Wasserzähler für den Garten: Abwassergebühren sparen und was zu beachten ist

Mit einem eigenen Wasserzähler für den Garten lassen sich Abwassergebühren sparen. Was der Zähler kostet, wie er angemeldet wird und was zu beachten ist.

Last updated on Juli 18, 2026

Veröffentlicht am Mai 2, 2023

Wer den Wasserverbrauch im Garten separat messen möchte – etwa um Abwassergebühren zu sparen oder den Verbrauch einer Bewässerungsanlage zu kontrollieren –, braucht einen eigenen Wasserzähler für den Garten. Was das kostet, wie es funktioniert und was zu beachten ist, erklärt dieser Artikel.

Warum einen eigenen Wasserzähler für den Garten?

In Deutschland wird die Abwassergebühr in den meisten Kommunen nach dem Trinkwasserverbrauch berechnet. Wasser, das im Garten verwendet wird (Bewässerung, Pool befüllen), landet nicht im Abwasserkanal – trotzdem wird dafür Abwassergebühr berechnet, wenn kein separater Zähler nachweist, wie viel Wasser tatsächlich versickert oder verdunstet ist. Mit einem Gartenwasserzähler (auch Zwischenzähler oder Subzähler genannt) lässt sich diese Wassermenge dokumentieren und von der Abwassergebühr abziehen.

Wie viel lässt sich sparen?

Die Ersparnis hängt vom lokalen Abwasserpreis und dem Gartenverbrauch ab. In vielen Städten liegen die Abwassergebühren bei 2–4 € pro Kubikmeter. Ein Garten mit Rasen und Beeten verbraucht im Sommer leicht 30–80 m³ – das ergibt potenzielle Einsparungen von 60–320 € pro Jahr. Ein Pool mit 40–80 m³ Inhalt kann bei jährlichem Befüllen ebenfalls erhebliche Einsparungen bringen. In manchen Kommunen muss man den Gartenwasserzähler beim zuständigen Wasserversorger oder Abwasserbetrieb anzeigen und genehmigen lassen.

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KostenpositionTypischer Wert
Wasserzähler (Kaltwater, 1/2")20–60 €
Installation durch Klempner50–150 €
Eichgebühr (alle 6 Jahre)20–50 € je nach Anbieter
Abwassergebühr pro m³2–4 € (kommunal unterschiedlich)
Jährliche Einsparung (60 m³ Gartenverbrauch)120–240 €/Jahr

Welcher Wasserzähler eignet sich?

Für den Garten wird ein geeichter Kaltwasserzähler der Nenngröße Qn 1,5 oder Qn 2,5 benötigt (entspricht den üblichen Haushaltsgrößen). Der Zähler muss frostgeschützt eingebaut werden oder für den Winter absperrbar und entleerbar sein – Gartenwasserzähler im Freien können bei Frost platzen. Kaufen kann man solche Zähler im Sanitärfachhandel oder online.

Anmeldung beim Wasserversorger

In den meisten Gemeinden muss der Gartenwasserzähler offiziell beim Wasserversorger oder Abwasserbetrieb angemeldet werden, damit die gemessene Menge von der Abwassergebühr abgezogen wird. Manche Kommunen verlangen eine jährliche Ablesung mit Eigennachweis (Foto des Zählerstands), andere schicken einen Mitarbeiter. Die genauen Anforderungen sind beim zuständigen Abwasserverband zu erfragen.

Alternative: Regenwassernutzung

Wer Gartenwasser nicht mehr aus dem Trinkwassernetz beziehen möchte, kann eine Regenwasseranlage installieren. Dabei wird Regenwasser vom Dach gesammelt, gefiltert und in einer Zisterne gespeichert. Damit entfallen Wasserzähler und Kosten für Trink- und Abwasser komplett – der Initialaufwand (500–3.000 € für Zisterne und Installation) ist aber höher.

FAQ

Muss ein Gartenwasserzähler geeicht sein?

Ja, damit die gemessene Menge behördlich anerkannt und von der Abwassergebühr abgezogen werden kann, muss der Zähler eichpflichtig und aktuell geeicht sein. Geeichte Zähler sind im Fachhandel erhältlich. Die Eichgültigkeit beträgt in Deutschland 6 Jahre für Kaltwasserzähler – danach ist eine Neueichung oder ein Zähleraustausch erforderlich.

Kann ich den Wasserzähler selbst einbauen?

Technisch ist der Einbau eines Gartenwasserzählers in einer Außenleitung für handwerklich begabte Heimwerker möglich – es sind lediglich Standard-Verschraubungen notwendig. Allerdings verlangen manche Kommunen, dass der Zähler von einem zugelassenen Fachbetrieb eingebaut wird. Vor dem Selbsteinbau beim lokalen Wasserversorger anfragen.

Was passiert, wenn ich meinen Gartenwasserzähler nicht anmelde?

Dann kann die gemessene Wassermenge nicht von der Abwassergebühr abgezogen werden – man zahlt also weiterhin für das gesamte verbrauchte Trinkwasser Abwassergebühren, egal ob es in den Garten geht oder in die Kanalisation. Der Zähler ohne Anmeldung bringt keine Ersparnis.

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