Innenwände trennen Räume voneinander, bieten Schallschutz und ermöglichen eine flexible Raumaufteilung. Anders als Außenwände müssen sie keine Witterung abhalten, dafür aber Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Tragfähigkeit erfüllen. Welche Wandarten es gibt, aus welchen Materialien sie bestehen und worauf bei Neubau und Sanierung zu achten ist, erklärt dieser Artikel.
Tragende und nicht tragende Innenwände
Der wichtigste Unterschied bei Innenwänden ist, ob sie Lasten abtragen (tragende Wände) oder nur als Raumteiler dienen (nicht tragende Wände). Tragende Innenwände dürfen nicht ohne statische Prüfung entfernt oder verändert werden – das gilt auch bei Umbauten und Sanierungen. Wer eine Innenwand entfernen möchte, braucht zunächst eine Aussage des Statikers, ob und wie ein Ersatz (Unterzug, Stahlträger) notwendig ist.
Nicht tragende Innenwände hingegen lassen sich einfacher verschieben oder entfernen. Das macht Trockenbau-Ständerwände zur beliebten Wahl, wenn Flexibilität wichtig ist.
Massivwände aus Mauerwerk
Im Massivbau bestehen Innenwände häufig aus gemauerten Steinen: Kalksandstein, Porenbeton, Vollziegel oder Leichthochlochziegel. Diese Wände haben gute Schallschutzeigenschaften (hohe Masse), sind gut für Aufhängungen geeignet und haben eine sehr lange Lebensdauer.
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| Material | Rohdichte | Schallschutz | Brandschutz | Aufhängung |
|---|---|---|---|---|
| Kalksandstein | 1.200–2.000 kg/m³ | Sehr gut | Sehr gut (A1) | Sehr gut |
| Porenbeton | 350–600 kg/m³ | Mittel | Sehr gut (A1) | Gut (Spezialdübel) |
| Hochlochziegel | 700–1.000 kg/m³ | Gut | Sehr gut | Gut |
| Gips-Wandbauplatten | 600–1.100 kg/m³ | Mittel | Gut (A2) | Mittel |
Trockenbau: Ständerwände aus Gipskarton
Trockenbau-Ständerwände sind der Standard für nicht tragende Innenwände im Neubau und bei Renovierungen. Ein Stahlständerwerk aus C- oder U-Profilen wird mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten beplankt. Zwischen den Ständern liegt eine Mineralwolle-Einlage für Schallschutz und ggf. Brandschutz.
Vorteile der Ständerwand: schnell aufgebaut, flexibel verschiebbar, keine Trockenzeiten, guter Schallschutz bei korrekter Ausführung. Für Feuchträume gibt es feuchtigkeitsresistente Gipskartonplatten (grüne Platten, GKBI). Installationsleitungen lassen sich einfach in die Hohlräume der Wand einlegen.
Wichtig beim Schallschutz: Ständerwände mit einer Lage Gipskarton erreichen nur begrenzte Schalldämmwerte. Für erhöhte Anforderungen (z. B. zwischen Schlafzimmer und Badezimmer oder Treppenhaus) werden doppelt beplankte Wände, entkoppelte Ständer (CW-Profile auf Trennwandstreifen) oder eine zweischalige Konstruktion eingesetzt.
Glas-Innenwände und offene Raumkonzepte
Glastrennwände erfreuen sich wachsender Beliebtheit, besonders im modernen Wohnbau und im Home-Office-Bereich. Sie trennen Räume optisch, lassen aber Licht durch und vermitteln ein großzügigeres Raumgefühl. Systeme von Herstellern wie Solarlux, Schüco oder Hüppe ermöglichen vollflächige Glaswände mit puristischer Aluminiumrahmung.
Schallschutz bei Glaswänden: Einscheibenglas (VSG oder ESG) hat nur begrenzte Schalldämmeigenschaften. Für Büros oder Schlafbereiche werden Verbundglasvarianten oder Doppelverglasungen eingesetzt.
Innenwände und Schallschutz nach DIN 4109
Der Mindestschallschutz für trennende Innenwände zwischen verschiedenen Nutzungseinheiten (Wohnungen, Büros) ist in DIN 4109 festgelegt. Zwischen Wohneinheiten gilt ein bewertetes Schalldämm-Maß von mindestens 53 dB (Mindestanforderung) bzw. 58 dB (erhöhter Schallschutz). Innerhalb einer Wohnung reichen auch leichtere Konstruktionen aus.
Kosten für Innenwände
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| Wandtyp | Material/m² | Arbeit/m² | Gesamt/m² |
|---|---|---|---|
| Kalksandstein (11,5 cm) | 20–35 € | 40–70 € | 60–105 € |
| Porenbeton (10 cm) | 15–25 € | 35–60 € | 50–85 € |
| Gipskarton-Ständerwand (einfach) | 15–25 € | 20–35 € | 35–60 € |
| Gipskarton-Ständerwand (doppelt, schalloptimiert) | 25–40 € | 30–50 € | 55–90 € |
| Glastrennwand | 150–400 € | 50–100 € | 200–500 € |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie erkenne ich, ob eine Innenwand tragend ist?
Tragende Wände stehen meist quer zur Dachgeschosslage (rechtwinklig zu den Dachsparren oder Deckenbalken) und verlaufen in allen Geschossen übereinander. Ein sicherer Nachweis erfordert allerdings einen Blick in die Baupläne oder die Einschätzung eines Statikers. Im Zweifel immer den Fachmann befragen – das Entfernen einer tragenden Wand ohne Ersatzkonstruktion kann das Gebäude gefährden.
Was kostet es, eine Innenwand zu entfernen?
Das Öffnen und Abbrechen einer nicht tragenden Leichtbauwand kostet 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter (inkl. Entsorgung). Bei einer massiven Mauerwerkswand liegen die Kosten bei 50 bis 120 €/m². Muss eine tragende Wand durch einen Stahlträger ersetzt werden, kommen Kosten für Statik (500–2.000 €), Träger (1.000–5.000 €) und Einbau hinzu.
Welche Wand eignet sich für schwere Aufhängungen (Schränke, TV)?
Massivwände aus Kalksandstein, Vollziegel oder Beton halten hohe Lasten mit Standarddübeln. Gipskartonwände brauchen Spezial-Hohlraumdübel für leichtere Lasten (bis ca. 30 kg pro Dübelstelle). Für sehr schwere Objekte (Hängeschränke, Bücherregale) sollten in die Ständerwand Verstärkungsplatten (Holz oder Metall) eingeplant werden.
Wie viel Schallschutz bietet eine Gipskarton-Ständerwand?
Eine einfach beplante CW/UW-Ständerwand mit Mineralwolle erreicht ein bewertetes Schalldämm-Maß von ca. 40–44 dB. Doppelt beplankte Konstruktionen mit gedämmtem Ständerwerk und entkoppelten Profilen können auf 50–58 dB kommen – ausreichend für erhöhte Schallschutzanforderungen innerhalb einer Wohnung.