustheit

Aluminium verrottet nicht, fault nicht und quillt bei Feuchtigkeit nicht auf. Die Pulverbeschichtung (Einbrennlackierung) ist UV-stabil und pflegeleicht – ein einfacher Wasserabzug reicht für viele Jahre. Im salzhaltigem Küstenklima oder in sehr exponierter Lage bieten Alufenster Vorteile gegenüber Holz.

Nachteile von Aluminiumfenstern

Preis

Alufenster kosten deutlich mehr als vergleichbare Kunststofffenster. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 10 bis 14 Fenstern kann die Mehrkosten 5.000 bis 15.000 Euro betragen. Im Premiumsegment mit schlanken Schmalprofilen und Dreifachverglasung steigen die Preise weiter.

Wärmedämmung: Auf das Profilsystem achten

Günstige Alufenster ohne gute thermische Trennung haben schlechtere Wärmedämmwerte als moderne Kunststofffenster. Hochwertiger Systeme erzielen Uf-Werte (Wärmedurchgang Rahmen) von 1,0 bis 1,6 W/(m²K) – vergleichbar mit PVC. Für Passivhäuser oder Niedrigenergiehäuser sollte der Uf-Wert unter 1,2 liegen.

Aluminiumfenster mit Holzoptik

Viele Hersteller bieten Aluminiumfenster mit einer Holzdekor-Folie oder einer Holzmaserung imitierenden Oberfläche an. Von innen wirkt das Fenster wie Holz, von außen metallisch. Diese Variante verbindet die Wartungsvorteile von Aluminium mit der wohnlichen Optik von Holz – ohne den Pflegeaufwand von echtem Holz. Auch Holz-Alu-Verbundfenster (innen Holz, außen Alu) sind eine beliebte und langlebige Kombination.

Alufenster und Einbruchschutz

Aluminiumfenster lassen sich hervorragend mit Einbruchhemmung nach DIN EN 1627 (Widerstandsklassen RC2 und RC3) ausrüsten – durch verstärkte Beschläge, Mehrfachverriegelung und speziell konzipierte Profile. Viele Hersteller bieten Systeme an, die bereits in der Grundausstattung RC2-Anforderungen erfüllen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Aluminiumfenster besser als Kunststofffenster?

"Besser" hängt von den Prioritäten ab. Alufenster sind langlebiger, schlanker in der Optik und in nahezu jeder RAL-Farbe erhältlich. Sie sind aber deutlich teurer. Kunststofffenster (PVC) bieten für normale Ansprüche hervorragende Wärmedämmeigenschaften zu niedrigeren Kosten. Wer Wert auf schlanke Profile, Designfreiheit und maximale Lebensdauer legt, greift zu Aluminium.

Was kosten Aluminiumfenster?

Die Preise variieren stark nach Profilsystem, Glaspaket und Hersteller. Ein Standardfenster (120 x 120 cm, Dreifachverglasung, thermisch getrennt) kostet ca. 600 bis 1.200 Euro netto inklusive Einbau. Bodentiefe Hebe-Schiebe-Türen aus Aluminium starten bei 2.000 bis 4.000 Euro pro Element.

Wie lange halten Aluminiumfenster?

Aluminiumfenster halten bei guter Qualität 40 bis 60 Jahre. Die Pulverbeschichtung sollte nach 20 bis 30 Jahren geprüft und ggf. erneuert werden. Dichtungen und Beschläge sind Verschleißteile, die nach 15 bis 25 Jahren ausgetauscht werden können.

Kann man Aluminiumfenster in jeder RAL-Farbe bekommen?

Ja – Aluminiumprofile lassen sich per Pulverbeschichtung in nahezu jeder RAL-Farbe beschichten. Gängige Wunschfarben im Wohnhausbau sind Anthrazit (RAL 7016), Verkehrsweiß (RAL 9016), Schwarzgrau (RAL 7021) und Bronzebraun. Sonderfarben kosten meist einen Aufpreis, sind aber mit einer Vorlaufzeit von 4 bis 8 Wochen lieferbar.

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