Badezimmertechnik - worauf zu achten ist

Wer ein neues Badezimmer baut oder ein bestehendes umplant, wird an der Badtechnik nicht umherkommen. Hier gibt es zahlreiche Faktoren zu beachten, insbesondere in Bezug auf die Leitungen und deren Verlegungen.

Last updated on Jan. 8, 2022

Posted on Dez. 2, 2021

Wer ein neues Badezimmer baut oder ein bestehendes umplant, wird an der Badtechnik nicht umherkommen. Hier gibt es zahlreiche Faktoren zu beachten, insbesondere in Bezug auf die Leitungen und deren Verlegungen. Zahlreiche Fehler und Fehlentscheidung können vermieden werden, wenn sich zuvor über die Badtechnik und die Möglichkeiten informiert wird.


Was muss man bei der Badtechnik beachten?

Bei der Badtechnik ist auf eine präzise Planung zu achten. Diese zählt zu den ersten Schritten einer jeder Badplanung, weil davon abhängig ist, wo und wie die Badezimmerausstattung sowie die Badezimmertechnik inklusive Elektrik und Rohrleitungen zu positionieren sind. Zudem ist die Reihenfolge der einzelnen Badtechnik-Planungen festzulegen und aufeinander abzustimmen. Es ist nicht sinnvoll, beispielsweise erst die Steckdosen zu planen, wenn noch kein Wasseranschluss und die Abwasserrohre auf dem Installationsplan integriert sind.

Ein weiterer Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt: wie soll die Badezimmertechnik verlegt werden? Hier gibt es grundsätzlich zwei Optionen: unter Putz verlegen und die Vorwandinstallation. Auch hierbei ist die richtige Vorgehensplanung erforderlich. Wird sich für eine Vorwandinstallation und ebenso für eine Fußbodenheizung entschieden, ist die Tiefe des Vorbaus für die Fußbodenverlegung als ein wichtiges Detail der Badtechnik zu berücksichtigen.

Wer Arbeitsaufwand und gegebenenfalls Kosten sparen möchte, sollte im Rahmen von Sanierungsarbeiten bereits vorhandene Abflussrohre, Wasseranschlüsse und Steckdosen sowie elektrische Schalter in die Planung einfließen lassen. Sie sind nicht zwingend an Ort und Stelle zu verbleiben, aber sie bieten in der Regel eine ideale Basis als Anschlusspunkte zur Verlegung der Badezimmertechnik an andere Stellen im Badezimmer.


Wie hoch ist eine Vorwandinstallation?

Bei der Höhe einer Vorwandinstallation kommt es auf verschiedene Faktoren an. Weil dadurch der Abwasseranschluss, der Wasseranschluss, Rohrleitungen für die Warmwasserbereitung, Spülkästen, Elektrik und vieles mehr unsichtbar gemacht wird, entscheiden hauptsächlich die jeweiligen Verläufe über die erforderliche Höhe. Verläuft die Badtechnik beispielsweise über die gesamte Wandhöhe von unten nach oben, ist eine Vorwand entsprechend in Raumhöhe zu installieren.

Erfolgt eine Vorwandinstallation nur für eine Toilettenanlage, sollte im Installationsplan eine Höhe von 1.20 Meter einkalkuliert werden. Gleiches gilt für Vorwandinstallationen von Waschbecken und das "Verstecken" der Abflussrohre und Wasserzuläufe. Manche möchten Abstellfläche auf Vorwänden insbesondere an Toiletten und Waschbecken schaffen. Auch höhere Steckdosen können sinnvoll sein, beispielsweise für den Haarföhn mit kürzerem Kabel. In dem Fall entscheiden sich viele für höhere Vorwandinstallationen etwa auf Brusthöhe.

Wichtig ist, dass die Höhe mindestens so gewählt wird, dass die Badtechnik vollständig zu verdecken ist. Wer es höher mag, kann dies nach eigenem Ermessen, Bedarf und Geschmack planen. Werden raumhohe Installationswände gewählt, entsteht weniger Staubfläche und ein ebenes Gesamtbild des Badezimmers.

Vorwandinstallation um die Abflussrohre zu verstecken
Vorwandinstallation um die Abflussrohre zu verstecken

Warum macht man Vorwandinstallationen?

Vorwandinstallationen liegen derzeit im Trend. Sie bieten eine vereinfachte Variante im Vergleich zur altbewährten Unter-Putz-Verlegung. Optisch sorgen sie für ein geordnetes Gesamtbild ohne sichtbare Badezimmertechnik. Sie werden vor allem bei Sanierungen vorhandener Badezimmer gewählt, um ohne viel Umstand Anschlüsse zu verlegen und auf diese Weise ein komplett neue Badgestaltung vornehmen zu können.

Aber Vorwandinstallationen können mehr, als nur nachträgliche Badezimmertechnik optisch zu verstecken. Haus- und Wohnungseigentümer können von zahlreichen Vorteilen im Vergleich zu Unter- und Über-Putz-Arbeiten ohne Sichtschutz profitieren; wobei einige wenige Nachteile ebenfalls vorhanden sind.


Welche Vor- und Nachteile bietet eine Vorwandinstallation?

Vorteile

- Geringerer Arbeitsaufwand
Gleich, ob bei Neubauten oder älteren Gebäuden, durch Vorwandinstallationen ist der Arbeitsaufwand spürbar zu reduzieren. In Neubauten spart es Putzarbeiten und Material, um eine glatte Fläche über Leitungen und Rohre zu schaffen. In älteren Badezimmern sind für die Verlegungen keine Wände aufzustemmen und wieder zu verputzen.

- Weniger Traglast
Die Montageelemente von Vorwandinstallationen besitzen eine Hebelwirkung. Dadurch wird die Last von hängenden Waschbecken und Toilettenanlagen verringert. Im Gegensatz dazu ist die Last auf Mauern bei Montage mit Stockschrauben deutlich höher. Hauptsächlich bei Altbauten macht sich dies häufig bemerkbar, weil die Wandmaterialien schnell brechen können und dadurch die montierten Sanitärobjekte an zuverlässigen Halt verlieren.

- Unkompliziertere Reparaturmöglichkeiten
Ist ein in der Wand verbauter Spülkasten kaputt, die Warmwasserbereitung undicht oder es soll nachträglich ein weiterer Wasseranschluss für ein zweites Waschbecken installiert werden, ist durch Vorwandinstallationen ein deutlich schnelleres und unkomplizierteres Herankommen an die Leitungen und Anschlüsse.

In der Regel werden die Vorwände so angebracht, dass eine Seite herausnehmbar beziehungsweise eine spezielle Revisionsöffnung eingebaut ist, um einen problemlosen, schnellen Zugriff auf die Installationen zu ermöglichen. Bei verputzten Installationen müssten erst Stemmarbeiten durchgeführt werden, die zusätzlich viel Schmutz verursachen.

Keine Stemmarbeiten bei einer Vorwandinstallation notwendig
Keine Stemmarbeiten bei einer Vorwandinstallation notwendig

- Reduzierung der Fließgeräusche
Durch die Verlegung von Wasser- und Abwasseranschluss hinter einer vorgebauten, geschlossenen Wand reduziert sich die Geräuschkulisse des Wasserflusses. Je nach Bedarf können Bauherren zusätzliches Dämmmaterial integrieren, das zum Beispiel Toiletten absolut geräuschfrei funktionieren lässt.

- Mehr Flexibilität in der Badezimmergestaltung
Vorwandinstallationen erlauben eine nahezu uneingeschränkte Umsetzung aller Ideen. Ist beispielsweise die Badezimmerzimmertechnik für die Heizungsanlage rechts an der Wand gelegen, aber da soll jetzt das Waschbecken hin? Kein Problem, denn Dank der möglichen Installationen mit Vorwänden kann die Heizung jetzt auch auf der gegenüberliegenden Seite, neben der Tür und auch gegen eine komplett andere Heizungsart mit unterschiedlichen Anschlüssen ausgetauscht werden. Stört die Warmwasserbereitung über Putz? Auch kein Problem, denn sie kann jetzt leicht auch unsichtbar in der Duschkabine verschwinden.

- Mehr Stellfläche und Stauraum
Mit einer intelligenten Installationsplanung und entsprechender Konstruktion der Installationswände sind mehr Stellfläche und Stauraum zu realisieren. Je nach der sich dahinter befindlichen Badezimmertechnik, können die Vorwände auch Platz zum Verstauen bieten. Ob Werkzeugkoffer, Ersatzteillager für Sanitärzubehör und den Notfall, ob Wischeimer oder Reinigungsmittel, hinter den Wänden lässt sich spezieller Platz für alles einplanen, was schnell erreichbar, aber nicht sichtbar sein soll.

Vor allem in kleinen Badezimmern sind ausreichend Stell-/Ablageflächen häufig ein echtes Problem. Deko, Parfüms, Haarbänder, Bürsten, Duftspray und frische Ersatz-Handtücher sind nur einige Beispiele für Gegenstände, die sich in Badezimmern befinden. Mit Installationswänden können neue Flächen obendrauf geschaffen werden und das Stellproblem ist gelöst.

- Gerade Wände
In Häusern weisen fast alle Wände zumindest geringe Unterschiede in der Ebenheit und/oder in den Abmessungen der Verläufe auf. Speziell in Altbauten waren aufgrund der mangelhaften Möglichkeiten gerade Wände nahezu unmöglich. Das macht sich spätestens bei der Bodenverlegung mit Fliesen oder Paneelen bemerkbar, wenn der Wandabstand zum Bodenbelag wie ein Keil auseinander geht. Hier heißt es Stückchen in unterschiedlichsten Abmessungen zurechtzuschneiden, was viel Arbeit in Anspruch nimmt. Zudem lässt sich die Optik nicht "verschleiern" und schiefe Wände fallen dadurch erst recht auf.


10 Fehler beim Bau von Trennwänden die man vermeiden kann
10 Fehler beim Bau von Trennwänden. Vor dem Bau einer Trennwand, sollte man sich genau informieren welches Material angemessen ist, um keine Fehler zu machen. Also eine Wand aus massiven Steinen oder lediglich günstige und einfach zu installierende Rigipswände (Rigipsplatten) ausreichen.

Aber auch das Mauerwerk von Wänden kann uneben sein, von denen auch Neubauten nicht immer verschont bleiben. Sei es eine unsorgfältige Verputzung oder unfachmännisch entfernter Rauputz, mit Vorwandinstallationen können diese Mängel problemlos beseitigt werden.

Die Elemente werden in der Regel nur an den Kantenverbindungen leicht verputzt und Verschraubungen ebenflächig abgedeckt; der Rest ist durch die Platten bereits glatt und kann sofort zur Weiterverarbeitung genutzt werden. Vor allem für das Fliesen hat das den Vorteil, eine absolut ebene und gleichmäßige Oberfläche zu erhalten, denn jede Unebenheit erschwert das Fliesen und ist anschließend sichtbar. Auch Sanitärobjekte sind dann gerade anzubringen.

- Keine Stabilitätsbeeinträchtigungen
Im Gegensatz zu an den Wänden montierten Wandplatten, sind Vorwände fast eigenständig stehende Module. Damit bedeuten sie keine Last für Hauswände und beeinflussen dementsprechend auch nicht deren Stabilität. Dennoch verfügen sie bei richtiger Montage über eine hohe Eigenstabilität, sodass sie nicht verrücken, geschweige denn umkippen können.

- Leichte Montage
Um Vorwände in einem Badezimmer zu montieren/zu bauen, bedarf es keiner fundierten Handwerker-Qualitäten. Die Montage und der Bau sind mit der richtigen Anleitung unkompliziert durchzuführen und schnell erledigt. Wer über ein wenig handwerkliches Geschick verfügt und die Aufgabe selbst übernimmt, kann viel Geld für die Beauftragung einer Fachfirma sparen.

Mit etwas Geschick Vorwandinstallationen selbst übernehmen

Nachteile

- Verringerung der Raumgröße
Vorwandinstallationen werden im Rauminneren vor die Wände gesetzt. Je nach Tiefe kann dies spürbar Raumfläche in Anspruch nehmen und dementsprechend das Badezimmer beziehungsweise die Bodenfläche verkleinern.

- Vorstellungsvermögen erforderlich
Die Installationsplanung und die Gestaltung durch die Sanitärobjekte an den gewünschten Plätzen erfordert ein hohes Maß an räumlichem Vorstellungsvermögen. Wer dieses nicht besitzt, für den stellt das neue Traumbad eine große Herausforderung dar.


Wie kann man das Badezimmer beheizen?

Heizkörper
Badezimmer können auf unterschiedlichen Weisen geheizt werden. Den Klassiker bildet der Heizkörper an der Wand, der mit der Heizungsanlage des Hauses verbunden ist. Alternativ und in der heutigen Zeit weit verbreitet sind auch sogenannte Handtuchheizungen. Das Funktionsprinzip ist das gleiche wie bei Wandheizkörpern.

Lediglich sind diese als Hochheizung mit mehreren quer verlaufenden Heizrohren erhältlich. Die Querrohre bieten Platz zum Aufhängen von Hand- und Badetüchern, woraus sich auch die Bezeichnung "Handtuchheizung" ableitet. Bei beiden Varianten gelangt warmes Wasser von der Heizungsanlage in die Heizkörper und gibt die Wärme nach außen in das Badezimmer ab.

Elektrisch heizen
Aufgrund der kontinuierlich steigenden Stromkosten sind elektrische Heizgeräte für das Badezimmer in der Regel nicht sehr rentabel. Lohnenswert können sich aber dort sein, wo ein Badezimmer nicht regelmäßig benutzt wird. Befindet es sich zum Beispiel neben dem Partykeller und wird nur an Geburtstagen oder zu Weihnachten benutzt, bieten Elektroheizungen eine gute und unkomplizierte Heizmöglichkeit. Elektrische Heizungen gibt es übrigens auch als Handtuchheizkörper.

Eine Alternative bietet diese in Mehrfamilienhäusern, wo die Zentralheizungen während der Sommersaison meist abgestellt werden. Mit einer elektrischen Heizung können kühlere Sommertage dann ideal überbrückt werden. Deshalb nutzen einige Eigentümer die Kombination aus Zentralheizung und elektrischer Heizung, die es mittlerweile sogar als Kombi-Geräte mit Mischbetrieb zu kaufen gibt.

Fußbodenheizung
Zunehmend häufiger entscheiden sich Haus- und Wohnungseigentümer für das Beheizen von Badezimmern für eine Fußbodenheizung. Diese wird in der Regel an das vorhandene Heizungssystem angeschlossen und funktioniert dementsprechend auch durch den Warmwasserdurchlauf.

Der Nachteil einer Fußbodenheizung liegt definitiv in der langen Aufheizzeit. Sie benötigt teilweise einige Stunden, um Wärme durch den Bodenbelag zu transportieren und die Raumtemperatur ansteigen zu lassen. Dafür sind warme Füße relativ schnell zu bekommen.

Für eine schnellere Raumaufwärmung bevorzugen manche Eigentümer zusätzlich zur Fußbodenheizung einen Heizkörper. Die Leitungen sowohl der Heizkörper als auch der Zulaufleitungen für die Fußbodenheizung können unsichtbar hinter Vorwandinstallationen verschwinden. Deshalb ist beim Installationsplan wichtig, die richtige Reihenfolge der Badezimmertechnik zu beachten.

Fußbodenheizung im Badezimmer für warme Füße
Fußbodenheizung im Badezimmer für warme Füße

Welche Schutzvorschriften muss man im Badezimmer beachten?

Der Hauptschutz bezieht sich auf elektrische Installationen. Es gibt insgesamt vier Schutzzonen, in denen diese einen bestimmten Schutz benötigen und den offiziellen Schutzvorschriften zu entsprechen haben.

Badezimmer sind Feuchträume und die Nutzung von Wasser die Regel. Wasser und Strom vertragen sich nicht und können lebensgefährlich sein. Aus diesem Grund sind Steckdosen, Schalter, Lampen und alle elektrischen Elemente einen Mindestabstand von 60 Zentimetern zu den Wasserquellen wie Badewanne, Dusche und Waschbecken anzubringen. Das entspricht der Schutzzone drei.

Innerhalb eines Rahmens von 60 Zentimetern von Badewannen, Duschen und Waschbecken befindet sich die Schutzzone zwei. Das ist der sogenannte Sprühbereich. Hier dürfen laut Schutzvorschriften lediglich Verbindungs- und Anschlussdosen für elektrische Geräte verbaut werden, die eine maximale Nennleistung von AC 25 Volt oder eine Spannung bis DC 60 Volt besitzen.

Unmittelbar neben Badewannen, Duschen, Whirlpools und Waschbecken schließt die Schutzzone eins an. Hier sind eine Nennspannung bis AC 25 Volt sowie Sicherheits- oder Schutzkleinspannungen erforderlich.

Die Schutzzone null umfasst das direkte Gebiet innerhalb von Duschen, Badewannen und Whirlpools. Hier darf keinerlei elektrische Badtechnik installiert sein. Ein Lüftungssystem kann darüber angebracht werden, wenn sich der elektrische Zugang außerhalb der Null-Zone befindet.


Wann ist ein Lüftungssystem im Badezimmer sinnvoll?

Ein Lüftungssystem ist in einem Feuchtraum wie dem Badezimmer immer dann sinnvoll, wenn keine oder eine unzureichende Entweichung der feuchten Luft gegeben ist. Fehlende oder zu kleine Fenster, Glasbausteine oder fest montierte Scheiben, die kein großflächiges Öffnen erlauben, begründen die Installation eines Lüftungssystems.

In alten Gemäuern sammelt sich häufig Feuchtigkeit. Kommt diese mit der Raumfeuchte in Badezimmern in Kontakt, ist häufig selbst ein regelmäßiges Lüften durch große Fenster nicht ausreichend. Dann wirkt ein Lüftungssystem unterstützend und beugt Schimmelbildung vor.

Einzelne Lüftungsventilatoren sind meist unkompliziert auch nachträglich einzubauen. Überlegenswert ist der Kauf einer Zentrallüftung, wenn auch in anderen Räumen ein Luftaustausch und/oder eine Luftfeuchtigkeitsreduzierung erwünscht wird. Das sollte dann dementsprechend in der Planung der Badezimmertechnik berücksichtigt werden, da für Zentrallüftungen Rohrleitungen zu verlegen sind.


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