Wasser ist die wichtigste Ressource für einen gesunden Garten – und gleichzeitig eine, die vielfach verschwendet wird. Wer seinen Garten richtig bewässert, spart Wasser, schont den Geldbeutel und tut seinen Pflanzen Gutes. Denn zu viel Wasser ist für viele Pflanzen genauso schädlich wie zu wenig. Dieser Überblick erklärt, worauf es beim Gießen ankommt.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Gießen?
Die beste Zeit zum Gießen ist früh morgens – zwischen 6 und 9 Uhr. Dann ist es noch kühl, das Wasser kann langsam in den Boden einziehen, bevor die Mittagshitze es verdunstet, und die Pflanzen gehen gut gewässert in den Tag. Abends gießen ist die zweite Wahl: Das Wasser verdunstet weniger, aber feuchte Blätter über Nacht fördern Pilzkrankheiten wie Mehltau und Grauschimmel. Mittags gießen ist am ungünstigsten – ein großer Teil des Wassers verdunstet ungenutzt.
Wie viel Wasser brauchen verschiedene Pflanzen?
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| Pflanzenart | Wasserbedarf | Gießfrequenz (Sommer) |
|---|---|---|
| Salat, Spinat, Radieschen | Hoch | Täglich oder jeden 2. Tag |
| Tomaten, Paprika, Gurken | Hoch, gleichmäßig | Täglich, gleichmäßig |
| Zucchini, Kürbis | Mittel-hoch | Alle 2 Tage |
| Kräuter (Basilikum, Petersilie) | Mittel | Alle 2 Tage |
| Rosen | Mittel | 2× pro Woche |
| Stauden (eingewurzelt) | Gering | 1× pro Woche oder bei Trockenheit |
| Lavendel, Thymian, Rosmarin | Sehr gering | Nur bei starker Trockenheit |
Richtig gießen: An die Wurzel, nicht aufs Blatt
Eine der häufigsten Fehler beim Gießen: Wasser von oben über die Pflanzen schütten. Das befeuchtet die Blätter (was Pilze fördert), verdunstet schnell und kommt oft nicht dort an, wo es gebraucht wird – an der Wurzel. Besser: Direkt an den Stamm oder Stängel gießen, langsam und in größeren Mengen, damit das Wasser tief in den Boden einziehen kann. Kurzes und häufiges Gießen an der Oberfläche führt dazu, dass Pflanzen flache Wurzeln bilden und empfindlicher für Trockenheit werden.
Mulch – die einfachste Methode gegen Verdunstung
Eine 5–10 cm dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt, Holzhäckseln, Stroh oder Rindenmulch reduziert die Verdunstung aus dem Boden um 50–70 %. Mulch hält außerdem Unkraut nieder und verbessert mit der Zeit die Bodenstruktur. Empfehlung: Rund um Gemüsebeete, Sträucher und Stauden mulchen. Mulch nicht direkt an den Stamm legen – das kann zu Fäulnis führen.
Bewässerungssysteme im Vergleich
Wer Zeit sparen und gleichmäßig bewässern möchte, kann auf automatische oder halbautomatische Systeme setzen:
- Tropfbewässerung: Wasser tropft direkt an die Wurzel – minimale Verdunstung, maximale Effizienz. Gut für Gemüsebeete und Hochbeete. Kosten: ab 30 € für einfache Systeme.
- Sprinkler: Gut für Rasenflächen, aber hohe Verdunstung. Nicht ideal für Gemüsegärten.
- Bewässerungscomputer: Automatisiert die Gießzeiten per Zeitschaltuhr. Ab 20 € für einfache Modelle. Kombination mit Bodenfeuchte-Sensoren macht sie besonders effizient.
- Ollas (Tontöpfe): Eingegrabene unglasierte Tontöpfe, die Wasser langsam abgeben. Günstig, wartungsarm und sehr effizient in trockenen Regionen.
Regenwasser nutzen
Leitungswasser ist für die Gartenbewässerung oft überdimensioniert – Pflanzen mögen weiches Regenwasser viel lieber als hartes, kalkhaltiges Leitungswasser. Eine Regentonne (200–500 Liter) kostet 30–80 Euro und amortisiert sich schnell. Wer größere Mengen speichern möchte, kann eine Zisterne (1.000–10.000 Liter) im Garten oder unter der Einfahrt einbauen lassen – das kostet 500–5.000 Euro, spart aber langfristig erhebliche Wasserkosten.
FAQ
Wie oft sollte ich meinen Garten im Sommer gießen?
Das hängt von der Pflanzenart, dem Boden und der Witterung ab. Als Faustregel: Gemüse täglich oder jeden zweiten Tag, eingewurzelte Stauden und Sträucher 1–2× pro Woche. Lieber seltener, aber durchdringend gießen als täglich oberflächlich. Der beste Test: Finger 5 cm tief in den Boden stecken – ist er noch feucht, muss nicht gegossen werden.
Ist Leitungswasser schlecht für Pflanzen?
Leitungswasser schadet den meisten Pflanzen nicht. In Regionen mit sehr hartem Wasser (hoher Kalkgehalt) kann es bei kalksensiblen Pflanzen wie Rhododendron, Azaleen oder Heidelbeeren zu Chlorosen (Gelbfärbung) führen. Für diese Pflanzen ist Regenwasser besser. Für die meisten Gemüse- und Zierpflanzen ist Leitungswasser völlig in Ordnung.
Wann sollte man keinesfalls gießen?
Mittags bei großer Hitze und voller Sonne: Wasser verdunstet größtenteils ungenutzt, und Wassertropfen auf Blättern können bei direktem Sonnenlicht Verbrennungen verursachen. Außerdem nicht gießen, wenn der Boden noch feucht ist – Staunässe fördert Wurzelfäule.